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	<title>Catanism &#187; Siedler</title>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 16:12:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Themenset „Zeit der Barbaren“ In seiner fiktiven Geschichte liegt Catan im Gebiet der heutigen Azoren und besitzt eine Größe, die alle Inseln der Gruppe umfasst. Es wurde um 850 v. Ch. – wie im Roman „Die Siedler von Catan“ von Rebecca Gablé geschildert – von einem nordischen Seefahrervolk erstmals besiedelt. In der wahren Geschichte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Das Themenset „Zeit der Barbaren“</h2>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="100" height="205" />In seiner fiktiven Geschichte liegt Catan im Gebiet der heutigen Azoren und besitzt eine Größe, die alle Inseln der Gruppe umfasst. Es wurde um 850 v. Ch. – wie im Roman „Die Siedler von Catan“ von Rebecca Gablé geschildert – von einem nordischen Seefahrervolk erstmals besiedelt.<br />
In der wahren Geschichte wurden die Azoren in den Jahren 1427 und 1432 von portugiesischen Seefahrern entdeckt und in Besitz genommen.</p>
<p><em></em>So ist es naheliegend, dass Catan in der fiktiven Geschichte Anfang des 15. Jahrhunderts von portugiesischen Seefahrern (wieder) entdeckt wird <em></em>und einige Jahrzehnte später <em><img class="alignright size-full wp-image-980" title="Barbarenüberfall" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Barbarenueberfall.jpg" alt="Barbarenueberfall Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" /></em>sich dann Konquistadoren aus allen Ländern der alten Welt nach Catan aufmachen, <em></em>um als barbarische Eroberer das in ihren Augen wertvollste Gut der Insel zu rauben: Gold.</p>
<p><em><strong>„Barbarenüberfall!“</strong> gellte der Ruf auf dem Dorfplatz und schreckte die Bewohner einer kleinen Küstensiedlung aus dem Schlaf. In der Mitte des Platzes stand </em><em><img class="alignright size-full wp-image-991" title="Siward, der Späher" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Siward.jpg" alt="Siward Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" /></em><em><strong>Siward, der Späher</strong> und berichtete mit hektischen roten Flecken auf den Wangen von drei Schiffen, die an der Küste gelandet waren und aus denen sich Soldaten mit seltsam geformten Eisenhüten ergossen.</em><br />
<em> „Keine Panik, Leute!“, beruhigte der Dorfvorsteher die verstörten Siedler, die nur notdürftig bekleidet zum Dorfplatz geeilt kamen. „Die Barbaren werden sich nicht mit unserem kleinen Dorf aufhalten. Die interessiert die Stadt mit ihren reichen Händlern und Handwerkern.“</em></p>
<p>Damit hat der Dorfvorsteher Recht. Denn die Barbaren werden nur solchen Fürstentümern gefährlich, die über mindestens eine Stadt verfügen. Und das auch nur dann, wenn der Fürst nicht über genügend Einheiten verfügt, um die Eindringlinge abzuwehren.</p>
<p>Um den Barbaren bei einem Ereignis „Barbarenüberfall“ zu widerstehen, muss ein Fürst bzw. ein Spieler mindestens so viele Einheiten aufgestellt haben, wie er Siegpunkte von Städten, Metropolen und Stadtausbauten besitzt. Dabei zählen alle Einheiten, egal ob Schiffe, Helden oder Charaktere ohne Heldenstatus. Besitzt er weniger Einheiten, verliert er 2 Rohstoffe. Besitzt er mehr Einheiten und mindestens eine Stadt, erhält er 2 beliebige Rohstoffe.</p>
<p>Insgesamt gibt es drei Ereignisse „Barbarenüberfall“. Diese wären aber nach den normalen Regeln ziemlich zahnlos, so dass sich kein Fürst genötigt sehen würde, größere Vorkehrungen gegen den Überfall der Barbaren zu treffen. Da aber der Barbarenüberfall das Thema des Sets ist, wurde für das Themenspiel die Regel für die Vorbereitung des Ereigniskarten-Stapels etwas modifiziert:<br />
Die 3 Ereignisse Barbarenüberfall und die Karte Julfest werden zunächst beiseite gelegt. Dann werden die übrigen Ereigniskarten und das Ereignis Rückzug der Barbaren gemischt und 3 Karten verdeckt abgelegt. Darauf wird die Karte Julfest gelegt. Die übrigen 6 Ereigniskarten und die 3 Karten Barbarenüberfall werden zusammen gemischt und verdeckt auf den restlichen Stapel – also auf die Karte Julfest – gelegt. Wird im Spielverlauf ein Barbarenüberfall gezogen, so wird die Karte nicht, wie sonst üblich, <img class="alignright size-full wp-image-986" title="Grenzfestung" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Grenzfestung.jpg" alt="Grenzfestung Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" />unter den Ereigniskarten-Stapel geschoben, sondern unter die 4 obersten Karten des Ereigniskarten-Stapels.<br />
Dadurch kommen die Barbaren recht häufig und zwingen die Fürsten dazu, sich auf die Überfälle einzustellen. Schauen wir, wie sich unser Fürst auf den Überfall der Barbaren vorbereitet.</p>
<p><em><img class="alignright size-full wp-image-979" title="Barbarenstützpunkt" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Barbarenstuetzpunkt.jpg" alt="Barbarenstuetzpunkt Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" /></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Breitbeinig stand der Fürst auf dem Turm seiner <strong>Grenzfestung</strong> und sein Blick ruhte missmutig auf dem <strong></strong></em><em></em><em><strong>Barbarenstützpunkt</strong>, der wie eine hässliche Eiterbeule sein schönes Land verunzierte. Die Barbaren schienen sich zu formieren und den Angriff auf sein Fürstentum vorzubereiten.</em><br />
<em> „Osmund“, brüllte der Fürst. „Sind wir gewappnet?“</em><br />
<img class="size-full wp-image-988 alignright" title="Marie, die Schildmaid" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Marie.jpg" alt="Marie Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" /><em>„Wir waren es, mein Fürst. Leider hat <strong>Marie, die Schildmaid</strong> <strong></strong> unserem Candamir so schöne Augen gemacht, dass dieser ins gegnerische Fürstentum zur Fürstin übergelaufen ist.“</em><br />
<img class="size-full wp-image-978 alignright" title="Arnd, den Strategen" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Arnd.jpg" alt="Arnd Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" /><em>„Treuloser Hund! Odins Raben sollen ihn holen! Was nun?“</em></p>
<p><em>Wir befinden uns in einer schwierigen Situation, mein Fürst. Unsere Probleme wären mit einem Schlag gelöst, wenn es uns gelänge, <strong>Arnd, den Strategen</strong>, auf unsere Seite zu ziehen.“</em><br />
<em> „Dann heure ihn an, Osmund. Oder was hindert dich daran?“</em><br />
<em> „Arnd fordert ein neues Schwert für seine Dienste. Doch leider fehlt uns das Erz dazu.“</em><br />
<em> „Was?“, donnerte der Fürst. „An einem lumpigen Erz soll sich das Schicksal meines Fürstentums entscheiden? </em><em><img class="alignright size-full wp-image-996" title="Wirtshaus zum Weißen Raben" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Wirtshaus_Raben.jpg" alt="Wirtshaus Raben Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" /></em><em>Entweder dir fällt jetzt gleich eine Lösung ein oder ich verkaufe dich als Sklaven an die Räuber!“</em><br />
<em> Osmund zögerte einen Augenblick. „Ich hätte da eine Idee, mein Fürst. Allerdings bräuchte ich dazu etwas Gold.“</em><br />
<em> „Ich habe nur einen Klumpen Gold. Wie willst du denn damit so schnell Erz auftreiben? Ach, du willst doch nicht etwa im <strong>Wirtshaus zum Weißen Raben</strong> die Würfel rollen lassen?“</em></p>
<p><em>Doch genau das tat Osmund. Und er hatte Glück. Er gewann nicht nur einen fetten Erzbrocken für Arnds Schwert sondern holte auch das Gold des Fürsten zurück. <img class="alignright size-full wp-image-997" title="Wolfgang, der Gaukler" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Wolfgang.jpg" alt="Wolfgang Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" />So war der Fürst in der Lage, bei einem Fest – echte Cataner lassen sich auch von einem drohenden Barbarenüberfall die Festlaune nicht verderben – <strong>Wolfgang, den Gaukler</strong> auf seine Seite zu ziehen. Auch wenn der Gaukler mehr mit der Laute als mit dem Schwert umzugehen wusste, verstärkte er doch die Abwehrreihe der Cataner und so fehlte dem Fürst nur noch eine Einheit, um die barbarischen Horden nicht nur aufzuhalten, sondern sogar schlagen zu können.</em></p>
<p><img class="size-full wp-image-984 alignright" title="Burggraf" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Burggraf.jpg" alt="Burggraf Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und wie ergeht es zur gleichen Zeit der Fürstin im benachbarten Fürstentum?<br />
<img class="size-full wp-image-983 alignright" title="Burg" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Burg.jpg" alt="Burg Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" /><em></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>„Ich hasse Feste!“, zeterte die Fürstin und strich sich fahrig eine vorwitzige Locke aus dem Gesicht. „Nun haben wir auch noch den Gaukler an den Fürsten verloren. <strong>Burggraf</strong>, nun tut doch endlich etwas!“</em><br />
<em> Der kurzsichtige Burggraf spähte angestrengt aus dem Fenster des Turmzimmers der <strong>Burg</strong>. </em><em><img class="alignright size-full wp-image-987" title="Karavelle" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Karavelle.jpg" alt="Karavelle Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" /></em><em>„Ihr macht euch zu viele Sorgen, Herrin. Ich sehe weit und breit keine Barbaren.“</em></p>
<p><em>„Aber sie kommen, Burggraf! Siward, der Späher des Fürsten, soll sie gesichtet haben. Und warum sonst verstärkt der Fürst so hektisch die Reihen seiner Einheiten?“</em></p>
<p><em>Der Burggraf seufzte. „Wir haben doch erst kürzlich eine <strong>Karavelle</strong> gebaut, mit der wir dank eines <strong><img class="alignright size-full wp-image-993" title="Umzug" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Umzug.jpg" alt="Umzug Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" />Umzugs</strong> die Schlagkraft unserer Flotte verstärkten und haben die <strong>Grenzfestung</strong> mit einer weiteren Einheit bemannt. Mehr können wir im Moment mit unserem leeren Rohstoffsäckel nicht leisten, Herrin.</em><br />
<em> Die Fürstin rollte mit den Augen: „Ich kann euer monotones *mehr können wir nicht* und *leere Rohstoffsäckel* nicht länger ertragen, Burggraf. Habt ihr wirklich nur einen so beschränkten Wortschatz? Geht mir aus den Augen und schickt mir <strong><img class="alignright size-full wp-image-981" title="Baroc, der Barbar" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Baroc.jpg" alt="Baroc Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" />Baroc, den Barbaren</strong>.“</em></p>
<p><em>Gebeugt, doch insgeheim froh, den Launen der Fürstin entfliehen zu können, verließ der Burggraf den Raum und bald darauf betrat ein stattlicher, in Eisen gerüsteter Krieger das Turmzimmer.</em><br />
<em> „Fürstin, zu Euren Diensten!“</em><br />
<em><img class="alignright size-full wp-image-998" title="Zeughaus" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Zeughaus.jpg" alt="Zeughaus Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" /></em><em>Die Fürstin hatte Gefallen an dem listenreichen Barbaren gefunden, den Sie mit Gold und einem verführerischen Lächeln hatte überreden können, die Seite zu wechseln.</em></p>
<p><em>„Mein lieber Baroc“, grüßte die Fürstin den Krieger wohlwollend, „du kennst mein Problem. Ich vertraue deiner Findigkeit, meinen Rohstoffbeutel zu füllen.“</em></p>
<p><em>„Nun, Fürstin, zunächst war es ein Fehler das <strong>Zeughaus</strong> zu bauen. Die dort gelagerten Waffen sind für Eure Feinde ein begehrtes Beutegut </em><em><strong><img class="alignright size-full wp-image-985" title="Geheime Bruderschaft" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Geheime_Bruderschaft.jpg" alt="Geheime Bruderschaft Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" /></strong></em><em>und so werden sie verstärkt versuchen, in Eure Stadt einzufallen. </em><em><strong></strong></em><em>Besser hättet ihr die Rohstoffe in die <strong>Geheime Bruderschaft</strong> investiert. Die geheimen Brüder haben Verbindungen zu den Barbaren und können die Folgen einer eventuellen Niederlage mildern.“</em><br />
<em><strong><img class="alignright size-full wp-image-994" title="Vogtei" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Vogtei.jpg" alt="Vogtei Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" /></strong></em><em>Die lieblich geschwungenen Lippen der Fürstin zogen sich zu einem abweisenden Strich zusammen. Kritik vertrug die Fürstin überhaupt nicht.</em><br />
<em> „Aber es liegt mir fern, Euch zu belehren. Immerhin habt Ihr eine <strong>Vogtei</strong>. Nutzt sie und es werden Euch neue Möglichkeiten offen stehen.“</em><br />
<em> So rief die Fürstin nach dem Vogt. Dieser riet ihr, einen <strong><img class="alignright size-full wp-image-995" title="Wettstreit der Helden" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Wettstreit_der_Helden.jpg" alt="Wettstreit der Helden Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" />Wettstreit der Helden</strong> zu veranstalten.</em><br />
<em> „Eine gute Idee!“, frohlockte die Fürstin. „Hat nicht Candamir, dank meiner lieben Marie, kürzlich die Seiten gewechselt? Dann soll er sich gleich mal bewähren und gegen einen Helden des Fürsten antreten.“</em><br />
<em> So geschah es. Natürlich gewann Candamir das Kräftemessen und verschaffte so der Fürstin die nötigen Rohstoffe, um ihre Grenzfestung mit einer weiteren Einheit zu verstärken.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Werfen wir nun wieder einen Blick in das Reich des Fürsten:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>„Für was füttere ich dich hier eigentlich durch“, tobte der Fürst. Damit du mir fortwährend Schande bereitest? Wenn du mir nicht sofort wieder die Wolle beschaffst, die ich beim Wettkampf an die Fürstin verloren habe, werde ich dich …“</em><br />
<em> <img class="alignright size-full wp-image-982" title="Bündnis gegen die Barbaren" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Buendnis_gegen_Barbaren.jpg" alt="Buendnis gegen Barbaren Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" />„… als Sklaven an die Räuber verkaufen.“, unterbrach ihn Osmund ungerührt.“ Und ich weiß auch schon, wen ich dann berauben werde, dachte Osmund grimmig.</em><br />
<em> „Mein Fürst, schlagt der Fürstin ein <strong>Bündnis gegen die Barbaren</strong> vor. Das wird Eure Untertanen zuversichtlich stimmen und sie werden nicht murren, wenn Ihr eine Sondersteuer erhebt.“</em></p>
<p><em><strong><img class="alignright size-full wp-image-990" title="Siegfried, Bezwinger der Barbaren" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Siegfried.jpg" alt="Siegfried Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" /></strong></em><em>So kam der Fürst gerade noch rechtzeitig zu einer weiteren Einheit für seine Grenzfestung, denn nur wenig später griffen die Barbaren die beiden Fürstentümer an. Die catanischen Einheiten hatten, wie erwartet, keine große Mühe, die Eindringlinge zurückzuschlagen. Und die Fürstin setze noch einen drauf. Sie befahl <strong>Siegfried, dem Bezwinger der Barbaren</strong>, den besiegten Eindringlingen nachzusetzen, </em><em><img class="alignright size-full wp-image-989" title="Rückzug de _Barbaren" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Rueckzug_der_Barbaren.jpg" alt="Rueckzug der Barbaren Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" /></em><em>was dieser dann so erfolgreich tat, dass der <strong>Rückzug der Barbaren</strong> wenig geordnet verlief. Ja es schien, als liefen die Barbaren vor dem leibhaftigen Teufel davon.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wenn ein Spieler den Barbarenüberfall erfolgreich besteht, darf er auch seine <strong><img class="alignright size-full wp-image-992" title="Triumphkarte" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/09/Triumphkarte.jpg" alt="Triumphkarte Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 11" width="220" height="220" />Triumphkarte</strong> um eine Stufe hochdrehen, anstatt sich zwei Rohstoffe zu nehmen. Die Triumphkarte ist eine Zählkarte, die ein Spieler automatisch auslegt, sobald er seine erste Stadt gebaut hat. Praktischerweise legt man sie auf einen freien Platz über oder unter einer beliebigen Landschaft. Sie kann von dort jederzeit wieder entfernt und an einer anderen Stelle platziert werden, falls der Platz für einen Landschaftsausbau benötigt wird.</p>
<p>In meinem letzten Blog hatte ich versprochen an dieser Stelle die neuen Turnierregeln vorzustellen. Diese stehen jetzt <a href="http://www.catan.de/de/download/Spielregeln/?Fuersten_von_Catan-Turnierspiel.pdf" target="_blank">auf catan.de zum Download</a> bereit.</p>
<p>Derzeit sitze ich an der Konzeption der zweiten Erweiterung „Goldene Zeiten“. Es wird wohl bis Frühjahr nächsten Jahres dauern, bis das Konzept und alle Karten von der Redaktion diskutiert, getestet und abgeschlossen sein werden. Dann melde ich mich an dieser Stelle wieder und stelle das Set „Zeit der Entdecker“ vor. Bis dahin wünsche ich allen Lesern dieses Blogs viel Spaß mit den neuen Karten der Erweiterung „Finstere Zeiten“.</p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Aug 2011 16:05:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<h2>Das Themenset „Zeit der Handelsherren“</h2>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="100" height="205" />Das Themenspiel „Zeit der Handelsherren“ wird mit dem gleichnamigen Themenset und den Basiskarten gespielt, die ich im 5. Teil meiner Blogreihe über die Reform des Kartenspiels vorgestellt habe. In der fiktiven Geschichte Catans ist das Set „Zeit der Handelsherren“ im 14. Jh. angesiedelt und folgt auf das Set „Zeit der Entdeckungen“, einem Set, der für den Herbst 2012 geplanten zweiten Erweiterung.<br />
Die Schätze und das Gold der entdeckten Nachbarinseln lassen den Handel erblühen. Die Herrscher beider Fürstentümer ringen um die wirtschaftliche Vormachtstellung auf Catan. Dabei spielen mächtige Handelsherren und &#8211; wie schon bei „Zeit des Goldes“ &#8211; die Handelschiffe eine zentrale Rolle.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-935" title="Zeit der Handelsherren - Schiffsbauer" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Schiffsbauer.jpg" alt="Schiffsbauer Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />So ist der Fürst gut beraten, wenn er einen <strong>Schiffsbauer</strong> in seine Dienste nimmt. Der rothaarige Hüne mit schottischen Wurzeln ist nicht nur auf Festen ein Gewinn, er schafft es auch, so sparsam mit Holz und Wolle umzugehen, dass die Aufstellung einer Handelsflotte den Rohstoffbeutel des Fürsten merklich schont. Und wenn ein Handelschiff von einem Kaperschiff in ein Wrack verwandelt wurde, genügt dem geschickten Handwerker 1 Gold und flugs ist das Handelsschiff so gut wie neu.</p>
<p>Will ein Fürst seinen Handel ankurbeln, sollte er seinen Handelsherren eine Residenz bieten. Das ist gar nicht so teuer. Der Fürst muss nur eine Stadt besitzen und einen Bauplatz über oder unter einer passenden Landschaft zur Verfügung stellen; die Baukosten für die Residenz übernimmt dann großzügig der Handelsherr.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-934" title="Zeit der Handelsherren - Residenz des Tuch Handelsherrn" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Residenz_des_Tuch-Handelsherrn.jpg" alt="Residenz des Tuch Handelsherrn Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Die <strong>Residenz des Tuch-Handelsherrn</strong> muss an eine Weidelandschaft angelegt werden. Fortan wandelt der Tuch-Handelsherr auf Geheiß seines Fürsten jeweils zwei Wolle in einen Handelspunkt um. (Die Residenz wird um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht.) Die Zwischenstufe „Tuch“ sehen wir gar nicht, so schnell ist das Tuch wieder verkauft und der Handel gestärkt.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-933" title="Zeit der Handelsherren - Residenz des Papier-Handelsherrn" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Residenz_des_Papier-Handelsherrn.jpg" alt="Residenz des Papier Handelsherrn Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Die <strong>Residenz des Papier-Handelsherrn</strong> kann nur aktiv werden, wenn sie an einen Wald grenzt. Das Holz des Waldes wandelt der Papier-Handelsherr in Papier um. Aber auch hier halten wir uns erst gar nicht mit der Zwischenstufe „Papier“ auf. Uns, bzw. die Fürsten interessiert nur das Endresultat. Und das setzt sich in der dritten Stufe &#8211; also nach dreimaligem Umwandeln von Holz in Papier und Drehen der Karte &#8211; aus je einem Handels-, Fortschritts- und Siegpunkt zusammen.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-937" title="Zeit der Handelsherren - Stunde der Handelsherren" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Stunde_der_Handelsherren.jpg" alt="Stunde der Handelsherren Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Jedem schlägt einmal die Stunde. So auch den Handelsherren. Aber keine Angst, sie werden nicht etwa von einem Orkan hinweggefegt. Nein, das Ereignis <strong>Stunde der Handelsherren</strong> hat einen durchweg positiven Effekt: Ganz ohne Rohstoffausgaben drehen wir alle Residenzen einfach auf die nächst höhere Stufe.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-939" title="Zeit der Handelsherren - Wagner" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Wagner.jpg" alt="Wagner Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />„Ach“, beklagt der Tuch–Handelsherr seine trostlose Lage. „Dort, auf der östlichen Weide vermehren sich die Schafe wie die Karnickel und hier auf der, meiner Residenz benachbarten Weide, scheinen sich meine Böcke in Enthaltsamkeit zu üben. So kann ich euch schlecht dienen, mein Fürst.“<br />
Wenn der Fürst klug ist, erhört er die Klage seines Handelsherrn und siedelt einen <strong>Wagner</strong> in seinem Fürstentum an. Der sorgt dann schon dafür, dass dem Handelsherrn die Wolle von fruchtbaren Schafen anderer Weiden zugeführt wird.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-927" title="Zeit der Handelsherren - Handwerkerzunft" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Handwerkerzunft.jpg" alt="Handwerkerzunft Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Schafe wollen geschoren werden, Wolle muss gesponnen und zu Tuch gewoben werden. Holz wartet auf seine Verarbeitung zu Papier. Wer soll das alles leisten? Natürlich der Mittelstand. Und das sind auch auf Catan die Handwerker, das Rückgrat jeder leistungsfähigen Gesellschaft. Das weiß auch unser Fürst. Und so gönnt er seinem Rückgrat eine <strong>Handwerkerzunft</strong>, was ihm sogleich mit der Aufwertung (Drehen der Karte um 90 Grad) seiner Residenzen vergolten wird. <img class="alignright size-full wp-image-940" title="Zeit der Handelsherren - Zunftmeister" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Zunftmeister.jpg" alt="Zunftmeister Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Wo eine Handwerkerzunft gebaut wurde, ist auch der <strong>Zunftmeister</strong> nicht weit, der seinem Herrn zu zwei beliebigen Rohstoffen verhilft.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-921" title="Zeit der Handelsherren - Handelshafen" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Handelshafen.jpg" alt="Handelshafen Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Was die Handwerker geschaffen haben, verbraten dann die Händler des Handelshafens. Denn wer einen <strong>Handelshafen</strong> gebaut hat, darf einmal in seinem Zug seine Residenzen um 1 Stufe zurückdrehen (Karte im Uhrzeigersinn um 90 Grad drehen) und sich dafür 2 beliebige Rohstoffe nehmen.</p>
<p>Die beiden Karten Handelshafen liegen zu Beginn des Spiels als offener Ausbaustapel aus. Somit können sowohl der Fürst als auch die Fürstin einen Handelshafen bauen, was auch durchaus empfehlenswert ist. Denn wer über einen Handelshafen verfügt, darf eine <strong>Niederlassung</strong> in einer Stadt seines Gegenübers platzieren und ihm dann einmal im eigenen Zug einen beliebigen Rohstoff für 1 Gold abknöpfen. Spielt er gar das <strong>Handelsmonopol</strong> aus, darf er ihn um bis zu drei Rohstoffe einer Sorte erleichtern.</p>
<p><img class="size-full wp-image-930 alignnone" title="Zeit der Handelsherren - Niederlassung" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Niederlassung.jpg" alt="Niederlassung Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" /><img class="size-full wp-image-925 alignnone" title="Zeit der Handelsherren - Handelsmonopol" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Handelsmonopol.jpg" alt="Handelsmonopol Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" /></p>
<p>Der Handelshafen ermöglicht auch den Bau eines <strong>Leuchtturms</strong>, der es einem angrenzenden Handelsschiff erlaubt, <img class="alignright size-full wp-image-929" title="Zeit der Handelsherren - Leuchtturm" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Leuchtturm.jpg" alt="Leuchtturm Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Rohstoffe im Verhältnis 1:1 zu tauschen. Wer keinen Handelshafen auf die Beine bringt, dem genügen alternativ auch zwei Schiffe, um einem davon mit einem Leuchtturm zukünftig besser heimleuchten zu können.</p>
<p>Entweder einen Handelshafen oder zwei Schiffe lautet auch die Bedingung der <strong>Handelsherrin Hergild</strong>, der zu Reichtum gekommenen Tochter eines alten Leuchtturmwärters. Vermag der Fürst eine der beiden Bedingungen erfüllen, kommt die Handelsherrin herbeigeeilt und bewirkt, dass der Fürst eine Rohstoffsorte, für die er ein Handelsschiff besitzt, beliebig oft in seinem Zug im Verhältnis 1:1 tauschen kann.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-923" title="Zeit der Handelsherren - Handelsherrin Hergild" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Handelsherrin_Hergild.jpg" alt="Handelsherrin Hergild Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-922" title="Zeit der Handelsherren - Handelsherr Gero" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Handelsherr_Gero.jpg" alt="Handelsherr Gero Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" /></p>
<p>Etwas bescheidener tritt der <strong>Handelsherr Gero</strong> auf. <img class="alignright size-full wp-image-936" title="Zeit der Handelsherren - Seehandelsmonopol" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Seehandelsmonopol.jpg" alt="Seehandelsmonopol Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Ihm genügt es, wenn zwei Handelsschiffe vor der Küste schippern, um seinem Fürsten mit zwei beliebigen Rohstoffen unter die Arme zu greifen.</p>
<p>Man sollte die Bedeutung der Handelsschiffe in diesem Set nicht unterschätzen. Besitzt der Fürst mehr Handelsschiffe als die Fürstin, kann er ein <strong>Seehandelsmonopol</strong> ausspielen. Dieses erlaubt es ihm, für jedes Handelsschiff, das er mehr besitzt, einen Rohstoff von der Fürstin zu fordern. Damit die Fürstin ihre Contenance nicht verliert, nimmt er ihr aber nie mehr als zwei Rohstoffe ab.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-920" title="Zeit der Handelsherren - Glückliche Handelsfahrt" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Glueckliche_Handelsfahrt.jpg" alt="Glueckliche Handelsfahrt Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-928" title="Zeit der Handelsherren - Launische See" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Launische_See.jpg" alt="Launische See Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" /></p>
<p>Ganz auf Handelsschiffe zugeschnitten sind auch die beiden Ereignisse <strong>Glückliche Handelsfahrt</strong> und <strong>Launische See</strong>. Ersteres verhilft dem Fürsten zu zwei Rohstoffen der Sorte eines seiner Handelsschiffe. Das zweite beschert dem Fürsten entweder einen Sturm, der – sollte er keinen Leuchtturm besitzen – eines seiner Handelsschiffe sinken lässt oder eine ruhige See, was ihm für jedes seiner Handelsschiffe einen beliebigen Rohstoff einbringt.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-919" title="Zeit der Handelsherren - Bund der Handelsherren" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Bund_der_Handelsherren.jpg" alt="Bund der Handelsherren Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Wenn der Fürst auf Handelsschiffe setzt und mit ihnen fleißig Rohstoffe tauscht, ist die Fürstin gut beraten, den <strong>Bund der Handelsherren</strong> ins Leben zu rufen. Dieser beschert ihr bei jedem 2:1- oder 3:1-Tausch des Fürsten einen Rohstoff der Sorte, den der Fürst beim Tausch abgibt. Oder sie baut ein ebenfalls dem Set beiliegendes Kaperschiff und versenkt damit ein Handelsschiff des Fürsten.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-931" title="Zeit der Handelsherren - Olaf, der Kauffahrer" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Olaf_der_Kauffahrer.jpg" alt="Olaf der Kauffahrer Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Mit <strong>Olaf, der Kauffahrer</strong> betritt erstmals ein Held die Bühne Catans, der neben einem Geschickpunkt auch einen Handelspunkt besitzt. Ein Wort des Fürsten genügt und der friedliche Kauffahrer wird zum gefährlichen Seeräuber, der die Fürstin um zwei Rohstoffe erleichtert. Natürlich ist der Handelspunkt dann futsch, da sich Olaf mit seinem Teil der Beute in den wohlverdienten Ruhestand begibt.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-926" title="Zeit der Handelsherren - Handelsposten" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Handelsposten.jpg" alt="Handelsposten Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Eine weitere Möglichkeit, Rohstoffe günstig zu tauschen, bietet der <strong>Handelsposten</strong>. Er wird auf eine freie Straße gelegt und ermöglicht es, einmal pro Zug zwischen den benachbarten Landschaften einen Rohstoff zu tauschen. So wird beispielsweise ein Gold schnell in ein, für den Straßenbau dringend benötigtes, Lehm umgewandelt.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-918" title="Zeit der Handelsherren - Bettelmönche" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Bettelmoenche.jpg" alt="Bettelmoenche Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Sollte die Fürstin den Handelsvorteil besitzen, kann der Fürst seine kirchlichen Beziehungen spielen lassen und die <strong>Bettelmönche</strong> ins gegenüberliegende Fürstentum schicken. Wir wissen nicht, welche Reden die Brüder schwingen, doch gelingt es ihnen immer, der Fürstin ein oder zwei Rohstoffe abzuschwatzen.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-932" title="Zeit der Handelsherren - Räuberlager" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Raeuberlager.jpg" alt="Raeuberlager Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Gerne benutzt der Fürst auch das <strong>Räuberlager</strong> als probates Mittel, die Handelspunkte der Fürstin zu reduzieren. Aber mehr noch: Auf eine Straße der Fürstin gelegt, fangen die Räuber den einen oder anderen Händler ab, der zum Markt der Fürstin unterwegs ist. Dies bewirkt dann, dass der Fürst jedes Mal 1 Gold erhält, wenn die Fürstin über ihren Markt einen Rohstoff einlagert. So kann sich der Fürst ruhig zurücklehnen und sich gelassen der weiteren Expansion seines Fürstentums widmen.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-938" title="Zeit der Handelsherren - Taktischer Rückzug" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Taktischer_Rueckzug.jpg" alt="Taktischer Rueckzug Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Braucht der Fürst das Räuberlager nicht mehr, bläst er zum <strong>taktischen Rückzug</strong>. Das bedeutet, er kann eines seiner im Gebiet der Fürstin errichteten Gebäude abreißen. Dafür erhält er zwei Rohstoffe – einen davon von der Fürstin, die sicher froh ist, das unliebsame Gebäude losgeworden zu sein.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-924" title="Zeit der Handelsherren - Handelsmetropole" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Handelsmetropole.jpg" alt="Handelsmetropole Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Vielleicht sind das dann die entscheidenden Rohstoffe, die dem Fürsten zu einer <strong>Handelsmetropole</strong> und damit vielleicht auch zum Sieg verhelfen. Natürlich muss der Fürst die Bedingungen zum Bau der Handelsmetropole erfüllt haben: Entweder 6 Handelspunkte oder eine Residenz auf der höchsten Stufe. Die Handelsmetropole wird auf eine Stadt gelegt und bringt 2 zusätzliche Siegpunkte.</p>
<p>Die drei Sets der Erweiterung „Finstere Zeiten“ erweitern die Möglichkeiten der Spielform „Das Duell der Fürsten“. Mit der Erweiterung stehen den Spielern nun 6 Sets zur Verfügung, von denen jeweils 3 Sets für ein Duellspiel ausgewählt werden. Für alle, die sich für die Auswahlkriterien interessieren, folgt hier ein Auszug aus der Spielregel.</p>
<p><em>Mit Ausnahme der Zusammenstellung des Ereigniskarten-Stapels wird das „Duell der Fürsten“ unverändert nach den bekannten Regeln gespielt. Aus den vorhandenen Themensets wählt jeder Spieler 1 Themenset aus (der Startspieler wählt zuerst). Das dritte Themenset wird ausgelost: Nehmen Sie von jedem der nicht bereits ausgewählten Themensets 1 Ereigniskarte, mischen Sie diese verdeckt und ziehen Sie zufällig eine Karte. Die gezogene Karte bestimmt das dritte Set, mit dem das Duell bestritten wird. Alternativ können Sie den Zufall auch komplett entscheiden lassen: Nehmen Sie eine Karte aus jedem verfügbaren Themenset, mischen Sie diese und ziehen Sie zufällig 3 Karten – mit den 3 Sets, zu denen diese Karten gehören, spielen Sie. So oder so: Die nicht verwendeten Themensets legen Sie komplett bis zum nächsten Spiel in die Schachtel zurück.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In meinem nächsten Blog werde ich das Themenset „Zeit der Barbaren“ vorstellen und über die wichtigsten Regeln des Turnierspiels berichten.</p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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		<title>Hintergründe zur Entwicklung von „Aufbruch der Händler“</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jul 2011 16:35:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach dem Erfolg von „The Settlers of America – Trails to Rails“ in den USA begann ich für den europäischen Markt ein ähnliches Szenario mit einem mittelalterlichen Thema zu entwickeln. Natürlich gab es im Mittelalter keine Schienen und keine Eisenbahnen. Aber der Transport von Waren und Menschen funktionierte auch in dieser Zeit – allerdings mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Hintergründe zur Entwicklung von „Aufbruch der Händler“" width="100" height="205" /></a>Nach dem Erfolg von <a href="http://www.catan.de/andere-spiele/settlers-of-america.html" target="_blank">„The Settlers of America – Trails to Rails“</a> in den USA begann ich für den europäischen Markt ein ähnliches Szenario mit einem mittelalterlichen Thema zu entwickeln. Natürlich gab es im Mittelalter keine Schienen und keine Eisenbahnen. Aber der Transport von Waren und Menschen funktionierte auch in dieser Zeit – allerdings mit anderen Mitteln.<br />
Bedingt durch den Aufschwung der Städte erlebte der Handel im Mittelalter eine Blüte. Kaufleute aus Oberitalien und Mitteleuropa schlossen sich zu Handelsgesellschaften zusammen, gründeten Handelsniederlassungen (Kontore, Faktoreien) in Nord- und Osteuropa, England, Spanien, Frankreich und Italien und sorgten für einen regen Warentausch in ganz Europa. Berühmte Beispiele für diese Zusammenschlüsse von Kaufleuten sind die Hanse, die Große Ravensburger Handelsgesellschaft oder die Welsersche Handelsgesellschaft.<br />
Das Spiel „Aufbruch der Händler“ ist eine grobe Simulation der Handelsaktivitäten im Mittelalter. Im Spiel sind Sie und Ihre Mitspieler die Vertreter mächtiger Kaufmannsfamilien oder Handelsgesellschaften.</p>
<p><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/07/Haendler_Hauptplan.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-899" title="Aufbruch der Händler - Hauptplan" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/07/Haendler_Hauptplan.jpg" alt="Haendler Hauptplan Hintergründe zur Entwicklung von „Aufbruch der Händler“" width="440" height="300" /></a></p>
<p><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/07/Haendler_Figuren.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-897" title="Aufbruch der Händler  Spielfiguren" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/07/Haendler_Figuren.jpg" alt="Haendler Figuren Hintergründe zur Entwicklung von „Aufbruch der Händler“" width="64" height="260" /></a>Es ist Ihr Ziel, ein großes Handelsnetz in Europa zu errichten und der erfolgreichste Kaufmann zu werden. Sie starten mit 3 Handelsniederlassungen (bzw. Kontoren) auf violetten Städtefeldern und schicken von dort Händler aus, um in fernen Städten neue Kontore zu gründen. Händler werben Sie mit Holz, Wolle und Getreide an. Dies sind die Rohstoffe, die Ihr Händler zum Aufbau eines Kontors benötigt.<br />
Mit der Errichtung eines neuen Kontors erhalten Sie Zugang zu Luxuswaren. Diese Waren können Pelze aus dem Norden, Wein aus dem Süden oder Tuch aus Flandern sein.<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/07/Haendler_Handelsgueter.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-898" title="Aufbruch der Händler - Handelsgüter" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/07/Haendler_Handelsgueter.jpg" alt="Haendler Handelsgueter Hintergründe zur Entwicklung von „Aufbruch der Händler“" width="60" height="60" /></a>Da die Vielfalt der in Europa gehandelten Luxuswaren den Rahmen des Spiels sprengen würde, erhalten Sie bei der Gründung eines Kontors ein Warenplättchen als Symbol für gehobene Handelsgüter aller Art.<br />
Die Warenplättchen bringen Sie mit Kaufmannszügen auf erschlossenen Handelswegen (siehe weiter unten) zu Städten mit Kontoren Ihrer Mitspieler – also zu Städten, in denen ein Bedarf an Ihren Handelsgütern (Warenplättchen) besteht. Natürlich erfolgte der Transport von Waren im Mittelalter sowohl zu Wasser als auch zu Land. Ihr Kaufmannszug steht daher sowohl für die Koggen auf den Meeren, die Flöße und Kähne auf den Flüssen und die Trecks der Fernhändler auf schlecht befestigten Wegen.<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/07/Haendler_Salz.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-901" title="Aufbruch der Händler - Salz" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/07/Haendler_Salz.jpg" alt="Haendler Salz Hintergründe zur Entwicklung von „Aufbruch der Händler“" width="162" height="250" /></a>Der Transport von Waren war im Mittelalter ein risikoreiches Unterfangen. Auf den Meeren waren es Piraten und auf den Landwegen Raubritter und Räuber, die auf fette Beute lauerten. Bei den Baukosten für einen Kaufmannszug steht das Erz daher für die Bewaffnung der Koggen und Kaufmannszüge, während das Holz zum Bau der Transportmittel benötigt wird. Und warum ist Salz die dritte Komponente der Baukosten? Salz war im Mittelalter eines der wichtigsten – wenn nicht sogar das wichtigste – Handelsgut. Somit steht Salz symbolisch für die alltäglichen Waren, die ein Kaufmannszug oder eine Kogge mit sich führte – Waren, ohne die der Bau eines Kaufmannszuges überhaupt keinen Sinn ergeben hätte.<br />
Im Mittelalter gab es in Europa nur wenige befestigte Straßen aus der Römerzeit. In der Regel waren die Handelswege unbefestigte Naturwege, auf denen die von Ochsen gezogenen Karren der Händler mehr schlecht als recht vorankamen. Daher bauen Sie in „Aufbruch der Händler“ keine Straßen sondern erschließen Handelswege, auf denen Ihre Kaufmannszüge zu den Kontoren Ihrer Mitspieler fahren.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/07/Haendler_Baukosten.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-896" title="Aufbruch der Händler - Baukosten" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/07/Haendler_Baukosten.jpg" alt="Haendler Baukosten Hintergründe zur Entwicklung von „Aufbruch der Händler“" width="440" height="145" /></a></p>
<p>Die Erschließung von Handelswegen bzw. die Wahl der besten Handelsroute war sicher kein leichtes Unterfangen. Unterwegs musste der Kaufmannszug Abgaben leisten, damit ihm der jeweilige Territorialherr Geleitreiter zum Schutz vor Räubern zur Seite stellte, Zölle mussten bezahlt werden und Unterkünfte zur Rast mussten vorhanden sein. Auch auf Flussreisen und Reisen auf dem Meer fielen Zölle und Abgaben an. Kaufleute ohne Gespür für die beste Handelsroute waren von vornherein zum Scheitern verurteilt.<br />
Die Abgaben wurden von den Verantwortlichen zum Teil dafür eingesetzt, Handelswege auszubessern, den Schutz vor Wegelagerern zu gewährleisten und im maritimen Bereich Hafenanlagen auszubauen. Für diese Maßnahmen wurden vornehmlich die Rohstoffe Holz und Erz benötigt. Zugunsten eines unkomplizierteren Spiels habe ich als Kosten für die Erschließung eines Handelswegs daher Holz und Erz angesetzt.</p>
<p>Grundsätzlich liegen „Aufbruch der Händler“ ähnliche Regeln wie „Settlers of America“ zugrunde. Das Spielgefühl unterscheidet sich aber deutlich. Dies liegt daran, dass sich die Spieler nicht von Ost nach West, sondern von der Mitte des Spielplans nach allen Seiten ausbreiten. Auch werden die beweglichen Zahlenchips nach anderen Regeln eingesetzt bzw. versetzt.<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/07/Haendler_Kurzspiel.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-900" title="Aufbruch der Händler - Kurzspielplan" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/07/Haendler_Kurzspiel.jpg" alt="Haendler Kurzspiel Hintergründe zur Entwicklung von „Aufbruch der Händler“" width="230" height="153" /></a>Auf der Rückseite des Spielplans gibt es zudem eine Karte für ein Kurzspiel. Auf dieser Karte ist Westeuropa ausgespart, wodurch die westliche Ausbreitungsmöglichkeit entfällt und die Spieldauer in der Regel nur eine Stunde beträgt.<br />
Zum Schluss verrate ich allen, die nicht auf Kunststofffiguren stehen, gerne: Alle Spielfiguren bestehen aus Holz. <img src='http://blog.catan.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt="icon wink Hintergründe zur Entwicklung von „Aufbruch der Händler“" class='wp-smiley' title="Hintergründe zur Entwicklung von „Aufbruch der Händler“" /> </p>
<p><em>Klaus Teuber, Juli 2011</em></p>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8</title>
		<link>http://blog.catan.de/2010/09/kartenspiel-reform-2010-teil-8/</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Sep 2010 17:27:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Teil 8 – Das Themenset „Zeit des Fortschritts“ und das Duell Einleitung Das Themenspiel „Zeit des Fortschritts“ wird mit dem gleichnamigen Themenset und den Basiskarten gespielt, die ich im 5. Teil meiner Blogreihe über die Reform des Kartenspiels vorgestellt habe. In der fiktiven Geschichte Catans spielt das Set im 15. Jahrhundert. Mit der Entdeckung der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="100" height="205" />Teil 8 – Das Themenset „Zeit des Fortschritts“ und das Duell</h3>
<h4>Einleitung</h4>
<p>Das Themenspiel „Zeit des Fortschritts“ wird mit dem gleichnamigen Themenset und den Basiskarten gespielt, die ich im 5. Teil meiner Blogreihe über die Reform des Kartenspiels vorgestellt habe. In der fiktiven Geschichte Catans spielt das Set im 15. Jahrhundert. Mit der Entdeckung der Atlantikinsel durch portugiesische Seefahrer beginnt ein reger kultureller Austausch zwischen Catan und dem europäischen Festland. Im Norden und im Süden der Insel entsteht jeweils eine Universität. Die portugiesischen Seefahrer bringen jedoch nicht nur neue wissenschaftliche Erkenntnisse nach Catan. Sie bringen auch Seuchen.<br />
Aus Zeitgründen erspare ich mir diesmal eine Rahmengeschichte, mit der ich in den vergangenen zwei Blogbeiträgen die Karten der Themensets „Zeit des Goldes“ und „Zeit der Wirren“ vorgestellt habe.</p>
<h4>Die Universität</h4>
<p>Im Mittelpunkt dieses Sets steht die <em><strong>Universität</strong></em>. Sie liegt im offenen Nachziehstapel aus und kann – vorausgesetzt man hat vorher ein Kloster (Basisset) oder eine <em><strong>Bibliothek</strong></em> errichtet – direkt gebaut werden, ohne sie vorher auf die Hand nehmen zu müssen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-831" title="Universität" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Universitaet1.jpg" alt="Universitaet1 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-828" title="Bibliothek" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Bibliothek1.jpg" alt="Bibliothek1 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /></p>
<p>Da die Bibliothek nur 4 Rohstoffe kostet, einen Siegpunkt einbringt und man nach ihrem Bau eine Karte aus einem Nachziehstapel aussuchen darf, ist sie als Bedingungsgebäude für die Universität eine attraktive Alternative zum Kloster.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-829" title="Dreifelderwirtschaft" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Dreifelderwirtschaft1.jpg" alt="Dreifelderwirtschaft1 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-830" title="Flözbau" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Floezbau1.jpg" alt="Floezbau1 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /></p>
<p style="text-align: center;">
<p>Die Universität erlaubt den Einsatz einer Reihe von nützlichen Karten. So bescheren die beiden Aktionskarten <em><strong>Dreifelderwirtschaft</strong></em> dem Spieler willkommene zusätzliche Getreideernten und die beiden Karten <em><strong>Flözbau</strong></em> erhöhen die Erzvorräte.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-809" title="Geschützmeister" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Geschuetzmeister.jpg" alt="Geschuetzmeister Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-804" title="Baukran" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Baukran.jpg" alt="Baukran Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /></p>
<p>Die beiden <em><strong>Geschützmeister</strong></em> bieten sich an, um den Stärkevorteil vom Mitspieler zu übernehmen oder ihn zu sichern.<br />
<img class="alignright size-full wp-image-813" title="Parlament" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Parlament.jpg" alt="Parlament Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" />Eine weitere Errungenschaft der Universität ist der <em><strong>Baukran</strong></em>. Mit seiner Hilfe kostet jeder Stadtausbau, dessen Baukosten 4 Rohstoffe übersteigen, einen beliebigen Rohstoff weniger. Es ist sicher von Vorteil, den Baukran zu besitzen, wenn man das mit 7 Rohstoffen teuerste Gebäude dieses Sets bauen möchte, das <em><strong>Parlament</strong></em>. Aber es lohnt, denn mit den zwei Siegpunkten des Parlaments kann man schnell aufholen oder gar überraschend gewinnen.</p>
<h4>Die Seuchen</h4>
<p>Zum Set gehören 5 Ereigniskarten. Neben den beiden schon aus dem Basisset bekannten Karten Erfindung liegen dem Set drei Karten <em><strong>Seuche</strong></em> bei. Eine Seuche bewirkt, dass jede an eine Stadt angrenzende Landschaft einen Rohstoff verliert. Diese können einen Spieler, der sorglos auf Stadtbau setzt, empfindlich schaden.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-815" title="Seuche" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Seuche.jpg" alt="Seuche Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-803" title="Badhaus" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Badhaus.jpg" alt="Badhaus Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /></p>
<p>Aber es gibt ein Gegenmittel: Das <em><strong>Badhaus</strong></em>. Die Landschaften einer Stadt, in der ein Badhaus gebaut wurde, sind vor Seuchen geschützt. Damit nicht nur eine Stadt vor Seuchen geschützt werden kann, stehen den Spielern 3 Badhäuser zu Verfügung. Sollte das Kind in den Brunnen gefallen sein, sprich die Seuche eine oder mehrere Städte eines Spielers heimgesucht haben, tröstet eine <em><strong>Apotheke</strong></em> ein wenig über den Verlust der Rohstoffe hinweg.  Nach einer Seuche spendet sie ihrem Besitzer einen beliebigen Rohstoff – unabhängig davon, ob dieser von der Seuche betroffen war oder nicht.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-802" title="Apotheke" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Apotheke.jpg" alt="Apotheke Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-812" title="Medicus" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Medicus.jpg" alt="Medicus Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /></p>
<p>Wo ein Badhaus steht, ist auch ein <em><strong>Medicus</strong></em> nicht fern. Und so enthält das Set zwei dieser Aktionskarten. In Verbindung mit dem Badhaus bewirkt der Medicus bei den Siedlern eine Steigerung ihrer Schaffenskraft, was sich als zusätzlicher Rohstoff in den beiden einem Badhaus benachbarten Landschaften niederschlägt.</p>
<h4>Sonstige Karten</h4>
<p>In einem Set, dessen Thema der Fortschritt ist, sollte ein <em><strong>Rathaus</strong></em> nicht fehlen. Es gewährt seinem Besitzer den Vorteil, beim Tauschen einer Handkarte am Ende seines Zuges kostenlos eine Karte aussuchen zu dürfen. Vielleicht fragen Sie sich jetzt, ob das Gemeindehaus dann nicht überflüssig wird. Ja, das wird es. Daher wird das Rathaus auch direkt auf das Gemeindehaus gebaut und verbraucht somit keinen neuen Bauplatz.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-814" title="Rathaus" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Rathaus.jpg" alt="Rathaus Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-810" title="Guido, der Gesandte" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Guido.jpg" alt="Guido Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /></p>
<p>Ein Rathaus ist mitunter auch eine Stätte der Diplomatie. Daher liegt es nahe, dass es als Bedingung für das Spielen der Aktionskarte <em><strong>Guido, der Gesandte</strong></em> dient. Guido ermöglicht es, eine Karte aus dem Ablagestapel zu fischen. Das kann sehr nützlich sein, wenn man sich beispielsweise die Dreifelderwirtschaft erneut zu Nutze machen möchte. Den gleichen Effekt hat auch die Aktionskarte <em><strong>Gustav, der Bibliothekar</strong></em>. Es versteht sich, dass man für das Spielen von Gustav kein Rathaus, sondern eine Bibliothek benötigt. Beide Aktionskarten lassen sich auch bedingungslos spielen, wenn man weniger Siegpunkte als der Mitspieler besitzt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-811" title="Gustav, der Bibliothekar" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Gustav.jpg" alt="Gustav Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-805" title="Benjamin, der fahrende Scholar" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Benjamin.jpg" alt="Benjamin Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /></p>
<p>Bedingungslos lässt sich auch <em><strong>Benjamin, der fahrende Scholar </strong></em>einsetzen. Mit Benjamins Hilfe erhält man in jeder Landschaft, deren Zahl man zu Beginn des Zuges gewürfelt hat, nochmals den Rohstoff dieser Landschaft.</p>
<p>Bei „Zeit des Fortschritts“ geht es friedlicher zwischen den Spielern zu als im Set „Zeit der Wirren“. Die Bedrohung kommt in Form der Seuchen von Außen und man sollte versuchen, sein Fürstentum rechtzeitig mit Badhäusern vor Rohstoffverlusten zu schützen. Die Universität und die an sie geknüpften Karten sind nicht mehr so stark wie im alten Kartenspiel, haben aber immer noch genügend Gewicht, eine Partie entscheiden zu können.</p>
<h4>Das Duell</h4>
<p>Wer alle drei Themenspiele gespielt hat und die Karten gut kennt, findet im Duellmodus eine neue Herausforderung. Im Duell kommen alle Themensets zum Zuge, allerdings in abgespeckter Form. Mancher Leser meiner Blogbeiträge wird sich sicher gefragt haben, was die komischen kleinen Halbmonde auf manchen Karten zu bedeuten haben. Nun, ist eine Karte mit einem Mond gekennzeichnet, dann geht sie beim Duell „schlafen“, wird also aussortiert. Das bedeutet, wir spielen ein Duell zwar mit allen Basiskarten aber nur ungefähr mit der Hälfte der Karten jedes Themensets.<br />
Das hat zur Folge, dass in jedem Set auch die Schlüsselkarten nur einmal vertreten sind: Im Set „Zeit des Goldes“ gibt es nur eine Händlergilde, im Set „Zeit der Wirren“ nur eine Spelunke und im Set „Zeit des Fortschritts“ nur eine Universität. Man muss sich also früh entscheiden, in welche strategische Richtung man spielen möchte oder taktieren und die Richtung ändern, wenn der Mitspieler einem ein Schlüsselgebäude weggeschnappt hat. Hat der Mitspieler beispielsweise die Händlergilde auf der Hand oder gar gebaut, kann man versuchen mit der Spelunke oder der Universität und ihren zugehörigen Karten zu kontern.</p>
<p>Der Duellmodus bietet ein breites strategisches und taktisches Spektrum, dessen Spielreiz durchaus an den des Turniermodus heranreicht. Der Duellmodus hat aber gegenüber dem Turniermodus den großen Vorteil, dass man kein zweites Spiel benötigt, da alle benötigten Karten in der Schachtel des Spiels „Die Fürsten von Catan“ vorhanden sind. Und für alle Spieler, die nicht so gerne eigene Decks zusammenstellen, hat es den Vorteil, dass man ohne lange Vorbereitungszeit sofort losspielen kann und dennoch die Auswahl aus allen Karten hat.</p>
<p>Damit will ich aber nicht sagen, dass der Turniermodus gestorben ist. Er wird mit der ersten Erweiterung, die den Arbeitstitel „Finstere Zeiten“ trägt, zu neuem Leben erwachen.</p>
<p>Das Spiel „Die Fürsten von Catan“ wird voraussichtlich in der gleichen Woche ausgeliefert werden, in der dieser Blogbeitrag veröffentlicht wird. Es war ein langer Weg bis zur Fertigstellung der überarbeiteten Version des alten Kartenspiels, ein Weg den Peter Gustav Bartschat, Dr. Reiner Düren und Sebastian Rapp mit mir gegangen sind. Es war ein spannender Weg mit vielen Testspielen und anregenden, manchmal tiefgründigen und nicht selten auch humorvollen und erheiternden Diskussionen. Es war ein schöner Weg, für den ich mich bei den Dreien ganz herzlich bedanke. Mein besonderer Dank gilt Michael Menzel, der Catan seine wundervollen Illustrationen geschenkt und dem Slogan „Catan wird lebendig“ seine Berechtigung verliehen hat.</p>
<p>In meinem nächsten Blogbeitrag werde ich voraussichtlich Ende dieses Jahres über das erste der drei Themenspiele der ersten Erweiterung berichten, das den Namen „Zeit der Intrigen“ trägt.</p>
<h4>PS:</h4>
<p>Ein Bild von Peter Gustav Bartschat diente dem Illustrator Michael Menzel als Vorlage für die Karte „Gustav, der Bibliothekar“. Peter Gustav Bartschat hat zusammen mit Dr. Reiner Düren die <a href="http://www.catan.de/literatur/encyclopaedia-catanica.html" target="_blank">Encyclopædia Catanica</a> verfasst, zwei lesenswerte Kriminalromane veröffentlicht und ist Autor des Buches <a href="http://www.catan.de/literatur/im-zeichen-des-sechsecks.html" target="_blank">„Im Zeichen des Sechsecks“</a>, das anlässlich des 10- jährigen Jubiläums von „Die Siedler von Catan“ erschien.<br />
Als Vorlage für „Guido, der Gesandte“  und „Benjamin, der fahrende Scholar“ dienten Bilder meiner beiden Söhne Guido und Benjamin.</p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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		<title>Das Ende des catanischen Rittertums</title>
		<link>http://blog.catan.de/2010/08/ende-des-catanischen-rittertums/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 17:17:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Gustav Bartschat</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein investigativer Blick hinter die Kulissen der redaktionellen Vernichtung eines sozialen Standes Eine Kanonen-Geschichte – 1. Teil Im Jahr 1997 hielt ich zum ersten Mal das „Turnier-Set zum Kartenspiel“ in Händen: Jenen würdigen Urahnen des heute von Eingeweihten in höchsten strategischen Gefilden praktizierten Turnier-Kartenspiels. Die Spielbegeisterung, die mich bald darauf packen sollte, noch nicht ahnend, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3 style="text-align: left;"><img class="alignright size-full wp-image-168" title="Peter Gustav Bartschat" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/07/Gustav_100x205.jpg" alt="Gustav 100x205 Das Ende des catanischen Rittertums" width="100" height="205" />Ein investigativer Blick hinter die Kulissen der redaktionellen Vernichtung eines sozialen Standes</h3>
<h4>Eine Kanonen-Geschichte – 1. Teil</h4>
<p>Im Jahr 1997 hielt ich zum ersten Mal das „Turnier-Set zum Kartenspiel“ in Händen: Jenen würdigen Urahnen des heute von Eingeweihten in höchsten strategischen Gefilden praktizierten Turnier-Kartenspiels. Die Spielbegeisterung, die mich bald darauf packen sollte, noch nicht ahnend, schaute ich mir die Karte „Kanone“ an, für die Klaus Teuber getextet hatte: „Wehe, das Ende der Ritter naht!“</p>
<p>„Das fängt ja gut an“, sagte ich zu Babsi, meiner Frau. „Es ist ein populärer Irrtum, dass es eine Beziehung zwischen dem Aufkommen von  Feuerwaffen und dem Untergang des Feudalsystems gegeben hätte. Tatsächlich waren es soziale Veränderungen wie die Kapitalbildung der freien Reichsstädte, durch die die Aufstellung kopfstarker Infanterieheere erst möglich wurde …“</p>
<p>„Reg dich ab.“, sagte Babsi, „Es ist doch nur ein Spiel.“</p>
<p>Sie hatten beide recht, Babsi mit ihrem für mich immer wieder erschreckenden Sinn für Realismus und Klaus Teuber mit seinem prophetischen Kanonen-Text, denn im kommenden September – Anno 2010 – werden sie tot sein, die catanischen Kartenspiel-Ritter, dahingerafft wie ihre ganze unverbindlich-mittelalterliche Kartenspielwelt.</p>
<p>Und wer hat ihr Grab geschaufelt? Vielleicht tatsächlich eine Kanone?</p>
<p>Rollen wir die tragischen Ereignisse, die Karl den Mächtigen, Lothar den Säufer und selbst Johanna die Kriegerin das Leben gekostet haben, einmal Schritt für Schritt auf.</p>
<p><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Kanone-Blog.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-775" title="Kanone" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Kanone-Blog.jpg" alt="Kanone Blog Das Ende des catanischen Rittertums" width="295" height="290" /></a></p>
<h4>Alte Zeiten</h4>
<p>Wann spielt eigentlich das catanische Kartenspiel?</p>
<p>Bisher war es recht unverbindlich irgendwann „früher“ angesiedelt. Vielleicht letzten Dienstag im Mittelalter, in jener hybriden Epoche, die wir von den sommerlichen Mittelalter-Märkten und Ritterspielen kennen, wenn sich Karl der Große und Jeanne d’Arc mit Prinz Eisenherz und Xena am Schnellimbiss-Stand treffen, um ihre Handy-Nummern auszutauschen.</p>
<p>Klaus Teuber schwebte bei der Entwicklung des &#8220;Cataniversums&#8221; ein Parallel-Island (in einem etwas wärmeren Alternativ-Universum gelegen) vor. Rebecca Gablé hat diese Welt, die Anfänge ihrer Besiedlung im 9. Jahrhundert und einige ihrer Bewohner in ihrem 2003 erschienenen Roman &#8220;Die Siedler von Catan&#8221; detailreich geschildert. In den Spielen selbst fand man diese räumliche und zeitliche Einordnung aber lange nicht widergespiegelt.</p>
<p>Erst die Viking-Edition der Spielfiguren von 2008 und die 2010 erschienenen Brettspiel-Neuauflagen brachten zumindest das Brettspiel seinen Wurzeln näher.</p>
<div id="attachment_507" class="wp-caption aligncenter" style="width: 205px"><img class="size-full wp-image-507" title="Die Siedler von Catan - Der Roman" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Catan-Roman_Blog.jpg" alt="Catan Roman Blog Das Ende des catanischen Rittertums" width="195" height="280" /><p class="wp-caption-text">Die Siedler von Catan - Der Roman</p></div>
<h4>Große Pläne</h4>
<p>Nachdem ich im Laufe der Jahre in unregelmäßigen Abständen den einen oder anderen marginalen Gedanken zur Entwicklung des Cataniversums beigetragen hatte, wurde ich 2008 in den sehr kleinen, sehr intensiv arbeitenden Kreis der Kartenspiel-Redaktion berufen.</p>
<p>Das erste Projekt, an dem ich mich in dieser illustren Gruppe bewähren durfte, war die grundsätzliche Überarbeitung des Kartenspiels. Das ist eine Aufgabe, für die zehn Spielentwickler zehn Jahre brauchen würden. Wir waren vier Leute. Wie viel Zeit hatten wir also? Richtig: Zwei Jahre. Irgend wann müsste ich das mal Frau K. unter die Nase reiben, die vor vierzig Jahren versucht hat, mir den Dreisatz näher zu bringen.</p>
<p>Und das sind die drei Kartenspielüberarbeiter, die mich &#8220;mitspielen&#8221; ließen:</p>
<p>Klaus Teuber. Es scheint müßig, ihn den Lesern dieser Seite noch vorstellen zu wollen. Jeder kennt seine Spiele. Aber seine Fülle an originellen Ideen, um Konfliktsituationen im Regelwerk aufzulösen, seine Aufgeschlossenheit gegenüber Vorschlägen von Mitarbeitern, die sich an Erfolg doch gar nicht mit ihm messen können, sein subtiler, niemals verletzender Humor, seine Fähigkeit, ein Team das sich in einer Sackgasse verrannt hat, immer wieder zu motivieren: Das kann man nur in der längeren, engen Zusammenarbeit kennen lernen.</p>
<p>Dr. Reiner Düren: Doktor der Chemie, seit den Anfängen der Internet-Spielerszene als Turnierspieler ebenso erfolgreich wie in der Spielergemeinschaft engagiert, Moderator mehrerer Foren, Mitorganisator in der Catan Online Welt und einer der Gründer sowie derzeit einziger Betreuer der Regel-Datenbank &#8220;Encyclopœdia Catanica&#8221;. Man glaubt den scharfen, unbestechlichen Blick des Chemikers bei der Analyse einer unbekannten Substanz zu erkennen, wenn er aus einer Dutzende von Seiten langen Liste mit Regelkonzepten und Spielkartenentwürfen auf einmal drei, vier Punkte herausgreift und mit ein paar Worten unbestreitbar deutlich macht, dass dort ein Problem lauert, vielleicht weil ein Spieler, der eine bestimmte Aktion als erster ausführt, danach nicht mehr einzuholen wäre.</p>
<p>Sebastian Rapp. Manchmal denke ich, er muss wohl jedes Spiel auf der Welt zumindest einmal gespielt haben. Und sich daran erinnern. Er hielt immer das Ziel unserer gemeinsamen Arbeit im Auge und brachte uns mehr als einmal auf den geraden Weg zurück, wenn wir in überschäumender Begeisterung einen originellen Einfall weiter und weiter spannen. Mit den originellen Einfällen ist das nämlich so eine Sache: Sie mögen denen, die sie entwickelt haben, gut gefallen. Aber der wahre Prüfstein für einen Einfall ist ja nicht, ob er dem Autor gefällt, sondern ob er Neueinsteigern den Zugang zum Spiel attraktiv und erfahrenen Spielern das Spiel langfristig schmackhaft machen kann. Das neue, klar strukturierte Regelwerk der „Fürsten von Catan“ – mit nur einem Minimum von „wenn“, „dann“ und „außer“ – ist daher zu einem großen Teil Sebastians Konsequenz zu verdanken, uns in Erinnerung zu rufen, was wir eigentlich erreichen wollten.</p>
<div id="attachment_778" class="wp-caption aligncenter" style="width: 430px"><img class="size-full wp-image-778 " title="Foto-Collage: Klaus Teuber, Dr. Reiner Düren, Sebastian Rapp" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Collage_Klaus-Red-Sebastian.jpg" alt="Collage Klaus Red Sebastian Das Ende des catanischen Rittertums" width="420" height="200" /><p class="wp-caption-text">Foto-Collage: Klaus Teuber, Dr. Reiner Düren, Sebastian Rapp</p></div>
<h4>Wir fragen die, die sich auskennen</h4>
<p>Als wir vier 2008 anfingen, uns über eine umfassende, grundsätzliche, radikale und ganz und gar noch-nie-dagewesene Revolution des Catan-Kartenspiels die Köpfe zu zerbrechen, da mussten wir als versierte Catan-Kenner zwangsläufig als erstes die Chance ergreifen, das Kartenspiel passend zur catanischen Historie von der isolierten Wikinger-Kultur im Atlantik umzuschreiben.</p>
<p>Pustekuchen!</p>
<p>Nicht mal den Schatten eines Einfalls davon hatten wir am Anfang. Über mehr als das ganze erste Jahr der Zusammenarbeit war es immer noch „letzten Dienstag im Mittelalter“ auf Catan. Wir konzentrierten uns dieweil darauf, aus dem Schritt für Schritt in über 10 Jahren entstandenen Einzelfallkatalog eine in sich stimmige Regel zu bauen.</p>
<p>So seltsam das klingen mag: Nichts war ein größeres Problem für das Kartenspiel als sein eigener Erfolg. Dieser Erfolg begründete eine stetige Nachfrage nach Erweiterungen, Erweiterungen müssen neue Aspekte ins Spiel bringen, neue Aspekte &#8220;beißen&#8221; sich oft mit dem alten Regelwerk: Und so hatte das Kartenspiel im Jahr 2008 – seinem 11. Lebensjahr – bereits zwei umfangreiche Regel-Reformen hinter sich. Schwerpunkt dieser Reformen war gewesen, mit dem vorhandenen Material – ergänzt durch ein paar Aufkleber mit Textkorrekturen – nach geänderten Regeln spielen zu können. Unabsichtlich war das Spiel dadurch in ein fast undurchdringliches Regel-Labyrinth geführt worden: Potenzielle Neueinsteiger fanden kaum noch Zugang zum Spiel, während versierte Spieler insbesondere der anspruchsvollen Turnier-Variante in gerade diesem Labyrinth ihre spielerische Heimat gefunden hatten.</p>
<p>Neueinsteigern wollten wir einen einfachen Zugang zu einem lockeren, unterhaltsamen Spiel bieten, den &#8220;alten catanischen Hasen&#8221; aber die strategische und taktische Tiefe des traditionellen Kartenspiels bewahren.</p>
<p>Es beiden Zielgruppen in jedem Punkt recht zu machen, dürfte nahe an der Unmöglichkeitsgrenze liegen. Wenn ich auch noch nicht ganz sicher bin, auf welcher Seite davon. Um so größer war andererseits die Herauforderung dieser Aufgabe.</p>
<p>Nun sind wir vier ja auch alte catanische Hasen. Eine der größten Gefahren, der eine solche Truppe sich stellen muss, ist, dass sie sich in Betriebsblindheit verliert.</p>
<p>Daher haben wir schon in der Vorbereitungsphase, noch ehe die erste neue Regel formuliert war, immer wieder die Gelegenheit ergriffen – besser sollte ich vielleicht schreiben: &#8220;erzwungen&#8221; – das Kartenspiel mit Leuten zu spielen, die es eigentlich gar nicht spielen möchten: Sei es, weil sie ohnehin nicht gern spielen; sei es, weil sie das Kartenspiel bereits kannten, sich aber im Laufe der Zeit davon abgewandt hatten. Babsi gehört zur zweiten Gruppe. Sie hat jetzt das Auto, ich die Katzen.</p>
<p>Vielleicht waren diese Tests mit Nicht-Kartenspielern das wichtigste, das wir überhaupt während der Entwicklung getan haben. In den Gesprächen mit Spielern, die dem alten Kartenspiel ablehnend gegenüberstanden, verschoben sich bisweilen unsere &#8220;Alte Hasen&#8221;-Perspektiven so gründlich, dass wir manchmal das Gefühl hatten, ein ganz anderes Spiel zu sehen als unser Gegenüber am Tisch.</p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_494" class="wp-caption aligncenter" style="width: 430px"><img class="size-full wp-image-494 " title="Arnd Beenen und Klaus Teuber beim Prototypentest in Bilstein" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/02/Kartenspiel-Reform_Fuersten.jpg" alt="Kartenspiel Reform Fuersten Das Ende des catanischen Rittertums" width="420" height="315" /><p class="wp-caption-text">Arnd Beenen und Klaus Teuber beim Prototypentest in Bilstein</p></div>
<h4>Dunkle Wolken brauen sich über glänzenden Rüstungen zusammen</h4>
<p>Der 20. Juni 2009 war der Tag, an dem der Untergang der catanischen Ritter begann. Aber nicht nur die Ritter blickten ahnungslos in eine kurze und finstere Zukunft, auch ich hatte noch keine Ahnung, als ich als Ergebnis eines Tests mit Babsi notierte: <em>„Unterschiedliche Wertung von Stärke- und Turnierpunkten zu kompliziert. Ritter sollten nur ‚Ritterpunkte‘ haben; intuitiv erkennbare Parallele zu ‚Mühlenpunkten‘.“</em></p>
<p>Ich persönlich fand das ja überhaupt nicht zu kompliziert, und so kommentierte ich das damals auch, als ich eines meiner Memos über die Testspiele schrieb. Sebastian Rapp war es, der mir damals meinen „Tunnelblick“ mit ein paar klaren Worten austrieb und mich erst dazu brachte, mir Babsis Sichtweise einmal zu eigen zu machen und den Gedanken dann weiter zu denken. Danke, Babsi und Sebastian. (Ich bezweifle, dass die Ritter sich meinem Dank anschließen würden, denn hätten wir diesen Gedankengang nicht weiter verfolgt, würden sie vermutlich noch lange leben auf Catan.)</p>
<p>Aber hatte Babsi nicht recht? Ritterkarten hatten damals Fäuste und Helme mit Zahlen als Symbole aufgedruckt. Und wer die meisten Fäuste besaß, der bekam als Belohnung was? Eben: Eine Reiterfigur. Hand aufs Erz: Wer soll so was denn verstehen?</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-782" title="Götz Eisenfaust" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Goetz_Eisenfaust-Blog.jpg" alt="Goetz Eisenfaust Blog Das Ende des catanischen Rittertums" width="295" height="290" align="middle" /><img class="alignnone size-full wp-image-784" title="Rittermacht" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Rittermacht.png" alt="Rittermacht Das Ende des catanischen Rittertums" width="47" height="69" align="middle" /></p>
<h4>Schwerter zu Äxten schmieden</h4>
<p>Etwa zur selben Zeit hatte Klaus Teuber das Konzept entwickelt, die einzelnen Themen-Sets nicht mehr „Ritter &amp; Händler“, „Zauberer &amp; Drachen“, „Currywurst &amp; Pommes“ und so weiter zu nennen. Statt dessen bekamen die Sets Titel wie „Zeit der Wirren&#8221;, die sie in eine chronologische Reihenfolge brachten.</p>
<p>Eine Idee, für die ich mich schnell begeistern konnte. Für mich als gelegentlichen Autor von historischen Romanen war es verlockend, an Titel und Themen der einzelnen Karten vor einem konkreten zeitlichen Bezug herumzubasteln, um den wir uns bis dahin wenig gekümmert hatten.</p>
<p>Und so rückte der Tod der catanischen Ritter langsam näher:</p>
<p>Wenn wir schon eine chronologische Reihenfolge der Sets haben, dann muss das Basisspiel am Anfang stehen. Wann soll das spielen?</p>
<p>Jetzt, im Rückblick, hat man den Eindruck, dass in leuchtenden Großbuchstaben am Himmel über unseren Köpfen hätte geschrieben stehen müssen: NATÜRLICH IM 9. JAHRHUNDERT AUF DEM NEU ENTDECKTEN CATAN, IHR BLINDFISCHE!</p>
<p>Tatsächlich aber wurschtelten wir weitere Wochen mit den verschiedensten Ideen herum, bis sich auf einmal – wie bei einem Puzzle, bei dem man bemerkt, dass die Katze ein wichtiges Teil in ihre Schlafecke verschleppt hat – alle offenen Enden der thematischen Einbettung zu einem kompletten historischen Konzept zusammenschlossen: Das Basis-Spiel entspricht der catanischen Frühgeschichte und den Errungenschaften, die von dort als Tradition in alle anderen Epochen fortdauern. Das Basis-Spiel ist erweiterungsfähig durch einzelne Themen-Sets, die zusammen mit dem Basisspiel jeweils eine Epoche der catanischen Geschichte nachspielen lassen.</p>
<p>Ist eine Idee erst einmal zu einem schlüssigen Konzept ausformuliert, erscheint sie oft so selbstverständlich, dass man nicht mehr verstehen kann, wo dabei eigentlich die Arbeit gewesen sein soll. Aber bis man einmal soweit ist, muss man oft 69 „gute Ideen“ beerdigen, weil sie alle bei näherer Betrachtung einen Pferdefuß haben, bis die 70. plötzlich funktioniert.</p>
<p>Die Ritter starben uns dabei unter den Händen: Auf einer Inselgruppe mit einer isolationistischen kulturellen Grundhaltung würde sich schwerlich dieselbe Form einer Feudalgesellschaft entwickeln, wie zur selben Zeit auf dem europäischen Kontinent. Zudem konnten wir, wenn wir uns schon das Ambiente von Rebecca Gablés Catan-Roman orientierten, keine Ritter mehr gebrauchen: Die dort zum Leben erweckten Handwerker, Händler und Seeleute sind zwar erfahrene Raufbolde – oder werden zumindest im Lauf der Handlung dazu – aber eben keine Ritter.</p>
<p>So kamen wir schließlich in Anlehnung an die alten nordischen Sagas zum Konzept unserer Helden. Die haben allerdings nicht einfach „Heldenpunkte&#8221;, wie man durch unsere Verfolgung von Babsis auslösendem Vorschlag mit den „Ritterpunkten“ hätte denken können. Wir behielten nach ausführlicher Erwägung der Alternativen und deren Konsequenzen schließlich die ursprüngliche Zweiteilung bei, wenn auch mit anderen Schwerpunkten: Die alten „Stärkepunkte“ und „Turnierpunkte“ eines Ritters müssten thematisch eigentlich dasselbe beschreiben, denn im Turnier werden hauptsächlich Kampftechniken erprobt.</p>
<p>Stärke wird jetzt durch ein Axt-Symbol dargestellt, und wer die stärksten Helden hat, der bekommt jetzt auch einen Stein mit einer Axt, und nicht mehr wie früher irgendetwas ganz anderes. (Ein Gipsmodell vom Eyjafjallajökull zum Beispiel.)</p>
<p>Wir haben der Stärke – also dem Gewaltpotenzial eines Helden – jetzt sein Geschick gegenübergestellt. Das Geschick symbolisiert in absichtlich doppeldeutiger Wortwahl das Schicksal eines Helden, aber zugleich auch sein Geschick in Verhandlungen und sozialen Wegen der Problemlösung. Kein Wunder, wird der Kenner des Catan-Romans sich sagen, dass die Werte von Candamir und Austin da so unterschiedlich ausfallen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-790" title="Ritterentwicklung" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Ritterentwicklung.jpg" alt="Ritterentwicklung Das Ende des catanischen Rittertums" width="420" height="140" /></p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_797" class="wp-caption aligncenter" style="width: 180px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Osmund-Staerke_Geschick.jpg"><img class="size-full wp-image-797" title="Osmund - Stärke und Geschick" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Osmund-Staerke_Geschick.jpg" alt="Osmund Staerke Geschick Das Ende des catanischen Rittertums" width="170" height="66" /></a><p class="wp-caption-text">Osmund - Stärke und Geschick</p></div>
<hr />
<h4>Eine Kanonen-Geschichte – 2. Teil</h4>
<p>Das war die Geschichte vom Untergang des catanischen Rittertums. Klaus Teuber hatte ihn schon 1997 vorausgesehen, als er auf seine Kanonenkarte schrieb: „Wehe, das Ende der Ritter naht!“.</p>
<p>Doch was wurde aus der Kanone selbst?</p>
<p>Wie Sie im nächsten Blog-Beitrag von Klaus Teuber über das Themen-Set „Zeit des Fortschritts“ erfahren werden, hat auch sie inzwischen ihren Meister gefunden.</p>
<p><em>Peter Gustav Bartschat</em></p>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 12:11:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Teil 6 – Zeit des Goldes Einleitung Das Themenspiel „Zeit des Goldes“ wird mit dem gleichnamigen Themenset und den Basiskarten gespielt, die ich in meinem letzten Blog vorgestellt habe. In der fiktiven Geschichte Catans ist das Set im 11. Jahrhundert angesiedelt und folgt somit zeitlich auf das Set „Zeit der Wirren“. Das Set intensiviert den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="100" height="205" /></a>Teil 6 – Zeit des Goldes</h3>
<h4>Einleitung</h4>
<p>Das Themenspiel „Zeit des Goldes“ wird mit dem gleichnamigen Themenset und den Basiskarten gespielt, die ich in meinem letzten Blog vorgestellt habe. In der fiktiven Geschichte Catans ist das Set im 11. Jahrhundert angesiedelt und folgt somit zeitlich auf das Set „Zeit der Wirren“. Das Set intensiviert den Kampf um den Handelsvorteil und der Rohstoff Gold erhält unter anderem durch eine weitere Zollbrücke, die Münzstätte und das Goldversteck eine größere Bedeutung. Wer sein Handelsimperium mit Handelsflotten aufbaut, muss sich vor Kaperschiffen in Acht nehmen. Die Vorstellung der neuen Karten des Sets werde ich diesmal mit einer kleinen Geschichte begleiten.</p>
<h4>Von einem, der auszog, das Goldversteck zu finden</h4>
<p>Es war ein schwülwarmer Sommerabend. Entspannt saßen meine Frau und ich auf unserer Terrasse und spielten das Kartenspiel „Die Fürsten von Catan“. Beide hatten wir mit unseren Karten bereits ein stattliches Fürstentum ausgelegt. Wir waren sozusagen der Fürst und die Fürstin unserer Reiche.<br />
In meinem letzten Zug hatte ich ein Kaperschiff gespielt und damit eine Handelsflotte meiner Frau auf den Grund des Meeres befördert. Damit waren der Handelsvorteil und der damit verbundene Siegpunkt mein.<br />
Wie es einer Fürstin ansteht, bewahrte meine Frau die Contenance und spielte in ihrem Zug triumphierend den Helden Candamir, der ein bisschen stärker war als der bei mir ausliegende Held Osmund und ihr den Stärkevorteil einbrachte.<br />
Überhaupt hatte ich mir von Osmund mehr erwartet. Wo blieb das Ereignis „Geschenk für den Fürsten“, das mir dringend benötigtes Gold von Osmund einbringen würde?<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Gudrun-der-Schrecken-der-Meere-.jpg"><img class="alignright  size-full wp-image-654" title="Gudrun, der Schrecken der Meere " src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Gudrun-der-Schrecken-der-Meere-.jpg" alt="Gudrun der Schrecken der Meere  Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Das Telefon klingelte. Meine Frau legte schnell noch das Goldversteck an eine ihrer Landschaften an und eilte ins Wohnzimmer. „Bringst du dem Fürsten ein kühles Bier mit, wenn du zurückkommst?“, rief ich ihr nach.</p>
<p><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Reiner-der-Herold.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-663" title="Reiner, der Herold" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Reiner-der-Herold.jpg" alt="Reiner der Herold Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Ich gähnte und schaute auf meine Kartenhand. Dort bildeten die Karten <strong>„Gudrun, der Schrecken der Meere“</strong> und <strong>„Reiner der Herold“</strong> ein hübsches Paar. Besonders die Gudrun-Karte faszinierte mich. Weniger wegen der verwegen aussehenden, attraktiven Piratin, die herrisch am Bug ihres Schiffes thronte sondern mehr wegen des frischen Nass, das ihr Schiff mühelos zerteilte. Wie schön wäre es jetzt, der Schwüle des Abends zu entfliehen, in die sanften Wellen einzutauchen und ein kühles Bad zu nehmen, sann ich und verlor mich immer mehr in den Tiefen der Karte. Ich wurde schläfrig und ich glitt hinein, tiefer und tiefer …</p>
<p>Prustend kam ich an die Oberfläche einer frischen, lebhaften See, genau neben dem Schiff von Gudrun, die leibhaftig geworden war und mich mit einem frostigen Blick musterte.<br />
„Zieht ihn rauf, Jungs! Noch ein Schiffbrüchiger, der sich einen Platz auf unseren Ruderbänken wünscht.“<br />
Eigentlich hätte ich lieber noch etwas länger das erfrischende Bad genossen, aber kräftige Männerarme, die mich an Bord zogen, nahmen darauf keine Rücksicht.<br />
Breitbeinig baute sich Gudrun vor mir auf. „Was machst du hier, Glatzkopf?“<br />
Etwas verunsichert über die respektlose Anrede stotterte ich: „Ich wollte dich gerade, ähh, spielen …“<br />
Ihr Blick wurde noch eine Spur frostiger. „Weißt du nicht, dass alle, die je mit mir spielen wollten, als Fraß für die Haie endeten? Werft ihn wieder über Bord, Jungs!“<br />
Ich hatte keine Lust, dass dieser offensichtliche Traum sich zu einem blutigen Alptraum auswuchs und so rief ich hastig: „Halt! Ich bin dein Fürst!“<br />
Gudrun starrte mich ungläubig an und dann lachte sie lauthals. „Du willst mein Fürst sein? Den hat zwar noch keiner gesehen, aber du schaust gewiss nicht wie ein Fürst aus. Jetzt werft ihn endlich über Bord, Jungs!“<br />
„Neeeiiin! Ich weiß wo das Goldversteck der Fürstin ist.“ Ein besseres Argument war mir auf die Schnelle nicht eingefallen.<br />
Aber es wirkte. Gier stahl sich in Gudruns Augen und sie musterte mich mit erwachtem Interesse. „Nun gut. Wenn dich die Haie fressen, habe ich letztlich nichts davon. Ich gebe dir zwei Tage. Aber glaube nur nicht, du kannst mich hinters Licht führen. Mein treuer Gefährte Reiner wird dich begleiten. Zeig’ ihm, wo das Goldversteck ist und du kannst deiner Wege gehen. Andernfalls …“<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Kaperschiff.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-660" title="Kaperschiff" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Kaperschiff.jpg" alt="Kaperschiff Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Reiner, ein schwarz gelockter, wohlgestalteter junger Mann tauchte neben Gudrun auf. Er schaute sie entzückt an und spielte dann, deutlich weniger entzückt in meine Richtung blickend, demonstrativ mit seinem Messer. Ich hatte verstanden.</p>
<p><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Hafen.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-657" title="Hafen" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Hafen.jpg" alt="Hafen Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Ein <strong>Kaperschiff</strong>, das unterwegs schnell noch ein Handelsschiff kaperte,  brachte Reiner und mich zum <strong>Hafen</strong> der Fürstin. Der Hafen wirkte traurig und verlassen. Kein Wunder, schließlich hatten meine Kaperschiffe mittlerweile die gesamte Handelsflotte der Fürstin versenkt. Seitdem zog die Gute jedes Mal den Kürzeren, wenn die Handelsschiffe auf Wettfahrt gingen.<br />
Reiner strich sich mürrisch eine seiner schwarzen, schweren Locken zurück: „Also, wo geht’s lang?“ Scheinbar hob es nicht gerade seine Laune, längere Zeit von seiner angebeteten Piratenbraut getrennt zu sein.<br />
Ich hatte schon unterwegs fieberhaft überlegt, wo die Fürstin bzw. meine Frau die Karte Goldversteck ausgelegt hatte, bevor sie dem Ruf des Telefons gefolgt war. An ihr Gebirge? Oder an ihr Weideland? Es wollte mir einfach nicht mehr einfallen. Also gestand ich tapfer: „Ich weiß es nicht mehr genau, aber wir könnten uns ja erkundigen, oder?“<br />
Reiner starrte mich missvergnügt an: „Ich wusste gleich, dass du Gudrun einen Bären aufgebunden hast, um deine Haut zu retten.“ Er zückte sein Messer.<br />
In diesem Moment pfiff etwas durch die Luft und landete mit einem dumpfen Schlag direkt vor meinen Füßen. <a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Geschenk-fuer-den-Fuersten.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-652" title="Geschenk für den Fürsten" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Geschenk-fuer-den-Fuersten.jpg" alt="Geschenk fuer den Fuersten Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Reiner stand mit offenem Mund da und glotzte zuerst in den Himmel und dann auf den Hühnerei großen Goldklumpen, der mich um Haaresbreite verfehlt hatte. Ich hob ihn auf und las die Karte, die an dem Klumpen befestigt war. <strong>„Geschenk für den Fürsten“</strong>, stand da: „Mit besten Grüßen von eurem getreuen Osmund“.<br />
Ha, endlich war das lang ersehnte Ereignis eingetroffen. Wortlos überreichte ich Reiner die Karte. Der fiel wie vom Blitz getroffen auf die Knie und stotterte mit gesenktem Haupt „Mein Fürst, ich bitte euch um Vergebung.“<br />
„Steh’ wieder auf!“, befahl ich ihm mit neu gewonnener fürstlicher Autorität.<br />
Er erhob sich und sah mich verzweifelt an: „Bitte seid mir gnädig, mein Fürst. Wenn ich Gudrun nicht berichte, wo sich das Goldversteck befindet, wird sie mich nie mehr in ihre Nähe lassen. Könnten wir nicht so tun, als wäre nichts geschehen und trotzdem nach dem Versteck suchen?“<br />
Eigentlich gefiel mir die Idee, mich noch ein bisschen auf Catan herumzutreiben und mir die Gebäude und die Siedler, die ich nur von Karten her kannte, näher anzuschauen.<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Handelsmeister.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-658" title="Handelsmeister" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Handelsmeister.jpg" alt="Handelsmeister Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Ich klopfte ihm kameradschaftlich auf die Schulter: „Klar das machen wir. Fragen wir uns einfach durch.“<br />
Reiner sackte dankbar noch einmal auf seine Knie und strahlte mich an: „Dann befragen wir doch am besten gleich den Pfeffersack an der Ecke!“<br />
Der Pfeffersack entpuppte sich als <strong>Handelsmeister</strong>, der feine, ausgesuchte Waren anbot.<br />
„Seid gegrüßt, Meister“, begann ich das Gespräch. „Wisst Ihr einen Weg zum Goldversteck der Fürstin?“<br />
„Sehe ich so aus, als würde ich das bestgehütete Geheimnis meiner Fürstin verraten?“<br />
„Offen gestanden ja“, mischte sich Reiner in die Unterhaltung ein. „Ihr seht so aus, als sei es nur eine Sache des Preises.“<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Stapelhaus.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-665" title="Stapelhaus" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Stapelhaus.jpg" alt="Stapelhaus Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>„Stimmt, mein junger Freund. Wäre ich gar zu ehrenhaft, dann wäre ich wohl nicht Handelsmeister. Also, wenn ihr mir 5 Säcke Salz bringt, werde ich euch einen Tipp geben.“<br />
„Wo sollen wir denn 5 Säcke Salz herbekommen?“, warf ich ein.<br />
„Na von wo schon? Vom Salzspeicher natürlich.“</p>
<p>Auf dem Weg zum Salzspeicher kamen wir am <strong>Stapelhaus</strong> vorbei. Eifrig waren Knechte damit beschäftigt, Säcke von einem Händlerkarren abzuladen und in das Gebäude zu schleppen. <a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Haendler.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-655" title="Händler" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Haendler.jpg" alt="Haendler Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Mit finsterem Gesicht stand der <strong>Händler</strong> neben seinem Wagen und schleuderte uns unfreundlich entgegen: „Na, wollt ihr euch etwa auch an der Not eines armen Händlers bereichern?“.<br />
Wie alle Händler, die in der Stadt rasteten, war er gezwungen, seine Waren im Stapelhaus den Bürgern zu einem ermäßigten Preis anzubieten. Erst nach einem Tag durfte er dann mit einem meist stark reduzierten Sortiment weiterreisen.<br />
„Wenn ihr ein paar Säcke Salz übrig hättet?“, fragte Reiner hoffnungsvoll.<br />
„Pah, die 10 Säcke, die ich besaß, hat sich gerade der Knecht des Salzspeichers unter den Nagel gerissen. Für 2 Goldstücke pro Sack. Stellt euch das vor! Normalerweise bekomme ich 4 Goldstücke dafür.“</p>
<p><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Salzspeicher.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-664" title="Salzspeicher" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Salzspeicher.jpg" alt="Salzspeicher Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Der Salzknecht hatte seinen Stand direkt vor dem <strong>Salzspeicher</strong> aufgebaut. „Wollt ihr Salz kaufen, meine Herren? Suuupergünstig heute! Nur 10 Goldmünzen pro Sack.“<br />
„Das ist Wucher!“, schimpfte Reiner. „Dem Händler hast du jeden Sack für nur 2 Goldstücke abgeluchst.“<br />
„Befehl der Fürstin!“, verteidigte sich der Knecht. „Ihre beiden Handelsschiffe machen mit dem Salz zusätzliche Profite. Dann können wir es doch hier wohl kaum verschenken, oder?“<br />
„Aber die beiden Schiffe wurden gekapert“, warf ich ein.<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Handelsstuetzpunkt.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-659" title="Handelsstützpunkt" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Handelsstuetzpunkt.jpg" alt="Handelsstuetzpunkt Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>„Umso schlimmer, dann kostet der Sack ab jetzt 30 Goldmünzen.“<br />
Meinem Gefährten stieg die Zornesröte ins Gesicht und er fingerte an seinem Messergriff.<br />
„Lass gut sein“, raunte ich dem aufgebrachten Reiner zu. „Ich habe da eine Idee. Lass uns dem <strong>Handelsstützpunkt</strong> einen Besuch abstatten.“<br />
Das Untergeschoss des Handelsstützpunktes war aus solidem Stein erbaut. Wir klopften an eine schwere Tür, die aussah, als sei sie ursprünglich vergessen und nachträglich notdürftig in die unsauber herausgehauene Bresche eingesetzt worden. Es öffnete uns ein Mann, der wie ein Zwillingsbruder unseres Handelsmeisters aussah und es wahrscheinlich auch war. Er beäugte uns misstrauisch.<br />
Ich schob vorsorglich schon mal meinen Fuß zwischen die Tür. „Meister, wir möchten euch ein Geschäft vorschlagen. Wie ihr wisst, ist Salz ein knappes Gut und pro Sack kostet das weiße Gold mittlerweile 30 Goldstücke.“ Ich senkte meine Stimme und tat so, als würde ich mich nach unliebsamen Zeugen unseres Gesprächs umsehen. „Man munkelt, dass der Preis aufgrund der gekaperten Handelsschiffe wohl bald bei 50 Goldmünzen liegen wird. Was sagt ihr, wenn ich euch 5 Säcke zu je 29 Goldmünzen pro Sack anböte?“<br />
Der Zwillingsbruder des Handelsmeisters hatte Witterung aufgenommen und machte seinem Bruder bei dem anschließenden Gefeilsche alle Ehre. Schließlich einigten wir uns auf  125 Goldmünzen, also 25 Münzen pro Sack. Mit einem Handelsvertrag besiegelten wir unser Geschäft.<br />
Nachdem wir den Handelsstützpunkt verlassen hatten, nahm mich Reiner zur Seite: „Aber Herr, wir haben doch überhaupt kein Salz zu verkaufen.“<br />
„Schon’ mal was von Leerverkauf gehört? Nein, kannst du ja gar nicht. Warts einfach ab, Reiner. Wir haben das Salz so gut wie in der Tasche.“</p>
<p><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Geldverleiher.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-651" title="Geldverleiher" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Geldverleiher.jpg" alt="Geldverleiher Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Unsere nächste Station war der <strong>Geldverleiher</strong>. Er wohnte in einem kleinen, unscheinbaren Haus, das sich Schutz suchend an die Stadtmauer schmiegte. Wir schlossen uns der Schlange wartender Bürger an. Als wir schließlich an der Reihe waren und das Innere des Hauses betraten, empfingen uns zwei schwer bewaffnete Wächter. Sie führten uns in das Empfangszimmer des Geldverleihers. Eigentlich war es eher eine ärmliche Kammer, was mich zur Frage verleitete, warum ein Geldverleiher, der ja offenbar über reichliche Mittel verfügte, so bescheiden hauste.<br />
Der Geldverleiher lächelte nachsichtig: „Mehr Schein als Sein. Das schützt mich vor Diebesgesindel. Was wünscht Ihr, Herrschaften?“<br />
„Ich möchte dir ein Geschäft vorschlagen, Geldverleiher. Du überlässt uns 100 Goldmünzen und bis zur Abenddämmerung bekommst du 125 Goldmünzen zurück.“<br />
„Welche Sicherheiten könnt ihr mir bieten?“<br />
Reiner nestelte schon wieder an seinem Messer herum. Diesmal schien er aber zu überlegen, ob sein wertvollster Besitz wohl als Sicherheit geeignet sei.<br />
„Wenn wir Sicherheiten hätten, stünden wir nicht hier. Aber ich habe ein todsicheres Geschäftsmodell.“ Ich beugte mich zu ihm herab und flüsterte ihm meinen Plan ins Ohr.<br />
Der Geldverleiher grinste: „Darauf muss erstmal einer kommen. Abgemacht! Hier nehmt eure 100 Goldmünzen.“<br />
„Und jetzt?“, fragte mich Reiner verständnislos.<br />
„Du bist doch ein Herold?“<br />
„Ja.“<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Muenzstaette.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-661" title="Münzstätte" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Muenzstaette.jpg" alt="Muenzstaette Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>„Gut, dann tust du jetzt deine Pflicht. Du läufst durch die Gassen und verkündest, dass die Fürstin zwei neue Handelsschiffe vom Stapel gelassen hat. Auf Grund dieses großartigen Ereignisses veranstaltet sie für alle Bürger ein Fest. Ich werde in der Zwischenzeit die <strong>Münzstätte</strong> aufsuchen und dort meinen Goldklumpen in Münzen umtauschen. Wir treffen uns dann wieder vor dem Salzspeicher.“<br />
„Aber das ist doch gelogen. Was ist wenn die Fürstin davon Wind bekommt?“<br />
„Das wird sie nicht. Sie ist gerade telefon …, ach, lassen wir das. Glaub’ mir, bis irgendjemand merkt, dass wir ein Gerücht verbreitet haben, ist unser Geschäft längst unter Dach und Fach.“</p>
<p>Als wir uns am Salzspeicher wieder trafen, hatte ich meinen Goldklumpen gegen 11 Goldmünzen eingetauscht und Reiner hatte sich mit sichtlichem Erfolg den Hals heiser geschrieen: Von überall her strömten die Menschen in Richtung Festplatz. Auch unser Salzknecht wollte gerade seinen Stand schließen.<br />
„Halt, mein Lieber! Wir möchten noch euer Salz kaufen. 10 Säcke für genau 100 Goldmünzen. Da die Fürstin zwei neue Schiffe vom Stapel gelassen hat, steht der Preis pro Sack wohl wieder bei 10 Goldmünzen.“<br />
Der Salzknecht öffnete den Mund und wollte offenbar zu einer Widerrede ansetzen.<br />
„Außerdem“, fuhr ich fort, „bekommst du eine Provision von 10 Goldmünzen.“<br />
„Dann kannst du beim Fest mal so richtig zulangen“, grinste Reiner kameradschaftlich.<br />
Das schien den Salzknecht schließlich zu überzeugen. Er schloss den Mund wieder, nahm die Goldmünzen und übergab uns 10 Säcke Salz.<br />
Fünf Säcke Salz lieferten wir beim Handelsstützpunkt ab und kassierten dafür wie vereinbart 125 Goldmünzen. Die 125 Goldmünzen brachten wir dem Geldverleiher, der sich über das einträgliche Geschäft die Hände rieb. Fünf Säcke Salz und 1 Goldmünze waren uns noch geblieben. Wir machten uns auf den Weg zum Handelsmeister.</p>
<p>„Hier sind eure 5 Säcke Salz, Meister. Damit haben wir unseren Teil der Vereinbarung erfüllt.“<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Haendlergilde.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-656" title="Händlergilde" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Haendlergilde.jpg" alt="Haendlergilde Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Der Handelsmeister nahm sein Salz in Empfang und flüsterte mir seinen Tipp ins Ohr. Anschließend gab er mir noch ein Empfehlungsschreiben. Ich bedankte mich und schüttelte ihm die Hand. Unser Ziel war nun die <strong>Händlergilde</strong>.<br />
Reiner schritt nachdenklich neben mir her. „War das nicht Betrug, mein Fürst?“<br />
„Wieso? Der kleine Händler hat zumindest keinen Verlust erlitten. Alle anderen haben gut verdient: Der Salzknecht hat einen Profit von 8 Gold pro Sack erwirtschaftet und obendrein ein ordentliches Schmiergeld bekommen, der Geldverleiher hat 25 % Zinsen einkassiert und der Handelsmeister und sein Zwillingsbruder haben die nächste Zeit das Salzmonopol und werden ihre Säcke bestimmt mit hohem Gewinn verkaufen.“<br />
„Dann haben wir niemanden geschädigt?“<br />
„Doch, wenn ich es recht bedenke, schon. Der Bäcker wird unter dem Salzpreis stöhnen und sein Brot künftig teurer verkaufen müssen. Und die Preise für eingelegte Heringe und gepökeltes Fleisch werden sicher auch mächtig steigen.“<br />
„Dann sind wieder die einfachen Leute die Verlierer.“, folgerte Reiner.<br />
„Das stimmt wohl.“, antwortete ich nachdenklich und war froh, dass ich wohl nur träumte und ich mich nach dem Aufwachen nicht mit Gewissensbissen herumschlagen musste.</p>
<p>Vor der Händlergilde stand ein Kaufmannszug. Wir gaben dem Zugführer das Empfehlungsschreiben des Handelsmeisters und durften auf einem der Wagen mitfahren. <a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Raubzug.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-662" title="Raubzug" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Raubzug.jpg" alt="Raubzug Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Der Kaufmannszug würde direkt zum Goldversteck reisen, um dort das Gold abzuholen, mit dem die Fürstin Holz und Wolle für ein neues Handelsschiff zu bezahlen gedachte.<br />
Unterwegs fielen mir die üppigen Getreidefelder der Fürstin auf. Meine waren derzeit leider verdorrt. Sicher wäre es nicht verkehrt, meine Helden demnächst auf einen <strong>Raubzug</strong> zu schicken.<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Goldversteck_neu.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-686" title="Goldversteck" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Goldversteck_neu.jpg" alt="Goldversteck neu Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Der Kaufmannszug war am <strong>Goldversteck</strong> der Fürstin angekommen. Da ich mich nun bald von Reiner trennen würde, gab ich ihm das letzte mir verbliebene Goldstück. „Kauf deiner Gudrun was Schönes davon.“<br />
„Danke, mein Fürst. Das ist sehr großzügig von euch.“ Reiner seufzte: „Manchmal habe ich das Gefühl, wir sind alle Karten eines großen Spiels. Wir werden gemischt, landen in irgendwelchen Stapeln und haben keinen Einfluss darauf, was man mit uns anstellt. Ich wünschte nur, ich würde öfter zusammen mit Gudrun in einen Stapel kommen.“ Er schmunzelte: „Am besten ganz dicht beisammen.“<br />
„Das kann ich arrangieren“, lachte ich. „Schließlich bin ich euer Fürst“.</p>
<p>„Hallo mein Fürst, aufwachen! Hier ist dein Bier.“ Ich fuhr aus meinem Traum auf, rieb mir die Augen und sah meine Frau dankbar an. Dann nahm ich einen kräftigen Schluck aus der Pulle. Den hatte ich mir verdient.</p>
<h4>Anmerkungen zum Themenset</h4>
<p>Generell gelten für alle Themenspiele die folgenden Regelzusätze:<br />
In der Mitte zwischen den Spielern liegen neben den Zentralkarten 5 verdeckte Ausbaustapel: Drei bestehen aus den Basiskarten und zwei aus den Karten des Themensets. Zusätzlich gibt es einen offenen Kartenstapel mit Karten, die wie die Zentralkarten direkt gebaut, also nicht vorher auf die Hand genommen werden müssen. Im Themenspiel „Zeit des Goldes“ bilden die beiden Händlergilden den offenen Ausbaustapel. Es gewinnt der Spieler, der am Ende seines Zuges 12 Siegpunkte erreicht hat.</p>
<p>Für die Themenspiele wie auch für das Duell der Fürsten und das Turnierspiel entfällt die „7er Regel“. Aktionskarten können immer gespielt werden, sofern eventuelle Bedingungen erfüllt sind.<br />
Voraussichtlich Mitte Juli werde ich aus der Zeit der Wirren berichten.</p>
<p>PS: Ein Bild, das Dr. Reiner Düren in seiner Jugend zeigt, diente dem Illustrator Michael Menzel als Vorlage für die Karte „Reiner, der Herold“. Dr. Reiner Düren hat zusammen mit Peter Gustav Bartschat die <a href="http://www.catan.de/literatur/encyclopaedia-catanica.html" target="_blank">Encyclopædia Catanica</a> verfasst. Beide haben die Entwicklung des Kartenspiels in den letzten Jahren mit Rat und Tat begleitet und arbeiten redaktionell an der Neuentwicklung des Catan- Kartenspiels mit.</p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5</title>
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		<pubDate>Tue, 18 May 2010 11:15:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Teil 5 – Das Einführungsspiel In den Kommentaren zu meinen letzten Blogs und in diversen Foren wurde mehrfach die Befürchtung geäußert, dem überarbeiteten Kartenspiel würde zu Gunsten einer einfacheren Spielbarkeit und größerer „Massentauglichkeit“ die Spieltiefe genommen. Ich kann alle beruhigen, die um die Komplexität der neuen Version bangen. Die Turnierversion wird es weiterhin geben und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="100" height="205" />Teil 5 – Das Einführungsspiel</h3>
<p>In den Kommentaren zu meinen letzten Blogs und in diversen Foren wurde mehrfach die Befürchtung geäußert, dem überarbeiteten Kartenspiel würde zu Gunsten einer einfacheren Spielbarkeit und größerer „Massentauglichkeit“ die Spieltiefe genommen.<br />
Ich kann alle beruhigen, die um die Komplexität der neuen Version bangen. Die Turnierversion wird es weiterhin geben und damit auch die Möglichkeit, aus einer Vielfalt von Karten sein eigenes Deck zusammen zu stellen.</p>
<p>Vielleicht hatte ich es in meinen vorangegangenen Blogs nicht deutlich genug formuliert: Die Vereinfachung besteht hauptsächlich darin, dass das Erlernen der Regel erleichtert wird. Ein wichtiger Baustein im neuen Regelwerk ist daher das „Einführungsspiel“. Es dauert nur 20 bis 30 Minuten und macht mit den Grundregeln des Spiels vertraut. Es ersetzt nicht das alte Grundspiel. Zwar ist auch schon die Einführung ein spannender Wettlauf um 7 Siegpunkte aber die vielfältigen Möglichkeiten des Kartenspiels werden hier noch nicht ausgeschöpft.</p>
<p>So sollten die Spieler nach 2 oder 3 Einführungsspielen bereit für die drei ebenfalls im Spiel enthaltenen Themensets mit ihren zusätzlichen Regeln sein.</p>
<p>Ein Themenspiel wird mit den Karten des Einführungsspiels und mit den Karten eines Themensets bestritten. Betreffend der Komplexität und der Spieltiefe entspricht ein Themenspiel dem alten Basisspiel. Aber jedes der drei Themenspiele ist deutlich themenbezogener und hat auch eine kürzere Spieldauer.</p>
<p>Aber mehr dazu in meinen nachfolgenden Blogs. Heute möchte ich Ihnen, lieber Leser, das Einführungsspiel vorstellen. Es trägt den Titel „Die ersten Cataner“ und man sieht es den Kartenmotiven an, dass es die ersten Cataner wohl noch nicht so weit gebracht haben.</p>
<p>Wie im alten Basisspiel liegen die Stapel mit den Zentralkarten Siedlung, Straße, Stadt, Landschaft und den Ereigniskarten zwischen den Spielern aus. Dazu kommen 3 Stapel mit je 12 Ausbaukarten. Die Illustration der neuen Zentralkarten hatte ich schon in meinem letzten Blogbeitrag im Abschnitt „Der catanische Nebel“ vorgestellt. Und hier nun die neuen Karten sowie die Regeländerungen, die für das Einführungsspiel aber auch für die Themenspiele gelten:</p>
<h4>Die Landschaften</h4>
<p>Auf den Landschaften haben wir die Zahlen neu verteilt. Früher konnte es passieren, dass gleiche Zahlen auf  Wald- und Hügellandschaften den Spieler mit dem schwarzen Wappen schnell mit Straßen und Siedlungen expandieren ließen, während beim Mitspieler die Wolle- und Goldlandschaften aus allen Nähten platzten. Mit der neuen Verteilung geht alles etwas gerechter zu. Die Lehm- und die Holzzahlen korrespondieren nun mit den Getreide- und den Erzzahlen. Und noch eine gute Nachricht für alle Goldfans: Wegen der gesteigerten Nachfrage nach Gold haben wir den Landschaftskartenstapel mit einer vierten Goldlandschaft verstärkt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-591   alignnone" title="Wolle" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/RS-Wolle.jpg" alt="RS Wolle Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="135" height="135" /><img class="size-full wp-image-589  alignnone" title="Holz" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/RS-Holz.jpg" alt="RS Holz Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="135" height="135" /><img class="size-full wp-image-588 alignnone" title="Gold" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/RS-Gold.jpg" alt="RS Gold Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="135" height="135" /><img class="size-full wp-image-586 alignnone" title="Erz" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/RS-Erz.jpg" alt="RS Erz Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="135" height="135" /><img class="size-full wp-image-590 alignnone" title="Lehm" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/RS-Lehm.jpg" alt="RS Lehm Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="135" height="135" /><img class="size-full wp-image-587 alignnone" title="Getreide" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/RS-Getreide.jpg" alt="RS Getreide Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="135" height="135" /></p>
<h4>Die Ausbaukarten – Gebäude</h4>
<p>Funktionell unverändert – aber teilweise mit neuen Namen &#8211; wurden die „Verdopplerkarten“ wie die Eisengießerei, die Getreidemühle, die Ziegelbrennerei, das Holzfällerlager und die Webstube aus dem alten Basisspiel übernommen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-581" title="Eisenschmelze" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/PG-Eisenschmelze.jpg" alt="PG Eisenschmelze Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-583" title="Wassermühle" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/PG-Wassermuehle.jpg" alt="PG Wassermuehle Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-585" title="Ziegelbrennerei" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/PG-Ziegelbrennerei.jpg" alt="PG Ziegelbrennerei Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-582" title="Holzfällerlager" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/PG-Holzfaellerei.jpg" alt="PG Holzfaellerei Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-584" title="Webstube" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/PG-Webstube.jpg" alt="PG Webstube Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<p>Aus der alten Zollstation wurde eine Zollbrücke. Lange haben wir darüber diskutiert, ob die Karte ihren Handelspunkt behalten soll. Schließlich hat sich die Zolllobby durchgesetzt und erfolgreich ihren Handelspunkt verteidigt. Nicht so erfolgreich waren hingegen die Lagerverwalter. Alles Flehen half nichts – der Handelspunkt wurde ihren Lagern aberkannt. Wie immer hielten sich die Mönche dezent im Hintergrund und so gingen sie aus der Reform unbeschadet hervor. Nach ein paar Vaterunsern konnten sie sogar einen kleinen Vorteil für ihr Kloster ergattern. Dazu mehr bei der Vorstellung der Ereigniskarte „Ertragreiches Jahr“.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-596" title="Lagerstätte" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/WG-Lagerstaette.jpg" alt="WG Lagerstaette Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-595" title="Kloster" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/WG-Kloster.jpg" alt="WG Kloster Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-633" title="Zollbruecke" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/WG-Zollbruecke-neu.jpg" alt="WG Zollbruecke neu Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<p>Bei den Ausbaukarten des Einführungsspiels gibt es keine Stadtausbauten und somit auch kein Rathaus, das die Fürsten privilegiert, sich mit nur einem Rohstoff eine Karte aus einem Ausbaustapel aussuchen zu dürfen. Diese Funktion übernimmt nun das Gemeindehaus, das die Strukturen einer dörflichen Gemeinschaft ordnet und es so dem Fürsten einfacher macht, seine Pläne durchzusetzen.</p>
<p>Neu ist die Funktion des Marktes. Mich hatte es schon immer gestört, wenn mein Mitspieler vor mir seine dritte Siedlung errichtet hatte und ich mit meinen Rohstoffeinkünften hinterher hinkte. Wer in der neuen Version einen Markt baut, bekommt immer dann einen zusätzlichen Rohstoff, wenn eine Zahl gewürfelt wurde, von der der Mitspieler mehr besitzt. Auswählen darf man sich einen Rohstoff, den auch der Mitspieler erhalten hat.</p>
<p>Der Markt stärkt die Konzentrationsstrategie. Man hat mehr Zeit, sein Fürstentum auszubauen, bevor man mit Siedlungen und Straßen expandiert. Er wirkt auch einer frühen Führung eines Spielers entgegen, der sich mit einem Siedlungsvorsprung und entsprechendem Würfelglück eventuell uneinholbar absetzen kann.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-597" title="Markt" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/WG-Markt.jpg" alt="WG Markt Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-594" title="Gemeindehaus" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/WG-Gemeindehaus.jpg" alt="WG Gemeindehaus Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<h4>Die Ausbaukarten – Einheiten – Handelsschiffe</h4>
<p>Aus Handelsflotten wurden &#8211; dem bescheidenen Anfang der Besiedlung Catans Rechnung getragen – Handelsschiffe. Wie gehabt gibt es für jeden Rohstoff ein Handelsschiff. Auch die Große Handelsflotte ist noch mit von der Partie, heißt jetzt aber „Großes Handelsschiff“.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-593" title="Großes Handelsschiff" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/Sch-Grosses-Handelsschiff.jpg" alt="Sch Grosses Handelsschiff Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-592" title="Getreide-Handelsschiff" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/Sch-Getreide-Handelsschiff.jpg" alt="Sch Getreide Handelsschiff Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<h4>Die Ausbaukarten – Einheiten – Helden</h4>
<p>Bisher war es so, dass die männliche Zunft in Form von teilweise bis über den Kopf geharnischter, schwer bewaffneter Ritter ein starkes Übergewicht im Kartenspiel hatte. Dieses Übergewicht entspricht nicht der Realität, denn am Aufbau einer Gemeinschaft waren und sind immer Frauen und Männer gleichermaßen beteiligt. Wir haben die Kennzeichnung Ritter daher gegen den Begriff  Held ausgetauscht, der für beide Geschlechter gilt. Die Stärke bleibt dabei unangetastet – wobei wir unter Stärke nicht nur die reine Muskelkraft, sondern auch die geistige Flexibilität und den mit ihr verbundenen Einfluss auf die Stärke einer Gemeinschaft verstehen. Die Turnierpunkte wurden durch Geschickpunkte ersetzt. Als Geschick definieren wir alle Fähigkeiten, in Wettkämpfen zu bestehen oder seine Mitmenschen zu erfreuen. Neben dem Geschick, sich in einem Schaukampf durchzusetzen, stehen gleichberechtigt Talente wie das mitreißende Erzählen einer Geschichte, ein bezaubernder Gesang oder das Spiel auf der Harfe. Eine Harfe ist somit auch zum Symbol für das Geschick und das Ereignis „Fest“ geworden.</p>
<p>Kenner des Romans „Die Siedler von Catan“ von Frau Gablé werden bei den abgebildeten Helden unschwer die Protagonisten des Romans – eben die ersten Cataner &#8211; erkennen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-575" title="Candamir" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Candamir.jpg" alt="Candamir Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-576" title="Osmund" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Osmund.jpg" alt="Osmund Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-577" title="Harald" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Harald.jpg" alt="Harald Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-578" title="Austin" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Austin.jpg" alt="Austin Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-579" title="Inga" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Inga.jpg" alt="Inga Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-580" title="Siglind" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Siglind.jpg" alt="Siglind Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<h4>Die Ausbaukarten – Aktionskarten</h4>
<p>Die Aktionskarten des Einführungsspiels sind alle ohne Bedingungen spielbar. Hinter dem Kaufmannszug verbirgt sich die alte Karawane, der Alchimist wurde von der Seherin Brigitta (ebenfalls ein Charakter aus dem Roman Rebecca Gablés) verdrängt und die eher neuzeitliche Landreform heißt jetzt Umzug. Unverändert geblieben ist der Kundschafter.<br />
Neu ist die Karte Goldschmied. Der Goldschmied gibt für drei Gold zwei beliebige Rohstoffe ab.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-565" title="Kaufmannszug" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/AK-Kaufmannszug.jpg" alt="AK Kaufmannszug Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-563" title="Brigitta" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/AK-Brigitta.jpg" alt="AK Brigitta Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-567" title="Umzug" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/AK-Umzug.jpg" alt="AK Umzug Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-566" title="Kundschafter" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/AK-Kundschafter.jpg" alt="AK Kundschafter Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-564" title="Goldschmied" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/AK-Goldschmied.jpg" alt="AK Goldschmied Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<p>Vielleicht sorgen Sie sich jetzt um die „bösen“ Aktionskarten des alten Grundspiels wie Spion, Feuerteufel oder Raubzug. Keine Sorge, lieber Leser, die Reform hat ihre Kinder nicht gefressen. Die Unholde gibt es weiterhin in den Themensets. Allerdings tarnen sie sich dort mit neuen Namen.</p>
<h4>Die Ereigniskarten</h4>
<p>Bei der Erfindung hat sich nur der Name geändert, sie hieß früher Fortschritt.</p>
<p>Das Ertragreiche Jahr versorgt nun nicht nur die Landschaften, die Lagerstätten benachbart sind, mit einem zusätzlichen Rohstoff, sondern auch die benachbarten Landschaften eines Klosters.</p>
<p>Der Bruderzwist (ehemals Konflikt) und die Fehde (ehemals Überfall) sorgen auch schon im Einführungsspiel dafür, dass der Spieler mit dem Stärkevorteil seinem Mitspieler das Spielerleben etwas schwerer machen kann. Da es von jeder dieser Karten aber nur eine gibt, hält sich der Schaden in Grenzen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-569" title="Erfindung" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Erfindung.jpg" alt="EK Erfindung Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-570" title="Ertragreiches-Jahr" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Ertragreiches-Jahr.jpg" alt="EK Ertragreiches Jahr Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-568" title="Bruderzwist" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Bruderzwist.jpg" alt="EK Bruderzwist Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-572" title="Fehde" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Fehde.jpg" alt="EK Fehde Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<p>Das Julfest entspricht dem alten Jahreswechsel – allerdings mit zwei wichtigen Änderungen:</p>
<ol>
<li>Wird das Julfest gezogen, wird der Kartenstapel gemischt und sofort eine neue Karte gezogen.</li>
<li>Das Mischen des Kartenstapels: Alle Karten mit Ausnahme des Julfestes werden verdeckt gemischt. Drei Karten werden verdeckt abgelegt. Darauf kommt das Julfest und darauf kommen wiederum verdeckt die restlichen Ereigniskarten.</li>
</ol>
<p>Durch diese Regeländerungen wird der Ereigniskartenstapel berechenbarer und es kommt nicht mehr vor, dass wiederholt die Karte Julfest gezogen wird und kein Ereignis eintritt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-573" title="Julfest" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Julfest.jpg" alt="EK Julfest Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<p>Zwei neue konstruktive Ereigniskarten sorgen dafür, dass das Spiel noch etwas schneller wird:<br />
Besucht der Fahrende Händler die Fürstentümer, darf jeder Spieler für ein Gold einen beliebigen Rohstoff kaufen. Und das bis zu zweimal. Wohl dem, der dann sein Gold nicht schon vorher verprasst hat und einen lukrativen Handel abschließen kann.<br />
Bei der Wettfahrt der Handelsschiffe erhält der Spieler mit den meisten Handelsschiffen einen beliebigen Rohstoff.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-574" title="Wettfahrt der Handelsschiffe" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Wettfahrt-der-Handelsschiffe.jpg" alt="EK Wettfahrt der Handelsschiffe Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-571" title="Fahrender Haendler" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Fahrender-Haendler.jpg" alt="EK Fahrender Haendler Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<p>Auch zwei Neuerungen beim ehemaligen Würfelereignis „Ritterturnier“ gibt es. Erstens heißt das Turnier jetzt Fest, da inzwischen ja nicht nur mit Waffen gestritten sondern auch gesungen und musiziert wird. Zweitens erhalten zunächst beide Spieler einen beliebigen Rohstoff, wenn das Fest gewürfelt wird. Nur wenn ein Fürst mit seinen Helden über mehr Geschickpunkte als sein Mitspieler verfügt, erhält er alleine einen beliebigen Rohstoff.</p>
<h4>Ertrag und Ereignis</h4>
<p>Auch wenn die alte Regel vorschrieb, zuerst das Ergebnis des Ereignis- und dann das Ergebnis des Ertragswürfels auszuführen, hielt sich kaum einer daran. Deshalb haben wir uns in der neuen Fürstenversion am intuitiven Verhalten orientiert und die Reihenfolge umgekehrt. Zuerst nehmen sich die Spieler ihre Erträge und dann wird das Ereignis ausgeführt. Die einzige Ausnahme: Wird der Räuberüberfall gewürfelt, schlägt der Räuber zu, bevor die Erträge ausgeschüttet werden. Damit das keiner übersieht, wird die Keule rot eingefärbt.</p>
<h4>Der Handelsvorteil und der Stärkevorteil</h4>
<p><em>„Was, ich muss über meine 3 Handelspunkte hinaus eine Stadt gebaut haben, um den Mühlenstein zu bekommen? Dann habe ich das jahrelang falsch gespielt.“</em></p>
<p>Wie oft habe ich diesen Satz in den vergangenen Jahren gehört oder gelesen. Scheinbar war die Bedingung mit der Stadt nur schwer verständlich oder ging beim Regellesen nur zu gern durch das eine Auge hinein und durch das andere wieder hinaus. Wie einsichtige Politiker haben wir uns daher der Realität gebeugt und die Stadtbedingung gestrichen. Dafür haben wir die Handelspunkte etwas ausgedünnt und damit das Erlangen von 3 Handelspunkten erschwert.</p>
<p>Angepasst an diese Regel erringt ein Spieler erst dann den Stärkevorteil, wenn er Helden mit insgesamt 3 Stärkepunkten ausliegen hat.</p>
<h4>Kartenhand ergänzen und Karte austauschen</h4>
<p>Die Änderung: Im ersten Schritt reguliert ein Spieler seine Kartenhand auf die erlaubte Handkartenzahl, indem er Karten nachzieht oder Karten abwirft.<br />
Danach darf er im zweiten Schritt eine Karte tauschen. Hierzu legt er eine Karte ab und  sucht sich dann entweder gegen Abgabe von einem oder von zwei Rohstoffen eine Karte aus einem Stapel aus oder er zieht kostenlos die oberste Karte eines Stapels.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Das Einführungsspiel ist bestimmt kein spielerisches Schwergewicht. Es besitzt weniger und auch einfachere Regeln als das frühere Kartenspiel. Zudem sind die Angriffs-Aktionskarten ausgespart. Insgesamt bietet es Anfängern damit einen wesentlich einfacheren und auch frustfreieren  Einstieg in die Welt des catanischen Kartenspiels als dies beim alten Kartenspiel der Fall war. Und wer nach der Einführung mehr möchte, kann beim eher friedlichen Themenspiel „Zeit des Fortschritts“ die Vorzüge der Universität kennen lernen oder seinem Spielpartner in „Zeit der Wirren“ Verräter und Feuerteufel um die Ohren hauen oder ihn mit der Beutefahrt oder einem Raubzug um seine Rohstoffe erleichtern.</p>
<p>In meinem nächsten Blog werde ich die Karten und Regeln des ersten Themenspiels „Zeit des Goldes“ vorstellen.</p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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		<title>Nach Deutschland und zurück: Ein Amerikaner sucht nach Mitspielern – Teil 4</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 22:13:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jim Plane</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den ersten drei Teilen dieser Geschichte habe ich ausgeführt, wie ich Die Siedler von Catan durch die Familie meines Bruders fand und unentwegt das Internet nach Websites für Online-Spiele absuchte, um meine Bedürfnisse zu erfüllen. Im Juli 2008 entdeckte ich die Catan Onlinewelt, und obwohl sie vollständig auf Deutsch war, musste ich einfach Mitglied [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Jim-100x205.jpg"><img class="size-full wp-image-375 alignleft" title="Jim Plane" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Jim-100x205.jpg" alt="Jim 100x205 Nach Deutschland und zurück: Ein Amerikaner sucht nach Mitspielern – Teil 4" width="100" height="205" /></a>In den ersten drei Teilen dieser Geschichte habe ich ausgeführt, wie ich <em>Die Siedler von Catan</em> durch die Familie meines Bruders fand und unentwegt das Internet nach Websites für Online-Spiele absuchte, um meine Bedürfnisse zu erfüllen. Im Juli 2008 entdeckte ich die <a href="http://www.playcatan.de/catan-onlinewelt.html" target="_blank">Catan Onlinewelt</a>, und obwohl sie vollständig auf Deutsch war, musste ich einfach Mitglied werden.</p>
<h3>Viertes Kapitel: Was für eine wunderbare Welt</h3>
<p>Zwar war die Anmeldung auf Deutsch, aber ich benutzte meinen Online-Übersetzer und hangelte mich durch. Ich konnte die Adressoption &#8220;United States&#8221; nicht finden, obgleich sie als &#8220;Vereinigte Staaten&#8221; ganz offensichtlich vorhanden war. Also wirklich, wie dumm war ich eigentlich, das nicht mitzubekommen!?? Es war euch doch klar, oder? Obwohl ich als Herkunftsland Deutschland eingab, akzeptierte das Programm meine Kreditkarteninformation trotzdem, und ich spielte vergnügt online mit einer Gruppe freundlicher, Deutsch sprechender Spieler, die (genauso wie auf der Website von ronaldschmidt.de) schockiert waren, einen Amerikaner online zu sehen.</p>
<p>Auf der Website wurde eine Ankündigung gemacht, dass sie in Kürze auf Englisch verfügbar wäre. Wie bei vielen elektronischen Spielen und ihren Versprechungen dauerte es noch weitere vier oder fünf Monate, bevor die englische Version auch tatsächlich lief. Als es dann aber soweit war, wurde die COW von Neulingen überflutet, die Orientierungshilfe benötigten. Da ich die Spiele bereits seit sieben Monaten online gespielt hatte &#8211; und zwar bevor das sehr nützliche Einführungsspiel zur Verfügung stand &#8211; bemerkte ich, dass jedesmal, wenn ich mich einloggte, meine Hilfe stark gefragt war. <a href="http://forum.playcatan.de/index.php?board=119.0" target="_blank">Das Forum für World Village</a> wurde zu dem Ort, wo Englischsprachige Fragen stellen und Trost in dieser unbekannten neuen Welt finden konnten. Ich hatte viele Stunden lang mit der bereits etablierten deutschsprachigen Community gespielt  und hielt es deshalb für meine Pflicht, dabei zu helfen, die Kultur- und Sprachlücke zu überbrücken, die immer im Hintergrund lauert und droht, Menschen auf Grund von Missverständnissen voneinander zu trennen. Meine Forumsbeiträge befassten sich fast immer mit diesem Problem.</p>
<div id="attachment_551" class="wp-caption aligncenter" style="width: 440px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/04/gg_klein.jpg"><img class="size-full wp-image-551" title="Ich hoffe bloß, ich treffe die beiden nicht im wirklichen Leben." src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/04/gg_klein.jpg" alt="gg klein Nach Deutschland und zurück: Ein Amerikaner sucht nach Mitspielern – Teil 4" width="430" height="293" /></a><p class="wp-caption-text">Ich hoffe bloß, ich treffe die beiden nicht im wirklichen Leben. </p></div>
<p>Während ich damit beschäftigt war, Neulingen beim Navigieren durch die Onlinewelt zu helfen, erhielt ich ein sehr nettes Schreiben von Gavin Allister, der mich dazu einlud Moderator zu werden. Da dies auch mit einem kostenlosen Premium-Account verbunden war &#8211; zum Ausgleich für meine aktive COW-Mitgliedschaft (wobei ich im Wesentlichen das tun würde, was ich ohnehin schon tat) &#8211; sagte ich umgehend zu. Ich bot sogar an, die Übersetzungen Korrektur zu lesen und machte Änderungsvorschläge. Gavin begrüßte die Änderungen nicht nur, er gab mir auch Zugang zur Textdatei der COW, so dass ich die Änderungen selbst vornehmen konnte!</p>
<p>Es folgte eine Einladung, auf der GenCon im August 2008 mit Guido Teuber (Klaus&#8217; Sohn, falls ihr es noch nicht gewusst habt) zusammenzutreffen, um die Catan Onlinewelt vorzuführen, was ich ebenfalls gerne tat. Und im folgenden Jahr, als ich auf der GenCon 2009 aushalf, erwähnte Guido, dass er eventuell einen Job für mich hätte. Wow! Wie war ich denn dazu gekommen? Wirklich &#8211; ich meine, ich werde süchtig auf dieses Spiel, und nur weil ich nach Leuten suche, gegen die ich spielen kann, kriege ich einen kostenlosen Online-Account, gefolgt von einem Jobangebot?  Und ich kann von zu Hause aus arbeiten? Und ich kann meine Arbeitsstunden selbst festlegen, und das Endziel ist, etwas zu unterstützen und voranzutreiben für das ich eine Leidenschaft habe? Kann das überhaupt wahr sein? Also spielte ich den Unbeteiligten &#8211; ich nickte beiläufig und sagte, wir sollten über die Details später sprechen.</p>
<p>Mein “Tages”job hielt mich für die nächsten fünf Monate nach der GenCon beschäftigt. Nachdem ich 2001 wieder nach Indianapolis zurück gezogen war, hatte ich noch einmal die Uni besucht und einen zweiten Abschluss gemacht, worauf ich dann im Januar 2007 staatlich anerkannter Lehrer wurde. Etwas über zwei Jahre lang unterrichtete ich in einer öffentlichen Mittelschule zunächst achte und später dann sechste Klassen und wurde danach an eine andere Mittelschule transferiert, um dort im Herbst 2009 siebte Klassen zu unterrichten. Ächz! Ich hatte daher nicht viel Zeit mich zu fragen, was mit Guidos Jobangebot passiert sei &#8211; ich mühte mich nämlich damit ab, einen neuen Lehrplan für mein nunmehr drittes Jahr an einer Schule zu erstellen. Habe ich schon &#8220;Ächz!&#8221; gesagt?</p>
<div id="attachment_550" class="wp-caption aligncenter" style="width: 440px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/04/PICT0050_klein.jpg"><img class="size-full wp-image-550" title="Herrn Planes Schüler fallen seiner Spielbesessenheit zum Opfer und helfen beim Spieltest von &quot;Settlers of America&quot;." src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/04/PICT0050_klein.jpg" alt="PICT0050 klein Nach Deutschland und zurück: Ein Amerikaner sucht nach Mitspielern – Teil 4" width="430" height="323" /></a><p class="wp-caption-text">Herrn Planes Schüler fallen seiner Spielbesessenheit zum Opfer und helfen beim Spieltest von &quot;Settlers of America&quot;.</p></div>
<p>Natürlich rief Guido mich im Oktober wegen des Jobangebots an, gerade als ich in der Schule so richtig loslegte. Zusammen mit meiner neuen Verantwortlichkeit, gemeinsam mit Gavin als COW-Community-Manager zu arbeiten, bekam ich eine cool aussehende Karikatur angefertigt (bemerkt ihr das Flugzeug, das meinen Nicknamen &#8220;Aero&#8221; repräsentiert, und die Farben des Catan-Sonnenaufgangs auf meinem T-Shirt?) und erhielt das schicke Catan-GmbH-Logo neben meinen Forumsbeiträgen.</p>
<div id="attachment_375" class="wp-caption aligncenter" style="width: 110px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Jim-100x205.jpg"><img class="size-full wp-image-375" title="Jim Plane=Aero" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Jim-100x205.jpg" alt="Jim 100x205 Nach Deutschland und zurück: Ein Amerikaner sucht nach Mitspielern – Teil 4" width="100" height="205" /></a><p class="wp-caption-text">Jim Plane = Aero</p></div>
<p>Gegenwärtig mache ich eine Menge PR-Arbeit für die COW, wobei ich an Reporter und Blogger kostenlose Gutscheine vergebe, um Pressestellungnahmen zu unserer schnell wachsenden Website anzuregen, und ich bin auch einer jener Türhüter, die anstößige Nicknamen von unserer Onlinewelt fernhalten. Und um das Leben noch besser zu machen &#8211; meine Frau hat sich kürzlich dem Catan-Team angeschlossen und hilft in denselben Bereichen wie ich.</p>
<p>Natürlich werden wir von unseren Freunden und Familienmitgliedern darum beneidet, dass wir so coole Teilzeitjobs haben. Und alles kam nur deshalb zustande, weil ich wollte, dass jemand mit mir spielt. Man stelle sich vor!</p>
<p><em>Jim Plane</em></p>
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		<title>Nach Deutschland und zurück: Ein Amerikaner sucht nach Mitspielern – Teil 3</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Mar 2010 20:09:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jim Plane</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Kapitel eins und zwei dieser Geschichte habe ich ausgeführt, wie ich &#8211; durch meinen Bruder und seine Frau, die für kurze Zeit in Deutschland lebten &#8211; Catan entdeckte und online Mitspieler auf deutschen Websites fand, die dann später nicht mehr für mich verfügbar waren. Drittes Kapitel: Aero entdeckt die „Welt“ Da ich Mitspieler aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Jim-100x205.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-375" title="Jim Plane" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Jim-100x205.jpg" alt="Jim 100x205 Nach Deutschland und zurück: Ein Amerikaner sucht nach Mitspielern – Teil 3" width="100" height="205" /></a>In Kapitel eins und zwei dieser Geschichte habe ich ausgeführt, wie ich &#8211; durch meinen Bruder und seine Frau, die für kurze Zeit in Deutschland lebten &#8211; Catan entdeckte und online Mitspieler auf deutschen Websites fand, die dann später nicht mehr für mich verfügbar waren.</p>
<h3>Drittes Kapitel: Aero entdeckt die „Welt“</h3>
<p>Da ich Mitspieler aus Fleisch und Blut so gut wie abgeschrieben hatte, suchte ich das Internet nach anderen Brettspiel-Sites ab.  Ich fand ein paar &#8211; vor allem <a href="http://www.brettspielwelt.de/" target="_blank">BrettspielWelt</a> &#8211; auf denen Online-Brettspiele angeboten wurden, aber ich fand deren deutsche oder unzureichend ins Englische übersetzte Interfaces nur schwer navigierbar. Das Interface für Carcassonne war bei BrettspielWelt allerdings recht gut, weswegen ich dieses Spiel spielte anstelle von Catan, das eine nicht sehr intuitiv gestaltete Interface hatte. Dann versuchte ich es mit einer nicht lizenzierten Website, auf der man Städte &amp; Ritter mit schlecht gemachter Grafik kostenlos spielen konnte. Aber ich fand die Leute dort unhöflich, das Interface langweilig und seelenlos, und ich hatte insgesamt das Gefühl, ich würde die Person über&#8217;s Ohr hauen, die dieses wundervolle Spiel überhaupt erst entwickelt hatte. Ich habe vielleicht fünfmal auf dieser nicht so intelligenten Site gespielt.</p>
<div id="attachment_542" class="wp-caption aligncenter" style="width: 440px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Current_collection-small.jpg"><img class="size-full wp-image-542" title="Ich habe keine Entschuldigung für dieses Übermaß an Spielen, die ich jetzt besitze. " src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Current_collection-small.jpg" alt="Current collection small Nach Deutschland und zurück: Ein Amerikaner sucht nach Mitspielern – Teil 3" width="430" height="287" /></a><p class="wp-caption-text">Ich habe keine Entschuldigung für dieses Übermaß an Spielen, die ich jetzt besitze. </p></div>
<p>2001 siedelte ich mit meiner Familie von New Jersey in meine Heimatstadt Indianapolis um. Im Juli machten mein Sohn und ich einen Trip um alte Freunde in New Jersey zu besuchen, und auf dem Weg dorthin besuchten wir die Origins-Messe in Columbus, Ohio. Wow! Das machte Spaß. Meine erste größere Spielemesse. Ein Jahr später (wenn ich mich recht erinnere) zog GenCon, eine noch größere Spielemesse, von einem Standort unmittelbar nördlich von Chicago nach Indianapolis um. Wow! Das war sogar noch besser! Mein Spieldurst wurde auf diesen langen Wochenenden gründlich gelöscht. Und obwohl es mich immer noch Mühe kostete Mitspieler aus dem wirklichen Leben zu finden, kaufte ich mir ganz optimistisch einige Spiele &#8211; Catan und nicht-Catan &#8211; in der Hoffnung, andere dazu zu verleiten mit mir zu spielen.</p>
<div id="attachment_543" class="wp-caption aligncenter" style="width: 440px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Custom_Board-small.jpg"><img class="size-full wp-image-543" title="Das war wirklich eine Herzensangelegenheit. Pro Sechseck habe ich 2-3 Stunden gebraucht, und ich bin noch nicht damit fertig. " src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Custom_Board-small.jpg" alt="Custom Board small Nach Deutschland und zurück: Ein Amerikaner sucht nach Mitspielern – Teil 3" width="430" height="287" /></a><p class="wp-caption-text">Das war wirklich eine Herzensangelegenheit. Pro Sechseck habe ich 2-3 Stunden gebraucht, und ich bin noch nicht damit fertig. </p></div>
<p>Die Suche nach brauchbarem Online-Spiel ging trotzdem weiter. Ich fand die Website von Days of Wonder, wo ich nach Herzenslust Zug um Zug spielen konnte, und das machte mir eine Zeitlang großen Spaß. Aber dem Spiel fehlt Tiefe, Vielschichtigkeit und Strategie &#8211; alles Dinge, die Catan so wieder-spielbar machen (gibt es so ein Wort eigentlich, oder habe ich es gerade erfunden?). Auch setzte das Programm KI-Gegner ein, um Spiele zu beenden wenn Leute aus der Partie abgesprungen waren, und so beendete ich einige Spiele mit einer oder mehreren KIs. Nach einer Weile kam Microsoft mit einem spielbaren Catan-Basisspiel heraus, das bei Zahlung eines jährlichen Beitrags online zur Verfügung stand. Ich hörte fast augenblicklich auf Zug um Zug zu spielen und verbrachte mehrere Jahre lang viel zu viele Stunden auf dieser Website.</p>
<div id="attachment_544" class="wp-caption aligncenter" style="width: 381px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Custom_Board_Detail-small.jpg"><img class="size-full wp-image-544" title="Schafe auf dem selbstgebauten Spiel" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Custom_Board_Detail-small.jpg" alt="Custom Board Detail small Nach Deutschland und zurück: Ein Amerikaner sucht nach Mitspielern – Teil 3" width="371" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Schafe auf dem selbstgebauten Spiel</p></div>
<p>Dann, im Juli 2008, probierte ich ein Prof. Easy-Tutorial für Löwenherz aus, und am Ende davon erschien eine merkwürdige Ankündigung, in der so etwas Ähnliches stand wie „Vielen Dank, dass Sie das Löwenherz-Tutorial beendet haben. Wenn Sie gleichgesinnte Menschen finden möchten, besuchen Sie <a href="http://www.playcatan.de" target="_blank">www.playcatan.com</a>.“<br />
Da ich immer daran interessiert bin „gleichgesinnte Menschen“ zu finden, wagte ich den Sprung und entdeckte die Catan Onlinewelt. Basisspiel, Seefahrer, Wüstenreiter, Löwenherz, Adel verpflichtet, und &#8211; du liebe Zeit, das kann doch gar nicht sein, aber es ist in der Tat so: Städte &amp; Ritter!! Von den Leuten, mit denen ich gespielt hatte, wollten sich nur sehr wenige auf so viel Catan einlassen. Hört ihr die Musik auch? Es klingt als wäre man auf einem Spaziergang durch Himmel und Paradies und hätte gleichzeitig ein Nirwana-Erlebnis. AAAaaahhhhhh. Das Herz klopft. Das Wasser läuft einem im Munde zusammen. Aber das Geld ist knapp. Kann ich mir die Premium-Mitgliedschaft leisten? Und was noch wichtiger ist, wie kann ich mir das entgehen lassen!? Nachdem ich ein paar Stunden das Basisspiel mit meinem Frei-Account gespielt hatte war ich bereit, meine Brieftasche zu öffnen.</p>
<hr />
<p>Im 4. Teil werde ich berichten, wie ich ein paar einflussreiche Leute auf der Website traf und wie das zu meinem Traumjob führte.</p>
<p><em>Jim Plane</em></p>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 18:15:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Teil 4 – Die Geschichte Catans und die Illustration Eigentlich wollte ich in meinem vierten Blog das Einführungsspiel vorstellen. Da es aber noch etwas dauern wird, bis alle Karten der Einführung fertig sind und mir Michael Menzel einen interessanten Bericht über die Entstehung der Karte „Stadt“ zugeschickt hat, habe ich mich kurzfristig dazu entschlossen, meinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Teil 4 – Die Geschichte Catans und die Illustration</h3>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="100" height="205" />Eigentlich wollte ich in meinem vierten Blog das Einführungsspiel vorstellen. Da es aber noch etwas dauern wird, bis alle Karten der Einführung fertig sind und mir Michael Menzel einen interessanten Bericht über die Entstehung der Karte „Stadt“ zugeschickt hat, habe ich mich kurzfristig dazu entschlossen, meinen vierten Blog der Geschichte Catans und der von ihr beeinflussten Illustration der Karten zu widmen.</p>
<h4>Die fiktive Geschichte Catans</h4>
<p>Als ich das Kartenspiel 1995 entwickelte, machte ich mir wenig Gedanken über die Illustration der Motive. Klar, das Spiel sollte im Mittelalter angesiedelt sein und die Titel der Karten standen fest. Mehr Vorgaben gab es für Franz Vohwinkel, den Illustrator der alten Version des Kartenspiels, jedoch nicht.</p>
<div id="attachment_507" class="wp-caption alignright" style="width: 205px"><img class="size-full wp-image-507" title="Die Siedler von Catan - Der Roman" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Catan-Roman_Blog.jpg" alt="Catan Roman Blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="195" height="280" /><p class="wp-caption-text">Die Siedler von Catan - Der Roman</p></div>
<p>Inzwischen, 15 Jahre später, ist viel geschehen. Mit dem Roman „Die Siedler von Catan“ von Rebecca Gablé hat Catan seine Geschichte erhalten &#8211; zumindest die Geschichte seiner Entdeckung und der ersten Besiedlung im 9. Jahrhundert durch Männer und Frauen, die von der norwegischen Küste vertrieben wurden.<br />
Im Roman endet die Geschichte mit dem Zerwürfnis und der Trennung der Siedler. Candamir gründet mit seinen Anhängern im Süden der Insel eine neue Siedlung, während Osmund mit den Seinen im Norden bleibt.<br />
Viele wollten natürlich gerne wissen, wie es weitergeht. Ich natürlich auch. So machte ich mir immer mal wieder Gedanken darüber und skizzierte den weiteren Verlauf der Geschichte Catans.</p>
<p>Sieht man von den Aktivitäten des großen Vulkans und gelegentlichen Erdbeben ab, war Catan ein Paradies für die Siedler. Fruchtbare Felder und Weiden, Baumaterial im Überfluss und Erzvorkommen in den Bergen ließen die Siedlungen prosperieren und nach 100 Jahren waren aus zwei Siedlungen viele Siedlungen in den Ebenen und Tälern der Insel entstanden.</p>
<p>Die Insel im Atlantik war groß genug für alle und so kam es trotz religiöser Differenzen zwischen den Anhängern Odins im Norden und den Christen im Süden kaum zu Konflikten. Diese Zeit der ersten Cataner ist das Thema des Einführungsspiels. Es gibt noch keine ausgebauten Städte und die Gebäude sehen den Häusern ähnlich, welche die Vorfahren der Cataner in ihrer nordischen Heimat zu bauen pflegten. Auch gibt es noch keine Ritter, sondern Heldinnen und Helden wie Siglind, Osmund, Candamir oder Harald, denen manche vielleicht schon in der Erzählung von Rebecca Gablé begegnet sind.</p>
<p>Wenn Catan eine große Insel an der Stelle der heutigen Azoren wäre (die Azoren wurden erst im Jahre 1427 entdeckt), dann wäre es nicht unwahrscheinlich gewesen, dass noch andere Seefahrer die Insel erreichten. Und tatsächlich landet im Jahr 960 der Wikingerfürst Carl Gabelbart mit einer großen Flotte an den Küsten Catans. Carl wollte eigentlich nicht nach Catan, sondern war auf Wikingfahrt in den Süden. Aber ein Sturm kam dazwischen und trieb ihn und seine mit Kriegern besetzten Langschiffe weit nach Westen ab.<br />
Carl ist beeindruckt von der Schönheit und Fruchtbarkeit Catans und er beschließt, die Insel zu erobern und ihr Herrscher zu werden. Zunächst aber gilt es, die Moral seiner Männer zu heben und ihr wichtiges Bedürfnis zu stillen: Frauen.<br />
Man kann sich vorstellen, dass dieses Bedürfnis zu Konflikten mit den Catanern führte. Und so prägen Karten wie Carl Gabelbart, Verräter, Feuerteufel, Fehden und Unruhen das Themenset „Die Zeit der Wirren“. Nachdem die Sache mit Carl Gabelbart ausgestanden ist, bauen die Cataner ihre zerstörten Höfe und Dörfer neu auf. Der rege Schiffsverkehr zwischen dem Norden und dem Süden zeugt vom wieder erstarkten Handel und nach ein paar Jahren sind die Schrecken des Überfalls durch Carl Vergangenheit. Es beginnt die Zeit des Goldes, welche sich im gleichnamigen Themenset widerspiegelt.</p>
<p>In späteren Sets wie „Zeit des Fortschritts“ oder „Zeit der Handelsherren“ hat Catan Kontakt mit dem europäischen Festland. Einerseits wirken die neuen Beziehungen befruchtend auf die Entwicklung Catans, andererseits bergen sie auch die Gefahr von Überfällen goldgieriger Barbaren, die den spanischen Konquistadoren gar nicht so unähnlich sind. Anfang des 16. Jahrhunderts endet die Geschichte Catans. Ob sie mit der Eroberung der Insel durch spanische Glücksritter endet, entscheiden wir letztlich selbst in jedem Spiel „Städte &amp; Ritter“ oder auch später im Themenspiel „Zeit der Barbaren“.</p>
<h4>Der catanische Baustil</h4>
<p><img class="alignright size-full wp-image-510" title="Rathaus" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Rathaus_blog.jpg" alt="Rathaus blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" />Nun möchte ich mich gar nicht weiter in die fiktive Geschichte Catans vertiefen. Letztlich wollte ich zeigen, dass sich die Geschichte Catans, nach Epochen unterteilt, in den Themenspielen widerspiegelt. Und damit komme ich wieder zurück zur Grafik. Denn die Grafik soll den fiktiven historischen Hintergrund Catans bildhaft zum Leben erwecken. Sind die Gebäude der Siedlungen noch einfacher Natur und stark an den wikingischen bzw. nordischen Baustil angelehnt, wird sich in den später entstehenden Städten Catans eine eigenständige Architektur ausgebildet haben. Wie könnte solch eine Architektur ausgesehen haben? Ich setzte mich mit Michael Menzel und Sebastian Rapp vom Kosmos Verlag zusammen und wir entwickelten gemeinsam die Grundzüge eines catanischen Baustils. Wir entschieden uns für etwas Gotik mit typisch wikingischen Elementen wie Giebelkreuze oder Drachenköpfe und Dachkonstruktionen, die durchaus an Langschiffe oder auch die nordischen Stabkirchen erinnern durften. Bei der noch nicht fertigen Karte rechts (das Textfeld wird anders), sieht man den Mix der verschiedenen Stilelemente. Auch das für Catan typische Sechseck fand ein Plätzchen auf der Stirnseite des Rathauses.</p>
<h4>Der catanische Nebel</h4>
<p>Das Kartenspiel ist eigentlich kein Kartenspiel. Im Grunde ist es ein Spiel mit Karten, die aus- und angelegt werden – also mehr ein Legespiel mit dem Charakter eines Aufbauspiels. Bei der Auslage der Karten entsteht eine Siedlungsstruktur. Es war unser Ziel, dass diese Struktur ein möglichst harmonisches Ganzes ergibt, bzw. dass der Eindruck einer zusammenhängenden Landschaft entsteht. Daher taucht jedes Motiv einer Karte aus dem Nebel auf. Die Karten sind die relevanten Ausschnitte eines Fürstentums. Zwischen den Karten können in Wirklichkeit große Entfernungen liegen. Die Gebiete zwischen den Karten interessieren uns aber nicht und verschwinden daher im Nebel.</p>
<p>In der folgenden Abbildung ist gut zu erkennen, dass die ausgelegten Karten mit Hilfe des Nebels, der Darstellung der Gebäude in der isometrischen Perspektive und der ungefähr gleichen Größe aller Bauten den Eindruck einer zusammenhängenden Siedlungsstruktur vermitteln. Die „6“ auf den Landschaften ist nur ein Platzhalter und bei der Eisenschmelze, dem Kloster und der Lagerstätte fehlen noch die transparenten Textkästen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-512" title="Siedlungsstruktur" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Siedlungsstruktur_blog.jpg" alt="Siedlungsstruktur blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="450" height="450" /></p>
<h4>Die Entwicklung der catanischen Stadt</h4>
<p>Wie entsteht eigentlich eine Karte? Wie geht der Illustrator vor? Das sind Fragen, die Sie, lieber Leser, sicher auch interessieren. Wer wäre wohl besser geeignet, unsere Neugier zu befriedigen als der Illustrator selbst? Ich freue mich, dass Michael Menzel sich bereit erklärt hat, uns nachfolgend die einzelnen Schritte bei der Entstehung der Karte „Stadt“ zu zeigen und sie zu kommentieren.</p>
<hr /><em>Liebe Siedler!</em></p>
<p><em>Ich freue mich, Ihnen zur Entstehung der &#8220;Fürsten von Catan&#8221;- Stadt eine kurze Erläuterung schreiben zu können.<br />
Ich arbeite mit Photoshop und einem Grafiktablett. Photoshop erlaubt es, auf mehreren Ebenen zu malen. Der Begriff Ebenen wird im weiteren Text häufiger fallen. Ebenen kann man sich wie mehrere Schichten von Transparentpapier übereinander vorstellen.</em></p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><em>In der ersten Skizze versuche ich die richtigen Formen zu &#8220;finden&#8221;. Dies kann mit Bleistift auf Papier oder wie hier digital geschehen. Ich taste mich sozusagen an die richtige Form der Häuser heran.<br />
</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-514" title="Stadt 1" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_1_blog.jpg" alt="Stadt 1 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Alle Gebäude des Kartenspiels werden im gleichen Winkel angelegt. Es gibt keine perspektivische Verzerrung &#8220;nach hinten&#8221;, d. h. die Gebäude vorne sind genauso groß wie die hinteren.</em><em><br />
Man sieht diese &#8220;Iso&#8221;-Perspektive häufig im Computerspielbereich. Auf diese Weise passen alle Karten optisch aneinander. Die Kartenauslage während des Spiels wird zu einer großen, zusammenhängenden Landschaft. Damit ich die immer gleiche Ausrichtung einhalten kann, zeichne ich mir den Winkel einmal auf einer separaten Ebene ein (hier hellblau). Daran kann ich mich dann während des Illustrierens orientieren.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-516" title="Stadt 2" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_2_blog.jpg" alt="Stadt 2 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
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<td><em>Wenn die Zeichnung soweit gut ist, lege ich grob die Farben an. Dabei sollten zu diesem Zeitpunkt noch keine sehr starken Kontraste verwendet werden. Es entsteht ein „sumpfiger Farbteppich“. Photoshop ermöglicht es, auf einer Ebene unter der Skizze zu malen und somit die Linien der Skizze nicht zu übermalen.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-517" title="Stadt 3" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_3_blog.jpg" alt="Stadt 3 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
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<td><em>Ab jetzt berücksichtige ich auch die Position der Lichtquelle. Damit  später der Eindruck einer großen Landschaft entstehen kann, ist es  wichtig, dass die Beleuchtung immer gleich ist und der Schatten immer  gleich fällt.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-518" title="Stadt 4" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_4_blog.jpg" alt="Stadt 4 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
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<td><em>Jetzt kann die Feinarbeit vorgenommen werden. Ich zoome zu diesem Zeitpunkt nah heran und modelliere aus dem „sumpfigen Farbteppich“ heraus die richtigen Konturen. Jetzt werden Schlagschatten und Glanzlichter gesetzt. Dieser Prozess ist sehr malerisch. Der Computer, das Programm und das Grafiktablett sind hier einfach nur neue Werkzeuge für die Malerei.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-519" title="Stadt 5" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_5_blog.jpg" alt="Stadt 5 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Anschließend wird über ein Photoshop-Menü der Farbkontrast erhöht und an andere bereits existierende Landschaften und Gebäude angepasst.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-520" title="Stadt 6" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_6_blog.jpg" alt="Stadt 6 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><em><img class="alignright size-full wp-image-523" title="Fertige Stadt" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_fertig_blog.jpg" alt="Stadt fertig blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="300" height="300" />Dann zeichne ich noch kleine Menschen in die Stadt. Diese „Mini-Menschen“ sind nicht nur Schmuck. Ich finde, dass die Stadt erst durch sie so richtig zu einer Stadt wird. Sie geben ihr Geräusch und Lebendigkeit. Zuletzt zeichne ich noch die Flaggen ein. Sie geben dem Bild Wind, Bewegung und sorgen für hübsche Farbkleckse, die das Bild angenehm auflockern.</em></p>
<p><em>Der gesamte Prozess dauert zwischen 3 und 6 Stunden, je nach Detailreichtum des Motivs.</em></p>
<p><em>Michael Menzel</em></p>
<hr style="clear: both;" /><strong>Vielen Dank, lieber Michael Menzel!</strong></p>
<p>In meinem nächsten Blog werde ich alle Karten und die Regeln des Einführungsspiels „Die ersten Cataner“ vorstellen.</p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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