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	<title>Catanism &#187; Klaus Teuber</title>
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	<description>Die Blogger von Catan</description>
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		<title>Das Ende des catanischen Rittertums</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 17:17:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Gustav Bartschat</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein investigativer Blick hinter die Kulissen der redaktionellen Vernichtung eines sozialen Standes
Eine Kanonen-Geschichte – 1. Teil
Im Jahr 1997 hielt ich zum ersten Mal das „Turnier-Set zum Kartenspiel“ in Händen: Jenen würdigen Urahnen des heute von Eingeweihten in höchsten strategischen Gefilden praktizierten Turnier-Kartenspiels. Die Spielbegeisterung, die mich bald darauf packen sollte, noch nicht ahnend, schaute ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3 style="text-align: left;"><img class="alignright size-full wp-image-168" title="Peter Gustav Bartschat" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/07/Gustav_100x205.jpg" alt="Gustav 100x205 Das Ende des catanischen Rittertums" width="100" height="205" />Ein investigativer Blick hinter die Kulissen der redaktionellen Vernichtung eines sozialen Standes</h3>
<h4>Eine Kanonen-Geschichte – 1. Teil</h4>
<p>Im Jahr 1997 hielt ich zum ersten Mal das „Turnier-Set zum Kartenspiel“ in Händen: Jenen würdigen Urahnen des heute von Eingeweihten in höchsten strategischen Gefilden praktizierten Turnier-Kartenspiels. Die Spielbegeisterung, die mich bald darauf packen sollte, noch nicht ahnend, schaute ich mir die Karte „Kanone“ an, für die Klaus Teuber getextet hatte: „Wehe, das Ende der Ritter naht!“</p>
<p>„Das fängt ja gut an“, sagte ich zu Babsi, meiner Frau. „Es ist ein populärer Irrtum, dass es eine Beziehung zwischen dem Aufkommen von  Feuerwaffen und dem Untergang des Feudalsystems gegeben hätte. Tatsächlich waren es soziale Veränderungen wie die Kapitalbildung der freien Reichsstädte, durch die die Aufstellung kopfstarker Infanterieheere erst möglich wurde …“</p>
<p>„Reg dich ab.“, sagte Babsi, „Es ist doch nur ein Spiel.“</p>
<p>Sie hatten beide recht, Babsi mit ihrem für mich immer wieder erschreckenden Sinn für Realismus und Klaus Teuber mit seinem prophetischen Kanonen-Text, denn im kommenden September – Anno 2010 – werden sie tot sein, die catanischen Kartenspiel-Ritter, dahingerafft wie ihre ganze unverbindlich-mittelalterliche Kartenspielwelt.</p>
<p>Und wer hat ihr Grab geschaufelt? Vielleicht tatsächlich eine Kanone?</p>
<p>Rollen wir die tragischen Ereignisse, die Karl den Mächtigen, Lothar den Säufer und selbst Johanna die Kriegerin das Leben gekostet haben, einmal Schritt für Schritt auf.</p>
<p><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Kanone-Blog.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-775" title="Kanone" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Kanone-Blog.jpg" alt="Kanone Blog Das Ende des catanischen Rittertums" width="295" height="290" /></a></p>
<h4>Alte Zeiten</h4>
<p>Wann spielt eigentlich das catanische Kartenspiel?</p>
<p>Bisher war es recht unverbindlich irgendwann „früher“ angesiedelt. Vielleicht letzten Dienstag im Mittelalter, in jener hybriden Epoche, die wir von den sommerlichen Mittelalter-Märkten und Ritterspielen kennen, wenn sich Karl der Große und Jeanne d’Arc mit Prinz Eisenherz und Xena am Schnellimbiss-Stand treffen, um ihre Handy-Nummern auszutauschen.</p>
<p>Klaus Teuber schwebte bei der Entwicklung des &#8220;Cataniversums&#8221; ein Parallel-Island (in einem etwas wärmeren Alternativ-Universum gelegen) vor. Rebecca Gablé hat diese Welt, die Anfänge ihrer Besiedlung im 9. Jahrhundert und einige ihrer Bewohner in ihrem 2003 erschienenen Roman &#8220;Die Siedler von Catan&#8221; detailreich geschildert. In den Spielen selbst fand man diese räumliche und zeitliche Einordnung aber lange nicht widergespiegelt.</p>
<p>Erst die Viking-Edition der Spielfiguren von 2008 und die 2010 erschienenen Brettspiel-Neuauflagen brachten zumindest das Brettspiel seinen Wurzeln näher.</p>
<div id="attachment_507" class="wp-caption aligncenter" style="width: 205px"><img class="size-full wp-image-507" title="Die Siedler von Catan - Der Roman" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Catan-Roman_Blog.jpg" alt="Die Siedler von Catan - Der Roman" width="195" height="280" /><p class="wp-caption-text">Die Siedler von Catan - Der Roman</p></div>
<h4>Große Pläne</h4>
<p>Nachdem ich im Laufe der Jahre in unregelmäßigen Abständen den einen oder anderen marginalen Gedanken zur Entwicklung des Cataniversums beigetragen hatte, wurde ich 2008 in den sehr kleinen, sehr intensiv arbeitenden Kreis der Kartenspiel-Redaktion berufen.</p>
<p>Das erste Projekt, an dem ich mich in dieser illustren Gruppe bewähren durfte, war die grundsätzliche Überarbeitung des Kartenspiels. Das ist eine Aufgabe, für die zehn Spielentwickler zehn Jahre brauchen würden. Wir waren vier Leute. Wie viel Zeit hatten wir also? Richtig: Zwei Jahre. Irgend wann müsste ich das mal Frau K. unter die Nase reiben, die vor vierzig Jahren versucht hat, mir den Dreisatz näher zu bringen.</p>
<p>Und das sind die drei Kartenspielüberarbeiter, die mich &#8220;mitspielen&#8221; ließen:</p>
<p>Klaus Teuber. Es scheint müßig, ihn den Lesern dieser Seite noch vorstellen zu wollen. Jeder kennt seine Spiele. Aber seine Fülle an originellen Ideen, um Konfliktsituationen im Regelwerk aufzulösen, seine Aufgeschlossenheit gegenüber Vorschlägen von Mitarbeitern, die sich an Erfolg doch gar nicht mit ihm messen können, sein subtiler, niemals verletzender Humor, seine Fähigkeit, ein Team das sich in einer Sackgasse verrannt hat, immer wieder zu motivieren: Das kann man nur in der längeren, engen Zusammenarbeit kennen lernen.</p>
<p>Dr. Reiner Düren: Doktor der Chemie, seit den Anfängen der Internet-Spielerszene als Turnierspieler ebenso erfolgreich wie in der Spielergemeinschaft engagiert, Moderator mehrerer Foren, Mitorganisator in der Catan Online Welt und einer der Gründer sowie derzeit einziger Betreuer der Regel-Datenbank &#8220;Encyclopœdia Catanica&#8221;. Man glaubt den scharfen, unbestechlichen Blick des Chemikers bei der Analyse einer unbekannten Substanz zu erkennen, wenn er aus einer Dutzende von Seiten langen Liste mit Regelkonzepten und Spielkartenentwürfen auf einmal drei, vier Punkte herausgreift und mit ein paar Worten unbestreitbar deutlich macht, dass dort ein Problem lauert, vielleicht weil ein Spieler, der eine bestimmte Aktion als erster ausführt, danach nicht mehr einzuholen wäre.</p>
<p>Sebastian Rapp. Manchmal denke ich, er muss wohl jedes Spiel auf der Welt zumindest einmal gespielt haben. Und sich daran erinnern. Er hielt immer das Ziel unserer gemeinsamen Arbeit im Auge und brachte uns mehr als einmal auf den geraden Weg zurück, wenn wir in überschäumender Begeisterung einen originellen Einfall weiter und weiter spannen. Mit den originellen Einfällen ist das nämlich so eine Sache: Sie mögen denen, die sie entwickelt haben, gut gefallen. Aber der wahre Prüfstein für einen Einfall ist ja nicht, ob er dem Autor gefällt, sondern ob er Neueinsteigern den Zugang zum Spiel attraktiv und erfahrenen Spielern das Spiel langfristig schmackhaft machen kann. Das neue, klar strukturierte Regelwerk der „Fürsten von Catan“ – mit nur einem Minimum von „wenn“, „dann“ und „außer“ – ist daher zu einem großen Teil Sebastians Konsequenz zu verdanken, uns in Erinnerung zu rufen, was wir eigentlich erreichen wollten.</p>
<div id="attachment_778" class="wp-caption aligncenter" style="width: 430px"><img class="size-full wp-image-778 " title="Foto-Collage: Klaus Teuber, Dr. Reiner Düren, Sebastian Rapp" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Collage_Klaus-Red-Sebastian.jpg" alt="Collage Klaus Red Sebastian Das Ende des catanischen Rittertums" width="420" height="200" /><p class="wp-caption-text">Foto-Collage: Klaus Teuber, Dr. Reiner Düren, Sebastian Rapp</p></div>
<h4>Wir fragen die, die sich auskennen</h4>
<p>Als wir vier 2008 anfingen, uns über eine umfassende, grundsätzliche, radikale und ganz und gar noch-nie-dagewesene Revolution des Catan-Kartenspiels die Köpfe zu zerbrechen, da mussten wir als versierte Catan-Kenner zwangsläufig als erstes die Chance ergreifen, das Kartenspiel passend zur catanischen Historie von der isolierten Wikinger-Kultur im Atlantik umzuschreiben.</p>
<p>Pustekuchen!</p>
<p>Nicht mal den Schatten eines Einfalls davon hatten wir am Anfang. Über mehr als das ganze erste Jahr der Zusammenarbeit war es immer noch „letzten Dienstag im Mittelalter“ auf Catan. Wir konzentrierten uns dieweil darauf, aus dem Schritt für Schritt in über 10 Jahren entstandenen Einzelfallkatalog eine in sich stimmige Regel zu bauen.</p>
<p>So seltsam das klingen mag: Nichts war ein größeres Problem für das Kartenspiel als sein eigener Erfolg. Dieser Erfolg begründete eine stetige Nachfrage nach Erweiterungen, Erweiterungen müssen neue Aspekte ins Spiel bringen, neue Aspekte &#8220;beißen&#8221; sich oft mit dem alten Regelwerk: Und so hatte das Kartenspiel im Jahr 2008 – seinem 11. Lebensjahr – bereits zwei umfangreiche Regel-Reformen hinter sich. Schwerpunkt dieser Reformen war gewesen, mit dem vorhandenen Material – ergänzt durch ein paar Aufkleber mit Textkorrekturen – nach geänderten Regeln spielen zu können. Unabsichtlich war das Spiel dadurch in ein fast undurchdringliches Regel-Labyrinth geführt worden: Potenzielle Neueinsteiger fanden kaum noch Zugang zum Spiel, während versierte Spieler insbesondere der anspruchsvollen Turnier-Variante in gerade diesem Labyrinth ihre spielerische Heimat gefunden hatten.</p>
<p>Neueinsteigern wollten wir einen einfachen Zugang zu einem lockeren, unterhaltsamen Spiel bieten, den &#8220;alten catanischen Hasen&#8221; aber die strategische und taktische Tiefe des traditionellen Kartenspiels bewahren.</p>
<p>Es beiden Zielgruppen in jedem Punkt recht zu machen, dürfte nahe an der Unmöglichkeitsgrenze liegen. Wenn ich auch noch nicht ganz sicher bin, auf welcher Seite davon. Um so größer war andererseits die Herauforderung dieser Aufgabe.</p>
<p>Nun sind wir vier ja auch alte catanische Hasen. Eine der größten Gefahren, der eine solche Truppe sich stellen muss, ist, dass sie sich in Betriebsblindheit verliert.</p>
<p>Daher haben wir schon in der Vorbereitungsphase, noch ehe die erste neue Regel formuliert war, immer wieder die Gelegenheit ergriffen – besser sollte ich vielleicht schreiben: &#8220;erzwungen&#8221; – das Kartenspiel mit Leuten zu spielen, die es eigentlich gar nicht spielen möchten: Sei es, weil sie ohnehin nicht gern spielen; sei es, weil sie das Kartenspiel bereits kannten, sich aber im Laufe der Zeit davon abgewandt hatten. Babsi gehört zur zweiten Gruppe. Sie hat jetzt das Auto, ich die Katzen.</p>
<p>Vielleicht waren diese Tests mit Nicht-Kartenspielern das wichtigste, das wir überhaupt während der Entwicklung getan haben. In den Gesprächen mit Spielern, die dem alten Kartenspiel ablehnend gegenüberstanden, verschoben sich bisweilen unsere &#8220;Alte Hasen&#8221;-Perspektiven so gründlich, dass wir manchmal das Gefühl hatten, ein ganz anderes Spiel zu sehen als unser Gegenüber am Tisch.</p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_494" class="wp-caption aligncenter" style="width: 430px"><img class="size-full wp-image-494 " title="Arnd Beenen und Klaus Teuber beim Prototypentest in Bilstein" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/02/Kartenspiel-Reform_Fuersten.jpg" alt="Kartenspiel Reform Fuersten Das Ende des catanischen Rittertums" width="420" height="315" /><p class="wp-caption-text">Arnd Beenen und Klaus Teuber beim Prototypentest in Bilstein</p></div>
<h4>Dunkle Wolken brauen sich über glänzenden Rüstungen zusammen</h4>
<p>Der 20. Juni 2009 war der Tag, an dem der Untergang der catanischen Ritter begann. Aber nicht nur die Ritter blickten ahnungslos in eine kurze und finstere Zukunft, auch ich hatte noch keine Ahnung, als ich als Ergebnis eines Tests mit Babsi notierte: <em>„Unterschiedliche Wertung von Stärke- und Turnierpunkten zu kompliziert. Ritter sollten nur ‚Ritterpunkte‘ haben; intuitiv erkennbare Parallele zu ‚Mühlenpunkten‘.“</em></p>
<p>Ich persönlich fand das ja überhaupt nicht zu kompliziert, und so kommentierte ich das damals auch, als ich eines meiner Memos über die Testspiele schrieb. Sebastian Rapp war es, der mir damals meinen „Tunnelblick“ mit ein paar klaren Worten austrieb und mich erst dazu brachte, mir Babsis Sichtweise einmal zu eigen zu machen und den Gedanken dann weiter zu denken. Danke, Babsi und Sebastian. (Ich bezweifle, dass die Ritter sich meinem Dank anschließen würden, denn hätten wir diesen Gedankengang nicht weiter verfolgt, würden sie vermutlich noch lange leben auf Catan.)</p>
<p>Aber hatte Babsi nicht recht? Ritterkarten hatten damals Fäuste und Helme mit Zahlen als Symbole aufgedruckt. Und wer die meisten Fäuste besaß, der bekam als Belohnung was? Eben: Eine Reiterfigur. Hand aufs Erz: Wer soll so was denn verstehen?</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-782" title="Götz Eisenfaust" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Goetz_Eisenfaust-Blog.jpg" alt="Goetz Eisenfaust Blog Das Ende des catanischen Rittertums" width="295" height="290" align="middle" /><img class="alignnone size-full wp-image-784" title="Rittermacht" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Rittermacht.png" alt="Rittermacht Das Ende des catanischen Rittertums" width="47" height="69" align="middle" /></p>
<h4>Schwerter zu Äxten schmieden</h4>
<p>Etwa zur selben Zeit hatte Klaus Teuber das Konzept entwickelt, die einzelnen Themen-Sets nicht mehr „Ritter &amp; Händler“, „Zauberer &amp; Drachen“, „Currywurst &amp; Pommes“ und so weiter zu nennen. Statt dessen bekamen die Sets Titel wie „Zeit der Wirren&#8221;, die sie in eine chronologische Reihenfolge brachten.</p>
<p>Eine Idee, für die ich mich schnell begeistern konnte. Für mich als gelegentlichen Autor von historischen Romanen war es verlockend, an Titel und Themen der einzelnen Karten vor einem konkreten zeitlichen Bezug herumzubasteln, um den wir uns bis dahin wenig gekümmert hatten.</p>
<p>Und so rückte der Tod der catanischen Ritter langsam näher:</p>
<p>Wenn wir schon eine chronologische Reihenfolge der Sets haben, dann muss das Basisspiel am Anfang stehen. Wann soll das spielen?</p>
<p>Jetzt, im Rückblick, hat man den Eindruck, dass in leuchtenden Großbuchstaben am Himmel über unseren Köpfen hätte geschrieben stehen müssen: NATÜRLICH IM 9. JAHRHUNDERT AUF DEM NEU ENTDECKTEN CATAN, IHR BLINDFISCHE!</p>
<p>Tatsächlich aber wurschtelten wir weitere Wochen mit den verschiedensten Ideen herum, bis sich auf einmal – wie bei einem Puzzle, bei dem man bemerkt, dass die Katze ein wichtiges Teil in ihre Schlafecke verschleppt hat – alle offenen Enden der thematischen Einbettung zu einem kompletten historischen Konzept zusammenschlossen: Das Basis-Spiel entspricht der catanischen Frühgeschichte und den Errungenschaften, die von dort als Tradition in alle anderen Epochen fortdauern. Das Basis-Spiel ist erweiterungsfähig durch einzelne Themen-Sets, die zusammen mit dem Basisspiel jeweils eine Epoche der catanischen Geschichte nachspielen lassen.</p>
<p>Ist eine Idee erst einmal zu einem schlüssigen Konzept ausformuliert, erscheint sie oft so selbstverständlich, dass man nicht mehr verstehen kann, wo dabei eigentlich die Arbeit gewesen sein soll. Aber bis man einmal soweit ist, muss man oft 69 „gute Ideen“ beerdigen, weil sie alle bei näherer Betrachtung einen Pferdefuß haben, bis die 70. plötzlich funktioniert.</p>
<p>Die Ritter starben uns dabei unter den Händen: Auf einer Inselgruppe mit einer isolationistischen kulturellen Grundhaltung würde sich schwerlich dieselbe Form einer Feudalgesellschaft entwickeln, wie zur selben Zeit auf dem europäischen Kontinent. Zudem konnten wir, wenn wir uns schon das Ambiente von Rebecca Gablés Catan-Roman orientierten, keine Ritter mehr gebrauchen: Die dort zum Leben erweckten Handwerker, Händler und Seeleute sind zwar erfahrene Raufbolde – oder werden zumindest im Lauf der Handlung dazu – aber eben keine Ritter.</p>
<p>So kamen wir schließlich in Anlehnung an die alten nordischen Sagas zum Konzept unserer Helden. Die haben allerdings nicht einfach „Heldenpunkte&#8221;, wie man durch unsere Verfolgung von Babsis auslösendem Vorschlag mit den „Ritterpunkten“ hätte denken können. Wir behielten nach ausführlicher Erwägung der Alternativen und deren Konsequenzen schließlich die ursprüngliche Zweiteilung bei, wenn auch mit anderen Schwerpunkten: Die alten „Stärkepunkte“ und „Turnierpunkte“ eines Ritters müssten thematisch eigentlich dasselbe beschreiben, denn im Turnier werden hauptsächlich Kampftechniken erprobt.</p>
<p>Stärke wird jetzt durch ein Axt-Symbol dargestellt, und wer die stärksten Helden hat, der bekommt jetzt auch einen Stein mit einer Axt, und nicht mehr wie früher irgendetwas ganz anderes. (Ein Gipsmodell vom Eyjafjallajökull zum Beispiel.)</p>
<p>Wir haben der Stärke – also dem Gewaltpotenzial eines Helden – jetzt sein Geschick gegenübergestellt. Das Geschick symbolisiert in absichtlich doppeldeutiger Wortwahl das Schicksal eines Helden, aber zugleich auch sein Geschick in Verhandlungen und sozialen Wegen der Problemlösung. Kein Wunder, wird der Kenner des Catan-Romans sich sagen, dass die Werte von Candamir und Austin da so unterschiedlich ausfallen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-790" title="Ritterentwicklung" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Ritterentwicklung.jpg" alt="Ritterentwicklung Das Ende des catanischen Rittertums" width="420" height="140" /></p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_797" class="wp-caption aligncenter" style="width: 180px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Osmund-Staerke_Geschick.jpg"><img class="size-full wp-image-797" title="Osmund - Stärke und Geschick" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Osmund-Staerke_Geschick.jpg" alt="Osmund Staerke Geschick Das Ende des catanischen Rittertums" width="170" height="66" /></a><p class="wp-caption-text">Osmund - Stärke und Geschick</p></div>
<hr />
<h4>Eine Kanonen-Geschichte – 2. Teil</h4>
<p>Das war die Geschichte vom Untergang des catanischen Rittertums. Klaus Teuber hatte ihn schon 1997 vorausgesehen, als er auf seine Kanonenkarte schrieb: „Wehe, das Ende der Ritter naht!“.</p>
<p>Doch was wurde aus der Kanone selbst?</p>
<p>Wie Sie im nächsten Blog-Beitrag von Klaus Teuber über das Themen-Set „Zeit des Fortschritts“ erfahren werden, hat auch sie inzwischen ihren Meister gefunden.</p>
<p><em>Peter Gustav Bartschat</em></p>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 12:11:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Teil 6 – Zeit des Goldes
Einleitung
Das Themenspiel „Zeit des Goldes“ wird mit dem gleichnamigen Themenset und den Basiskarten gespielt, die ich in meinem letzten Blog vorgestellt habe. In der fiktiven Geschichte Catans ist das Set im 11. Jahrhundert angesiedelt und folgt somit zeitlich auf das Set „Zeit der Wirren“. Das Set intensiviert den Kampf um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="100" height="205" /></a>Teil 6 – Zeit des Goldes</h3>
<h4>Einleitung</h4>
<p>Das Themenspiel „Zeit des Goldes“ wird mit dem gleichnamigen Themenset und den Basiskarten gespielt, die ich in meinem letzten Blog vorgestellt habe. In der fiktiven Geschichte Catans ist das Set im 11. Jahrhundert angesiedelt und folgt somit zeitlich auf das Set „Zeit der Wirren“. Das Set intensiviert den Kampf um den Handelsvorteil und der Rohstoff Gold erhält unter anderem durch eine weitere Zollbrücke, die Münzstätte und das Goldversteck eine größere Bedeutung. Wer sein Handelsimperium mit Handelsflotten aufbaut, muss sich vor Kaperschiffen in Acht nehmen. Die Vorstellung der neuen Karten des Sets werde ich diesmal mit einer kleinen Geschichte begleiten.</p>
<h4>Von einem, der auszog, das Goldversteck zu finden</h4>
<p>Es war ein schwülwarmer Sommerabend. Entspannt saßen meine Frau und ich auf unserer Terrasse und spielten das Kartenspiel „Die Fürsten von Catan“. Beide hatten wir mit unseren Karten bereits ein stattliches Fürstentum ausgelegt. Wir waren sozusagen der Fürst und die Fürstin unserer Reiche.<br />
In meinem letzten Zug hatte ich ein Kaperschiff gespielt und damit eine Handelsflotte meiner Frau auf den Grund des Meeres befördert. Damit waren der Handelsvorteil und der damit verbundene Siegpunkt mein.<br />
Wie es einer Fürstin ansteht, bewahrte meine Frau die Contenance und spielte in ihrem Zug triumphierend den Helden Candamir, der ein bisschen stärker war als der bei mir ausliegende Held Osmund und ihr den Stärkevorteil einbrachte.<br />
Überhaupt hatte ich mir von Osmund mehr erwartet. Wo blieb das Ereignis „Geschenk für den Fürsten“, das mir dringend benötigtes Gold von Osmund einbringen würde?<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Gudrun-der-Schrecken-der-Meere-.jpg"><img class="alignright  size-full wp-image-654" title="Gudrun, der Schrecken der Meere " src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Gudrun-der-Schrecken-der-Meere-.jpg" alt="Gudrun der Schrecken der Meere  Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Das Telefon klingelte. Meine Frau legte schnell noch das Goldversteck an eine ihrer Landschaften an und eilte ins Wohnzimmer. „Bringst du dem Fürsten ein kühles Bier mit, wenn du zurückkommst?“, rief ich ihr nach.</p>
<p><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Reiner-der-Herold.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-663" title="Reiner, der Herold" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Reiner-der-Herold.jpg" alt="Reiner der Herold Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Ich gähnte und schaute auf meine Kartenhand. Dort bildeten die Karten <strong>„Gudrun, der Schrecken der Meere“</strong> und <strong>„Reiner der Herold“</strong> ein hübsches Paar. Besonders die Gudrun-Karte faszinierte mich. Weniger wegen der verwegen aussehenden, attraktiven Piratin, die herrisch am Bug ihres Schiffes thronte sondern mehr wegen des frischen Nass, das ihr Schiff mühelos zerteilte. Wie schön wäre es jetzt, der Schwüle des Abends zu entfliehen, in die sanften Wellen einzutauchen und ein kühles Bad zu nehmen, sann ich und verlor mich immer mehr in den Tiefen der Karte. Ich wurde schläfrig und ich glitt hinein, tiefer und tiefer …</p>
<p>Prustend kam ich an die Oberfläche einer frischen, lebhaften See, genau neben dem Schiff von Gudrun, die leibhaftig geworden war und mich mit einem frostigen Blick musterte.<br />
„Zieht ihn rauf, Jungs! Noch ein Schiffbrüchiger, der sich einen Platz auf unseren Ruderbänken wünscht.“<br />
Eigentlich hätte ich lieber noch etwas länger das erfrischende Bad genossen, aber kräftige Männerarme, die mich an Bord zogen, nahmen darauf keine Rücksicht.<br />
Breitbeinig baute sich Gudrun vor mir auf. „Was machst du hier, Glatzkopf?“<br />
Etwas verunsichert über die respektlose Anrede stotterte ich: „Ich wollte dich gerade, ähh, spielen …“<br />
Ihr Blick wurde noch eine Spur frostiger. „Weißt du nicht, dass alle, die je mit mir spielen wollten, als Fraß für die Haie endeten? Werft ihn wieder über Bord, Jungs!“<br />
Ich hatte keine Lust, dass dieser offensichtliche Traum sich zu einem blutigen Alptraum auswuchs und so rief ich hastig: „Halt! Ich bin dein Fürst!“<br />
Gudrun starrte mich ungläubig an und dann lachte sie lauthals. „Du willst mein Fürst sein? Den hat zwar noch keiner gesehen, aber du schaust gewiss nicht wie ein Fürst aus. Jetzt werft ihn endlich über Bord, Jungs!“<br />
„Neeeiiin! Ich weiß wo das Goldversteck der Fürstin ist.“ Ein besseres Argument war mir auf die Schnelle nicht eingefallen.<br />
Aber es wirkte. Gier stahl sich in Gudruns Augen und sie musterte mich mit erwachtem Interesse. „Nun gut. Wenn dich die Haie fressen, habe ich letztlich nichts davon. Ich gebe dir zwei Tage. Aber glaube nur nicht, du kannst mich hinters Licht führen. Mein treuer Gefährte Reiner wird dich begleiten. Zeig’ ihm, wo das Goldversteck ist und du kannst deiner Wege gehen. Andernfalls …“<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Kaperschiff.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-660" title="Kaperschiff" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Kaperschiff.jpg" alt="Kaperschiff Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Reiner, ein schwarz gelockter, wohlgestalteter junger Mann tauchte neben Gudrun auf. Er schaute sie entzückt an und spielte dann, deutlich weniger entzückt in meine Richtung blickend, demonstrativ mit seinem Messer. Ich hatte verstanden.</p>
<p><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Hafen.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-657" title="Hafen" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Hafen.jpg" alt="Hafen Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Ein <strong>Kaperschiff</strong>, das unterwegs schnell noch ein Handelsschiff kaperte,  brachte Reiner und mich zum <strong>Hafen</strong> der Fürstin. Der Hafen wirkte traurig und verlassen. Kein Wunder, schließlich hatten meine Kaperschiffe mittlerweile die gesamte Handelsflotte der Fürstin versenkt. Seitdem zog die Gute jedes Mal den Kürzeren, wenn die Handelsschiffe auf Wettfahrt gingen.<br />
Reiner strich sich mürrisch eine seiner schwarzen, schweren Locken zurück: „Also, wo geht’s lang?“ Scheinbar hob es nicht gerade seine Laune, längere Zeit von seiner angebeteten Piratenbraut getrennt zu sein.<br />
Ich hatte schon unterwegs fieberhaft überlegt, wo die Fürstin bzw. meine Frau die Karte Goldversteck ausgelegt hatte, bevor sie dem Ruf des Telefons gefolgt war. An ihr Gebirge? Oder an ihr Weideland? Es wollte mir einfach nicht mehr einfallen. Also gestand ich tapfer: „Ich weiß es nicht mehr genau, aber wir könnten uns ja erkundigen, oder?“<br />
Reiner starrte mich missvergnügt an: „Ich wusste gleich, dass du Gudrun einen Bären aufgebunden hast, um deine Haut zu retten.“ Er zückte sein Messer.<br />
In diesem Moment pfiff etwas durch die Luft und landete mit einem dumpfen Schlag direkt vor meinen Füßen. <a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Geschenk-fuer-den-Fuersten.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-652" title="Geschenk für den Fürsten" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Geschenk-fuer-den-Fuersten.jpg" alt="Geschenk fuer den Fuersten Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Reiner stand mit offenem Mund da und glotzte zuerst in den Himmel und dann auf den Hühnerei großen Goldklumpen, der mich um Haaresbreite verfehlt hatte. Ich hob ihn auf und las die Karte, die an dem Klumpen befestigt war. <strong>„Geschenk für den Fürsten“</strong>, stand da: „Mit besten Grüßen von eurem getreuen Osmund“.<br />
Ha, endlich war das lang ersehnte Ereignis eingetroffen. Wortlos überreichte ich Reiner die Karte. Der fiel wie vom Blitz getroffen auf die Knie und stotterte mit gesenktem Haupt „Mein Fürst, ich bitte euch um Vergebung.“<br />
„Steh’ wieder auf!“, befahl ich ihm mit neu gewonnener fürstlicher Autorität.<br />
Er erhob sich und sah mich verzweifelt an: „Bitte seid mir gnädig, mein Fürst. Wenn ich Gudrun nicht berichte, wo sich das Goldversteck befindet, wird sie mich nie mehr in ihre Nähe lassen. Könnten wir nicht so tun, als wäre nichts geschehen und trotzdem nach dem Versteck suchen?“<br />
Eigentlich gefiel mir die Idee, mich noch ein bisschen auf Catan herumzutreiben und mir die Gebäude und die Siedler, die ich nur von Karten her kannte, näher anzuschauen.<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Handelsmeister.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-658" title="Handelsmeister" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Handelsmeister.jpg" alt="Handelsmeister Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Ich klopfte ihm kameradschaftlich auf die Schulter: „Klar das machen wir. Fragen wir uns einfach durch.“<br />
Reiner sackte dankbar noch einmal auf seine Knie und strahlte mich an: „Dann befragen wir doch am besten gleich den Pfeffersack an der Ecke!“<br />
Der Pfeffersack entpuppte sich als <strong>Handelsmeister</strong>, der feine, ausgesuchte Waren anbot.<br />
„Seid gegrüßt, Meister“, begann ich das Gespräch. „Wisst Ihr einen Weg zum Goldversteck der Fürstin?“<br />
„Sehe ich so aus, als würde ich das bestgehütete Geheimnis meiner Fürstin verraten?“<br />
„Offen gestanden ja“, mischte sich Reiner in die Unterhaltung ein. „Ihr seht so aus, als sei es nur eine Sache des Preises.“<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Stapelhaus.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-665" title="Stapelhaus" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Stapelhaus.jpg" alt="Stapelhaus Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>„Stimmt, mein junger Freund. Wäre ich gar zu ehrenhaft, dann wäre ich wohl nicht Handelsmeister. Also, wenn ihr mir 5 Säcke Salz bringt, werde ich euch einen Tipp geben.“<br />
„Wo sollen wir denn 5 Säcke Salz herbekommen?“, warf ich ein.<br />
„Na von wo schon? Vom Salzspeicher natürlich.“</p>
<p>Auf dem Weg zum Salzspeicher kamen wir am <strong>Stapelhaus</strong> vorbei. Eifrig waren Knechte damit beschäftigt, Säcke von einem Händlerkarren abzuladen und in das Gebäude zu schleppen. <a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Haendler.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-655" title="Händler" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Haendler.jpg" alt="Haendler Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Mit finsterem Gesicht stand der <strong>Händler</strong> neben seinem Wagen und schleuderte uns unfreundlich entgegen: „Na, wollt ihr euch etwa auch an der Not eines armen Händlers bereichern?“.<br />
Wie alle Händler, die in der Stadt rasteten, war er gezwungen, seine Waren im Stapelhaus den Bürgern zu einem ermäßigten Preis anzubieten. Erst nach einem Tag durfte er dann mit einem meist stark reduzierten Sortiment weiterreisen.<br />
„Wenn ihr ein paar Säcke Salz übrig hättet?“, fragte Reiner hoffnungsvoll.<br />
„Pah, die 10 Säcke, die ich besaß, hat sich gerade der Knecht des Salzspeichers unter den Nagel gerissen. Für 2 Goldstücke pro Sack. Stellt euch das vor! Normalerweise bekomme ich 4 Goldstücke dafür.“</p>
<p><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Salzspeicher.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-664" title="Salzspeicher" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Salzspeicher.jpg" alt="Salzspeicher Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Der Salzknecht hatte seinen Stand direkt vor dem <strong>Salzspeicher</strong> aufgebaut. „Wollt ihr Salz kaufen, meine Herren? Suuupergünstig heute! Nur 10 Goldmünzen pro Sack.“<br />
„Das ist Wucher!“, schimpfte Reiner. „Dem Händler hast du jeden Sack für nur 2 Goldstücke abgeluchst.“<br />
„Befehl der Fürstin!“, verteidigte sich der Knecht. „Ihre beiden Handelsschiffe machen mit dem Salz zusätzliche Profite. Dann können wir es doch hier wohl kaum verschenken, oder?“<br />
„Aber die beiden Schiffe wurden gekapert“, warf ich ein.<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Handelsstuetzpunkt.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-659" title="Handelsstützpunkt" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Handelsstuetzpunkt.jpg" alt="Handelsstuetzpunkt Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>„Umso schlimmer, dann kostet der Sack ab jetzt 30 Goldmünzen.“<br />
Meinem Gefährten stieg die Zornesröte ins Gesicht und er fingerte an seinem Messergriff.<br />
„Lass gut sein“, raunte ich dem aufgebrachten Reiner zu. „Ich habe da eine Idee. Lass uns dem <strong>Handelsstützpunkt</strong> einen Besuch abstatten.“<br />
Das Untergeschoss des Handelsstützpunktes war aus solidem Stein erbaut. Wir klopften an eine schwere Tür, die aussah, als sei sie ursprünglich vergessen und nachträglich notdürftig in die unsauber herausgehauene Bresche eingesetzt worden. Es öffnete uns ein Mann, der wie ein Zwillingsbruder unseres Handelsmeisters aussah und es wahrscheinlich auch war. Er beäugte uns misstrauisch.<br />
Ich schob vorsorglich schon mal meinen Fuß zwischen die Tür. „Meister, wir möchten euch ein Geschäft vorschlagen. Wie ihr wisst, ist Salz ein knappes Gut und pro Sack kostet das weiße Gold mittlerweile 30 Goldstücke.“ Ich senkte meine Stimme und tat so, als würde ich mich nach unliebsamen Zeugen unseres Gesprächs umsehen. „Man munkelt, dass der Preis aufgrund der gekaperten Handelsschiffe wohl bald bei 50 Goldmünzen liegen wird. Was sagt ihr, wenn ich euch 5 Säcke zu je 29 Goldmünzen pro Sack anböte?“<br />
Der Zwillingsbruder des Handelsmeisters hatte Witterung aufgenommen und machte seinem Bruder bei dem anschließenden Gefeilsche alle Ehre. Schließlich einigten wir uns auf  125 Goldmünzen, also 25 Münzen pro Sack. Mit einem Handelsvertrag besiegelten wir unser Geschäft.<br />
Nachdem wir den Handelsstützpunkt verlassen hatten, nahm mich Reiner zur Seite: „Aber Herr, wir haben doch überhaupt kein Salz zu verkaufen.“<br />
„Schon’ mal was von Leerverkauf gehört? Nein, kannst du ja gar nicht. Warts einfach ab, Reiner. Wir haben das Salz so gut wie in der Tasche.“</p>
<p><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Geldverleiher.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-651" title="Geldverleiher" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Geldverleiher.jpg" alt="Geldverleiher Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Unsere nächste Station war der <strong>Geldverleiher</strong>. Er wohnte in einem kleinen, unscheinbaren Haus, das sich Schutz suchend an die Stadtmauer schmiegte. Wir schlossen uns der Schlange wartender Bürger an. Als wir schließlich an der Reihe waren und das Innere des Hauses betraten, empfingen uns zwei schwer bewaffnete Wächter. Sie führten uns in das Empfangszimmer des Geldverleihers. Eigentlich war es eher eine ärmliche Kammer, was mich zur Frage verleitete, warum ein Geldverleiher, der ja offenbar über reichliche Mittel verfügte, so bescheiden hauste.<br />
Der Geldverleiher lächelte nachsichtig: „Mehr Schein als Sein. Das schützt mich vor Diebesgesindel. Was wünscht Ihr, Herrschaften?“<br />
„Ich möchte dir ein Geschäft vorschlagen, Geldverleiher. Du überlässt uns 100 Goldmünzen und bis zur Abenddämmerung bekommst du 125 Goldmünzen zurück.“<br />
„Welche Sicherheiten könnt ihr mir bieten?“<br />
Reiner nestelte schon wieder an seinem Messer herum. Diesmal schien er aber zu überlegen, ob sein wertvollster Besitz wohl als Sicherheit geeignet sei.<br />
„Wenn wir Sicherheiten hätten, stünden wir nicht hier. Aber ich habe ein todsicheres Geschäftsmodell.“ Ich beugte mich zu ihm herab und flüsterte ihm meinen Plan ins Ohr.<br />
Der Geldverleiher grinste: „Darauf muss erstmal einer kommen. Abgemacht! Hier nehmt eure 100 Goldmünzen.“<br />
„Und jetzt?“, fragte mich Reiner verständnislos.<br />
„Du bist doch ein Herold?“<br />
„Ja.“<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Muenzstaette.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-661" title="Münzstätte" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Muenzstaette.jpg" alt="Muenzstaette Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>„Gut, dann tust du jetzt deine Pflicht. Du läufst durch die Gassen und verkündest, dass die Fürstin zwei neue Handelsschiffe vom Stapel gelassen hat. Auf Grund dieses großartigen Ereignisses veranstaltet sie für alle Bürger ein Fest. Ich werde in der Zwischenzeit die <strong>Münzstätte</strong> aufsuchen und dort meinen Goldklumpen in Münzen umtauschen. Wir treffen uns dann wieder vor dem Salzspeicher.“<br />
„Aber das ist doch gelogen. Was ist wenn die Fürstin davon Wind bekommt?“<br />
„Das wird sie nicht. Sie ist gerade telefon …, ach, lassen wir das. Glaub’ mir, bis irgendjemand merkt, dass wir ein Gerücht verbreitet haben, ist unser Geschäft längst unter Dach und Fach.“</p>
<p>Als wir uns am Salzspeicher wieder trafen, hatte ich meinen Goldklumpen gegen 11 Goldmünzen eingetauscht und Reiner hatte sich mit sichtlichem Erfolg den Hals heiser geschrieen: Von überall her strömten die Menschen in Richtung Festplatz. Auch unser Salzknecht wollte gerade seinen Stand schließen.<br />
„Halt, mein Lieber! Wir möchten noch euer Salz kaufen. 10 Säcke für genau 100 Goldmünzen. Da die Fürstin zwei neue Schiffe vom Stapel gelassen hat, steht der Preis pro Sack wohl wieder bei 10 Goldmünzen.“<br />
Der Salzknecht öffnete den Mund und wollte offenbar zu einer Widerrede ansetzen.<br />
„Außerdem“, fuhr ich fort, „bekommst du eine Provision von 10 Goldmünzen.“<br />
„Dann kannst du beim Fest mal so richtig zulangen“, grinste Reiner kameradschaftlich.<br />
Das schien den Salzknecht schließlich zu überzeugen. Er schloss den Mund wieder, nahm die Goldmünzen und übergab uns 10 Säcke Salz.<br />
Fünf Säcke Salz lieferten wir beim Handelsstützpunkt ab und kassierten dafür wie vereinbart 125 Goldmünzen. Die 125 Goldmünzen brachten wir dem Geldverleiher, der sich über das einträgliche Geschäft die Hände rieb. Fünf Säcke Salz und 1 Goldmünze waren uns noch geblieben. Wir machten uns auf den Weg zum Handelsmeister.</p>
<p>„Hier sind eure 5 Säcke Salz, Meister. Damit haben wir unseren Teil der Vereinbarung erfüllt.“<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Haendlergilde.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-656" title="Händlergilde" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Haendlergilde.jpg" alt="Haendlergilde Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Der Handelsmeister nahm sein Salz in Empfang und flüsterte mir seinen Tipp ins Ohr. Anschließend gab er mir noch ein Empfehlungsschreiben. Ich bedankte mich und schüttelte ihm die Hand. Unser Ziel war nun die <strong>Händlergilde</strong>.<br />
Reiner schritt nachdenklich neben mir her. „War das nicht Betrug, mein Fürst?“<br />
„Wieso? Der kleine Händler hat zumindest keinen Verlust erlitten. Alle anderen haben gut verdient: Der Salzknecht hat einen Profit von 8 Gold pro Sack erwirtschaftet und obendrein ein ordentliches Schmiergeld bekommen, der Geldverleiher hat 25 % Zinsen einkassiert und der Handelsmeister und sein Zwillingsbruder haben die nächste Zeit das Salzmonopol und werden ihre Säcke bestimmt mit hohem Gewinn verkaufen.“<br />
„Dann haben wir niemanden geschädigt?“<br />
„Doch, wenn ich es recht bedenke, schon. Der Bäcker wird unter dem Salzpreis stöhnen und sein Brot künftig teurer verkaufen müssen. Und die Preise für eingelegte Heringe und gepökeltes Fleisch werden sicher auch mächtig steigen.“<br />
„Dann sind wieder die einfachen Leute die Verlierer.“, folgerte Reiner.<br />
„Das stimmt wohl.“, antwortete ich nachdenklich und war froh, dass ich wohl nur träumte und ich mich nach dem Aufwachen nicht mit Gewissensbissen herumschlagen musste.</p>
<p>Vor der Händlergilde stand ein Kaufmannszug. Wir gaben dem Zugführer das Empfehlungsschreiben des Handelsmeisters und durften auf einem der Wagen mitfahren. <a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Raubzug.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-662" title="Raubzug" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Raubzug.jpg" alt="Raubzug Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Der Kaufmannszug würde direkt zum Goldversteck reisen, um dort das Gold abzuholen, mit dem die Fürstin Holz und Wolle für ein neues Handelsschiff zu bezahlen gedachte.<br />
Unterwegs fielen mir die üppigen Getreidefelder der Fürstin auf. Meine waren derzeit leider verdorrt. Sicher wäre es nicht verkehrt, meine Helden demnächst auf einen <strong>Raubzug</strong> zu schicken.<br />
<a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Goldversteck_neu.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-686" title="Goldversteck" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Goldversteck_neu.jpg" alt="Goldversteck neu Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 6" width="220" height="220" /></a>Der Kaufmannszug war am <strong>Goldversteck</strong> der Fürstin angekommen. Da ich mich nun bald von Reiner trennen würde, gab ich ihm das letzte mir verbliebene Goldstück. „Kauf deiner Gudrun was Schönes davon.“<br />
„Danke, mein Fürst. Das ist sehr großzügig von euch.“ Reiner seufzte: „Manchmal habe ich das Gefühl, wir sind alle Karten eines großen Spiels. Wir werden gemischt, landen in irgendwelchen Stapeln und haben keinen Einfluss darauf, was man mit uns anstellt. Ich wünschte nur, ich würde öfter zusammen mit Gudrun in einen Stapel kommen.“ Er schmunzelte: „Am besten ganz dicht beisammen.“<br />
„Das kann ich arrangieren“, lachte ich. „Schließlich bin ich euer Fürst“.</p>
<p>„Hallo mein Fürst, aufwachen! Hier ist dein Bier.“ Ich fuhr aus meinem Traum auf, rieb mir die Augen und sah meine Frau dankbar an. Dann nahm ich einen kräftigen Schluck aus der Pulle. Den hatte ich mir verdient.</p>
<h4>Anmerkungen zum Themenset</h4>
<p>Generell gelten für alle Themenspiele die folgenden Regelzusätze:<br />
In der Mitte zwischen den Spielern liegen neben den Zentralkarten 5 verdeckte Ausbaustapel: Drei bestehen aus den Basiskarten und zwei aus den Karten des Themensets. Zusätzlich gibt es einen offenen Kartenstapel mit Karten, die wie die Zentralkarten direkt gebaut, also nicht vorher auf die Hand genommen werden müssen. Im Themenspiel „Zeit des Goldes“ bilden die beiden Händlergilden den offenen Ausbaustapel. Es gewinnt der Spieler, der am Ende seines Zuges 12 Siegpunkte erreicht hat.</p>
<p>Für die Themenspiele wie auch für das Duell der Fürsten und das Turnierspiel entfällt die „7er Regel“. Aktionskarten können immer gespielt werden, sofern eventuelle Bedingungen erfüllt sind.<br />
Voraussichtlich Mitte Juli werde ich aus der Zeit der Wirren berichten.</p>
<p>PS: Ein Bild, das Dr. Reiner Düren in seiner Jugend zeigt, diente dem Illustrator Michael Menzel als Vorlage für die Karte „Reiner, der Herold“. Dr. Reiner Düren hat zusammen mit Peter Gustav Bartschat die <a href="http://www.catan.de/literatur/encyclopaedia-catanica.html" target="_blank">Encyclopædia Catanica</a> verfasst. Beide haben die Entwicklung des Kartenspiels in den letzten Jahren mit Rat und Tat begleitet und arbeiten redaktionell an der Neuentwicklung des Catan- Kartenspiels mit.</p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5</title>
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		<pubDate>Tue, 18 May 2010 11:15:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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In den Kommentaren zu meinen letzten Blogs und in diversen Foren wurde mehrfach die Befürchtung geäußert, dem überarbeiteten Kartenspiel würde zu Gunsten einer einfacheren Spielbarkeit und größerer „Massentauglichkeit“ die Spieltiefe genommen.
Ich kann alle beruhigen, die um die Komplexität der neuen Version bangen. Die Turnierversion wird es weiterhin geben und damit auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="100" height="205" />Teil 5 – Das Einführungsspiel</h3>
<p>In den Kommentaren zu meinen letzten Blogs und in diversen Foren wurde mehrfach die Befürchtung geäußert, dem überarbeiteten Kartenspiel würde zu Gunsten einer einfacheren Spielbarkeit und größerer „Massentauglichkeit“ die Spieltiefe genommen.<br />
Ich kann alle beruhigen, die um die Komplexität der neuen Version bangen. Die Turnierversion wird es weiterhin geben und damit auch die Möglichkeit, aus einer Vielfalt von Karten sein eigenes Deck zusammen zu stellen.</p>
<p>Vielleicht hatte ich es in meinen vorangegangenen Blogs nicht deutlich genug formuliert: Die Vereinfachung besteht hauptsächlich darin, dass das Erlernen der Regel erleichtert wird. Ein wichtiger Baustein im neuen Regelwerk ist daher das „Einführungsspiel“. Es dauert nur 20 bis 30 Minuten und macht mit den Grundregeln des Spiels vertraut. Es ersetzt nicht das alte Grundspiel. Zwar ist auch schon die Einführung ein spannender Wettlauf um 7 Siegpunkte aber die vielfältigen Möglichkeiten des Kartenspiels werden hier noch nicht ausgeschöpft.</p>
<p>So sollten die Spieler nach 2 oder 3 Einführungsspielen bereit für die drei ebenfalls im Spiel enthaltenen Themensets mit ihren zusätzlichen Regeln sein.</p>
<p>Ein Themenspiel wird mit den Karten des Einführungsspiels und mit den Karten eines Themensets bestritten. Betreffend der Komplexität und der Spieltiefe entspricht ein Themenspiel dem alten Basisspiel. Aber jedes der drei Themenspiele ist deutlich themenbezogener und hat auch eine kürzere Spieldauer.</p>
<p>Aber mehr dazu in meinen nachfolgenden Blogs. Heute möchte ich Ihnen, lieber Leser, das Einführungsspiel vorstellen. Es trägt den Titel „Die ersten Cataner“ und man sieht es den Kartenmotiven an, dass es die ersten Cataner wohl noch nicht so weit gebracht haben.</p>
<p>Wie im alten Basisspiel liegen die Stapel mit den Zentralkarten Siedlung, Straße, Stadt, Landschaft und den Ereigniskarten zwischen den Spielern aus. Dazu kommen 3 Stapel mit je 12 Ausbaukarten. Die Illustration der neuen Zentralkarten hatte ich schon in meinem letzten Blogbeitrag im Abschnitt „Der catanische Nebel“ vorgestellt. Und hier nun die neuen Karten sowie die Regeländerungen, die für das Einführungsspiel aber auch für die Themenspiele gelten:</p>
<h4>Die Landschaften</h4>
<p>Auf den Landschaften haben wir die Zahlen neu verteilt. Früher konnte es passieren, dass gleiche Zahlen auf  Wald- und Hügellandschaften den Spieler mit dem schwarzen Wappen schnell mit Straßen und Siedlungen expandieren ließen, während beim Mitspieler die Wolle- und Goldlandschaften aus allen Nähten platzten. Mit der neuen Verteilung geht alles etwas gerechter zu. Die Lehm- und die Holzzahlen korrespondieren nun mit den Getreide- und den Erzzahlen. Und noch eine gute Nachricht für alle Goldfans: Wegen der gesteigerten Nachfrage nach Gold haben wir den Landschaftskartenstapel mit einer vierten Goldlandschaft verstärkt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-591   alignnone" title="Wolle" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/RS-Wolle.jpg" alt="RS Wolle Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="135" height="135" /><img class="size-full wp-image-589  alignnone" title="Holz" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/RS-Holz.jpg" alt="RS Holz Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="135" height="135" /><img class="size-full wp-image-588 alignnone" title="Gold" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/RS-Gold.jpg" alt="RS Gold Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="135" height="135" /><img class="size-full wp-image-586 alignnone" title="Erz" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/RS-Erz.jpg" alt="RS Erz Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="135" height="135" /><img class="size-full wp-image-590 alignnone" title="Lehm" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/RS-Lehm.jpg" alt="RS Lehm Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="135" height="135" /><img class="size-full wp-image-587 alignnone" title="Getreide" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/RS-Getreide.jpg" alt="RS Getreide Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="135" height="135" /></p>
<h4>Die Ausbaukarten – Gebäude</h4>
<p>Funktionell unverändert – aber teilweise mit neuen Namen &#8211; wurden die „Verdopplerkarten“ wie die Eisengießerei, die Getreidemühle, die Ziegelbrennerei, das Holzfällerlager und die Webstube aus dem alten Basisspiel übernommen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-581" title="Eisenschmelze" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/PG-Eisenschmelze.jpg" alt="PG Eisenschmelze Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-583" title="Wassermühle" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/PG-Wassermuehle.jpg" alt="PG Wassermuehle Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-585" title="Ziegelbrennerei" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/PG-Ziegelbrennerei.jpg" alt="PG Ziegelbrennerei Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-582" title="Holzfällerlager" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/PG-Holzfaellerei.jpg" alt="PG Holzfaellerei Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-584" title="Webstube" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/PG-Webstube.jpg" alt="PG Webstube Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<p>Aus der alten Zollstation wurde eine Zollbrücke. Lange haben wir darüber diskutiert, ob die Karte ihren Handelspunkt behalten soll. Schließlich hat sich die Zolllobby durchgesetzt und erfolgreich ihren Handelspunkt verteidigt. Nicht so erfolgreich waren hingegen die Lagerverwalter. Alles Flehen half nichts – der Handelspunkt wurde ihren Lagern aberkannt. Wie immer hielten sich die Mönche dezent im Hintergrund und so gingen sie aus der Reform unbeschadet hervor. Nach ein paar Vaterunsern konnten sie sogar einen kleinen Vorteil für ihr Kloster ergattern. Dazu mehr bei der Vorstellung der Ereigniskarte „Ertragreiches Jahr“.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-596" title="Lagerstätte" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/WG-Lagerstaette.jpg" alt="WG Lagerstaette Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-595" title="Kloster" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/WG-Kloster.jpg" alt="WG Kloster Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-633" title="Zollbruecke" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/WG-Zollbruecke-neu.jpg" alt="WG Zollbruecke neu Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<p>Bei den Ausbaukarten des Einführungsspiels gibt es keine Stadtausbauten und somit auch kein Rathaus, das die Fürsten privilegiert, sich mit nur einem Rohstoff eine Karte aus einem Ausbaustapel aussuchen zu dürfen. Diese Funktion übernimmt nun das Gemeindehaus, das die Strukturen einer dörflichen Gemeinschaft ordnet und es so dem Fürsten einfacher macht, seine Pläne durchzusetzen.</p>
<p>Neu ist die Funktion des Marktes. Mich hatte es schon immer gestört, wenn mein Mitspieler vor mir seine dritte Siedlung errichtet hatte und ich mit meinen Rohstoffeinkünften hinterher hinkte. Wer in der neuen Version einen Markt baut, bekommt immer dann einen zusätzlichen Rohstoff, wenn eine Zahl gewürfelt wurde, von der der Mitspieler mehr besitzt. Auswählen darf man sich einen Rohstoff, den auch der Mitspieler erhalten hat.</p>
<p>Der Markt stärkt die Konzentrationsstrategie. Man hat mehr Zeit, sein Fürstentum auszubauen, bevor man mit Siedlungen und Straßen expandiert. Er wirkt auch einer frühen Führung eines Spielers entgegen, der sich mit einem Siedlungsvorsprung und entsprechendem Würfelglück eventuell uneinholbar absetzen kann.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-597" title="Markt" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/WG-Markt.jpg" alt="WG Markt Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-594" title="Gemeindehaus" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/WG-Gemeindehaus.jpg" alt="WG Gemeindehaus Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<h4>Die Ausbaukarten – Einheiten – Handelsschiffe</h4>
<p>Aus Handelsflotten wurden &#8211; dem bescheidenen Anfang der Besiedlung Catans Rechnung getragen – Handelsschiffe. Wie gehabt gibt es für jeden Rohstoff ein Handelsschiff. Auch die Große Handelsflotte ist noch mit von der Partie, heißt jetzt aber „Großes Handelsschiff“.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-593" title="Großes Handelsschiff" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/Sch-Grosses-Handelsschiff.jpg" alt="Sch Grosses Handelsschiff Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-592" title="Getreide-Handelsschiff" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/Sch-Getreide-Handelsschiff.jpg" alt="Sch Getreide Handelsschiff Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<h4>Die Ausbaukarten – Einheiten – Helden</h4>
<p>Bisher war es so, dass die männliche Zunft in Form von teilweise bis über den Kopf geharnischter, schwer bewaffneter Ritter ein starkes Übergewicht im Kartenspiel hatte. Dieses Übergewicht entspricht nicht der Realität, denn am Aufbau einer Gemeinschaft waren und sind immer Frauen und Männer gleichermaßen beteiligt. Wir haben die Kennzeichnung Ritter daher gegen den Begriff  Held ausgetauscht, der für beide Geschlechter gilt. Die Stärke bleibt dabei unangetastet – wobei wir unter Stärke nicht nur die reine Muskelkraft, sondern auch die geistige Flexibilität und den mit ihr verbundenen Einfluss auf die Stärke einer Gemeinschaft verstehen. Die Turnierpunkte wurden durch Geschickpunkte ersetzt. Als Geschick definieren wir alle Fähigkeiten, in Wettkämpfen zu bestehen oder seine Mitmenschen zu erfreuen. Neben dem Geschick, sich in einem Schaukampf durchzusetzen, stehen gleichberechtigt Talente wie das mitreißende Erzählen einer Geschichte, ein bezaubernder Gesang oder das Spiel auf der Harfe. Eine Harfe ist somit auch zum Symbol für das Geschick und das Ereignis „Fest“ geworden.</p>
<p>Kenner des Romans „Die Siedler von Catan“ von Frau Gablé werden bei den abgebildeten Helden unschwer die Protagonisten des Romans – eben die ersten Cataner &#8211; erkennen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-575" title="Candamir" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Candamir.jpg" alt="Candamir Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-576" title="Osmund" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Osmund.jpg" alt="Osmund Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-577" title="Harald" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Harald.jpg" alt="Harald Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-578" title="Austin" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Austin.jpg" alt="Austin Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-579" title="Inga" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Inga.jpg" alt="Inga Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-580" title="Siglind" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Siglind.jpg" alt="Siglind Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<h4>Die Ausbaukarten – Aktionskarten</h4>
<p>Die Aktionskarten des Einführungsspiels sind alle ohne Bedingungen spielbar. Hinter dem Kaufmannszug verbirgt sich die alte Karawane, der Alchimist wurde von der Seherin Brigitta (ebenfalls ein Charakter aus dem Roman Rebecca Gablés) verdrängt und die eher neuzeitliche Landreform heißt jetzt Umzug. Unverändert geblieben ist der Kundschafter.<br />
Neu ist die Karte Goldschmied. Der Goldschmied gibt für drei Gold zwei beliebige Rohstoffe ab.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-565" title="Kaufmannszug" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/AK-Kaufmannszug.jpg" alt="AK Kaufmannszug Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-563" title="Brigitta" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/AK-Brigitta.jpg" alt="AK Brigitta Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-567" title="Umzug" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/AK-Umzug.jpg" alt="AK Umzug Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-566" title="Kundschafter" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/AK-Kundschafter.jpg" alt="AK Kundschafter Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-564" title="Goldschmied" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/AK-Goldschmied.jpg" alt="AK Goldschmied Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<p>Vielleicht sorgen Sie sich jetzt um die „bösen“ Aktionskarten des alten Grundspiels wie Spion, Feuerteufel oder Raubzug. Keine Sorge, lieber Leser, die Reform hat ihre Kinder nicht gefressen. Die Unholde gibt es weiterhin in den Themensets. Allerdings tarnen sie sich dort mit neuen Namen.</p>
<h4>Die Ereigniskarten</h4>
<p>Bei der Erfindung hat sich nur der Name geändert, sie hieß früher Fortschritt.</p>
<p>Das Ertragreiche Jahr versorgt nun nicht nur die Landschaften, die Lagerstätten benachbart sind, mit einem zusätzlichen Rohstoff, sondern auch die benachbarten Landschaften eines Klosters.</p>
<p>Der Bruderzwist (ehemals Konflikt) und die Fehde (ehemals Überfall) sorgen auch schon im Einführungsspiel dafür, dass der Spieler mit dem Stärkevorteil seinem Mitspieler das Spielerleben etwas schwerer machen kann. Da es von jeder dieser Karten aber nur eine gibt, hält sich der Schaden in Grenzen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-569" title="Erfindung" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Erfindung.jpg" alt="EK Erfindung Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-570" title="Ertragreiches-Jahr" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Ertragreiches-Jahr.jpg" alt="EK Ertragreiches Jahr Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-568" title="Bruderzwist" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Bruderzwist.jpg" alt="EK Bruderzwist Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-572" title="Fehde" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Fehde.jpg" alt="EK Fehde Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<p>Das Julfest entspricht dem alten Jahreswechsel – allerdings mit zwei wichtigen Änderungen:</p>
<ol>
<li>Wird das Julfest gezogen, wird der Kartenstapel gemischt und sofort eine neue Karte gezogen.</li>
<li>Das Mischen des Kartenstapels: Alle Karten mit Ausnahme des Julfestes werden verdeckt gemischt. Drei Karten werden verdeckt abgelegt. Darauf kommt das Julfest und darauf kommen wiederum verdeckt die restlichen Ereigniskarten.</li>
</ol>
<p>Durch diese Regeländerungen wird der Ereigniskartenstapel berechenbarer und es kommt nicht mehr vor, dass wiederholt die Karte Julfest gezogen wird und kein Ereignis eintritt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-573" title="Julfest" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Julfest.jpg" alt="EK Julfest Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<p>Zwei neue konstruktive Ereigniskarten sorgen dafür, dass das Spiel noch etwas schneller wird:<br />
Besucht der Fahrende Händler die Fürstentümer, darf jeder Spieler für ein Gold einen beliebigen Rohstoff kaufen. Und das bis zu zweimal. Wohl dem, der dann sein Gold nicht schon vorher verprasst hat und einen lukrativen Handel abschließen kann.<br />
Bei der Wettfahrt der Handelsschiffe erhält der Spieler mit den meisten Handelsschiffen einen beliebigen Rohstoff.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-574" title="Wettfahrt der Handelsschiffe" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Wettfahrt-der-Handelsschiffe.jpg" alt="EK Wettfahrt der Handelsschiffe Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-571" title="Fahrender Haendler" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Fahrender-Haendler.jpg" alt="EK Fahrender Haendler Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<p>Auch zwei Neuerungen beim ehemaligen Würfelereignis „Ritterturnier“ gibt es. Erstens heißt das Turnier jetzt Fest, da inzwischen ja nicht nur mit Waffen gestritten sondern auch gesungen und musiziert wird. Zweitens erhalten zunächst beide Spieler einen beliebigen Rohstoff, wenn das Fest gewürfelt wird. Nur wenn ein Fürst mit seinen Helden über mehr Geschickpunkte als sein Mitspieler verfügt, erhält er alleine einen beliebigen Rohstoff.</p>
<h4>Ertrag und Ereignis</h4>
<p>Auch wenn die alte Regel vorschrieb, zuerst das Ergebnis des Ereignis- und dann das Ergebnis des Ertragswürfels auszuführen, hielt sich kaum einer daran. Deshalb haben wir uns in der neuen Fürstenversion am intuitiven Verhalten orientiert und die Reihenfolge umgekehrt. Zuerst nehmen sich die Spieler ihre Erträge und dann wird das Ereignis ausgeführt. Die einzige Ausnahme: Wird der Räuberüberfall gewürfelt, schlägt der Räuber zu, bevor die Erträge ausgeschüttet werden. Damit das keiner übersieht, wird die Keule rot eingefärbt.</p>
<h4>Der Handelsvorteil und der Stärkevorteil</h4>
<p><em>„Was, ich muss über meine 3 Handelspunkte hinaus eine Stadt gebaut haben, um den Mühlenstein zu bekommen? Dann habe ich das jahrelang falsch gespielt.“</em></p>
<p>Wie oft habe ich diesen Satz in den vergangenen Jahren gehört oder gelesen. Scheinbar war die Bedingung mit der Stadt nur schwer verständlich oder ging beim Regellesen nur zu gern durch das eine Auge hinein und durch das andere wieder hinaus. Wie einsichtige Politiker haben wir uns daher der Realität gebeugt und die Stadtbedingung gestrichen. Dafür haben wir die Handelspunkte etwas ausgedünnt und damit das Erlangen von 3 Handelspunkten erschwert.</p>
<p>Angepasst an diese Regel erringt ein Spieler erst dann den Stärkevorteil, wenn er Helden mit insgesamt 3 Stärkepunkten ausliegen hat.</p>
<h4>Kartenhand ergänzen und Karte austauschen</h4>
<p>Die Änderung: Im ersten Schritt reguliert ein Spieler seine Kartenhand auf die erlaubte Handkartenzahl, indem er Karten nachzieht oder Karten abwirft.<br />
Danach darf er im zweiten Schritt eine Karte tauschen. Hierzu legt er eine Karte ab und  sucht sich dann entweder gegen Abgabe von einem oder von zwei Rohstoffen eine Karte aus einem Stapel aus oder er zieht kostenlos die oberste Karte eines Stapels.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Das Einführungsspiel ist bestimmt kein spielerisches Schwergewicht. Es besitzt weniger und auch einfachere Regeln als das frühere Kartenspiel. Zudem sind die Angriffs-Aktionskarten ausgespart. Insgesamt bietet es Anfängern damit einen wesentlich einfacheren und auch frustfreieren  Einstieg in die Welt des catanischen Kartenspiels als dies beim alten Kartenspiel der Fall war. Und wer nach der Einführung mehr möchte, kann beim eher friedlichen Themenspiel „Zeit des Fortschritts“ die Vorzüge der Universität kennen lernen oder seinem Spielpartner in „Zeit der Wirren“ Verräter und Feuerteufel um die Ohren hauen oder ihn mit der Beutefahrt oder einem Raubzug um seine Rohstoffe erleichtern.</p>
<p>In meinem nächsten Blog werde ich die Karten und Regeln des ersten Themenspiels „Zeit des Goldes“ vorstellen.</p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 18:15:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Teil 4 – Die Geschichte Catans und die Illustration
Eigentlich wollte ich in meinem vierten Blog das Einführungsspiel vorstellen. Da es aber noch etwas dauern wird, bis alle Karten der Einführung fertig sind und mir Michael Menzel einen interessanten Bericht über die Entstehung der Karte „Stadt“ zugeschickt hat, habe ich mich kurzfristig dazu entschlossen, meinen vierten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Teil 4 – Die Geschichte Catans und die Illustration</h3>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="100" height="205" />Eigentlich wollte ich in meinem vierten Blog das Einführungsspiel vorstellen. Da es aber noch etwas dauern wird, bis alle Karten der Einführung fertig sind und mir Michael Menzel einen interessanten Bericht über die Entstehung der Karte „Stadt“ zugeschickt hat, habe ich mich kurzfristig dazu entschlossen, meinen vierten Blog der Geschichte Catans und der von ihr beeinflussten Illustration der Karten zu widmen.</p>
<h4>Die fiktive Geschichte Catans</h4>
<p>Als ich das Kartenspiel 1995 entwickelte, machte ich mir wenig Gedanken über die Illustration der Motive. Klar, das Spiel sollte im Mittelalter angesiedelt sein und die Titel der Karten standen fest. Mehr Vorgaben gab es für Franz Vohwinkel, den Illustrator der alten Version des Kartenspiels, jedoch nicht.</p>
<div id="attachment_507" class="wp-caption alignright" style="width: 205px"><img class="size-full wp-image-507" title="Die Siedler von Catan - Der Roman" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Catan-Roman_Blog.jpg" alt="Catan Roman Blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="195" height="280" /><p class="wp-caption-text">Die Siedler von Catan - Der Roman</p></div>
<p>Inzwischen, 15 Jahre später, ist viel geschehen. Mit dem Roman „Die Siedler von Catan“ von Rebecca Gablé hat Catan seine Geschichte erhalten &#8211; zumindest die Geschichte seiner Entdeckung und der ersten Besiedlung im 9. Jahrhundert durch Männer und Frauen, die von der norwegischen Küste vertrieben wurden.<br />
Im Roman endet die Geschichte mit dem Zerwürfnis und der Trennung der Siedler. Candamir gründet mit seinen Anhängern im Süden der Insel eine neue Siedlung, während Osmund mit den Seinen im Norden bleibt.<br />
Viele wollten natürlich gerne wissen, wie es weitergeht. Ich natürlich auch. So machte ich mir immer mal wieder Gedanken darüber und skizzierte den weiteren Verlauf der Geschichte Catans.</p>
<p>Sieht man von den Aktivitäten des großen Vulkans und gelegentlichen Erdbeben ab, war Catan ein Paradies für die Siedler. Fruchtbare Felder und Weiden, Baumaterial im Überfluss und Erzvorkommen in den Bergen ließen die Siedlungen prosperieren und nach 100 Jahren waren aus zwei Siedlungen viele Siedlungen in den Ebenen und Tälern der Insel entstanden.</p>
<p>Die Insel im Atlantik war groß genug für alle und so kam es trotz religiöser Differenzen zwischen den Anhängern Odins im Norden und den Christen im Süden kaum zu Konflikten. Diese Zeit der ersten Cataner ist das Thema des Einführungsspiels. Es gibt noch keine ausgebauten Städte und die Gebäude sehen den Häusern ähnlich, welche die Vorfahren der Cataner in ihrer nordischen Heimat zu bauen pflegten. Auch gibt es noch keine Ritter, sondern Heldinnen und Helden wie Siglind, Osmund, Candamir oder Harald, denen manche vielleicht schon in der Erzählung von Rebecca Gablé begegnet sind.</p>
<p>Wenn Catan eine große Insel an der Stelle der heutigen Azoren wäre (die Azoren wurden erst im Jahre 1427 entdeckt), dann wäre es nicht unwahrscheinlich gewesen, dass noch andere Seefahrer die Insel erreichten. Und tatsächlich landet im Jahr 960 der Wikingerfürst Carl Gabelbart mit einer großen Flotte an den Küsten Catans. Carl wollte eigentlich nicht nach Catan, sondern war auf Wikingfahrt in den Süden. Aber ein Sturm kam dazwischen und trieb ihn und seine mit Kriegern besetzten Langschiffe weit nach Westen ab.<br />
Carl ist beeindruckt von der Schönheit und Fruchtbarkeit Catans und er beschließt, die Insel zu erobern und ihr Herrscher zu werden. Zunächst aber gilt es, die Moral seiner Männer zu heben und ihr wichtiges Bedürfnis zu stillen: Frauen.<br />
Man kann sich vorstellen, dass dieses Bedürfnis zu Konflikten mit den Catanern führte. Und so prägen Karten wie Carl Gabelbart, Verräter, Feuerteufel, Fehden und Unruhen das Themenset „Die Zeit der Wirren“. Nachdem die Sache mit Carl Gabelbart ausgestanden ist, bauen die Cataner ihre zerstörten Höfe und Dörfer neu auf. Der rege Schiffsverkehr zwischen dem Norden und dem Süden zeugt vom wieder erstarkten Handel und nach ein paar Jahren sind die Schrecken des Überfalls durch Carl Vergangenheit. Es beginnt die Zeit des Goldes, welche sich im gleichnamigen Themenset widerspiegelt.</p>
<p>In späteren Sets wie „Zeit des Fortschritts“ oder „Zeit der Handelsherren“ hat Catan Kontakt mit dem europäischen Festland. Einerseits wirken die neuen Beziehungen befruchtend auf die Entwicklung Catans, andererseits bergen sie auch die Gefahr von Überfällen goldgieriger Barbaren, die den spanischen Konquistadoren gar nicht so unähnlich sind. Anfang des 16. Jahrhunderts endet die Geschichte Catans. Ob sie mit der Eroberung der Insel durch spanische Glücksritter endet, entscheiden wir letztlich selbst in jedem Spiel „Städte &amp; Ritter“ oder auch später im Themenspiel „Zeit der Barbaren“.</p>
<h4>Der catanische Baustil</h4>
<p><img class="alignright size-full wp-image-510" title="Rathaus" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Rathaus_blog.jpg" alt="Rathaus blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" />Nun möchte ich mich gar nicht weiter in die fiktive Geschichte Catans vertiefen. Letztlich wollte ich zeigen, dass sich die Geschichte Catans, nach Epochen unterteilt, in den Themenspielen widerspiegelt. Und damit komme ich wieder zurück zur Grafik. Denn die Grafik soll den fiktiven historischen Hintergrund Catans bildhaft zum Leben erwecken. Sind die Gebäude der Siedlungen noch einfacher Natur und stark an den wikingischen bzw. nordischen Baustil angelehnt, wird sich in den später entstehenden Städten Catans eine eigenständige Architektur ausgebildet haben. Wie könnte solch eine Architektur ausgesehen haben? Ich setzte mich mit Michael Menzel und Sebastian Rapp vom Kosmos Verlag zusammen und wir entwickelten gemeinsam die Grundzüge eines catanischen Baustils. Wir entschieden uns für etwas Gotik mit typisch wikingischen Elementen wie Giebelkreuze oder Drachenköpfe und Dachkonstruktionen, die durchaus an Langschiffe oder auch die nordischen Stabkirchen erinnern durften. Bei der noch nicht fertigen Karte rechts (das Textfeld wird anders), sieht man den Mix der verschiedenen Stilelemente. Auch das für Catan typische Sechseck fand ein Plätzchen auf der Stirnseite des Rathauses.</p>
<h4>Der catanische Nebel</h4>
<p>Das Kartenspiel ist eigentlich kein Kartenspiel. Im Grunde ist es ein Spiel mit Karten, die aus- und angelegt werden – also mehr ein Legespiel mit dem Charakter eines Aufbauspiels. Bei der Auslage der Karten entsteht eine Siedlungsstruktur. Es war unser Ziel, dass diese Struktur ein möglichst harmonisches Ganzes ergibt, bzw. dass der Eindruck einer zusammenhängenden Landschaft entsteht. Daher taucht jedes Motiv einer Karte aus dem Nebel auf. Die Karten sind die relevanten Ausschnitte eines Fürstentums. Zwischen den Karten können in Wirklichkeit große Entfernungen liegen. Die Gebiete zwischen den Karten interessieren uns aber nicht und verschwinden daher im Nebel.</p>
<p>In der folgenden Abbildung ist gut zu erkennen, dass die ausgelegten Karten mit Hilfe des Nebels, der Darstellung der Gebäude in der isometrischen Perspektive und der ungefähr gleichen Größe aller Bauten den Eindruck einer zusammenhängenden Siedlungsstruktur vermitteln. Die „6“ auf den Landschaften ist nur ein Platzhalter und bei der Eisenschmelze, dem Kloster und der Lagerstätte fehlen noch die transparenten Textkästen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-512" title="Siedlungsstruktur" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Siedlungsstruktur_blog.jpg" alt="Siedlungsstruktur blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="450" height="450" /></p>
<h4>Die Entwicklung der catanischen Stadt</h4>
<p>Wie entsteht eigentlich eine Karte? Wie geht der Illustrator vor? Das sind Fragen, die Sie, lieber Leser, sicher auch interessieren. Wer wäre wohl besser geeignet, unsere Neugier zu befriedigen als der Illustrator selbst? Ich freue mich, dass Michael Menzel sich bereit erklärt hat, uns nachfolgend die einzelnen Schritte bei der Entstehung der Karte „Stadt“ zu zeigen und sie zu kommentieren.</p>
<hr /><em>Liebe Siedler!</em></p>
<p><em>Ich freue mich, Ihnen zur Entstehung der &#8220;Fürsten von Catan&#8221;- Stadt eine kurze Erläuterung schreiben zu können.<br />
Ich arbeite mit Photoshop und einem Grafiktablett. Photoshop erlaubt es, auf mehreren Ebenen zu malen. Der Begriff Ebenen wird im weiteren Text häufiger fallen. Ebenen kann man sich wie mehrere Schichten von Transparentpapier übereinander vorstellen.</em></p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><em>In der ersten Skizze versuche ich die richtigen Formen zu &#8220;finden&#8221;. Dies kann mit Bleistift auf Papier oder wie hier digital geschehen. Ich taste mich sozusagen an die richtige Form der Häuser heran.<br />
</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-514" title="Stadt 1" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_1_blog.jpg" alt="Stadt 1 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Alle Gebäude des Kartenspiels werden im gleichen Winkel angelegt. Es gibt keine perspektivische Verzerrung &#8220;nach hinten&#8221;, d. h. die Gebäude vorne sind genauso groß wie die hinteren.</em><em><br />
Man sieht diese &#8220;Iso&#8221;-Perspektive häufig im Computerspielbereich. Auf diese Weise passen alle Karten optisch aneinander. Die Kartenauslage während des Spiels wird zu einer großen, zusammenhängenden Landschaft. Damit ich die immer gleiche Ausrichtung einhalten kann, zeichne ich mir den Winkel einmal auf einer separaten Ebene ein (hier hellblau). Daran kann ich mich dann während des Illustrierens orientieren.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-516" title="Stadt 2" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_2_blog.jpg" alt="Stadt 2 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Wenn die Zeichnung soweit gut ist, lege ich grob die Farben an. Dabei sollten zu diesem Zeitpunkt noch keine sehr starken Kontraste verwendet werden. Es entsteht ein „sumpfiger Farbteppich“. Photoshop ermöglicht es, auf einer Ebene unter der Skizze zu malen und somit die Linien der Skizze nicht zu übermalen.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-517" title="Stadt 3" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_3_blog.jpg" alt="Stadt 3 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Ab jetzt berücksichtige ich auch die Position der Lichtquelle. Damit  später der Eindruck einer großen Landschaft entstehen kann, ist es  wichtig, dass die Beleuchtung immer gleich ist und der Schatten immer  gleich fällt.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-518" title="Stadt 4" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_4_blog.jpg" alt="Stadt 4 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Jetzt kann die Feinarbeit vorgenommen werden. Ich zoome zu diesem Zeitpunkt nah heran und modelliere aus dem „sumpfigen Farbteppich“ heraus die richtigen Konturen. Jetzt werden Schlagschatten und Glanzlichter gesetzt. Dieser Prozess ist sehr malerisch. Der Computer, das Programm und das Grafiktablett sind hier einfach nur neue Werkzeuge für die Malerei.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-519" title="Stadt 5" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_5_blog.jpg" alt="Stadt 5 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Anschließend wird über ein Photoshop-Menü der Farbkontrast erhöht und an andere bereits existierende Landschaften und Gebäude angepasst.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-520" title="Stadt 6" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_6_blog.jpg" alt="Stadt 6 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><em><img class="alignright size-full wp-image-523" title="Fertige Stadt" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_fertig_blog.jpg" alt="Stadt fertig blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="300" height="300" />Dann zeichne ich noch kleine Menschen in die Stadt. Diese „Mini-Menschen“ sind nicht nur Schmuck. Ich finde, dass die Stadt erst durch sie so richtig zu einer Stadt wird. Sie geben ihr Geräusch und Lebendigkeit. Zuletzt zeichne ich noch die Flaggen ein. Sie geben dem Bild Wind, Bewegung und sorgen für hübsche Farbkleckse, die das Bild angenehm auflockern.</em></p>
<p><em>Der gesamte Prozess dauert zwischen 3 und 6 Stunden, je nach Detailreichtum des Motivs.</em></p>
<p><em>Michael Menzel</em></p>
<hr style="clear: both;" /><strong>Vielen Dank, lieber Michael Menzel!</strong></p>
<p>In meinem nächsten Blog werde ich alle Karten und die Regeln des Einführungsspiels „Die ersten Cataner“ vorstellen.</p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
<p><a href="http://blog.catan.de/?ibsa=share&id=505" id="share-link-">Share</a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 3</title>
		<link>http://blog.catan.de/2010/02/kartenspiel-reform-2010-teil-3/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 14:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klaus Teuber]]></category>
		<category><![CDATA[Catan]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Kartenspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Konzept]]></category>
		<category><![CDATA[Reform]]></category>
		<category><![CDATA[Siedler]]></category>
		<category><![CDATA[Siedler von Catan]]></category>
		<category><![CDATA[Teuber]]></category>

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		<description><![CDATA[Teil 3 – Das erste Konzept und die Entwicklung
Als in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 die Zukunft des Kartenspiels wegen der stark nachlassenden Verkaufszahlen in Frage stand, machte ich mir Gedanken, was man verbessern konnte, um eine Neustellung des Kartenspiels zu begründen.
In den vergangenen Jahren hatte ich das Kartenspiel öfter verschenkt – vorzugsweise an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 3" width="100" height="205" /></a>Teil 3 – Das erste Konzept und die Entwicklung</h3>
<p>Als in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 die Zukunft des Kartenspiels wegen der stark nachlassenden Verkaufszahlen in Frage stand, machte ich mir Gedanken, was man verbessern konnte, um eine Neustellung des Kartenspiels zu begründen.</p>
<p>In den vergangenen Jahren hatte ich das Kartenspiel öfter verschenkt – vorzugsweise an Paare, die eher selten spielten und wenn dann meist zu zweit. Aufgrund der Rückmeldungen der Beschenkten konnte ich mir ein Bild machen, wo es beim Kartenspiel hakte und wo man ansetzen musste, um es zu verbessern. Ich kam zu folgenden Schlussfolgerungen:</p>
<ol>
<li><strong>Für Anfänger dauert das Kartenspiel zu lang</strong><br />
Eine erste Spielpartie kann durchaus 2 Stunden dauern. Damit ist für viele der Spielabend schon vorbei und eine zweite Partie hat wenige Chancen. Wenn man das Spiel beherrscht, kann es immer noch bis zu 90 Minuten dauern, was einigen auch schon zu lange ist.<br />
Ziel: Die Spieldauer im Allgemeinen und im Besonderen für Anfänger kürzen.</li>
<li><strong>Hohe Komplexität durch Kartenvielfalt</strong><br />
Wer das Kartenspiel zum ersten Mal spielt, sieht sich einer großen Menge von Karten gegenüber, deren Funktionen sich ihm oft erst in der zweiten oder dritten Partie erschließen.<br />
Ziel: Anfänger sollten zunächst mit weniger Karten konfrontiert werden.</li>
<li><strong>Spielblockaden</strong><br />
Viele Karten dürfen im ersten Spieldrittel nicht gespielt werden. So können anfangs Stadtausbauten und die meisten Aktionskarten nicht eingesetzt werden. Dadurch wird der Spielfluss zäher. Wer beispielsweise als Anfänger nur rote Stadtausbauten und unspielbare Aktionskarten auf die Hand bekommt, ist weniger motiviert weiterzuspielen.<br />
Ziel: Anfänger sollten alle Karten von Anfang an spielen können und  alle Karten sollten sofort sinnvoll nutzbar sein.</li>
<li><strong>Ärgerpotential</strong><br />
Es gibt einige destruktive Karten wie den Feuerteufel, den Schwarzer Ritter und den Bürgerkrieg, die gerade bei der ersten Partie, wenn die Spieler das Zusammenspiel der Karten noch nicht kennen, zu unliebsamen Überraschungen und zu Ärger führen können.<br />
Ziel: Für Anfänger sollte es keine zu heftigen „Ärgerkarten“ geben.</li>
<li><strong>Umfangreiche Regel</strong><br />
Manche Regeldetails sind nicht intuitiv wie beispielsweise die Bedingung für den Handelsvorteil. Um den Handelsvorteil zu erhalten, muss man mehr Handelspunkte besitzen und eine Stadt gebaut haben. Die Stadtbedingung nehmen viele nicht wahr.<br />
Manche Regeln sind unnötig wie beispielsweise die Regeln, wie man mit dem Mitspieler handelt. In der Praxis handeln erfahrene Spieler beim Kartenspiel nicht miteinander.<br />
Ziel: Unnötiger Regelballast sollte entfernt werden</li>
</ol>
<p>Jeder Punkt dieser Aufzählung mindert den Spielspaß schon bei der ersten Partie. Wenn das Kartenspiel sinnvoll reformiert werden sollte, musste ich Wege finden, es anfängerfreundlicher zu gestalten – ohne ihm dabei den Spielreiz zu nehmen. Ich wusste, das würde nicht einfach werden.<br />
Ich entwickelte ein erstes Konzept auf der Grundidee, in einer Spielschachtel ein einfaches Einführungsspiel für Anfänger und drei Themenspiele für Fortgeschrittene anzubieten. Hierfür benötigte ich ca. 180 Karten. Bei der Auswahl der Karten berücksichtigte ich zunächst nur die Karten des Basisspiels und des alten Turnier-Sets.</p>
<h4>Das Einführungsspiel</h4>
<p>Für das Einführungsspiel wählte ich Aktionskarten ohne Bedingung und keine Stadtausbauten. Damit waren alle Karten von Spielbeginn an ohne Einschränkungen spielbar.<br />
Die vier Ausbau-Kartenstapel bestückte ich mit 36 Karten (gegenüber 62 Karten im alten Grundspiel). Jeder Stapel umfasste damit nur 9 Karten, was für Anfänger ausreichend übersichtlich sein sollte.<br />
Als Siegbedingung legte ich 7 Siegpunkte fest. Ich versprach mir davon eine wesentlich kürzere Spieldauer. Damit lag ich richtig. Bei den späteren Tests dauerte das Einführungsspiel meist zwischen 25 und 30 Minuten.<br />
Nach zwei oder drei Einführungsspielen sollten die Spieler ausreichend mit den grundlegenden Karten und Regeln des Kartenspiels vertraut und somit für das eigentliche Spiel mit mehr Karten und einer höheren Siegbedingung bereit sein. Das „eigentliche Spiel“ sollte nach meinen Vorstellungen nun aber nicht mehr ein Spiel sein, sondern drei gleichberechtigt nebeneinander stehende Spiele, die sich thematisch und strategisch deutlich voneinander unterschieden.</p>
<h4>Die Themenspiele</h4>
<p>So traten an die Stelle des alten Grundspiels und der erweiterten Grundspiele die Themenspiele. Aus den Karten, die ich nicht für das Einführungsspiel verwendet hatte und einigen ganz neuen Karten formte ich drei thematisch unterschiedliche Themen-Sets, die zum jetzigen Stand der Entwicklung „Zeit des Goldes“, Zeit der Helden“ und „Zeit des Fortschritts“ heißen.<br />
Bei der Kartenauswahl verzichtete ich auf Karten, die sich im alten Kartenspiel als unattraktiv erwiesen hatten.  Ich modifizierte bestehende Karten oder entwickelte auch neue, um einen schnelleren Spielfluss zu erreichen und das jeweils gewählte Thema zu stärken. So fielen beispielsweise einige mächtige Ritter dem Rotstift zum Opfer.</p>
<p>Jedes Themen-Set stattete ich mit 24 Karten für die Ausbaustapel und ein paar Ereigniskarten aus. Ein Themenspiel wurde mit den Karten des Einführungsspiels und den Karten des jeweiligen Themen-Sets gespielt. Fünf  Kartenstapel bildeten für beide Spieler den Vorrat an Ausbau- und Aktionskarten. Sowohl die drei Stapel mit den Karten des Einführungsspiels als auch die beiden Stapel mit den Karten des jeweiligen Themen-Sets enthielten je 12 Karten.</p>
<p>Mit insgesamt 60 Karten in den Ausbaustapeln hatte ein Themenspiel damit immer noch 2 Karten weniger als das alte Grundspiel mit seinen 62 Karten und wesentlich weniger als das alte erweiterte Grundspiel mit 85 und mehr Karten. An diesen Zahlen hat sich bis zum jetzigen Entwicklungsstand nichts geändert.<br />
Bei den Tests, die später folgten, stellte sich heraus, dass ein Themenspiel meist zwischen 45 und 60 Minuten dauerte. Selbst das aggressivere Themenspiel „Zeit der Helden“ dauerte oft nicht mehr als eine Stunde. Dies lag daran, dass die Karten zielgerichteter waren und während der Entwicklung auch noch einige beschleunigende Spielelemente eingebaut wurden.</p>
<h4>Die Entwicklung</h4>
<p>Ich hatte das Gefühl, meine Ziele erreicht zu haben und stellte mein Konzept Ende 2008 dem Kosmos-Verlag vor. Der Verlag akzeptierte es und so waren die Weichen für die Neustellung des Kartenspiels gestellt. Auch unserem amerikanischen Catan-Partner Mayfair gefiel das Konzept, so dass die Zukunft des Kartenspiels auch für die englischsprachigen Ländern neu gestaltet werden konnte.  Ich war glücklich darüber, das Kartenspiel mit meiner Erfahrung der letzten 12 Jahre sozusagen neu entwickeln zu dürfen.</p>
<p>Der Relaunch sollte in zwei Etappen ablaufen. Das Kartenspiel sollte als „Die Fürsten von Catan“ mit Einführungsspiel und drei Themen-Sets im Herbst 2010 erscheinen, eine Erweiterung mit allen übrigen Themen-Sets wurde für 2011 geplant.<br />
Sebastian Rapp vom Kosmos-Verlag und ich waren uns einig, dass wir uns für die Redaktionsarbeit verstärken sollten. Wir fragten Dr. Reiner Düren und Peter Gustav Bartschat – beide erfahrene Kartenspieler der ersten Stunde – ob sie unserem Team beitreten wollte. Ich war sehr froh, dass sie wollten. Denn bei einer längeren Zusammenarbeit ist nicht nur Sachverstand gefragt, auch die Chemie zwischen den Beteiligten muss stimmen.</p>
<p>So bastelte ich auf Grundlage meines Konzepts 7 Prototypen. Drei schickte ich an meine Team-Kollegen, eines erhielt der Illustrator Michael Menzel, der dem Kartenspiel grafisch ein neues Gesicht verleihen sollte und je eines erhielten Arnd Beenen und  Sebastian Mellin. Während Arnd das Spiel für eine Umsetzung in der Catan-Onlinewelt konzipierte, war es die Aufgabe von Sebastian, das Spiel zu programmieren.<br />
Das Jahr 2009 stand ganz im Zeichen der Entwicklung. Jedes Mal, wenn einer von uns das Spiel getestet und einen Testbericht verfasst hatte, diskutierten wir in unserem Forum über die Schwächen und Stärken einzelner Karten. Karten wurden modifiziert, einige auch gestrichen und durch neue ersetzt. Die geänderten Karten schickte ich dann für die neuen Tests an meine Teamkollegen.<br />
Sicher werden sich jetzt einige fragen: „Und was ist mit dem Turnierspiel?“. Nun, das Turnierspiel war bei der Entwicklung zwar nicht unsere erste Präferenz, aber wir haben es immer im Auge behalten. Es ist natürlich möglich, das Turnierspiel mit den Karten von „Die Fürsten von Catan“ zu spielen. Seinen vollen Reiz wird es aber sicher erst entfalten, wenn die Erweiterung mit weiteren Karten im Jahr 2011 auf den Markt kommt.</p>
<div id="attachment_494" class="wp-caption aligncenter" style="width: 430px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/02/Kartenspiel-Reform_Fuersten.jpg"><img class="size-full wp-image-494" title="Zwei Fürsten beim Testduell am Catan Wochenende 2009 in Bilstein (Foto von Roland Hülsmann)" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/02/Kartenspiel-Reform_Fuersten.jpg" alt="Kartenspiel Reform Fuersten Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 3" width="420" height="315" /></a><p class="wp-caption-text">Zwei Fürsten beim Testduell am Catan Wochenende 2009 in Bilstein (Foto von Roland Hülsmann)</p></div>
<p>Während der Entwicklung entstand eine neue Spielform, die man durchaus als Vorstufe des Turnierspiels bezeichnen kann. Wir haben sie „Das Duell der Fürsten“ genannt. Mehr Informationen zum Duell der Fürsten folgen in einem meiner nächsten Blogs.</p>
<p>Inzwischen haben wir die Entwicklung am Kartenspiel vorerst abgeschlossen und ich habe mit der Konzeption der Erweiterung begonnen. Sebastian Mellin wird die Programmierung bis April abgeschlossen haben. Wir werden dann ausreichend Zeit haben, „Die Fürsten von Catan“ in einem größeren Kreis online zu testen und noch kleinere Änderungen vorzunehmen, bevor die Kartenvorlagen endgültig zur Druckerei gehen.</p>
<p><strong>In meinem nächsten Blog werde ich die Karten und die Regeln des neuen Einführungsspiels vorstellen und auch einige Illustrationen zeigen.</strong></p>
<div id="attachment_496" class="wp-caption aligncenter" style="width: 430px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/02/Kartenspielreform-Strasse_Siedlung_klein.jpg"><img class="size-full wp-image-496" title="Kartenspielreform: Straße und Siedlung" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/02/Kartenspielreform-Strasse_Siedlung_klein.jpg" alt="Kartenspielreform Strasse Siedlung klein Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 3" width="420" height="216" /></a><p class="wp-caption-text">Kartenspielreform: Straße und Siedlung</p></div>
<p>Vorab stelle ich Ihnen, lieber Leser, die neue Straße und Siedlung vor,  die in Zukunft das Grundgerüst des neuen Kartenspiels bilden werden.  Wundern Sie sich bitte nicht über die siegpunktlose Siedlung. Der  Siegpunkt kommt selbstverständlich noch drauf.</p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 2</title>
		<link>http://blog.catan.de/2010/01/kartenspiel-reform-2010-teil-2/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 09:59:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Teil 2 – Das Kartenspiel wird erweitert
Im Jahr 1997 erschien mit dem „Turnier-Set zum Kartenspiel“ die erste Erweiterung für das Kartenspiel. Inspiriert dazu wurde ich von „Magic, the Gathering“, das Mitte der 90er Jahre ein Kultspiel in Deutschland war. Obwohl die Regeln beider Spiele völlig unterschiedlich sind, haben sie eine Gemeinsamkeit: Sie lassen sich mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 2" width="100" height="205" /></a>Teil 2 – Das Kartenspiel wird erweitert</h3>
<p>Im Jahr 1997 erschien mit dem „Turnier-Set zum Kartenspiel“ die erste Erweiterung für das Kartenspiel. Inspiriert dazu wurde ich von „Magic, the Gathering“, das Mitte der 90er Jahre ein Kultspiel in Deutschland war. Obwohl die Regeln beider Spiele völlig unterschiedlich sind, haben sie eine Gemeinsamkeit: Sie lassen sich mit neuen Karten erweitern.<br />
Mir gefiel das Prinzip von Magic, bei dem jeder Spieler aus einer Auswahl von Karten sein eigenes Kartendeck zusammenstellt und damit gegen seinen Mitspieler antritt. Beim Turnier-Set, das ich vor allem für ambitionierte Spieler entwickeln wollte, übernahm ich dieses Prinzip: Die Spieler füllen ihre Kartenhand nicht mehr mit Karten von gemeinsamen Kartenstapeln auf sondern von eigenen Stapeln, die sie vor dem eigentlichen Spiel aus den Karten des Grundspiels und den Karten des Turnier-Sets zusammenstellen.<br />
Mit den eigenen Kartenstapeln war es nun wesentlich effektiver, eine bestimmte Strategie zu verfolgen. Um eine befriedigende Auswahl an Karten für die jeweilige Strategie zu garantieren, benötigte allerdings jeder Spieler ein Basisspiel und ein Turnier-Set.<br />
Das Sammelkartenprinzip von Magic übernahm ich nicht. Wer bei Magic und allen später nachfolgenden Sammelkartenspielen zu neuen Karten kommen möchte, muss kleine Erweiterungen, so genannte „Booster Packs“, kaufen, die zufällig einsortierte Karten enthalten. In diesen kleinen  Erweiterungen findet man seltene und weniger seltene Karten. Wer nun mit seltenen, sprich guten Karten antreten möchte, muss schon einige Booster Packs kaufen, um an diese heran zu kommen.<br />
Sicher, mit einem Sammelkartenspiel lässt sich eine Menge Geld verdienen, aber ich fand das Prinzip für Catan unpassend und fürchtete mich auch ein wenig vor dem Zwang, mir ständig weitere Karten ausdenken zu müssen, um die kleinen Booster-Packs mit neuen Karten zu füllen.</p>
<div id="attachment_474" class="wp-caption alignright" style="width: 206px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Turnierset_x200.jpg"><img class="size-full wp-image-474" title="Das Turnier-Set zum Kartenspiel" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Turnierset_x200.jpg" alt="Turnierset x200 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 2" width="196" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Das Turnier-Set zum Kartenspiel</p></div>
<p>So wurde das Catan Kartenspiel kein Sammelkartenspiel. Dennoch war das Turniervergnügen nicht ganz billig. Schließlich brauchte jeder Spieler ein eigenes Grundspiel und ein eigenes Turnierset. Obwohl ein entsprechender Hinweis  groß auf der Rückseite der Schachtel des Turnier-Sets stand, überlasen ihn viele Käufer und waren verständlicherweise enttäuscht, mit dem Turnier-Set in Verbindung mit ihrem Grundspiel alleine nichts anfangen zu können.</p>
<p>Unzufriedene Spieler sind für jeden Spieleautoren ein Gräuel und auch der Kosmos-Verlag war nicht glücklich über die Beschwerden, die täglich im Haus eingingen. So überlegte ich mir eine Variante, die das Spiel des Turnier-Sets mit nur einem Grundspiel ermöglichte: Das Erweiterte Grundspiel war geboren. Schon in der zweiten Auflage wurde diese Variante in die Regel des Turnier-Sets übernommen. Zu einer dritten Auflage kam es dann nicht mehr, da das Turnier-Set konsequenterweise von einzelnen Themen-Sets abgelöst wurde.<br />
Mit jedem Themen-Set war ein Erweitertes Grundspiel – also das Grundspiel mit zusätzlichen themenbezogenen Karten – möglich. Gleichzeitig bot jedes Themen-Set den ambitionierten Spielern beim Turnierspiel die Möglichkeit, mit zusätzlichen Karten neue Strategien bzw. Kartendecks zu entwickeln.<br />
Die Themen-Sets, die im Oktober 1998 erschienen und das Turnier-Set ablösten, hießen Zauberer &amp; Drachen, Politik &amp; Intrige, Handel &amp; Wandel, Wissenschaft &amp; Fortschritt und Ritter &amp; Händler. Sie bestanden aus den Karten des Turnier-Sets und auch aus neuen Karten, deren Grundideen dem Kosmos-Verlag auf Grund eines Ideenwettbewerbs zugeschickt worden waren.</p>
<div id="attachment_476" class="wp-caption aligncenter" style="width: 431px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/erste-Themen-Sets_x290.jpg"><img class="size-full wp-image-476" title="Die Themen-Sets (1998)" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/erste-Themen-Sets_x290.jpg" alt="erste Themen Sets x290 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 2" width="421" height="290" /></a><p class="wp-caption-text">Die Themen-Sets (1998)</p></div>
<p>Dieser Ideenwettbewerb mauserte sich zu einem Mammutprojekt für mich und beschäftigte mich fast ein Dreivierteljahr. Bei den über 1.000 eingesendeten Karten waren originelle Ideen dabei. Nun galt es, diese Ideen mit den bereits vorhandenen Karten und eigenen Ideen zu themenbezogenen Sets zusammen zu schmieden.</p>
<div id="attachment_478" class="wp-caption aligncenter" style="width: 432px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Guido_Klaus_x270.jpg"><img class="size-full wp-image-478" title="Testen ist gar nicht so eine trockene Angelegenheit. - Beim Testen mit meinem älteren Sohn Guido (1998)" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Guido_Klaus_x270.jpg" alt="Guido Klaus x270 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 2" width="422" height="270" /></a><p class="wp-caption-text">Testen ist gar nicht so eine trockene Angelegenheit. - Beim Testen mit meinem älteren Sohn Guido (1998)</p></div>
<p>Als die Prototypen der neuen Themen-Sets standen, testete ich sie hauptsächlich innerhalb meiner Familie und mit Mitarbeitern des Kosmos-Verlags. Zur Seite standen mir damals auch Brigitte und Wolfgang Ditt, die ebenfalls die neuen Sets ausprobierten und mir wertvolle Tipps und Anregungen gaben. Wie das bei Tests so ist, traten Unzulänglichkeiten zu Tage. Karten wurden verworfen oder modifiziert und wechselten in andere Themen-Sets. Es wurde erneut getestet, verworfen und modifiziert und erneut getestet …</p>
<p>Als die Themen-Sets endlich fertig waren, stieß ich einen Seufzer aus, der wohl auch außerhalb der Mauern unseres Hauses gehört worden war. Ich war erleichtert, die Arbeit abgeschlossen zu haben, aber auch zufrieden mit den neuen Themen-Sets und hoffte, die Spieler draußen würden es auch sein.</p>
<p>Da die Themensets sich sehr gut verkauften, ging ich davon aus, dass sie gefielen. Im Jahr 2001 wurde von der Firma USM ein PC-Version des Kartenspiels- inklusive einer kleinen Erweiterung namens „Turnierkarten 2002“ &#8211; veröffentlicht und gleichzeitig eine Internet-Plattform geschaffen, die es ermöglichte, sich beim Turnierspiel online mit anderen zu messen. Ich spielte dort auch hin und wieder und stellte bald fest, dass es doch einige Karten gab, die zu stark waren und andere, die so gut wie nie beim Spielen eingesetzt wurden.</p>
<p>Obwohl ich ursprünglich eigentlich nicht vorhatte, eine weitere Erweiterung für das Kartenspiel zu entwickeln, ließen mich die Mängel beim Zusammenspiel der Karten im Turniermodus nicht so recht in Ruhe.</p>
<div id="attachment_481" class="wp-caption alignright" style="width: 180px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/BuH_x180.jpg"><img class="size-full wp-image-481" title="Barbaren &amp; Handelsherren (2003)" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/BuH_x180.jpg" alt="BuH x180 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 2" width="170" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Barbaren &amp; Handelsherren (2003)</p></div>
<p>Im Jahr 2003 erschien daher das sechste Themen-Set. Es hieß Barbaren &amp; Handelsherren. Zum einen wollte ich mit diesem Set thematisch die Idee aus der Brettspiel-Erweiterung Städte &amp; Ritter aufgreifen, in der sich die Spieler gemeinsam gegen einfallende Barbaren verteidigen. Zum anderen gab es in den alten Sets, wie schon erwähnt, einige Karten die beim Turnierspiel übermächtige Decks ermöglichten und andere, die keine Rolle spielten. Das neue Themen-Set sollte, verbunden mit einer kleinen Reform der alten Karten, das Potenzial zu starker Deck-Strategien reduzieren und die Vielfalt der strategischen Ausrichtungen von Decks stärken.<br />
Nachdem ich einen ersten Prototypen erstellt hatte, bat ich einige erfahrene Turnierspieler, die ich beim Spielen im Internet oder auf den Catan-Wochenenden in Bilstein kennen gelernt hatte, um Hilfe beim Testen. Ich traute mir inzwischen nicht mehr zu, bei der Vielzahl der bestehenden Karten und deren Einsatzmöglichkeiten im Turnierspiel alle Eventualitäten im Blick zu haben bzw. alle eventuellen Unzulänglichkeiten der Karten zu erkennen.</p>
<p>Nach einem halben Jahr intensiver Zusammenarbeit hatte mein ehemaliger Prototyp sein Gesicht gewandelt. Die Grundidee war zwar erhalten geblieben, aber einige meiner Karten waren beerdigt worden und an ihrer Stelle waren Kartenideen meiner Testpartner in das Set eingeflossen &#8211; Kartenideen wie zum Beispiel die Schreibstube, auf die die Kartenspielgemeinde heute kaum noch verzichten kann. Aus einem Testteam war ein Entwicklungsteam geworden. <a href="http://www.catan.de/catan-spiele/catan-kartenspiel/kaempfer-und-kaufleute.html" target="_blank">(Mehr Informationen zum Entwicklungsteam finden Sie hier unter „Barb. &amp; Handelsherren“.)</a></p>
<p>Mittlerweile sanken die jährlichen Verkaufszahlen des Kartenspiels beträchtlich. Sebastian Rapp, der inzwischen für Catan bei Kosmos verantwortlich war, und ich waren uns einig, dass das Turnierspiel zwar die Krönung des Kartenspiels war – aber ungeachtet davon doch nur recht wenige Spieler erreichte. Daher lag der Schwerpunkt des nächsten neuen Sets, das unter dem Namen „Künstler &amp; Wohltäter“ im Jahr 2007 erschien, auf dem Erweiterten Grundspiel.</p>
<div id="attachment_483" class="wp-caption alignright" style="width: 206px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/KuW_x200.jpg"><img class="size-full wp-image-483 " title="Künstler &amp; Wohltäter (2007)" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/KuW_x200.jpg" alt="KuW x200 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 2" width="196" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Künstler &amp; Wohltäter (2007)</p></div>
<p>Auch bei diesem Set legte ich dem bewährten Entwicklungsteam von 2003 einen Prototypen vor, bei dem thematisch die Zufriedenheit der Untertanen im Mittelpunkt stand. Wieder folgte eine sehr konstruktive Entwicklungsphase an deren Ende ein Set geboren wurde, das zwar auch für Turnierspieler interessante Karten enthielt, aber hauptsächlich für die Spieler geeignet war, denen das Turnierspiel zu aufwändig war und die sich eine spannende Erweiterung für ihr Grundspiel wünschten. Tatsächlich erhielt das Set sehr gute Kritiken und wurde von vielen Spielern als das beste Themen-Set für das Erweiterte Grundspiel gewertet.</p>
<p>Einen Rückgang der Verkaufszahlen konnte das neue Themen-Set jedoch leider auch nicht aufhalten. Anders als das Brettspiel, das von Jahr zu Jahr ziemlich konstante Verkaufszahlen aufweist, sank der Absatz des Kartenspiels jedes Jahr beträchtlich. Es war abzusehen, dass sich der Kosmos Verlag über kurz oder lang gezwungen sehen würde, das Kartenspiel aus dem Programm zu nehmen. So stand Ende des Jahres 2008 die Frage im Raum, wie es weitergehen solle. Zwei Möglichkeiten wurden diskutiert. Entweder man ließ das Kartenspiel sterben oder man belebte es neu.<br />
Ich war mir mit Kosmos einig, dass eine Neubelebung nicht nur grafischer Natur sein durfte, sondern das Spiel auch inhaltlich überarbeitet werden musste. Es gab sicher Gründe, warum es das Kartenspiel immer schwerer hatte, neue Freunde zu gewinnen.</p>
<p><strong>In meinem nächsten Blog werde ich diese Gründe nennen und meine Überlegungen schildern, die den Boden für die Überarbeitung des Kartenspiels bereiteten.</strong></p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 &#8211; Teil 1</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 17:51:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Teil 1 &#8211; Die Geburt des Kartenspiels
Das Kartenspiel „Die Siedler von Catan“ wird im Herbst 2010 in einer sowohl inhaltlich als auch grafisch überarbeiteten Version unter dem Titel „Die Fürsten von Catan“ neu aufgelegt.
In diesem und den folgenden Blogs werde ich über die Hintergründe der Überarbeitung berichten und nach und nach die neuen Illustrationen der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010   Teil 1" width="100" height="205" /></a>Teil 1 &#8211; Die Geburt des Kartenspiels</h3>
<p>Das Kartenspiel „Die Siedler von Catan“ wird im Herbst 2010 in einer sowohl inhaltlich als auch grafisch überarbeiteten Version unter dem Titel „Die Fürsten von Catan“ neu aufgelegt.<br />
In diesem und den folgenden Blogs werde ich über die Hintergründe der Überarbeitung berichten und nach und nach die neuen Illustrationen der Karten vorstellen. Damit Sie, lieber Leser, die Gründe für die Neustellung des Spiels besser verstehen, werde ich etwas weiter ausholen und daher zunächst ein wenig über die Entstehung des Kartenspiels erzählen.</p>
<p>Das Brettspiel „Die Siedler von Catan“ wurde im Februar 1995  auf der Spielwarenmesse in Nürnberg vorgestellt und im gleichen Jahr zum Spiel des Jahres 1995 gekürt. Schon bald folgte eine Ergänzung für 5 und 6 Spieler, damit auch im größeren Kreis gesiedelt werden konnte. Was jedoch viele Spieler vermissten, war eine Version für zwei Spieler. Sicher, auch das Brettspiel lässt sich mit einigen Regeländerungen zu zweit spielen – allerdings kommt dabei nicht der volle Spielspaß auf, den man beim Handeln und mit wechselnden Koalitionen im Mehrpersonenspiel erlebt.</p>
<p>So reifte in mir schon Ende 1995 der Wunsch, eine eigenständige, auf den Grundideen des Brettspiels beruhende Kartenspiel-Version „Die Siedler von Catan“ für zwei Spieler zu entwickeln. Warum Karten? Nun, die Holzhäuschen und Holzstäbchen des Brettspiels eigneten sich vielleicht zur Anregung der Phantasie, gaben aber – abgesehen von den Entwicklungskarten &#8211; ansonsten wenig preis von dem Leben der Siedler, Ritter und Räuber auf Catan.</p>
<p>Ein reines Spiel mit Karten hingegen bot die Möglichkeit, einen Blick auf und zwischen die Häuser der Siedlungen und Städte werfen zu können und die Bewohner Catans bei ihrem Tagewerk zu beobachten. Ich war fasziniert von der Möglichkeit, Catan sozusagen durch die Lupe betrachten zu können.</p>
<div id="attachment_458" class="wp-caption aligncenter" style="width: 430px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Kartenspiel_rechteckig_420.jpg"><img class="size-full wp-image-458" title="Eine Auswahl von Karten des ersten Prototyps." src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Kartenspiel_rechteckig_420.jpg" alt="Kartenspiel rechteckig 420 Die Reform des Kartenspiels 2010   Teil 1" width="420" height="130" /></a><p class="wp-caption-text">Eine Auswahl von Karten des ersten Prototyps.</p></div>
<p>Mit der Entwicklung begann ich im Herbst 1995. Anders als im Brettspiel verzichtete ich auf eine räumliche Konkurrenz der Spieler beim Ausbau ihrer Siedlungsstruktur. Jeder sollte sein eigenes kleines Reich &#8211; ein Fürstentum &#8211; erhalten, das er nach Belieben ausbauen konnte. Die Konkurrenz entstand mehr über den strategischen und taktischen Einsatz von Karten. Wie baue ich mein Fürstentum am besten aus, dass ich schneller zu Rohstoffen komme als mein Mitspieler? Verfolge ich lieber eine expansionistische Strategie mit dem Bau von Straßen und Siedlungen oder setze ich mehr auf Konzentration und lege den Schwerpunkt auf den Ausbau meiner Städte mit siegpunktträchtigen Gebäuden? Bevorzuge ich eine Handelsstrategie, mit der ich meinem Mitspieler Rohstoffe abluchsen kann oder stärke ich meine Rittermacht, um meinem lieben Nachbarfürsten ins Handwerk zu pfuschen?</p>
<p>Den Aufbau eines Fürstentums gestaltete ich recht einfach: Straßenkarten wechselten sich mit Siedlungskarten ab. Die Landschaftskarten über den Straßen sorgten mit aufgemalten Würfelzahlen – wie vom Brettspiel gewohnt &#8211; für die Zufuhr von Rohstoffen. Mit den Rohstoffen konnte man sein Fürstentum mit neuen Straßen und Siedlungen vergrößern, Siedlungen zu Städten ausbauen oder die Siedlungen und Städte mit Gebäuden, Rittern und Handelsschiffen ausbauen. Ausbaukarten legte man über- und unterhalb von Siedlungen oder Städten aus. Wie im Brettspiel bestand der Ablauf eines Zuges aus Ernten, Handeln und Bauen. Zugegeben, das Handeln kam ein wenig zu kurz, denn anders als im Brettspiel ist es im Kartenspiel kaum sinnvoll, miteinander zu handeln.<br />
So war das von Anfang an. Bis zum Ende der Entwicklung sollte sich zwar noch einiges an den Baukosten und der Funktion einzelner Karten ändern, die Grundstruktur des Spiels änderte sich nicht mehr. Die größte Änderung war formaler Natur. Anfangs benutzte ich rechteckige Karten – also ein normales Kartenformat. Da die Landschaften aber gedreht werden mussten, um den Bestand an Rohstoffen zu verändern, drängte sich geradezu das quadratische Format auf, das ich schon ab dem zweiten Prototypen verwendete.</p>
<div id="attachment_460" class="wp-caption aligncenter" style="width: 430px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Kartenspiel_quadratisch_420.jpg"><img class="size-full wp-image-460" title="Eine Auswahl von Karten des zweiten Prototyps." src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Kartenspiel_quadratisch_420.jpg" alt="Kartenspiel quadratisch 420 Die Reform des Kartenspiels 2010   Teil 1" width="420" height="277" /></a><p class="wp-caption-text">Eine Auswahl von Karten des zweiten Prototyps.</p></div>
<p>Die Illustrationen der Karten wurden von Franz Vohwinkel geschaffen, der zuvor schon einige meiner Spiele zu meiner großen Zufriedenheit optisch gestaltet hatte.</p>
<p>Im September 1996 erschien das Kartenspiel zur „Spiel &#8216;96“ in Essen. Der Erfolg überraschte uns alle. Noch im gleichen Jahr – also nur in drei Monaten – verkaufte der Kosmos-Verlag 87.000 Kartenspiele. Ein Jahr später, im Jahr 1997 waren es gar 290.000. Bis heute sind es knapp 1,5 Millionen Exemplare, die alleine in Deutschland vom Grundspiel über die Ladentheke gingen.<br />
Auch bei Kritikern und ambitionierten Spielern kam das catanische Zweierspiel gut an. Es schaffte den Sprung in die Auswahlliste zum Spiel des Jahres 1997 und belegte im gleichen Jahr den zweiten Platz beim Deutschen Spielepreis.</p>
<table align="center">
<tbody>
<tr>
<td>
<p><div id="attachment_461" class="wp-caption alignnone" style="width: 198px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Kartenbox_1_x200.jpg"><img class="size-full wp-image-461 " title="Das Covermotiv der ersten Ausgabe (1996)" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Kartenbox_1_x200.jpg" alt="Kartenbox 1 x200 Die Reform des Kartenspiels 2010   Teil 1" width="188" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Das Covermotiv der ersten Ausgabe (1996)</p></div></td>
<td>
<p><div id="attachment_462" class="wp-caption alignnone" style="width: 210px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Kartenbox_2_x200.jpg"><img class="size-full wp-image-462" title="Das Covermotiv der zweiten Ausgabe (2006)" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Kartenbox_2_x200.jpg" alt="Kartenbox 2 x200 Die Reform des Kartenspiels 2010   Teil 1" width="200" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Das Covermotiv der zweiten Ausgabe (2006)</p></div></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Was heute selbstverständlich ist, war Mitte der 90er Jahre fast noch ein Novum: Eine Erweiterung für ein erfolgreiches Spiel. Für das Brettspiel war 1997 bereits die Seefahrer-Erweiterung erschienen. Im gleichen Jahr erhielt auch das Kartenspiel mit dem „Turnier-Set zum Kartenspiel“ erweiterte Spielmöglichkeiten.</p>
<p><strong>In meinem nächsten Blog werde ich schildern, wie es zu den Erweiterungen zum Kartenspiel kam.</strong></p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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		<title>Was ist eigentlich das „Catan-Wochenende“?</title>
		<link>http://blog.catan.de/2009/11/catan-wochenende/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Nov 2009 16:58:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gero Zahn</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Und, was machst Du kommendes Wochenende?“ „Ach, da bin ich beruflich auf einer Tagung.“
Hier und da sehe ich davon ab, die exakte Bezeichnung „Catan-Wochenende“ zu nennen. Denn selbst diejenigen, die im Prinzip wissen, womit ich mein Geld verdiene, können sich wenig darunter vorstellen. Daher nutze ich die Gelegenheit, hier im Catan-Blog eine entsprechende Referenz für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-10" title="Gero Zahn" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Gero_100x205.jpg" alt="Gero Zahn" width="100" height="205" />„Und, was machst Du kommendes Wochenende?“ „Ach, da bin ich beruflich auf einer Tagung.“</p>
<p>Hier und da sehe ich davon ab, die exakte Bezeichnung „Catan-Wochenende“ zu nennen. Denn selbst diejenigen, die im Prinzip wissen, womit ich mein Geld verdiene, können sich wenig darunter vorstellen. Daher nutze ich die Gelegenheit, hier im Catan-Blog eine entsprechende Referenz für zukünftige Rückfragen zu platzieren.</p>
<p>Das Catan-Wochenende wird seit 1998 vom <a href="http://www.kosmos.de/" target="_blank">Kosmos-Verlag</a> veranstaltet, damals noch exklusiv als Mitgliedertreffen des dereinst noch existierenden „Siedler-Clubs“. Mit dessen Auflösung 1999 wurde daraus ein offenes Catan-Wochenende für alle Interessierten, und seit jenem Jahr findet es traditionell jedes Jahr aufs Neue im <a href="http://www.faerber-luig.de/" target="_blank">Hotel Faerber-Luig</a> im ländlichen<a href="http://www.bilstein-online.net/" target="_blank"> Lennestadt-Bilstein</a> im Kreis Olpe statt – mitten im Herzen des <a href="http://www.sauerland.com/" target="_blank">Sauerlandes</a>, in jeder Himmelsrichtung weit ab von der jeweils nächstgelegenen Autobahn.</p>
<div id="attachment_361" class="wp-caption aligncenter" style="width: 436px"><img class="size-full wp-image-361" title="Hotel Faerber-Luig in Lennestadt-Bilstein" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/11/Faerber-Luig_blog.jpg" alt="Hotel Faerber-Luig in Lennestadt-Bilstein" width="426" height="320" /><p class="wp-caption-text">Hotel Faerber-Luig in Lennestadt-Bilstein</p></div>
<p>Viele Catan-Fans wissen gar nichts von der Veranstaltung, obwohl sie außer durch Mundpropaganda auch über die Kosmos-Webseite und den <a href="http://www.catan.de/newsletter.html" target="_blank">Newsletter</a> beworben wird.</p>
<p>Kernveranstaltung des Catan-Wochenendes ist das große <a href="http://www.catan.de/catan-spiele/catan-brettspiel.html" target="_blank">Catan-Brettspiel</a>-Turnier, an dem jeder der Anwesenden teilnehmen kann (aber nicht muss). Gewöhnlich werden im Laufe des Samstags drei verschiedene Catan-Spiele oder -Szenarien gespielt, üblicherweise die jeweilige Neuerscheinung und mindestens ein „Klassiker“ wie z.B. <a href="http://www.catan.de/catan-spiele/catan-brettspiel/staedte-und-ritter.html" target="_blank">„Städte &amp; Ritter“</a>.</p>
<div id="attachment_363" class="wp-caption aligncenter" style="width: 436px"><img class="size-full wp-image-363" title="Klaus Teuber nimmt am Catan-Brettspiel-Turnier teil" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/11/Spielrunde_blog.jpg" alt="Klaus Teuber nimmt am Catan-Brettspiel-Turnier teil" width="426" height="320" /><p class="wp-caption-text">Klaus Teuber nimmt am Catan-Brettspiel-Turnier teil</p></div>
<p>Auch Klaus Teuber nimmt jedes Jahr höchstselbst am Turnier teil, somit besteht für jeden Teilnehmer die reelle Chance, den Autor persönlich in dessen ureigener Schöpfung zu bezwingen. Darüber hinaus finden sich seit ein paar Jahren bereits am Freitag Spielwillige für das <a href="http://www.catan.de/catan-spiele/catan-kartenspiel.html" target="_blank">Catan-Kartenspiel</a>-Turnier zusammen.</p>
<p>Die Turnier-Bestplatzierten gewinnen wertvolle Sachpreise, die am Sonntagvormittag direkt ausgehändigt werden. Sollte, was durchaus vorkommt, Klaus auf dem Siegertreppchen stehen, stiftet er seinen Gewinn – mal an den jüngsten, mal an den letztplatzierten Spieler. Die Turnierteilnahme lohnt sich also auf jeden Fall.</p>
<div id="attachment_365" class="wp-caption aligncenter" style="width: 436px"><img class="size-full wp-image-365" title="Preisverleihung bei der Turnier-Siegerehrung" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/11/Siegerehrung_blog.jpg" alt="Preisverleihung bei der Turnier-Siegerehrung" width="426" height="240" /><p class="wp-caption-text">Preisverleihung bei der Turnier-Siegerehrung</p></div>
<p>Neben dem Turniergeschehen bleibt natürlich auch Zeit für „freies Spiel“. Der Kosmos-Verlag bringt zu diesem Zweck seit dem Jahr 2000 viele andere Spiele aus seinem Portfolio mit. Die somit ausgepackten, bereits bespielten Exemplare werden am Sonntag kurz vor der Abreise zum Teil deutlich unter dem Listenpreis an die Anwesenden abgegeben.</p>
<p>Als besonders exklusives Angebot stehen auch Spiele-Prototypen zum Testspiel bereit, die noch nicht im Handel sind und die somit quasi einem „halböffentlichen Betatest“ unterzogen werden. Die zugehörigen Spielautoren sind brennend an den Rückmeldungen der Testspieler interessiert, daher darf und soll jeder Spieler im Anschluss an seine Partie einen Fragebogen ausfüllen. Mitunter kommt es vor, dass das jeweilige Spiel im darauf folgenden Jahr aufgrund der Testberichte mit deutlich angepasster Spielmechanik in den Handel kommt – oder, bei extrem vernichtenden Kritiken, direkt im Giftschrank verschwindet und niemals der breiten Öffentlichkeit vorgestellt wird.</p>
<div id="attachment_368" class="wp-caption aligncenter" style="width: 436px"><img class="size-full wp-image-368" title="Turnierspiel" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/11/Turnierspiel_blog.jpg" alt="Turnierspiel blog Was ist eigentlich das „Catan Wochenende“?" width="426" height="320" /><p class="wp-caption-text">Turnierspiel</p></div>
<p>Mitglieder der <a href="http://www.playcatan.de/" target="_blank">Catan Onlinewelt</a> kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Zusammen mit den COW-Moderatoren und <a href="http://www.catan.de/team.html" target="_blank">uns Catan GmbH-lern</a> findet an einem der Abende eine offene Diskussionsrunde statt, zu der alle Interessierten eingeladen sind. Neben einem Rückblick auf die Ereignisse des vergangenen Jahres verkünden wir bei dieser Gelegenheit exklusiv die groben Pläne für das kommende Jahr. Dabei diskutieren wir natürlich ebenfalls gerne über vorgebrachte Wünsche und Verbesserungsvorschläge.</p>
<p>Und sonst? Wer etwa als Ehepartner mit anreist und nicht ganz so spielbegeistert ist, findet rund um das Hotel herum eine wunderschöne, per Wanderschuh zu erkundende Landschaft – und in dessen Keller eine Wellness-Landschaft mit Pool, Sauna und Massageliege. Man muss also beileibe kein Catan-Enthusiast sein, um in Bilstein ein wundervolles Wochenende zu verbringen – obwohl es natürlich ungemein hilfreich ist.</p>
<p>So weit, so gut. Habe ich mit meiner obigen Schilderung darlegen können, was das Catan-Wochenende ist und was dessen Reiz ausmacht? Ich denke doch. Allerdings gelingt eine derart umfassende Erklärung selten in drei Sätzen zwischen Tür und Angel, wenn jemand rückfragt: „Catan-Wochenende, häh? Erzähl&#8217; doch mal genauer!“</p>
<p>Und so habe ich mir zwischenzeitlich eine Alternativerklärung zurecht gelegt, die all das anhand eines anderen, weltweit bekannten Phänomens versinnbildlicht: Das Catan-Wochenende ist ein bisschen wie eine <a href="http://www.startrek.com/" target="_blank">Star Trek</a> Convention. Die beinharten Fans treffen sich für ein paar Tage in einem Tagungshotel, um ihrem gemeinsamen Hobby zu frönen, dabei exklusiv einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, und um die anwesenden „Gaststars“ der beteiligten Firmen in Fleisch und Blut persönlich zu treffen. – Nur eben viel kleiner, und vor allem ohne spitze Ohren und vulkanische Geistesverschmelzung.</p>
<p><em>Gero Zahn</em></p>
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