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	<title>Catanism &#187; Kartenspiel</title>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Aug 2011 16:05:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Themenset „Zeit der Handelsherren“ Das Themenspiel „Zeit der Handelsherren“ wird mit dem gleichnamigen Themenset und den Basiskarten gespielt, die ich im 5. Teil meiner Blogreihe über die Reform des Kartenspiels vorgestellt habe. In der fiktiven Geschichte Catans ist das Set „Zeit der Handelsherren“ im 14. Jh. angesiedelt und folgt auf das Set „Zeit der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Das Themenset „Zeit der Handelsherren“</h2>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="100" height="205" />Das Themenspiel „Zeit der Handelsherren“ wird mit dem gleichnamigen Themenset und den Basiskarten gespielt, die ich im 5. Teil meiner Blogreihe über die Reform des Kartenspiels vorgestellt habe. In der fiktiven Geschichte Catans ist das Set „Zeit der Handelsherren“ im 14. Jh. angesiedelt und folgt auf das Set „Zeit der Entdeckungen“, einem Set, der für den Herbst 2012 geplanten zweiten Erweiterung.<br />
Die Schätze und das Gold der entdeckten Nachbarinseln lassen den Handel erblühen. Die Herrscher beider Fürstentümer ringen um die wirtschaftliche Vormachtstellung auf Catan. Dabei spielen mächtige Handelsherren und &#8211; wie schon bei „Zeit des Goldes“ &#8211; die Handelschiffe eine zentrale Rolle.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-935" title="Zeit der Handelsherren - Schiffsbauer" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Schiffsbauer.jpg" alt="Schiffsbauer Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />So ist der Fürst gut beraten, wenn er einen <strong>Schiffsbauer</strong> in seine Dienste nimmt. Der rothaarige Hüne mit schottischen Wurzeln ist nicht nur auf Festen ein Gewinn, er schafft es auch, so sparsam mit Holz und Wolle umzugehen, dass die Aufstellung einer Handelsflotte den Rohstoffbeutel des Fürsten merklich schont. Und wenn ein Handelschiff von einem Kaperschiff in ein Wrack verwandelt wurde, genügt dem geschickten Handwerker 1 Gold und flugs ist das Handelsschiff so gut wie neu.</p>
<p>Will ein Fürst seinen Handel ankurbeln, sollte er seinen Handelsherren eine Residenz bieten. Das ist gar nicht so teuer. Der Fürst muss nur eine Stadt besitzen und einen Bauplatz über oder unter einer passenden Landschaft zur Verfügung stellen; die Baukosten für die Residenz übernimmt dann großzügig der Handelsherr.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-934" title="Zeit der Handelsherren - Residenz des Tuch Handelsherrn" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Residenz_des_Tuch-Handelsherrn.jpg" alt="Residenz des Tuch Handelsherrn Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Die <strong>Residenz des Tuch-Handelsherrn</strong> muss an eine Weidelandschaft angelegt werden. Fortan wandelt der Tuch-Handelsherr auf Geheiß seines Fürsten jeweils zwei Wolle in einen Handelspunkt um. (Die Residenz wird um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht.) Die Zwischenstufe „Tuch“ sehen wir gar nicht, so schnell ist das Tuch wieder verkauft und der Handel gestärkt.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-933" title="Zeit der Handelsherren - Residenz des Papier-Handelsherrn" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Residenz_des_Papier-Handelsherrn.jpg" alt="Residenz des Papier Handelsherrn Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Die <strong>Residenz des Papier-Handelsherrn</strong> kann nur aktiv werden, wenn sie an einen Wald grenzt. Das Holz des Waldes wandelt der Papier-Handelsherr in Papier um. Aber auch hier halten wir uns erst gar nicht mit der Zwischenstufe „Papier“ auf. Uns, bzw. die Fürsten interessiert nur das Endresultat. Und das setzt sich in der dritten Stufe &#8211; also nach dreimaligem Umwandeln von Holz in Papier und Drehen der Karte &#8211; aus je einem Handels-, Fortschritts- und Siegpunkt zusammen.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-937" title="Zeit der Handelsherren - Stunde der Handelsherren" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Stunde_der_Handelsherren.jpg" alt="Stunde der Handelsherren Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Jedem schlägt einmal die Stunde. So auch den Handelsherren. Aber keine Angst, sie werden nicht etwa von einem Orkan hinweggefegt. Nein, das Ereignis <strong>Stunde der Handelsherren</strong> hat einen durchweg positiven Effekt: Ganz ohne Rohstoffausgaben drehen wir alle Residenzen einfach auf die nächst höhere Stufe.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-939" title="Zeit der Handelsherren - Wagner" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Wagner.jpg" alt="Wagner Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />„Ach“, beklagt der Tuch–Handelsherr seine trostlose Lage. „Dort, auf der östlichen Weide vermehren sich die Schafe wie die Karnickel und hier auf der, meiner Residenz benachbarten Weide, scheinen sich meine Böcke in Enthaltsamkeit zu üben. So kann ich euch schlecht dienen, mein Fürst.“<br />
Wenn der Fürst klug ist, erhört er die Klage seines Handelsherrn und siedelt einen <strong>Wagner</strong> in seinem Fürstentum an. Der sorgt dann schon dafür, dass dem Handelsherrn die Wolle von fruchtbaren Schafen anderer Weiden zugeführt wird.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-927" title="Zeit der Handelsherren - Handwerkerzunft" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Handwerkerzunft.jpg" alt="Handwerkerzunft Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Schafe wollen geschoren werden, Wolle muss gesponnen und zu Tuch gewoben werden. Holz wartet auf seine Verarbeitung zu Papier. Wer soll das alles leisten? Natürlich der Mittelstand. Und das sind auch auf Catan die Handwerker, das Rückgrat jeder leistungsfähigen Gesellschaft. Das weiß auch unser Fürst. Und so gönnt er seinem Rückgrat eine <strong>Handwerkerzunft</strong>, was ihm sogleich mit der Aufwertung (Drehen der Karte um 90 Grad) seiner Residenzen vergolten wird. <img class="alignright size-full wp-image-940" title="Zeit der Handelsherren - Zunftmeister" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Zunftmeister.jpg" alt="Zunftmeister Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Wo eine Handwerkerzunft gebaut wurde, ist auch der <strong>Zunftmeister</strong> nicht weit, der seinem Herrn zu zwei beliebigen Rohstoffen verhilft.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-921" title="Zeit der Handelsherren - Handelshafen" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Handelshafen.jpg" alt="Handelshafen Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Was die Handwerker geschaffen haben, verbraten dann die Händler des Handelshafens. Denn wer einen <strong>Handelshafen</strong> gebaut hat, darf einmal in seinem Zug seine Residenzen um 1 Stufe zurückdrehen (Karte im Uhrzeigersinn um 90 Grad drehen) und sich dafür 2 beliebige Rohstoffe nehmen.</p>
<p>Die beiden Karten Handelshafen liegen zu Beginn des Spiels als offener Ausbaustapel aus. Somit können sowohl der Fürst als auch die Fürstin einen Handelshafen bauen, was auch durchaus empfehlenswert ist. Denn wer über einen Handelshafen verfügt, darf eine <strong>Niederlassung</strong> in einer Stadt seines Gegenübers platzieren und ihm dann einmal im eigenen Zug einen beliebigen Rohstoff für 1 Gold abknöpfen. Spielt er gar das <strong>Handelsmonopol</strong> aus, darf er ihn um bis zu drei Rohstoffe einer Sorte erleichtern.</p>
<p><img class="size-full wp-image-930 alignnone" title="Zeit der Handelsherren - Niederlassung" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Niederlassung.jpg" alt="Niederlassung Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" /><img class="size-full wp-image-925 alignnone" title="Zeit der Handelsherren - Handelsmonopol" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Handelsmonopol.jpg" alt="Handelsmonopol Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" /></p>
<p>Der Handelshafen ermöglicht auch den Bau eines <strong>Leuchtturms</strong>, der es einem angrenzenden Handelsschiff erlaubt, <img class="alignright size-full wp-image-929" title="Zeit der Handelsherren - Leuchtturm" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Leuchtturm.jpg" alt="Leuchtturm Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Rohstoffe im Verhältnis 1:1 zu tauschen. Wer keinen Handelshafen auf die Beine bringt, dem genügen alternativ auch zwei Schiffe, um einem davon mit einem Leuchtturm zukünftig besser heimleuchten zu können.</p>
<p>Entweder einen Handelshafen oder zwei Schiffe lautet auch die Bedingung der <strong>Handelsherrin Hergild</strong>, der zu Reichtum gekommenen Tochter eines alten Leuchtturmwärters. Vermag der Fürst eine der beiden Bedingungen erfüllen, kommt die Handelsherrin herbeigeeilt und bewirkt, dass der Fürst eine Rohstoffsorte, für die er ein Handelsschiff besitzt, beliebig oft in seinem Zug im Verhältnis 1:1 tauschen kann.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-923" title="Zeit der Handelsherren - Handelsherrin Hergild" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Handelsherrin_Hergild.jpg" alt="Handelsherrin Hergild Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-922" title="Zeit der Handelsherren - Handelsherr Gero" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Handelsherr_Gero.jpg" alt="Handelsherr Gero Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" /></p>
<p>Etwas bescheidener tritt der <strong>Handelsherr Gero</strong> auf. <img class="alignright size-full wp-image-936" title="Zeit der Handelsherren - Seehandelsmonopol" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Seehandelsmonopol.jpg" alt="Seehandelsmonopol Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Ihm genügt es, wenn zwei Handelsschiffe vor der Küste schippern, um seinem Fürsten mit zwei beliebigen Rohstoffen unter die Arme zu greifen.</p>
<p>Man sollte die Bedeutung der Handelsschiffe in diesem Set nicht unterschätzen. Besitzt der Fürst mehr Handelsschiffe als die Fürstin, kann er ein <strong>Seehandelsmonopol</strong> ausspielen. Dieses erlaubt es ihm, für jedes Handelsschiff, das er mehr besitzt, einen Rohstoff von der Fürstin zu fordern. Damit die Fürstin ihre Contenance nicht verliert, nimmt er ihr aber nie mehr als zwei Rohstoffe ab.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-920" title="Zeit der Handelsherren - Glückliche Handelsfahrt" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Glueckliche_Handelsfahrt.jpg" alt="Glueckliche Handelsfahrt Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-928" title="Zeit der Handelsherren - Launische See" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Launische_See.jpg" alt="Launische See Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" /></p>
<p>Ganz auf Handelsschiffe zugeschnitten sind auch die beiden Ereignisse <strong>Glückliche Handelsfahrt</strong> und <strong>Launische See</strong>. Ersteres verhilft dem Fürsten zu zwei Rohstoffen der Sorte eines seiner Handelsschiffe. Das zweite beschert dem Fürsten entweder einen Sturm, der – sollte er keinen Leuchtturm besitzen – eines seiner Handelsschiffe sinken lässt oder eine ruhige See, was ihm für jedes seiner Handelsschiffe einen beliebigen Rohstoff einbringt.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-919" title="Zeit der Handelsherren - Bund der Handelsherren" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Bund_der_Handelsherren.jpg" alt="Bund der Handelsherren Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Wenn der Fürst auf Handelsschiffe setzt und mit ihnen fleißig Rohstoffe tauscht, ist die Fürstin gut beraten, den <strong>Bund der Handelsherren</strong> ins Leben zu rufen. Dieser beschert ihr bei jedem 2:1- oder 3:1-Tausch des Fürsten einen Rohstoff der Sorte, den der Fürst beim Tausch abgibt. Oder sie baut ein ebenfalls dem Set beiliegendes Kaperschiff und versenkt damit ein Handelsschiff des Fürsten.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-931" title="Zeit der Handelsherren - Olaf, der Kauffahrer" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Olaf_der_Kauffahrer.jpg" alt="Olaf der Kauffahrer Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Mit <strong>Olaf, der Kauffahrer</strong> betritt erstmals ein Held die Bühne Catans, der neben einem Geschickpunkt auch einen Handelspunkt besitzt. Ein Wort des Fürsten genügt und der friedliche Kauffahrer wird zum gefährlichen Seeräuber, der die Fürstin um zwei Rohstoffe erleichtert. Natürlich ist der Handelspunkt dann futsch, da sich Olaf mit seinem Teil der Beute in den wohlverdienten Ruhestand begibt.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-926" title="Zeit der Handelsherren - Handelsposten" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Handelsposten.jpg" alt="Handelsposten Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Eine weitere Möglichkeit, Rohstoffe günstig zu tauschen, bietet der <strong>Handelsposten</strong>. Er wird auf eine freie Straße gelegt und ermöglicht es, einmal pro Zug zwischen den benachbarten Landschaften einen Rohstoff zu tauschen. So wird beispielsweise ein Gold schnell in ein, für den Straßenbau dringend benötigtes, Lehm umgewandelt.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-918" title="Zeit der Handelsherren - Bettelmönche" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Bettelmoenche.jpg" alt="Bettelmoenche Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Sollte die Fürstin den Handelsvorteil besitzen, kann der Fürst seine kirchlichen Beziehungen spielen lassen und die <strong>Bettelmönche</strong> ins gegenüberliegende Fürstentum schicken. Wir wissen nicht, welche Reden die Brüder schwingen, doch gelingt es ihnen immer, der Fürstin ein oder zwei Rohstoffe abzuschwatzen.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-932" title="Zeit der Handelsherren - Räuberlager" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Raeuberlager.jpg" alt="Raeuberlager Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Gerne benutzt der Fürst auch das <strong>Räuberlager</strong> als probates Mittel, die Handelspunkte der Fürstin zu reduzieren. Aber mehr noch: Auf eine Straße der Fürstin gelegt, fangen die Räuber den einen oder anderen Händler ab, der zum Markt der Fürstin unterwegs ist. Dies bewirkt dann, dass der Fürst jedes Mal 1 Gold erhält, wenn die Fürstin über ihren Markt einen Rohstoff einlagert. So kann sich der Fürst ruhig zurücklehnen und sich gelassen der weiteren Expansion seines Fürstentums widmen.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-938" title="Zeit der Handelsherren - Taktischer Rückzug" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Taktischer_Rueckzug.jpg" alt="Taktischer Rueckzug Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Braucht der Fürst das Räuberlager nicht mehr, bläst er zum <strong>taktischen Rückzug</strong>. Das bedeutet, er kann eines seiner im Gebiet der Fürstin errichteten Gebäude abreißen. Dafür erhält er zwei Rohstoffe – einen davon von der Fürstin, die sicher froh ist, das unliebsame Gebäude losgeworden zu sein.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-924" title="Zeit der Handelsherren - Handelsmetropole" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2011/08/Handelsmetropole.jpg" alt="Handelsmetropole Die Reform des Kartenspiels 2011 – Teil 10" width="220" height="220" />Vielleicht sind das dann die entscheidenden Rohstoffe, die dem Fürsten zu einer <strong>Handelsmetropole</strong> und damit vielleicht auch zum Sieg verhelfen. Natürlich muss der Fürst die Bedingungen zum Bau der Handelsmetropole erfüllt haben: Entweder 6 Handelspunkte oder eine Residenz auf der höchsten Stufe. Die Handelsmetropole wird auf eine Stadt gelegt und bringt 2 zusätzliche Siegpunkte.</p>
<p>Die drei Sets der Erweiterung „Finstere Zeiten“ erweitern die Möglichkeiten der Spielform „Das Duell der Fürsten“. Mit der Erweiterung stehen den Spielern nun 6 Sets zur Verfügung, von denen jeweils 3 Sets für ein Duellspiel ausgewählt werden. Für alle, die sich für die Auswahlkriterien interessieren, folgt hier ein Auszug aus der Spielregel.</p>
<p><em>Mit Ausnahme der Zusammenstellung des Ereigniskarten-Stapels wird das „Duell der Fürsten“ unverändert nach den bekannten Regeln gespielt. Aus den vorhandenen Themensets wählt jeder Spieler 1 Themenset aus (der Startspieler wählt zuerst). Das dritte Themenset wird ausgelost: Nehmen Sie von jedem der nicht bereits ausgewählten Themensets 1 Ereigniskarte, mischen Sie diese verdeckt und ziehen Sie zufällig eine Karte. Die gezogene Karte bestimmt das dritte Set, mit dem das Duell bestritten wird. Alternativ können Sie den Zufall auch komplett entscheiden lassen: Nehmen Sie eine Karte aus jedem verfügbaren Themenset, mischen Sie diese und ziehen Sie zufällig 3 Karten – mit den 3 Sets, zu denen diese Karten gehören, spielen Sie. So oder so: Die nicht verwendeten Themensets legen Sie komplett bis zum nächsten Spiel in die Schachtel zurück.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In meinem nächsten Blog werde ich das Themenset „Zeit der Barbaren“ vorstellen und über die wichtigsten Regeln des Turnierspiels berichten.</p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8</title>
		<link>http://blog.catan.de/2010/09/kartenspiel-reform-2010-teil-8/</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Sep 2010 17:27:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Teil 8 – Das Themenset „Zeit des Fortschritts“ und das Duell Einleitung Das Themenspiel „Zeit des Fortschritts“ wird mit dem gleichnamigen Themenset und den Basiskarten gespielt, die ich im 5. Teil meiner Blogreihe über die Reform des Kartenspiels vorgestellt habe. In der fiktiven Geschichte Catans spielt das Set im 15. Jahrhundert. Mit der Entdeckung der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="100" height="205" />Teil 8 – Das Themenset „Zeit des Fortschritts“ und das Duell</h3>
<h4>Einleitung</h4>
<p>Das Themenspiel „Zeit des Fortschritts“ wird mit dem gleichnamigen Themenset und den Basiskarten gespielt, die ich im 5. Teil meiner Blogreihe über die Reform des Kartenspiels vorgestellt habe. In der fiktiven Geschichte Catans spielt das Set im 15. Jahrhundert. Mit der Entdeckung der Atlantikinsel durch portugiesische Seefahrer beginnt ein reger kultureller Austausch zwischen Catan und dem europäischen Festland. Im Norden und im Süden der Insel entsteht jeweils eine Universität. Die portugiesischen Seefahrer bringen jedoch nicht nur neue wissenschaftliche Erkenntnisse nach Catan. Sie bringen auch Seuchen.<br />
Aus Zeitgründen erspare ich mir diesmal eine Rahmengeschichte, mit der ich in den vergangenen zwei Blogbeiträgen die Karten der Themensets „Zeit des Goldes“ und „Zeit der Wirren“ vorgestellt habe.</p>
<h4>Die Universität</h4>
<p>Im Mittelpunkt dieses Sets steht die <em><strong>Universität</strong></em>. Sie liegt im offenen Nachziehstapel aus und kann – vorausgesetzt man hat vorher ein Kloster (Basisset) oder eine <em><strong>Bibliothek</strong></em> errichtet – direkt gebaut werden, ohne sie vorher auf die Hand nehmen zu müssen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-831" title="Universität" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Universitaet1.jpg" alt="Universitaet1 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-828" title="Bibliothek" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Bibliothek1.jpg" alt="Bibliothek1 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /></p>
<p>Da die Bibliothek nur 4 Rohstoffe kostet, einen Siegpunkt einbringt und man nach ihrem Bau eine Karte aus einem Nachziehstapel aussuchen darf, ist sie als Bedingungsgebäude für die Universität eine attraktive Alternative zum Kloster.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-829" title="Dreifelderwirtschaft" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Dreifelderwirtschaft1.jpg" alt="Dreifelderwirtschaft1 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-830" title="Flözbau" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Floezbau1.jpg" alt="Floezbau1 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /></p>
<p style="text-align: center;">
<p>Die Universität erlaubt den Einsatz einer Reihe von nützlichen Karten. So bescheren die beiden Aktionskarten <em><strong>Dreifelderwirtschaft</strong></em> dem Spieler willkommene zusätzliche Getreideernten und die beiden Karten <em><strong>Flözbau</strong></em> erhöhen die Erzvorräte.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-809" title="Geschützmeister" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Geschuetzmeister.jpg" alt="Geschuetzmeister Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-804" title="Baukran" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Baukran.jpg" alt="Baukran Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /></p>
<p>Die beiden <em><strong>Geschützmeister</strong></em> bieten sich an, um den Stärkevorteil vom Mitspieler zu übernehmen oder ihn zu sichern.<br />
<img class="alignright size-full wp-image-813" title="Parlament" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Parlament.jpg" alt="Parlament Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" />Eine weitere Errungenschaft der Universität ist der <em><strong>Baukran</strong></em>. Mit seiner Hilfe kostet jeder Stadtausbau, dessen Baukosten 4 Rohstoffe übersteigen, einen beliebigen Rohstoff weniger. Es ist sicher von Vorteil, den Baukran zu besitzen, wenn man das mit 7 Rohstoffen teuerste Gebäude dieses Sets bauen möchte, das <em><strong>Parlament</strong></em>. Aber es lohnt, denn mit den zwei Siegpunkten des Parlaments kann man schnell aufholen oder gar überraschend gewinnen.</p>
<h4>Die Seuchen</h4>
<p>Zum Set gehören 5 Ereigniskarten. Neben den beiden schon aus dem Basisset bekannten Karten Erfindung liegen dem Set drei Karten <em><strong>Seuche</strong></em> bei. Eine Seuche bewirkt, dass jede an eine Stadt angrenzende Landschaft einen Rohstoff verliert. Diese können einen Spieler, der sorglos auf Stadtbau setzt, empfindlich schaden.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-815" title="Seuche" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Seuche.jpg" alt="Seuche Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-803" title="Badhaus" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Badhaus.jpg" alt="Badhaus Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /></p>
<p>Aber es gibt ein Gegenmittel: Das <em><strong>Badhaus</strong></em>. Die Landschaften einer Stadt, in der ein Badhaus gebaut wurde, sind vor Seuchen geschützt. Damit nicht nur eine Stadt vor Seuchen geschützt werden kann, stehen den Spielern 3 Badhäuser zu Verfügung. Sollte das Kind in den Brunnen gefallen sein, sprich die Seuche eine oder mehrere Städte eines Spielers heimgesucht haben, tröstet eine <em><strong>Apotheke</strong></em> ein wenig über den Verlust der Rohstoffe hinweg.  Nach einer Seuche spendet sie ihrem Besitzer einen beliebigen Rohstoff – unabhängig davon, ob dieser von der Seuche betroffen war oder nicht.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-802" title="Apotheke" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Apotheke.jpg" alt="Apotheke Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-812" title="Medicus" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Medicus.jpg" alt="Medicus Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /></p>
<p>Wo ein Badhaus steht, ist auch ein <em><strong>Medicus</strong></em> nicht fern. Und so enthält das Set zwei dieser Aktionskarten. In Verbindung mit dem Badhaus bewirkt der Medicus bei den Siedlern eine Steigerung ihrer Schaffenskraft, was sich als zusätzlicher Rohstoff in den beiden einem Badhaus benachbarten Landschaften niederschlägt.</p>
<h4>Sonstige Karten</h4>
<p>In einem Set, dessen Thema der Fortschritt ist, sollte ein <em><strong>Rathaus</strong></em> nicht fehlen. Es gewährt seinem Besitzer den Vorteil, beim Tauschen einer Handkarte am Ende seines Zuges kostenlos eine Karte aussuchen zu dürfen. Vielleicht fragen Sie sich jetzt, ob das Gemeindehaus dann nicht überflüssig wird. Ja, das wird es. Daher wird das Rathaus auch direkt auf das Gemeindehaus gebaut und verbraucht somit keinen neuen Bauplatz.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-814" title="Rathaus" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Rathaus.jpg" alt="Rathaus Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-810" title="Guido, der Gesandte" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Guido.jpg" alt="Guido Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /></p>
<p>Ein Rathaus ist mitunter auch eine Stätte der Diplomatie. Daher liegt es nahe, dass es als Bedingung für das Spielen der Aktionskarte <em><strong>Guido, der Gesandte</strong></em> dient. Guido ermöglicht es, eine Karte aus dem Ablagestapel zu fischen. Das kann sehr nützlich sein, wenn man sich beispielsweise die Dreifelderwirtschaft erneut zu Nutze machen möchte. Den gleichen Effekt hat auch die Aktionskarte <em><strong>Gustav, der Bibliothekar</strong></em>. Es versteht sich, dass man für das Spielen von Gustav kein Rathaus, sondern eine Bibliothek benötigt. Beide Aktionskarten lassen sich auch bedingungslos spielen, wenn man weniger Siegpunkte als der Mitspieler besitzt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-811" title="Gustav, der Bibliothekar" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Gustav.jpg" alt="Gustav Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-805" title="Benjamin, der fahrende Scholar" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/09/Benjamin.jpg" alt="Benjamin Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 8" width="220" height="220" /></p>
<p>Bedingungslos lässt sich auch <em><strong>Benjamin, der fahrende Scholar </strong></em>einsetzen. Mit Benjamins Hilfe erhält man in jeder Landschaft, deren Zahl man zu Beginn des Zuges gewürfelt hat, nochmals den Rohstoff dieser Landschaft.</p>
<p>Bei „Zeit des Fortschritts“ geht es friedlicher zwischen den Spielern zu als im Set „Zeit der Wirren“. Die Bedrohung kommt in Form der Seuchen von Außen und man sollte versuchen, sein Fürstentum rechtzeitig mit Badhäusern vor Rohstoffverlusten zu schützen. Die Universität und die an sie geknüpften Karten sind nicht mehr so stark wie im alten Kartenspiel, haben aber immer noch genügend Gewicht, eine Partie entscheiden zu können.</p>
<h4>Das Duell</h4>
<p>Wer alle drei Themenspiele gespielt hat und die Karten gut kennt, findet im Duellmodus eine neue Herausforderung. Im Duell kommen alle Themensets zum Zuge, allerdings in abgespeckter Form. Mancher Leser meiner Blogbeiträge wird sich sicher gefragt haben, was die komischen kleinen Halbmonde auf manchen Karten zu bedeuten haben. Nun, ist eine Karte mit einem Mond gekennzeichnet, dann geht sie beim Duell „schlafen“, wird also aussortiert. Das bedeutet, wir spielen ein Duell zwar mit allen Basiskarten aber nur ungefähr mit der Hälfte der Karten jedes Themensets.<br />
Das hat zur Folge, dass in jedem Set auch die Schlüsselkarten nur einmal vertreten sind: Im Set „Zeit des Goldes“ gibt es nur eine Händlergilde, im Set „Zeit der Wirren“ nur eine Spelunke und im Set „Zeit des Fortschritts“ nur eine Universität. Man muss sich also früh entscheiden, in welche strategische Richtung man spielen möchte oder taktieren und die Richtung ändern, wenn der Mitspieler einem ein Schlüsselgebäude weggeschnappt hat. Hat der Mitspieler beispielsweise die Händlergilde auf der Hand oder gar gebaut, kann man versuchen mit der Spelunke oder der Universität und ihren zugehörigen Karten zu kontern.</p>
<p>Der Duellmodus bietet ein breites strategisches und taktisches Spektrum, dessen Spielreiz durchaus an den des Turniermodus heranreicht. Der Duellmodus hat aber gegenüber dem Turniermodus den großen Vorteil, dass man kein zweites Spiel benötigt, da alle benötigten Karten in der Schachtel des Spiels „Die Fürsten von Catan“ vorhanden sind. Und für alle Spieler, die nicht so gerne eigene Decks zusammenstellen, hat es den Vorteil, dass man ohne lange Vorbereitungszeit sofort losspielen kann und dennoch die Auswahl aus allen Karten hat.</p>
<p>Damit will ich aber nicht sagen, dass der Turniermodus gestorben ist. Er wird mit der ersten Erweiterung, die den Arbeitstitel „Finstere Zeiten“ trägt, zu neuem Leben erwachen.</p>
<p>Das Spiel „Die Fürsten von Catan“ wird voraussichtlich in der gleichen Woche ausgeliefert werden, in der dieser Blogbeitrag veröffentlicht wird. Es war ein langer Weg bis zur Fertigstellung der überarbeiteten Version des alten Kartenspiels, ein Weg den Peter Gustav Bartschat, Dr. Reiner Düren und Sebastian Rapp mit mir gegangen sind. Es war ein spannender Weg mit vielen Testspielen und anregenden, manchmal tiefgründigen und nicht selten auch humorvollen und erheiternden Diskussionen. Es war ein schöner Weg, für den ich mich bei den Dreien ganz herzlich bedanke. Mein besonderer Dank gilt Michael Menzel, der Catan seine wundervollen Illustrationen geschenkt und dem Slogan „Catan wird lebendig“ seine Berechtigung verliehen hat.</p>
<p>In meinem nächsten Blogbeitrag werde ich voraussichtlich Ende dieses Jahres über das erste der drei Themenspiele der ersten Erweiterung berichten, das den Namen „Zeit der Intrigen“ trägt.</p>
<h4>PS:</h4>
<p>Ein Bild von Peter Gustav Bartschat diente dem Illustrator Michael Menzel als Vorlage für die Karte „Gustav, der Bibliothekar“. Peter Gustav Bartschat hat zusammen mit Dr. Reiner Düren die <a href="http://www.catan.de/literatur/encyclopaedia-catanica.html" target="_blank">Encyclopædia Catanica</a> verfasst, zwei lesenswerte Kriminalromane veröffentlicht und ist Autor des Buches <a href="http://www.catan.de/literatur/im-zeichen-des-sechsecks.html" target="_blank">„Im Zeichen des Sechsecks“</a>, das anlässlich des 10- jährigen Jubiläums von „Die Siedler von Catan“ erschien.<br />
Als Vorlage für „Guido, der Gesandte“  und „Benjamin, der fahrende Scholar“ dienten Bilder meiner beiden Söhne Guido und Benjamin.</p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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		<title>Das Ende des catanischen Rittertums</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 17:17:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Gustav Bartschat</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein investigativer Blick hinter die Kulissen der redaktionellen Vernichtung eines sozialen Standes Eine Kanonen-Geschichte – 1. Teil Im Jahr 1997 hielt ich zum ersten Mal das „Turnier-Set zum Kartenspiel“ in Händen: Jenen würdigen Urahnen des heute von Eingeweihten in höchsten strategischen Gefilden praktizierten Turnier-Kartenspiels. Die Spielbegeisterung, die mich bald darauf packen sollte, noch nicht ahnend, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3 style="text-align: left;"><img class="alignright size-full wp-image-168" title="Peter Gustav Bartschat" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/07/Gustav_100x205.jpg" alt="Gustav 100x205 Das Ende des catanischen Rittertums" width="100" height="205" />Ein investigativer Blick hinter die Kulissen der redaktionellen Vernichtung eines sozialen Standes</h3>
<h4>Eine Kanonen-Geschichte – 1. Teil</h4>
<p>Im Jahr 1997 hielt ich zum ersten Mal das „Turnier-Set zum Kartenspiel“ in Händen: Jenen würdigen Urahnen des heute von Eingeweihten in höchsten strategischen Gefilden praktizierten Turnier-Kartenspiels. Die Spielbegeisterung, die mich bald darauf packen sollte, noch nicht ahnend, schaute ich mir die Karte „Kanone“ an, für die Klaus Teuber getextet hatte: „Wehe, das Ende der Ritter naht!“</p>
<p>„Das fängt ja gut an“, sagte ich zu Babsi, meiner Frau. „Es ist ein populärer Irrtum, dass es eine Beziehung zwischen dem Aufkommen von  Feuerwaffen und dem Untergang des Feudalsystems gegeben hätte. Tatsächlich waren es soziale Veränderungen wie die Kapitalbildung der freien Reichsstädte, durch die die Aufstellung kopfstarker Infanterieheere erst möglich wurde …“</p>
<p>„Reg dich ab.“, sagte Babsi, „Es ist doch nur ein Spiel.“</p>
<p>Sie hatten beide recht, Babsi mit ihrem für mich immer wieder erschreckenden Sinn für Realismus und Klaus Teuber mit seinem prophetischen Kanonen-Text, denn im kommenden September – Anno 2010 – werden sie tot sein, die catanischen Kartenspiel-Ritter, dahingerafft wie ihre ganze unverbindlich-mittelalterliche Kartenspielwelt.</p>
<p>Und wer hat ihr Grab geschaufelt? Vielleicht tatsächlich eine Kanone?</p>
<p>Rollen wir die tragischen Ereignisse, die Karl den Mächtigen, Lothar den Säufer und selbst Johanna die Kriegerin das Leben gekostet haben, einmal Schritt für Schritt auf.</p>
<p><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Kanone-Blog.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-775" title="Kanone" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Kanone-Blog.jpg" alt="Kanone Blog Das Ende des catanischen Rittertums" width="295" height="290" /></a></p>
<h4>Alte Zeiten</h4>
<p>Wann spielt eigentlich das catanische Kartenspiel?</p>
<p>Bisher war es recht unverbindlich irgendwann „früher“ angesiedelt. Vielleicht letzten Dienstag im Mittelalter, in jener hybriden Epoche, die wir von den sommerlichen Mittelalter-Märkten und Ritterspielen kennen, wenn sich Karl der Große und Jeanne d’Arc mit Prinz Eisenherz und Xena am Schnellimbiss-Stand treffen, um ihre Handy-Nummern auszutauschen.</p>
<p>Klaus Teuber schwebte bei der Entwicklung des &#8220;Cataniversums&#8221; ein Parallel-Island (in einem etwas wärmeren Alternativ-Universum gelegen) vor. Rebecca Gablé hat diese Welt, die Anfänge ihrer Besiedlung im 9. Jahrhundert und einige ihrer Bewohner in ihrem 2003 erschienenen Roman &#8220;Die Siedler von Catan&#8221; detailreich geschildert. In den Spielen selbst fand man diese räumliche und zeitliche Einordnung aber lange nicht widergespiegelt.</p>
<p>Erst die Viking-Edition der Spielfiguren von 2008 und die 2010 erschienenen Brettspiel-Neuauflagen brachten zumindest das Brettspiel seinen Wurzeln näher.</p>
<div id="attachment_507" class="wp-caption aligncenter" style="width: 205px"><img class="size-full wp-image-507" title="Die Siedler von Catan - Der Roman" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Catan-Roman_Blog.jpg" alt="Catan Roman Blog Das Ende des catanischen Rittertums" width="195" height="280" /><p class="wp-caption-text">Die Siedler von Catan - Der Roman</p></div>
<h4>Große Pläne</h4>
<p>Nachdem ich im Laufe der Jahre in unregelmäßigen Abständen den einen oder anderen marginalen Gedanken zur Entwicklung des Cataniversums beigetragen hatte, wurde ich 2008 in den sehr kleinen, sehr intensiv arbeitenden Kreis der Kartenspiel-Redaktion berufen.</p>
<p>Das erste Projekt, an dem ich mich in dieser illustren Gruppe bewähren durfte, war die grundsätzliche Überarbeitung des Kartenspiels. Das ist eine Aufgabe, für die zehn Spielentwickler zehn Jahre brauchen würden. Wir waren vier Leute. Wie viel Zeit hatten wir also? Richtig: Zwei Jahre. Irgend wann müsste ich das mal Frau K. unter die Nase reiben, die vor vierzig Jahren versucht hat, mir den Dreisatz näher zu bringen.</p>
<p>Und das sind die drei Kartenspielüberarbeiter, die mich &#8220;mitspielen&#8221; ließen:</p>
<p>Klaus Teuber. Es scheint müßig, ihn den Lesern dieser Seite noch vorstellen zu wollen. Jeder kennt seine Spiele. Aber seine Fülle an originellen Ideen, um Konfliktsituationen im Regelwerk aufzulösen, seine Aufgeschlossenheit gegenüber Vorschlägen von Mitarbeitern, die sich an Erfolg doch gar nicht mit ihm messen können, sein subtiler, niemals verletzender Humor, seine Fähigkeit, ein Team das sich in einer Sackgasse verrannt hat, immer wieder zu motivieren: Das kann man nur in der längeren, engen Zusammenarbeit kennen lernen.</p>
<p>Dr. Reiner Düren: Doktor der Chemie, seit den Anfängen der Internet-Spielerszene als Turnierspieler ebenso erfolgreich wie in der Spielergemeinschaft engagiert, Moderator mehrerer Foren, Mitorganisator in der Catan Online Welt und einer der Gründer sowie derzeit einziger Betreuer der Regel-Datenbank &#8220;Encyclopœdia Catanica&#8221;. Man glaubt den scharfen, unbestechlichen Blick des Chemikers bei der Analyse einer unbekannten Substanz zu erkennen, wenn er aus einer Dutzende von Seiten langen Liste mit Regelkonzepten und Spielkartenentwürfen auf einmal drei, vier Punkte herausgreift und mit ein paar Worten unbestreitbar deutlich macht, dass dort ein Problem lauert, vielleicht weil ein Spieler, der eine bestimmte Aktion als erster ausführt, danach nicht mehr einzuholen wäre.</p>
<p>Sebastian Rapp. Manchmal denke ich, er muss wohl jedes Spiel auf der Welt zumindest einmal gespielt haben. Und sich daran erinnern. Er hielt immer das Ziel unserer gemeinsamen Arbeit im Auge und brachte uns mehr als einmal auf den geraden Weg zurück, wenn wir in überschäumender Begeisterung einen originellen Einfall weiter und weiter spannen. Mit den originellen Einfällen ist das nämlich so eine Sache: Sie mögen denen, die sie entwickelt haben, gut gefallen. Aber der wahre Prüfstein für einen Einfall ist ja nicht, ob er dem Autor gefällt, sondern ob er Neueinsteigern den Zugang zum Spiel attraktiv und erfahrenen Spielern das Spiel langfristig schmackhaft machen kann. Das neue, klar strukturierte Regelwerk der „Fürsten von Catan“ – mit nur einem Minimum von „wenn“, „dann“ und „außer“ – ist daher zu einem großen Teil Sebastians Konsequenz zu verdanken, uns in Erinnerung zu rufen, was wir eigentlich erreichen wollten.</p>
<div id="attachment_778" class="wp-caption aligncenter" style="width: 430px"><img class="size-full wp-image-778 " title="Foto-Collage: Klaus Teuber, Dr. Reiner Düren, Sebastian Rapp" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Collage_Klaus-Red-Sebastian.jpg" alt="Collage Klaus Red Sebastian Das Ende des catanischen Rittertums" width="420" height="200" /><p class="wp-caption-text">Foto-Collage: Klaus Teuber, Dr. Reiner Düren, Sebastian Rapp</p></div>
<h4>Wir fragen die, die sich auskennen</h4>
<p>Als wir vier 2008 anfingen, uns über eine umfassende, grundsätzliche, radikale und ganz und gar noch-nie-dagewesene Revolution des Catan-Kartenspiels die Köpfe zu zerbrechen, da mussten wir als versierte Catan-Kenner zwangsläufig als erstes die Chance ergreifen, das Kartenspiel passend zur catanischen Historie von der isolierten Wikinger-Kultur im Atlantik umzuschreiben.</p>
<p>Pustekuchen!</p>
<p>Nicht mal den Schatten eines Einfalls davon hatten wir am Anfang. Über mehr als das ganze erste Jahr der Zusammenarbeit war es immer noch „letzten Dienstag im Mittelalter“ auf Catan. Wir konzentrierten uns dieweil darauf, aus dem Schritt für Schritt in über 10 Jahren entstandenen Einzelfallkatalog eine in sich stimmige Regel zu bauen.</p>
<p>So seltsam das klingen mag: Nichts war ein größeres Problem für das Kartenspiel als sein eigener Erfolg. Dieser Erfolg begründete eine stetige Nachfrage nach Erweiterungen, Erweiterungen müssen neue Aspekte ins Spiel bringen, neue Aspekte &#8220;beißen&#8221; sich oft mit dem alten Regelwerk: Und so hatte das Kartenspiel im Jahr 2008 – seinem 11. Lebensjahr – bereits zwei umfangreiche Regel-Reformen hinter sich. Schwerpunkt dieser Reformen war gewesen, mit dem vorhandenen Material – ergänzt durch ein paar Aufkleber mit Textkorrekturen – nach geänderten Regeln spielen zu können. Unabsichtlich war das Spiel dadurch in ein fast undurchdringliches Regel-Labyrinth geführt worden: Potenzielle Neueinsteiger fanden kaum noch Zugang zum Spiel, während versierte Spieler insbesondere der anspruchsvollen Turnier-Variante in gerade diesem Labyrinth ihre spielerische Heimat gefunden hatten.</p>
<p>Neueinsteigern wollten wir einen einfachen Zugang zu einem lockeren, unterhaltsamen Spiel bieten, den &#8220;alten catanischen Hasen&#8221; aber die strategische und taktische Tiefe des traditionellen Kartenspiels bewahren.</p>
<p>Es beiden Zielgruppen in jedem Punkt recht zu machen, dürfte nahe an der Unmöglichkeitsgrenze liegen. Wenn ich auch noch nicht ganz sicher bin, auf welcher Seite davon. Um so größer war andererseits die Herauforderung dieser Aufgabe.</p>
<p>Nun sind wir vier ja auch alte catanische Hasen. Eine der größten Gefahren, der eine solche Truppe sich stellen muss, ist, dass sie sich in Betriebsblindheit verliert.</p>
<p>Daher haben wir schon in der Vorbereitungsphase, noch ehe die erste neue Regel formuliert war, immer wieder die Gelegenheit ergriffen – besser sollte ich vielleicht schreiben: &#8220;erzwungen&#8221; – das Kartenspiel mit Leuten zu spielen, die es eigentlich gar nicht spielen möchten: Sei es, weil sie ohnehin nicht gern spielen; sei es, weil sie das Kartenspiel bereits kannten, sich aber im Laufe der Zeit davon abgewandt hatten. Babsi gehört zur zweiten Gruppe. Sie hat jetzt das Auto, ich die Katzen.</p>
<p>Vielleicht waren diese Tests mit Nicht-Kartenspielern das wichtigste, das wir überhaupt während der Entwicklung getan haben. In den Gesprächen mit Spielern, die dem alten Kartenspiel ablehnend gegenüberstanden, verschoben sich bisweilen unsere &#8220;Alte Hasen&#8221;-Perspektiven so gründlich, dass wir manchmal das Gefühl hatten, ein ganz anderes Spiel zu sehen als unser Gegenüber am Tisch.</p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_494" class="wp-caption aligncenter" style="width: 430px"><img class="size-full wp-image-494 " title="Arnd Beenen und Klaus Teuber beim Prototypentest in Bilstein" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/02/Kartenspiel-Reform_Fuersten.jpg" alt="Kartenspiel Reform Fuersten Das Ende des catanischen Rittertums" width="420" height="315" /><p class="wp-caption-text">Arnd Beenen und Klaus Teuber beim Prototypentest in Bilstein</p></div>
<h4>Dunkle Wolken brauen sich über glänzenden Rüstungen zusammen</h4>
<p>Der 20. Juni 2009 war der Tag, an dem der Untergang der catanischen Ritter begann. Aber nicht nur die Ritter blickten ahnungslos in eine kurze und finstere Zukunft, auch ich hatte noch keine Ahnung, als ich als Ergebnis eines Tests mit Babsi notierte: <em>„Unterschiedliche Wertung von Stärke- und Turnierpunkten zu kompliziert. Ritter sollten nur ‚Ritterpunkte‘ haben; intuitiv erkennbare Parallele zu ‚Mühlenpunkten‘.“</em></p>
<p>Ich persönlich fand das ja überhaupt nicht zu kompliziert, und so kommentierte ich das damals auch, als ich eines meiner Memos über die Testspiele schrieb. Sebastian Rapp war es, der mir damals meinen „Tunnelblick“ mit ein paar klaren Worten austrieb und mich erst dazu brachte, mir Babsis Sichtweise einmal zu eigen zu machen und den Gedanken dann weiter zu denken. Danke, Babsi und Sebastian. (Ich bezweifle, dass die Ritter sich meinem Dank anschließen würden, denn hätten wir diesen Gedankengang nicht weiter verfolgt, würden sie vermutlich noch lange leben auf Catan.)</p>
<p>Aber hatte Babsi nicht recht? Ritterkarten hatten damals Fäuste und Helme mit Zahlen als Symbole aufgedruckt. Und wer die meisten Fäuste besaß, der bekam als Belohnung was? Eben: Eine Reiterfigur. Hand aufs Erz: Wer soll so was denn verstehen?</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-782" title="Götz Eisenfaust" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Goetz_Eisenfaust-Blog.jpg" alt="Goetz Eisenfaust Blog Das Ende des catanischen Rittertums" width="295" height="290" align="middle" /><img class="alignnone size-full wp-image-784" title="Rittermacht" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Rittermacht.png" alt="Rittermacht Das Ende des catanischen Rittertums" width="47" height="69" align="middle" /></p>
<h4>Schwerter zu Äxten schmieden</h4>
<p>Etwa zur selben Zeit hatte Klaus Teuber das Konzept entwickelt, die einzelnen Themen-Sets nicht mehr „Ritter &amp; Händler“, „Zauberer &amp; Drachen“, „Currywurst &amp; Pommes“ und so weiter zu nennen. Statt dessen bekamen die Sets Titel wie „Zeit der Wirren&#8221;, die sie in eine chronologische Reihenfolge brachten.</p>
<p>Eine Idee, für die ich mich schnell begeistern konnte. Für mich als gelegentlichen Autor von historischen Romanen war es verlockend, an Titel und Themen der einzelnen Karten vor einem konkreten zeitlichen Bezug herumzubasteln, um den wir uns bis dahin wenig gekümmert hatten.</p>
<p>Und so rückte der Tod der catanischen Ritter langsam näher:</p>
<p>Wenn wir schon eine chronologische Reihenfolge der Sets haben, dann muss das Basisspiel am Anfang stehen. Wann soll das spielen?</p>
<p>Jetzt, im Rückblick, hat man den Eindruck, dass in leuchtenden Großbuchstaben am Himmel über unseren Köpfen hätte geschrieben stehen müssen: NATÜRLICH IM 9. JAHRHUNDERT AUF DEM NEU ENTDECKTEN CATAN, IHR BLINDFISCHE!</p>
<p>Tatsächlich aber wurschtelten wir weitere Wochen mit den verschiedensten Ideen herum, bis sich auf einmal – wie bei einem Puzzle, bei dem man bemerkt, dass die Katze ein wichtiges Teil in ihre Schlafecke verschleppt hat – alle offenen Enden der thematischen Einbettung zu einem kompletten historischen Konzept zusammenschlossen: Das Basis-Spiel entspricht der catanischen Frühgeschichte und den Errungenschaften, die von dort als Tradition in alle anderen Epochen fortdauern. Das Basis-Spiel ist erweiterungsfähig durch einzelne Themen-Sets, die zusammen mit dem Basisspiel jeweils eine Epoche der catanischen Geschichte nachspielen lassen.</p>
<p>Ist eine Idee erst einmal zu einem schlüssigen Konzept ausformuliert, erscheint sie oft so selbstverständlich, dass man nicht mehr verstehen kann, wo dabei eigentlich die Arbeit gewesen sein soll. Aber bis man einmal soweit ist, muss man oft 69 „gute Ideen“ beerdigen, weil sie alle bei näherer Betrachtung einen Pferdefuß haben, bis die 70. plötzlich funktioniert.</p>
<p>Die Ritter starben uns dabei unter den Händen: Auf einer Inselgruppe mit einer isolationistischen kulturellen Grundhaltung würde sich schwerlich dieselbe Form einer Feudalgesellschaft entwickeln, wie zur selben Zeit auf dem europäischen Kontinent. Zudem konnten wir, wenn wir uns schon das Ambiente von Rebecca Gablés Catan-Roman orientierten, keine Ritter mehr gebrauchen: Die dort zum Leben erweckten Handwerker, Händler und Seeleute sind zwar erfahrene Raufbolde – oder werden zumindest im Lauf der Handlung dazu – aber eben keine Ritter.</p>
<p>So kamen wir schließlich in Anlehnung an die alten nordischen Sagas zum Konzept unserer Helden. Die haben allerdings nicht einfach „Heldenpunkte&#8221;, wie man durch unsere Verfolgung von Babsis auslösendem Vorschlag mit den „Ritterpunkten“ hätte denken können. Wir behielten nach ausführlicher Erwägung der Alternativen und deren Konsequenzen schließlich die ursprüngliche Zweiteilung bei, wenn auch mit anderen Schwerpunkten: Die alten „Stärkepunkte“ und „Turnierpunkte“ eines Ritters müssten thematisch eigentlich dasselbe beschreiben, denn im Turnier werden hauptsächlich Kampftechniken erprobt.</p>
<p>Stärke wird jetzt durch ein Axt-Symbol dargestellt, und wer die stärksten Helden hat, der bekommt jetzt auch einen Stein mit einer Axt, und nicht mehr wie früher irgendetwas ganz anderes. (Ein Gipsmodell vom Eyjafjallajökull zum Beispiel.)</p>
<p>Wir haben der Stärke – also dem Gewaltpotenzial eines Helden – jetzt sein Geschick gegenübergestellt. Das Geschick symbolisiert in absichtlich doppeldeutiger Wortwahl das Schicksal eines Helden, aber zugleich auch sein Geschick in Verhandlungen und sozialen Wegen der Problemlösung. Kein Wunder, wird der Kenner des Catan-Romans sich sagen, dass die Werte von Candamir und Austin da so unterschiedlich ausfallen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-790" title="Ritterentwicklung" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Ritterentwicklung.jpg" alt="Ritterentwicklung Das Ende des catanischen Rittertums" width="420" height="140" /></p>
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_797" class="wp-caption aligncenter" style="width: 180px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Osmund-Staerke_Geschick.jpg"><img class="size-full wp-image-797" title="Osmund - Stärke und Geschick" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/08/Osmund-Staerke_Geschick.jpg" alt="Osmund Staerke Geschick Das Ende des catanischen Rittertums" width="170" height="66" /></a><p class="wp-caption-text">Osmund - Stärke und Geschick</p></div>
<hr />
<h4>Eine Kanonen-Geschichte – 2. Teil</h4>
<p>Das war die Geschichte vom Untergang des catanischen Rittertums. Klaus Teuber hatte ihn schon 1997 vorausgesehen, als er auf seine Kanonenkarte schrieb: „Wehe, das Ende der Ritter naht!“.</p>
<p>Doch was wurde aus der Kanone selbst?</p>
<p>Wie Sie im nächsten Blog-Beitrag von Klaus Teuber über das Themen-Set „Zeit des Fortschritts“ erfahren werden, hat auch sie inzwischen ihren Meister gefunden.</p>
<p><em>Peter Gustav Bartschat</em></p>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 12:07:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Teil 7 – Zeit der Wirren Einleitung Das Themenspiel „Zeit der Wirren“ wird mit dem gleichnamigen Themenset und den Basiskarten gespielt, die ich im 5. Teil meiner Blogreihe über die Reform des Kartenspiels vorgestellt habe. In der fiktiven Geschichte Catans ist das Set Mitte des 9. Jahrhunderts, also ca. 100 Jahre nach der Ankunft der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7" width="100" height="205" />Teil 7 – Zeit der Wirren</h3>
<h4>Einleitung</h4>
<p>Das Themenspiel „Zeit der Wirren“ wird mit dem gleichnamigen Themenset und den Basiskarten gespielt, die ich im 5. Teil meiner Blogreihe über die Reform des Kartenspiels vorgestellt habe. In der fiktiven Geschichte Catans ist das Set Mitte des 9. Jahrhunderts, also ca. 100 Jahre nach der Ankunft der ersten Siedler auf Catan, angesiedelt. Der Wikingerhäuptling Carl Gabelbart ist mit seinen Mannen auf Catan gestrandet. Um die Insel zu erobern, sät er Zwietracht zwischen den Fürsten und ruft Verräter, Bogenschützen und Feuerteufel auf den Plan. Mitten im Geschehen steht Heinrich, der Wächter. Seine Bekenntnisse werden uns die Zeit der Wirren etwas näher bringen.</p>
<h4><img class="alignright size-full wp-image-738" title="Heinrich, der Wächter" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/07/Heinrich.jpg" alt="Heinrich Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7" width="220" height="220" />Die Bekenntnisse eines Wächters</h4>
<p>Gestatten, ich bin Heinrich. Genau genommen <strong>Heinrich, der Wächter</strong>, ein loyaler Untertan des Fürsten. Na ja, sagen wir: Ein ziemlich loyaler Untertan.</p>
<p>Denn eigentlich bin ich nicht besonders gut auf den Fürsten zu sprechen. Nach all den Jahren treuer Dienste, die ich ihm im Kampf gegen Räuber und Piraten geleistet habe, hat er mich mit dem Amt eines Wächters abgespeist. Eigentlich hätte er mich auch gleich zum Aufseher seiner Latrinen machen können.</p>
<p>Wohnen darf ich im Obergeschoss des Stadttors. Die Schlafkammer dort ist so klein, dass mein Vorgänger nur ein Zwerg gewesen sein kann. Ich bin jedenfalls kein Zwerg und so zwänge ich mich abends mit angewinkelten Beinen und eingezogenem Kopf in die lausige Schlafstätte.</p>
<p><img class="size-full wp-image-743 alignleft" title="Spelunke" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/07/Spelunke.jpg" alt="Spelunke Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7" width="220" height="220" />Und meine Entlohnung?<br />
„Hier, mein lieber Heinrich“, hat er gesagt, „Nimm diesen gezinkten Würfel und beschaff’ dir dein Salär selbst. In der <strong>Spelunke</strong> sitzen so viele Dummköpfe herum, da dürfte es dir nicht schwer fallen, den einen oder anderen Halunken übers Ohr zu hauen.“</p>
<p>Dann hat er mir noch ein Horn geschenkt, mit dem ich die Bürger warnen soll, wenn Feinde die Stadt bedrohen. Ich gestehe, ich habe bis heute kein einziges Mal in das Horn geblasen. Geht ja auch gar nicht, denn ich habe das Mundstück verschlossen. Als Gefäß, gefüllt mit Met oder Bier, leistet es mir wesentlich bessere Dienste. Nicht selten proste ich dem Fürsten mit dem Horn zu: „Danke, mein Fürst. Ich trinke auf deinen Untergang!“</p>
<p>Stimmt, eigentlich bin ich richtig sauer auf ihn. Jeden Morgen, wenn ich in meiner trüben Kammer mit schmerzenden Gliedern und steifem Hals aufwache, verfluche ich seine Hoheit.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-739" title="Irmgard, Bewahrerin des Lichts" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/07/Irmgard.jpg" alt="Irmgard Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7" width="220" height="220" />Mein einziger Lichtblick ist <strong>Irmgard</strong>, meine liebe Freundin, die in einer geräumigen Hütte im Sumpf wohnt. In manchen Nächten schleiche ich mich zu ihr. Dann verwöhnt sie mich mit feinen Speisen und ich genieße es, in ihren Armen mit wohlig ausgestreckten Gliedern einzuschlummern. Nach dem Essen reden wir oft noch angeregt miteinander. Es gibt allerdings ein Thema, das ich inzwischen lieber vermeide. Denn wenn die Rede auf den Fürsten kommt und ich mir das eine oder andere böse Wort über ihn einfach nicht verkneifen kann, habe ich die nächsten Tage Hüttenverbot.</p>
<p>Irmgard verehrt den Fürsten – frage mich bitte keiner warum. Sie unterstützt ihn, wann immer sie nur kann. Wenn der Fürst beispielsweise von einem Helden verlassen oder eines seiner Gebäude von der Fürstin des benachbarten Fürstentums abgefackelt wurde, lässt sie ihre Verbindungen spielen und schickt dem Fürsten als Trost eine Ladung Rohstoffe.</p>
<table align="center">
<tbody>
<tr>
<td><img class="alignnone size-full wp-image-735" title="Feuerteufel" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/07/Feuerteufel.jpg" alt="Feuerteufel Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7" width="220" height="220" /></td>
<td><img class="alignnone size-full wp-image-747" title="Zehntscheuer" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/07/Zehntscheuer.jpg" alt="Zehntscheuer Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7" width="220" height="220" /></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-736" title="Feuerwache" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/07/Feuerwache.jpg" alt="Feuerwache Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7" width="220" height="220" />Neulich Nacht war es wieder soweit. Die Fürstin musste einen <strong>Feuerteufel</strong> in unsere Stadt geschleust haben. Irmgard und ich wachten von dem Geschrei in der Stadt auf und eilten aus der Hütte. Der Feuerschein eines lichterloh brennenden Gebäudes erhellte den Himmel über der Stadt.<br />
„Ha!“, frohlockte ich, „Ich glaube, da brennt die <strong>Zehntscheuer</strong> und mit ihr das Getreide und die Wolle, die der alte Geizhals den Bauern abgeknöpft hat.“<br />
Ich grinste Irmgard an, hätte mir aber denken können, dass sie nicht zurückgrinste. Ihre grünen Augen blickten mich ungnädig an und mir war klar, dass ich die nächste Zeit wieder in meiner unbequemen Schlafkammer zu nächtigen hatte.</p>
<p>„Wenn er eine <strong>Feuerwache</strong> gebaut hätte, wäre das nicht passiert“, grummelte ich. „Wärest du auf deinem Posten gewesen – und nicht hier bei mir &#8211; auch nicht!“ erhielt ich noch als Antwort, bevor Irmgard sich in ihre Hütte zurückzog und die Tür verschloss.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-732" title="Bogenschütze" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/07/Bogenschuetze.jpg" alt="Bogenschuetze Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7" width="220" height="220" />Am nächsten Morgen stand ich übellaunig vor meinem Stadttor, als mir ein schmächtiger Jüngling mit torkelndem Gang entgegenkam. „Wo willst DU denn hin, Junge?“<br />
„In die … in die Stadt der… Fürstin, Herr… äh …Wächter.“, teilte er mir stockend mit und schickte mir zum Gruß seine Alkoholfahne. „Ich b… bin <strong>Bogenschütze</strong> und ich soll dort die Fürstin… ne… den Helden der Fürstin äh…unschädlich machen.“</p>
<p>Er stierte mich mit blutunterlaufenen Augen an. Die beiden Arme, die teilnahmslos neben seinem Rumpf baumelten, waren so dürr, dass ich stark bezweifelte, er könne den Bogen, den ihm jemand um seinen Hals gehängt hatte, mehr als eine Handbreit spannen.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-744" title="Übungsplatz" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/07/Uebungsplatz.jpg" alt="Uebungsplatz Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7" width="220" height="220" />„Nenn’ mich nicht HERR WÄCHTER!“, polterte ich. „Das klingt ja noch lächerlicher als Nachtwächter. Du hältst dich für einen Bogenschützen? Du bist allenfalls ein Junge, der noch nicht mal gelernt hat, seinen Bogen gescheit zu tragen. Statt dich in der Spelunke zu besaufen, wirst du dich jetzt zum <strong>Übungsplatz</strong> begeben und dort den Umgang mit dem Bogen üben. Wenn du in ein paar Tagen nüchtern wiederkommst, dann lasse ich dich vielleicht durch. Aber schieß mir bloß keinen Schwertkämpfer ab!“</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-746" title="Verräter" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/07/Verraeter.jpg" alt="Verraeter Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7" width="220" height="220" />Der Junge trollte sich gerade, als ich aus dem Augenwinkel eine huschende Gestalt wahrnahm. Da wollte sich doch tatsächlich jemand heimlich durch MEIN Stadttor schleichen. Mit einem Satz war ich bei dem Eindringling und ergriff seine Rechte. „Was machst du hier, Schurke?“<br />
„Ich bin kein Schurke.“, stammelte der Erwischte, der sich ebenfalls als ein mit einer Alkoholfahne bestens ausgestatteter Jüngling erwies. „Ich bin ein <strong>Verräter</strong>.“</p>
<p>Die Fürstin besaß natürlich auch eine Spelunke in ihrer Stadt. Dort hatte sie den jungen Mann wohl angeheuert, um dem Fürsten eins auszuwischen. Das wäre mir natürlich gar nicht so unlieb gewesen, aber ich musste auch an mich und vor allem an  meinen Geldbeutel denken.</p>
<p>„Dir ist wohl klar, dass ich jetzt nur in mein Horn blasen muss und du dann die nächste Zeit im Kerker des Fürsten nur noch Ratten verraten können wirst?“<br />
Da der Jüngling nicht wissen konnte, dass mein Horn sich schon lange nicht mehr zum Blasen eignete, nickte er ängstlich und blickte dabei verstohlen um sich. Scheinbar suchte er eine Möglichkeit, zu entkommen. Ich hielt sein Handgelenk jedoch weiter mit eisernem Griff umschlossen.</p>
<p>„Ich mache dir einen Vorschlag zur Güte. Ich würfle.“ Mit der Linken holte ich meinen Würfel aus meinem Wams und hielt ihn dem verständnislos blickenden Verräter vor die Nase. „Wenn eine 3, 4 oder 5 fällt, dann nehme ich die Münzen, die dir die Fürstin für deinen Verrat gegeben hat und schicke dich nach Hause. Wenn ich eine andere Zahl würfle, dann darfst du in die Stadt und ich nehme dir nur die Hälfte deiner Münzen weg. Einverstanden?“<br />
Da seine einzige Alternative die Ratten im Kerker waren, nickte der Jüngling heftig. Scheinbar hatte er inzwischen die Sprache verloren.<br />
Ich ließ den gezinkten Würfel zu Boden fallen. Nach einigen Hüpfern blieb er erwartungsgemäß auf der Seite mit der 6 liegen.<br />
„Glück gehabt, mein Junge! Das Schicksal hat entschieden, dass du in der Stadt deine Aufgabe erfüllen darfst.“ Ich hielt die Hand auf und empfing die Hälfte seines Verräterlohns.</p>
<table align="center">
<tbody>
<tr>
<td><img class="alignnone size-full wp-image-733" title="Carl Gabelbart" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/07/Carl-Gabelbart.jpg" alt="Carl Gabelbart Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7" width="220" height="220" /></td>
<td><img class="size-full wp-image-731 alignnone" title="Beutefahrt" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/07/Beutefahrt.jpg" alt="Beutefahrt Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7" width="220" height="220" /></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>In den Abendstunden tauchte der junge Verräter wieder auf. Er hatte <strong>Carl Gabelbart</strong> im Schlepptau. Carl war ein mächtiger Hüne und berüchtigt für seine <strong>Beutefahrten</strong>, mit denen er die catanischen Küsten verunsicherte. Ich wusste, der Fürst verhandelte mit Carl, denn er hätte den starken Helden gerne auf seine Seite gebracht und in sein Gefolge aufgenommen. Aber daraus würde jetzt wohl nichts mehr werden. Dank ihres Verräters würde nun die Fürstin Zugriff auf den Helden mit der gewaltigen Doppelaxt haben.</p>
<p>Lächelnd ließ ich das ungleiche Paar mein Stadttor passieren. Ab jetzt würde es wohl nur noch eine Seite der Insel geben, die Carl mit seinen Beutefahrten heimsuchen würde: Die Seite meines ungeliebten Fürsten.</p>
<p>Ein paar Tage später, ich durfte immer noch nicht die Hütte Irmgards betreten, bedrohten <strong>Unruhen</strong> das Fürstentum. Von einem vor der Stadt gelagerten <strong>Spähturm</strong> aus wurde ein Zug von Bauern gesichtet. Die Landmänner waren mit Knüppeln und Mistgabeln bewaffnet und marschierten entschlossen und mit grimmigen Gesichtern auf die Stadt zu.</p>
<table align="center">
<tbody>
<tr>
<td><img class="alignnone size-full wp-image-742" title="Spähturm" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/07/Spaehturm.jpg" alt="Spaehturm Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7" width="220" height="220" /></td>
<td><img class="alignnone size-full wp-image-745" title="Unruhen" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/07/Unruhen.jpg" alt="Unruhen Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7" width="220" height="220" /></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Die Wut der Bauern wunderte mich nicht. Hatte der Fürst doch, ohne mit der Wimper zu zucken, befohlen, die abgebrannte Zehntscheuer wieder aufzubauen und den Bauern erneut den Zehnten ihrer Getreide und Wolleernte abzuknöpfen.</p>
<p>Die Glocke der <strong>Kapelle</strong> läutete bedrohlich Alarm und der Herold brüllte: „Feinde vor den Toren! Bürger, verbarrikadiert euch in euren Häusern!“<br />
Schnell leerten sich die Gassen und eine gespenstische Ruhe schlich sich in die Stadt. Nur das Gefolge des Fürsten war noch unterwegs und nach und nach versammelten sich die Helden vor meinem Stadttor. Die Luft roch nach Kampf. Bevor der Fürst jedoch seinen Helden den Befehl erteilte, den Bauern entgegen zu treten, schüttelte er noch einen Trumpf aus seinem Ärmel.<br />
Die Schar der Helden teilte sich und in ihrer Mitte erschien <strong>Sebastian, der Wanderprediger</strong>.</p>
<table align="center">
<tbody>
<tr>
<td><img class="alignnone size-full wp-image-740" title="Kapelle" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/07/Kapelle.jpg" alt="Kapelle Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7" width="220" height="220" /></td>
<td><img class="alignnone size-full wp-image-741" title="Sebastian, der Wanderprediger" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/07/Sebastian.jpg" alt="Sebastian Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7" width="220" height="220" /></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Mit seiner langen braunen Kutte und seinem von Silber durchwirkten Haar strahlte er Autorität aus und wirkte erhaben über einfache menschliche Bedürfnisse wie Unterkunft und Nahrung.<br />
„Was wirst du den armen Schluckern sagen?“, fragte ich Sebastian.<br />
„Das was ich in solchen Situationen immer predige und was auch immer hilft: &#8216;Was euch euer irdischer Herr auf der Erden nimmt, wird euch der Herr im Himmel tausendfach vergelten. Wer sich jedoch an seinem irdischen Herren vergreift, wird tausend Jahre in der Hölle schmoren.&#8217;“<br />
So sprach Sebastian vor den Bauern und schnell war der Spuk vorüber. Sebastian zog ungerührt weiter, um weitere himmlische Weisheiten unters Volk zu bringen.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-734" title="Festplatz" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/07/Festplatz.jpg" alt="Festplatz Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7" width="220" height="220" />Eine Woche später schlenderte ich über den <strong>Festplatz</strong> und sah dem Treiben der Helden unserer Stadt zu. Sie bereiteten sich auf das in Kürze stattfindende Fest vor. Es wurde gesungen, musiziert und getanzt. Einige übten sich in kunstvollen Reden, andere führten eine Posse auf. Zwei Helden kreuzten ihre Klingen in einem spektakulären Schaukampf.</p>
<p>Auf dem Weg zum Stadttor hielt mich ein Botenjunge an und übergab mir mit seiner kleinen schmutzigen Hand eine Botschaft. Sie kam von Irmgard, die mich einlud, sie zum Fest der beiden Fürstentümer in die Stadt der Fürstin zu begleiten. Sie schien mir endlich verziehen zu haben. Ich warf dem Knaben eine Münze zu und setzte glücklich meinen Weg zum Stadttor fort. Dort erwartete mich der junge Bogenschütze – diesmal ausgesprochen nüchtern.</p>
<p>„Ja, du kannst gehen!“, beschied ich ihm gut gelaunt, bevor er den Mund aufmachen konnte und schlug ihm wohlwollend auf die schmächtige Schulter. „Aber triff nicht zu genau!“</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-737" title="Große Festhalle" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/07/Grosse-Festhalle.jpg" alt="Grosse Festhalle Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 7" width="220" height="220" />Das tat er dann auch nicht.<br />
Als ich zwei Tage später mit Irmgard in der prächtigen <strong>Großen Festhalle</strong> der Fürstin saß und die Darbietungen des Festes genoss, gab es einen Zwischenfall, der meinen Groll auf den Fürsten milderte.</p>
<p>Der Fürst stand neben seiner Kontrahentin, der Fürstin und beide applaudierten einträchtig der Vorstellung einer jungen Heldin, die zur Harfe ein schwermütiges Lied über Liebe und Verrat gesungen hatte.</p>
<p>Gleichzeitig bereiteten sich hinter den beiden applaudierenden Hoheiten ein Held des Fürsten und ein Held der Fürstin, mit Schwert und Schild bewaffnet, auf einen Schaukampf vor.<br />
Der Bogenschütze hatte sich unterdessen von hinten unbemerkt an die Festhalle herangeschlichen und zielte mit seinem Bogen durch ein kleines Fenster auf ein Bein des Helden der Fürstin. Kurz bevor der Pfeil mit einem leisen Surren die Sehne verließ, senkte der Held seinen Schild, um sich mit der Schildkante sein juckendes Schienbein zu kratzen. Der Pfeil streifte den Schildbuckel und nahm dann eine andere, schicksalhafte Richtung.</p>
<p>Im dämmrigen Licht der Halle hatte niemand mitbekommen, dass sich ein Pfeil in den Allerwertesten des Fürsten gebohrt hatte. Als der Fürst plötzlich in seinem Applaus inne hielt, einen markerschütternden Schrei ausstieß und anschließend einen ausdrucksvollen Veitstanz darbot, wusste keiner so recht ob er applaudieren oder die Wachen rufen sollte. Erst als der Fürst nach hinten griff und wimmernd versuchte, den Pfeil herauszuziehen, dämmerte allen, was geschehen war.</p>
<p>Irmgard war so überrascht und erschrocken, dass sie mein schadenfrohes Grinsen nicht bemerkte. Als sie dann zu mir blickte, hatte ich längst eine betroffene Miene aufgesetzt und rief: „Unser armer Fürst!!! Holt einen Medicus!“<br />
Irmgard legte ihre Hand auf meinen Arm und lächelte mich an. Ich seufzte; die kommenden Nächte in ihrer bequemen Hütte waren gesichert.</p>
<h4>Anmerkungen zum Themenset</h4>
<p>Der offene, beiden Spielern zugängliche Ausbaukartenstapel besteht aus den beiden Karten „Spelunke“. Wer eine Spelunke gebaut hat, kann seinem Mitspieler Verräter, Bogenschützen und Feuerteufel auf den Hals schicken. Damit geht es im Themenspiel mit diesem Set schon etwas härter zu als in dem in meinem letzten Blog vorgestellten Themenset „Zeit des Goldes“. Wer über den Stärkevorteil verfügt, hat zudem öfter Gelegenheit, seinen Mitspieler zu stören.</p>
<p>Auch in diesem Set spielt das Gold eine größere Rolle. Denn nur wer im entscheidenden Moment genügend davon hat, kann seine Einheiten vor dem Ereignis „Unruhe“ schützen.</p>
<p>In meinem nächsten Blog werde ich die Karten des Sets „Zeit des Fortschritts“ vorstellen und die Regeln der nächsten Stufe des Kartenspiels, dem Duell der Fürsten erläutern. Soviel sei schon jetzt verraten: Das Duell der Fürsten wird mit den Basiskarten und den Karten aller drei Themensets bestritten.<br />
Wem es bisher vielleicht entgangen sein sollte, dem sei gesagt, dass alle Karten und Spielformen, die ich in meinen Blogs zur Neufassung des Kartenspiels beschreibe, in der Schachtel des Kartenspiels „Die Fürsten von Catan“ enthalten sind.</p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5</title>
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		<pubDate>Tue, 18 May 2010 11:15:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Teil 5 – Das Einführungsspiel In den Kommentaren zu meinen letzten Blogs und in diversen Foren wurde mehrfach die Befürchtung geäußert, dem überarbeiteten Kartenspiel würde zu Gunsten einer einfacheren Spielbarkeit und größerer „Massentauglichkeit“ die Spieltiefe genommen. Ich kann alle beruhigen, die um die Komplexität der neuen Version bangen. Die Turnierversion wird es weiterhin geben und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="100" height="205" />Teil 5 – Das Einführungsspiel</h3>
<p>In den Kommentaren zu meinen letzten Blogs und in diversen Foren wurde mehrfach die Befürchtung geäußert, dem überarbeiteten Kartenspiel würde zu Gunsten einer einfacheren Spielbarkeit und größerer „Massentauglichkeit“ die Spieltiefe genommen.<br />
Ich kann alle beruhigen, die um die Komplexität der neuen Version bangen. Die Turnierversion wird es weiterhin geben und damit auch die Möglichkeit, aus einer Vielfalt von Karten sein eigenes Deck zusammen zu stellen.</p>
<p>Vielleicht hatte ich es in meinen vorangegangenen Blogs nicht deutlich genug formuliert: Die Vereinfachung besteht hauptsächlich darin, dass das Erlernen der Regel erleichtert wird. Ein wichtiger Baustein im neuen Regelwerk ist daher das „Einführungsspiel“. Es dauert nur 20 bis 30 Minuten und macht mit den Grundregeln des Spiels vertraut. Es ersetzt nicht das alte Grundspiel. Zwar ist auch schon die Einführung ein spannender Wettlauf um 7 Siegpunkte aber die vielfältigen Möglichkeiten des Kartenspiels werden hier noch nicht ausgeschöpft.</p>
<p>So sollten die Spieler nach 2 oder 3 Einführungsspielen bereit für die drei ebenfalls im Spiel enthaltenen Themensets mit ihren zusätzlichen Regeln sein.</p>
<p>Ein Themenspiel wird mit den Karten des Einführungsspiels und mit den Karten eines Themensets bestritten. Betreffend der Komplexität und der Spieltiefe entspricht ein Themenspiel dem alten Basisspiel. Aber jedes der drei Themenspiele ist deutlich themenbezogener und hat auch eine kürzere Spieldauer.</p>
<p>Aber mehr dazu in meinen nachfolgenden Blogs. Heute möchte ich Ihnen, lieber Leser, das Einführungsspiel vorstellen. Es trägt den Titel „Die ersten Cataner“ und man sieht es den Kartenmotiven an, dass es die ersten Cataner wohl noch nicht so weit gebracht haben.</p>
<p>Wie im alten Basisspiel liegen die Stapel mit den Zentralkarten Siedlung, Straße, Stadt, Landschaft und den Ereigniskarten zwischen den Spielern aus. Dazu kommen 3 Stapel mit je 12 Ausbaukarten. Die Illustration der neuen Zentralkarten hatte ich schon in meinem letzten Blogbeitrag im Abschnitt „Der catanische Nebel“ vorgestellt. Und hier nun die neuen Karten sowie die Regeländerungen, die für das Einführungsspiel aber auch für die Themenspiele gelten:</p>
<h4>Die Landschaften</h4>
<p>Auf den Landschaften haben wir die Zahlen neu verteilt. Früher konnte es passieren, dass gleiche Zahlen auf  Wald- und Hügellandschaften den Spieler mit dem schwarzen Wappen schnell mit Straßen und Siedlungen expandieren ließen, während beim Mitspieler die Wolle- und Goldlandschaften aus allen Nähten platzten. Mit der neuen Verteilung geht alles etwas gerechter zu. Die Lehm- und die Holzzahlen korrespondieren nun mit den Getreide- und den Erzzahlen. Und noch eine gute Nachricht für alle Goldfans: Wegen der gesteigerten Nachfrage nach Gold haben wir den Landschaftskartenstapel mit einer vierten Goldlandschaft verstärkt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-591   alignnone" title="Wolle" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/RS-Wolle.jpg" alt="RS Wolle Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="135" height="135" /><img class="size-full wp-image-589  alignnone" title="Holz" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/RS-Holz.jpg" alt="RS Holz Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="135" height="135" /><img class="size-full wp-image-588 alignnone" title="Gold" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/RS-Gold.jpg" alt="RS Gold Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="135" height="135" /><img class="size-full wp-image-586 alignnone" title="Erz" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/RS-Erz.jpg" alt="RS Erz Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="135" height="135" /><img class="size-full wp-image-590 alignnone" title="Lehm" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/RS-Lehm.jpg" alt="RS Lehm Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="135" height="135" /><img class="size-full wp-image-587 alignnone" title="Getreide" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/RS-Getreide.jpg" alt="RS Getreide Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="135" height="135" /></p>
<h4>Die Ausbaukarten – Gebäude</h4>
<p>Funktionell unverändert – aber teilweise mit neuen Namen &#8211; wurden die „Verdopplerkarten“ wie die Eisengießerei, die Getreidemühle, die Ziegelbrennerei, das Holzfällerlager und die Webstube aus dem alten Basisspiel übernommen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-581" title="Eisenschmelze" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/PG-Eisenschmelze.jpg" alt="PG Eisenschmelze Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-583" title="Wassermühle" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/PG-Wassermuehle.jpg" alt="PG Wassermuehle Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-585" title="Ziegelbrennerei" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/PG-Ziegelbrennerei.jpg" alt="PG Ziegelbrennerei Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-582" title="Holzfällerlager" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/PG-Holzfaellerei.jpg" alt="PG Holzfaellerei Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-584" title="Webstube" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/PG-Webstube.jpg" alt="PG Webstube Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<p>Aus der alten Zollstation wurde eine Zollbrücke. Lange haben wir darüber diskutiert, ob die Karte ihren Handelspunkt behalten soll. Schließlich hat sich die Zolllobby durchgesetzt und erfolgreich ihren Handelspunkt verteidigt. Nicht so erfolgreich waren hingegen die Lagerverwalter. Alles Flehen half nichts – der Handelspunkt wurde ihren Lagern aberkannt. Wie immer hielten sich die Mönche dezent im Hintergrund und so gingen sie aus der Reform unbeschadet hervor. Nach ein paar Vaterunsern konnten sie sogar einen kleinen Vorteil für ihr Kloster ergattern. Dazu mehr bei der Vorstellung der Ereigniskarte „Ertragreiches Jahr“.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-596" title="Lagerstätte" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/WG-Lagerstaette.jpg" alt="WG Lagerstaette Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-595" title="Kloster" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/WG-Kloster.jpg" alt="WG Kloster Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-633" title="Zollbruecke" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/WG-Zollbruecke-neu.jpg" alt="WG Zollbruecke neu Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<p>Bei den Ausbaukarten des Einführungsspiels gibt es keine Stadtausbauten und somit auch kein Rathaus, das die Fürsten privilegiert, sich mit nur einem Rohstoff eine Karte aus einem Ausbaustapel aussuchen zu dürfen. Diese Funktion übernimmt nun das Gemeindehaus, das die Strukturen einer dörflichen Gemeinschaft ordnet und es so dem Fürsten einfacher macht, seine Pläne durchzusetzen.</p>
<p>Neu ist die Funktion des Marktes. Mich hatte es schon immer gestört, wenn mein Mitspieler vor mir seine dritte Siedlung errichtet hatte und ich mit meinen Rohstoffeinkünften hinterher hinkte. Wer in der neuen Version einen Markt baut, bekommt immer dann einen zusätzlichen Rohstoff, wenn eine Zahl gewürfelt wurde, von der der Mitspieler mehr besitzt. Auswählen darf man sich einen Rohstoff, den auch der Mitspieler erhalten hat.</p>
<p>Der Markt stärkt die Konzentrationsstrategie. Man hat mehr Zeit, sein Fürstentum auszubauen, bevor man mit Siedlungen und Straßen expandiert. Er wirkt auch einer frühen Führung eines Spielers entgegen, der sich mit einem Siedlungsvorsprung und entsprechendem Würfelglück eventuell uneinholbar absetzen kann.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-597" title="Markt" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/WG-Markt.jpg" alt="WG Markt Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-594" title="Gemeindehaus" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/WG-Gemeindehaus.jpg" alt="WG Gemeindehaus Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<h4>Die Ausbaukarten – Einheiten – Handelsschiffe</h4>
<p>Aus Handelsflotten wurden &#8211; dem bescheidenen Anfang der Besiedlung Catans Rechnung getragen – Handelsschiffe. Wie gehabt gibt es für jeden Rohstoff ein Handelsschiff. Auch die Große Handelsflotte ist noch mit von der Partie, heißt jetzt aber „Großes Handelsschiff“.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-593" title="Großes Handelsschiff" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/Sch-Grosses-Handelsschiff.jpg" alt="Sch Grosses Handelsschiff Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-592" title="Getreide-Handelsschiff" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/Sch-Getreide-Handelsschiff.jpg" alt="Sch Getreide Handelsschiff Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<h4>Die Ausbaukarten – Einheiten – Helden</h4>
<p>Bisher war es so, dass die männliche Zunft in Form von teilweise bis über den Kopf geharnischter, schwer bewaffneter Ritter ein starkes Übergewicht im Kartenspiel hatte. Dieses Übergewicht entspricht nicht der Realität, denn am Aufbau einer Gemeinschaft waren und sind immer Frauen und Männer gleichermaßen beteiligt. Wir haben die Kennzeichnung Ritter daher gegen den Begriff  Held ausgetauscht, der für beide Geschlechter gilt. Die Stärke bleibt dabei unangetastet – wobei wir unter Stärke nicht nur die reine Muskelkraft, sondern auch die geistige Flexibilität und den mit ihr verbundenen Einfluss auf die Stärke einer Gemeinschaft verstehen. Die Turnierpunkte wurden durch Geschickpunkte ersetzt. Als Geschick definieren wir alle Fähigkeiten, in Wettkämpfen zu bestehen oder seine Mitmenschen zu erfreuen. Neben dem Geschick, sich in einem Schaukampf durchzusetzen, stehen gleichberechtigt Talente wie das mitreißende Erzählen einer Geschichte, ein bezaubernder Gesang oder das Spiel auf der Harfe. Eine Harfe ist somit auch zum Symbol für das Geschick und das Ereignis „Fest“ geworden.</p>
<p>Kenner des Romans „Die Siedler von Catan“ von Frau Gablé werden bei den abgebildeten Helden unschwer die Protagonisten des Romans – eben die ersten Cataner &#8211; erkennen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-575" title="Candamir" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Candamir.jpg" alt="Candamir Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-576" title="Osmund" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Osmund.jpg" alt="Osmund Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-577" title="Harald" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Harald.jpg" alt="Harald Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-578" title="Austin" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Austin.jpg" alt="Austin Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-579" title="Inga" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Inga.jpg" alt="Inga Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-580" title="Siglind" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/06/Siglind.jpg" alt="Siglind Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<h4>Die Ausbaukarten – Aktionskarten</h4>
<p>Die Aktionskarten des Einführungsspiels sind alle ohne Bedingungen spielbar. Hinter dem Kaufmannszug verbirgt sich die alte Karawane, der Alchimist wurde von der Seherin Brigitta (ebenfalls ein Charakter aus dem Roman Rebecca Gablés) verdrängt und die eher neuzeitliche Landreform heißt jetzt Umzug. Unverändert geblieben ist der Kundschafter.<br />
Neu ist die Karte Goldschmied. Der Goldschmied gibt für drei Gold zwei beliebige Rohstoffe ab.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-565" title="Kaufmannszug" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/AK-Kaufmannszug.jpg" alt="AK Kaufmannszug Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-563" title="Brigitta" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/AK-Brigitta.jpg" alt="AK Brigitta Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-567" title="Umzug" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/AK-Umzug.jpg" alt="AK Umzug Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-566" title="Kundschafter" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/AK-Kundschafter.jpg" alt="AK Kundschafter Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-564" title="Goldschmied" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/AK-Goldschmied.jpg" alt="AK Goldschmied Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<p>Vielleicht sorgen Sie sich jetzt um die „bösen“ Aktionskarten des alten Grundspiels wie Spion, Feuerteufel oder Raubzug. Keine Sorge, lieber Leser, die Reform hat ihre Kinder nicht gefressen. Die Unholde gibt es weiterhin in den Themensets. Allerdings tarnen sie sich dort mit neuen Namen.</p>
<h4>Die Ereigniskarten</h4>
<p>Bei der Erfindung hat sich nur der Name geändert, sie hieß früher Fortschritt.</p>
<p>Das Ertragreiche Jahr versorgt nun nicht nur die Landschaften, die Lagerstätten benachbart sind, mit einem zusätzlichen Rohstoff, sondern auch die benachbarten Landschaften eines Klosters.</p>
<p>Der Bruderzwist (ehemals Konflikt) und die Fehde (ehemals Überfall) sorgen auch schon im Einführungsspiel dafür, dass der Spieler mit dem Stärkevorteil seinem Mitspieler das Spielerleben etwas schwerer machen kann. Da es von jeder dieser Karten aber nur eine gibt, hält sich der Schaden in Grenzen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-569" title="Erfindung" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Erfindung.jpg" alt="EK Erfindung Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-570" title="Ertragreiches-Jahr" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Ertragreiches-Jahr.jpg" alt="EK Ertragreiches Jahr Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-568" title="Bruderzwist" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Bruderzwist.jpg" alt="EK Bruderzwist Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-572" title="Fehde" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Fehde.jpg" alt="EK Fehde Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<p>Das Julfest entspricht dem alten Jahreswechsel – allerdings mit zwei wichtigen Änderungen:</p>
<ol>
<li>Wird das Julfest gezogen, wird der Kartenstapel gemischt und sofort eine neue Karte gezogen.</li>
<li>Das Mischen des Kartenstapels: Alle Karten mit Ausnahme des Julfestes werden verdeckt gemischt. Drei Karten werden verdeckt abgelegt. Darauf kommt das Julfest und darauf kommen wiederum verdeckt die restlichen Ereigniskarten.</li>
</ol>
<p>Durch diese Regeländerungen wird der Ereigniskartenstapel berechenbarer und es kommt nicht mehr vor, dass wiederholt die Karte Julfest gezogen wird und kein Ereignis eintritt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-573" title="Julfest" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Julfest.jpg" alt="EK Julfest Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<p>Zwei neue konstruktive Ereigniskarten sorgen dafür, dass das Spiel noch etwas schneller wird:<br />
Besucht der Fahrende Händler die Fürstentümer, darf jeder Spieler für ein Gold einen beliebigen Rohstoff kaufen. Und das bis zu zweimal. Wohl dem, der dann sein Gold nicht schon vorher verprasst hat und einen lukrativen Handel abschließen kann.<br />
Bei der Wettfahrt der Handelsschiffe erhält der Spieler mit den meisten Handelsschiffen einen beliebigen Rohstoff.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-574" title="Wettfahrt der Handelsschiffe" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Wettfahrt-der-Handelsschiffe.jpg" alt="EK Wettfahrt der Handelsschiffe Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /><img class="alignnone size-full wp-image-571" title="Fahrender Haendler" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/05/EK-Fahrender-Haendler.jpg" alt="EK Fahrender Haendler Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 5" width="220" height="220" /></p>
<p>Auch zwei Neuerungen beim ehemaligen Würfelereignis „Ritterturnier“ gibt es. Erstens heißt das Turnier jetzt Fest, da inzwischen ja nicht nur mit Waffen gestritten sondern auch gesungen und musiziert wird. Zweitens erhalten zunächst beide Spieler einen beliebigen Rohstoff, wenn das Fest gewürfelt wird. Nur wenn ein Fürst mit seinen Helden über mehr Geschickpunkte als sein Mitspieler verfügt, erhält er alleine einen beliebigen Rohstoff.</p>
<h4>Ertrag und Ereignis</h4>
<p>Auch wenn die alte Regel vorschrieb, zuerst das Ergebnis des Ereignis- und dann das Ergebnis des Ertragswürfels auszuführen, hielt sich kaum einer daran. Deshalb haben wir uns in der neuen Fürstenversion am intuitiven Verhalten orientiert und die Reihenfolge umgekehrt. Zuerst nehmen sich die Spieler ihre Erträge und dann wird das Ereignis ausgeführt. Die einzige Ausnahme: Wird der Räuberüberfall gewürfelt, schlägt der Räuber zu, bevor die Erträge ausgeschüttet werden. Damit das keiner übersieht, wird die Keule rot eingefärbt.</p>
<h4>Der Handelsvorteil und der Stärkevorteil</h4>
<p><em>„Was, ich muss über meine 3 Handelspunkte hinaus eine Stadt gebaut haben, um den Mühlenstein zu bekommen? Dann habe ich das jahrelang falsch gespielt.“</em></p>
<p>Wie oft habe ich diesen Satz in den vergangenen Jahren gehört oder gelesen. Scheinbar war die Bedingung mit der Stadt nur schwer verständlich oder ging beim Regellesen nur zu gern durch das eine Auge hinein und durch das andere wieder hinaus. Wie einsichtige Politiker haben wir uns daher der Realität gebeugt und die Stadtbedingung gestrichen. Dafür haben wir die Handelspunkte etwas ausgedünnt und damit das Erlangen von 3 Handelspunkten erschwert.</p>
<p>Angepasst an diese Regel erringt ein Spieler erst dann den Stärkevorteil, wenn er Helden mit insgesamt 3 Stärkepunkten ausliegen hat.</p>
<h4>Kartenhand ergänzen und Karte austauschen</h4>
<p>Die Änderung: Im ersten Schritt reguliert ein Spieler seine Kartenhand auf die erlaubte Handkartenzahl, indem er Karten nachzieht oder Karten abwirft.<br />
Danach darf er im zweiten Schritt eine Karte tauschen. Hierzu legt er eine Karte ab und  sucht sich dann entweder gegen Abgabe von einem oder von zwei Rohstoffen eine Karte aus einem Stapel aus oder er zieht kostenlos die oberste Karte eines Stapels.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Das Einführungsspiel ist bestimmt kein spielerisches Schwergewicht. Es besitzt weniger und auch einfachere Regeln als das frühere Kartenspiel. Zudem sind die Angriffs-Aktionskarten ausgespart. Insgesamt bietet es Anfängern damit einen wesentlich einfacheren und auch frustfreieren  Einstieg in die Welt des catanischen Kartenspiels als dies beim alten Kartenspiel der Fall war. Und wer nach der Einführung mehr möchte, kann beim eher friedlichen Themenspiel „Zeit des Fortschritts“ die Vorzüge der Universität kennen lernen oder seinem Spielpartner in „Zeit der Wirren“ Verräter und Feuerteufel um die Ohren hauen oder ihn mit der Beutefahrt oder einem Raubzug um seine Rohstoffe erleichtern.</p>
<p>In meinem nächsten Blog werde ich die Karten und Regeln des ersten Themenspiels „Zeit des Goldes“ vorstellen.</p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 18:15:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<h3>Teil 4 – Die Geschichte Catans und die Illustration</h3>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="100" height="205" />Eigentlich wollte ich in meinem vierten Blog das Einführungsspiel vorstellen. Da es aber noch etwas dauern wird, bis alle Karten der Einführung fertig sind und mir Michael Menzel einen interessanten Bericht über die Entstehung der Karte „Stadt“ zugeschickt hat, habe ich mich kurzfristig dazu entschlossen, meinen vierten Blog der Geschichte Catans und der von ihr beeinflussten Illustration der Karten zu widmen.</p>
<h4>Die fiktive Geschichte Catans</h4>
<p>Als ich das Kartenspiel 1995 entwickelte, machte ich mir wenig Gedanken über die Illustration der Motive. Klar, das Spiel sollte im Mittelalter angesiedelt sein und die Titel der Karten standen fest. Mehr Vorgaben gab es für Franz Vohwinkel, den Illustrator der alten Version des Kartenspiels, jedoch nicht.</p>
<div id="attachment_507" class="wp-caption alignright" style="width: 205px"><img class="size-full wp-image-507" title="Die Siedler von Catan - Der Roman" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Catan-Roman_Blog.jpg" alt="Catan Roman Blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="195" height="280" /><p class="wp-caption-text">Die Siedler von Catan - Der Roman</p></div>
<p>Inzwischen, 15 Jahre später, ist viel geschehen. Mit dem Roman „Die Siedler von Catan“ von Rebecca Gablé hat Catan seine Geschichte erhalten &#8211; zumindest die Geschichte seiner Entdeckung und der ersten Besiedlung im 9. Jahrhundert durch Männer und Frauen, die von der norwegischen Küste vertrieben wurden.<br />
Im Roman endet die Geschichte mit dem Zerwürfnis und der Trennung der Siedler. Candamir gründet mit seinen Anhängern im Süden der Insel eine neue Siedlung, während Osmund mit den Seinen im Norden bleibt.<br />
Viele wollten natürlich gerne wissen, wie es weitergeht. Ich natürlich auch. So machte ich mir immer mal wieder Gedanken darüber und skizzierte den weiteren Verlauf der Geschichte Catans.</p>
<p>Sieht man von den Aktivitäten des großen Vulkans und gelegentlichen Erdbeben ab, war Catan ein Paradies für die Siedler. Fruchtbare Felder und Weiden, Baumaterial im Überfluss und Erzvorkommen in den Bergen ließen die Siedlungen prosperieren und nach 100 Jahren waren aus zwei Siedlungen viele Siedlungen in den Ebenen und Tälern der Insel entstanden.</p>
<p>Die Insel im Atlantik war groß genug für alle und so kam es trotz religiöser Differenzen zwischen den Anhängern Odins im Norden und den Christen im Süden kaum zu Konflikten. Diese Zeit der ersten Cataner ist das Thema des Einführungsspiels. Es gibt noch keine ausgebauten Städte und die Gebäude sehen den Häusern ähnlich, welche die Vorfahren der Cataner in ihrer nordischen Heimat zu bauen pflegten. Auch gibt es noch keine Ritter, sondern Heldinnen und Helden wie Siglind, Osmund, Candamir oder Harald, denen manche vielleicht schon in der Erzählung von Rebecca Gablé begegnet sind.</p>
<p>Wenn Catan eine große Insel an der Stelle der heutigen Azoren wäre (die Azoren wurden erst im Jahre 1427 entdeckt), dann wäre es nicht unwahrscheinlich gewesen, dass noch andere Seefahrer die Insel erreichten. Und tatsächlich landet im Jahr 960 der Wikingerfürst Carl Gabelbart mit einer großen Flotte an den Küsten Catans. Carl wollte eigentlich nicht nach Catan, sondern war auf Wikingfahrt in den Süden. Aber ein Sturm kam dazwischen und trieb ihn und seine mit Kriegern besetzten Langschiffe weit nach Westen ab.<br />
Carl ist beeindruckt von der Schönheit und Fruchtbarkeit Catans und er beschließt, die Insel zu erobern und ihr Herrscher zu werden. Zunächst aber gilt es, die Moral seiner Männer zu heben und ihr wichtiges Bedürfnis zu stillen: Frauen.<br />
Man kann sich vorstellen, dass dieses Bedürfnis zu Konflikten mit den Catanern führte. Und so prägen Karten wie Carl Gabelbart, Verräter, Feuerteufel, Fehden und Unruhen das Themenset „Die Zeit der Wirren“. Nachdem die Sache mit Carl Gabelbart ausgestanden ist, bauen die Cataner ihre zerstörten Höfe und Dörfer neu auf. Der rege Schiffsverkehr zwischen dem Norden und dem Süden zeugt vom wieder erstarkten Handel und nach ein paar Jahren sind die Schrecken des Überfalls durch Carl Vergangenheit. Es beginnt die Zeit des Goldes, welche sich im gleichnamigen Themenset widerspiegelt.</p>
<p>In späteren Sets wie „Zeit des Fortschritts“ oder „Zeit der Handelsherren“ hat Catan Kontakt mit dem europäischen Festland. Einerseits wirken die neuen Beziehungen befruchtend auf die Entwicklung Catans, andererseits bergen sie auch die Gefahr von Überfällen goldgieriger Barbaren, die den spanischen Konquistadoren gar nicht so unähnlich sind. Anfang des 16. Jahrhunderts endet die Geschichte Catans. Ob sie mit der Eroberung der Insel durch spanische Glücksritter endet, entscheiden wir letztlich selbst in jedem Spiel „Städte &amp; Ritter“ oder auch später im Themenspiel „Zeit der Barbaren“.</p>
<h4>Der catanische Baustil</h4>
<p><img class="alignright size-full wp-image-510" title="Rathaus" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Rathaus_blog.jpg" alt="Rathaus blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" />Nun möchte ich mich gar nicht weiter in die fiktive Geschichte Catans vertiefen. Letztlich wollte ich zeigen, dass sich die Geschichte Catans, nach Epochen unterteilt, in den Themenspielen widerspiegelt. Und damit komme ich wieder zurück zur Grafik. Denn die Grafik soll den fiktiven historischen Hintergrund Catans bildhaft zum Leben erwecken. Sind die Gebäude der Siedlungen noch einfacher Natur und stark an den wikingischen bzw. nordischen Baustil angelehnt, wird sich in den später entstehenden Städten Catans eine eigenständige Architektur ausgebildet haben. Wie könnte solch eine Architektur ausgesehen haben? Ich setzte mich mit Michael Menzel und Sebastian Rapp vom Kosmos Verlag zusammen und wir entwickelten gemeinsam die Grundzüge eines catanischen Baustils. Wir entschieden uns für etwas Gotik mit typisch wikingischen Elementen wie Giebelkreuze oder Drachenköpfe und Dachkonstruktionen, die durchaus an Langschiffe oder auch die nordischen Stabkirchen erinnern durften. Bei der noch nicht fertigen Karte rechts (das Textfeld wird anders), sieht man den Mix der verschiedenen Stilelemente. Auch das für Catan typische Sechseck fand ein Plätzchen auf der Stirnseite des Rathauses.</p>
<h4>Der catanische Nebel</h4>
<p>Das Kartenspiel ist eigentlich kein Kartenspiel. Im Grunde ist es ein Spiel mit Karten, die aus- und angelegt werden – also mehr ein Legespiel mit dem Charakter eines Aufbauspiels. Bei der Auslage der Karten entsteht eine Siedlungsstruktur. Es war unser Ziel, dass diese Struktur ein möglichst harmonisches Ganzes ergibt, bzw. dass der Eindruck einer zusammenhängenden Landschaft entsteht. Daher taucht jedes Motiv einer Karte aus dem Nebel auf. Die Karten sind die relevanten Ausschnitte eines Fürstentums. Zwischen den Karten können in Wirklichkeit große Entfernungen liegen. Die Gebiete zwischen den Karten interessieren uns aber nicht und verschwinden daher im Nebel.</p>
<p>In der folgenden Abbildung ist gut zu erkennen, dass die ausgelegten Karten mit Hilfe des Nebels, der Darstellung der Gebäude in der isometrischen Perspektive und der ungefähr gleichen Größe aller Bauten den Eindruck einer zusammenhängenden Siedlungsstruktur vermitteln. Die „6“ auf den Landschaften ist nur ein Platzhalter und bei der Eisenschmelze, dem Kloster und der Lagerstätte fehlen noch die transparenten Textkästen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-512" title="Siedlungsstruktur" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Siedlungsstruktur_blog.jpg" alt="Siedlungsstruktur blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="450" height="450" /></p>
<h4>Die Entwicklung der catanischen Stadt</h4>
<p>Wie entsteht eigentlich eine Karte? Wie geht der Illustrator vor? Das sind Fragen, die Sie, lieber Leser, sicher auch interessieren. Wer wäre wohl besser geeignet, unsere Neugier zu befriedigen als der Illustrator selbst? Ich freue mich, dass Michael Menzel sich bereit erklärt hat, uns nachfolgend die einzelnen Schritte bei der Entstehung der Karte „Stadt“ zu zeigen und sie zu kommentieren.</p>
<hr /><em>Liebe Siedler!</em></p>
<p><em>Ich freue mich, Ihnen zur Entstehung der &#8220;Fürsten von Catan&#8221;- Stadt eine kurze Erläuterung schreiben zu können.<br />
Ich arbeite mit Photoshop und einem Grafiktablett. Photoshop erlaubt es, auf mehreren Ebenen zu malen. Der Begriff Ebenen wird im weiteren Text häufiger fallen. Ebenen kann man sich wie mehrere Schichten von Transparentpapier übereinander vorstellen.</em></p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><em>In der ersten Skizze versuche ich die richtigen Formen zu &#8220;finden&#8221;. Dies kann mit Bleistift auf Papier oder wie hier digital geschehen. Ich taste mich sozusagen an die richtige Form der Häuser heran.<br />
</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-514" title="Stadt 1" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_1_blog.jpg" alt="Stadt 1 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Alle Gebäude des Kartenspiels werden im gleichen Winkel angelegt. Es gibt keine perspektivische Verzerrung &#8220;nach hinten&#8221;, d. h. die Gebäude vorne sind genauso groß wie die hinteren.</em><em><br />
Man sieht diese &#8220;Iso&#8221;-Perspektive häufig im Computerspielbereich. Auf diese Weise passen alle Karten optisch aneinander. Die Kartenauslage während des Spiels wird zu einer großen, zusammenhängenden Landschaft. Damit ich die immer gleiche Ausrichtung einhalten kann, zeichne ich mir den Winkel einmal auf einer separaten Ebene ein (hier hellblau). Daran kann ich mich dann während des Illustrierens orientieren.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-516" title="Stadt 2" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_2_blog.jpg" alt="Stadt 2 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Wenn die Zeichnung soweit gut ist, lege ich grob die Farben an. Dabei sollten zu diesem Zeitpunkt noch keine sehr starken Kontraste verwendet werden. Es entsteht ein „sumpfiger Farbteppich“. Photoshop ermöglicht es, auf einer Ebene unter der Skizze zu malen und somit die Linien der Skizze nicht zu übermalen.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-517" title="Stadt 3" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_3_blog.jpg" alt="Stadt 3 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Ab jetzt berücksichtige ich auch die Position der Lichtquelle. Damit  später der Eindruck einer großen Landschaft entstehen kann, ist es  wichtig, dass die Beleuchtung immer gleich ist und der Schatten immer  gleich fällt.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-518" title="Stadt 4" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_4_blog.jpg" alt="Stadt 4 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Jetzt kann die Feinarbeit vorgenommen werden. Ich zoome zu diesem Zeitpunkt nah heran und modelliere aus dem „sumpfigen Farbteppich“ heraus die richtigen Konturen. Jetzt werden Schlagschatten und Glanzlichter gesetzt. Dieser Prozess ist sehr malerisch. Der Computer, das Programm und das Grafiktablett sind hier einfach nur neue Werkzeuge für die Malerei.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-519" title="Stadt 5" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_5_blog.jpg" alt="Stadt 5 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Anschließend wird über ein Photoshop-Menü der Farbkontrast erhöht und an andere bereits existierende Landschaften und Gebäude angepasst.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-520" title="Stadt 6" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_6_blog.jpg" alt="Stadt 6 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><em><img class="alignright size-full wp-image-523" title="Fertige Stadt" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_fertig_blog.jpg" alt="Stadt fertig blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="300" height="300" />Dann zeichne ich noch kleine Menschen in die Stadt. Diese „Mini-Menschen“ sind nicht nur Schmuck. Ich finde, dass die Stadt erst durch sie so richtig zu einer Stadt wird. Sie geben ihr Geräusch und Lebendigkeit. Zuletzt zeichne ich noch die Flaggen ein. Sie geben dem Bild Wind, Bewegung und sorgen für hübsche Farbkleckse, die das Bild angenehm auflockern.</em></p>
<p><em>Der gesamte Prozess dauert zwischen 3 und 6 Stunden, je nach Detailreichtum des Motivs.</em></p>
<p><em>Michael Menzel</em></p>
<hr style="clear: both;" /><strong>Vielen Dank, lieber Michael Menzel!</strong></p>
<p>In meinem nächsten Blog werde ich alle Karten und die Regeln des Einführungsspiels „Die ersten Cataner“ vorstellen.</p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 3</title>
		<link>http://blog.catan.de/2010/02/kartenspiel-reform-2010-teil-3/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 14:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klaus Teuber]]></category>
		<category><![CDATA[Catan]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Kartenspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Konzept]]></category>
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		<category><![CDATA[Siedler]]></category>
		<category><![CDATA[Siedler von Catan]]></category>
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		<description><![CDATA[Teil 3 – Das erste Konzept und die Entwicklung Als in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 die Zukunft des Kartenspiels wegen der stark nachlassenden Verkaufszahlen in Frage stand, machte ich mir Gedanken, was man verbessern konnte, um eine Neustellung des Kartenspiels zu begründen. In den vergangenen Jahren hatte ich das Kartenspiel öfter verschenkt – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 3" width="100" height="205" /></a>Teil 3 – Das erste Konzept und die Entwicklung</h3>
<p>Als in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 die Zukunft des Kartenspiels wegen der stark nachlassenden Verkaufszahlen in Frage stand, machte ich mir Gedanken, was man verbessern konnte, um eine Neustellung des Kartenspiels zu begründen.</p>
<p>In den vergangenen Jahren hatte ich das Kartenspiel öfter verschenkt – vorzugsweise an Paare, die eher selten spielten und wenn dann meist zu zweit. Aufgrund der Rückmeldungen der Beschenkten konnte ich mir ein Bild machen, wo es beim Kartenspiel hakte und wo man ansetzen musste, um es zu verbessern. Ich kam zu folgenden Schlussfolgerungen:</p>
<ol>
<li><strong>Für Anfänger dauert das Kartenspiel zu lang</strong><br />
Eine erste Spielpartie kann durchaus 2 Stunden dauern. Damit ist für viele der Spielabend schon vorbei und eine zweite Partie hat wenige Chancen. Wenn man das Spiel beherrscht, kann es immer noch bis zu 90 Minuten dauern, was einigen auch schon zu lange ist.<br />
Ziel: Die Spieldauer im Allgemeinen und im Besonderen für Anfänger kürzen.</li>
<li><strong>Hohe Komplexität durch Kartenvielfalt</strong><br />
Wer das Kartenspiel zum ersten Mal spielt, sieht sich einer großen Menge von Karten gegenüber, deren Funktionen sich ihm oft erst in der zweiten oder dritten Partie erschließen.<br />
Ziel: Anfänger sollten zunächst mit weniger Karten konfrontiert werden.</li>
<li><strong>Spielblockaden</strong><br />
Viele Karten dürfen im ersten Spieldrittel nicht gespielt werden. So können anfangs Stadtausbauten und die meisten Aktionskarten nicht eingesetzt werden. Dadurch wird der Spielfluss zäher. Wer beispielsweise als Anfänger nur rote Stadtausbauten und unspielbare Aktionskarten auf die Hand bekommt, ist weniger motiviert weiterzuspielen.<br />
Ziel: Anfänger sollten alle Karten von Anfang an spielen können und  alle Karten sollten sofort sinnvoll nutzbar sein.</li>
<li><strong>Ärgerpotential</strong><br />
Es gibt einige destruktive Karten wie den Feuerteufel, den Schwarzer Ritter und den Bürgerkrieg, die gerade bei der ersten Partie, wenn die Spieler das Zusammenspiel der Karten noch nicht kennen, zu unliebsamen Überraschungen und zu Ärger führen können.<br />
Ziel: Für Anfänger sollte es keine zu heftigen „Ärgerkarten“ geben.</li>
<li><strong>Umfangreiche Regel</strong><br />
Manche Regeldetails sind nicht intuitiv wie beispielsweise die Bedingung für den Handelsvorteil. Um den Handelsvorteil zu erhalten, muss man mehr Handelspunkte besitzen und eine Stadt gebaut haben. Die Stadtbedingung nehmen viele nicht wahr.<br />
Manche Regeln sind unnötig wie beispielsweise die Regeln, wie man mit dem Mitspieler handelt. In der Praxis handeln erfahrene Spieler beim Kartenspiel nicht miteinander.<br />
Ziel: Unnötiger Regelballast sollte entfernt werden</li>
</ol>
<p>Jeder Punkt dieser Aufzählung mindert den Spielspaß schon bei der ersten Partie. Wenn das Kartenspiel sinnvoll reformiert werden sollte, musste ich Wege finden, es anfängerfreundlicher zu gestalten – ohne ihm dabei den Spielreiz zu nehmen. Ich wusste, das würde nicht einfach werden.<br />
Ich entwickelte ein erstes Konzept auf der Grundidee, in einer Spielschachtel ein einfaches Einführungsspiel für Anfänger und drei Themenspiele für Fortgeschrittene anzubieten. Hierfür benötigte ich ca. 180 Karten. Bei der Auswahl der Karten berücksichtigte ich zunächst nur die Karten des Basisspiels und des alten Turnier-Sets.</p>
<h4>Das Einführungsspiel</h4>
<p>Für das Einführungsspiel wählte ich Aktionskarten ohne Bedingung und keine Stadtausbauten. Damit waren alle Karten von Spielbeginn an ohne Einschränkungen spielbar.<br />
Die vier Ausbau-Kartenstapel bestückte ich mit 36 Karten (gegenüber 62 Karten im alten Grundspiel). Jeder Stapel umfasste damit nur 9 Karten, was für Anfänger ausreichend übersichtlich sein sollte.<br />
Als Siegbedingung legte ich 7 Siegpunkte fest. Ich versprach mir davon eine wesentlich kürzere Spieldauer. Damit lag ich richtig. Bei den späteren Tests dauerte das Einführungsspiel meist zwischen 25 und 30 Minuten.<br />
Nach zwei oder drei Einführungsspielen sollten die Spieler ausreichend mit den grundlegenden Karten und Regeln des Kartenspiels vertraut und somit für das eigentliche Spiel mit mehr Karten und einer höheren Siegbedingung bereit sein. Das „eigentliche Spiel“ sollte nach meinen Vorstellungen nun aber nicht mehr ein Spiel sein, sondern drei gleichberechtigt nebeneinander stehende Spiele, die sich thematisch und strategisch deutlich voneinander unterschieden.</p>
<h4>Die Themenspiele</h4>
<p>So traten an die Stelle des alten Grundspiels und der erweiterten Grundspiele die Themenspiele. Aus den Karten, die ich nicht für das Einführungsspiel verwendet hatte und einigen ganz neuen Karten formte ich drei thematisch unterschiedliche Themen-Sets, die zum jetzigen Stand der Entwicklung „Zeit des Goldes“, Zeit der Helden“ und „Zeit des Fortschritts“ heißen.<br />
Bei der Kartenauswahl verzichtete ich auf Karten, die sich im alten Kartenspiel als unattraktiv erwiesen hatten.  Ich modifizierte bestehende Karten oder entwickelte auch neue, um einen schnelleren Spielfluss zu erreichen und das jeweils gewählte Thema zu stärken. So fielen beispielsweise einige mächtige Ritter dem Rotstift zum Opfer.</p>
<p>Jedes Themen-Set stattete ich mit 24 Karten für die Ausbaustapel und ein paar Ereigniskarten aus. Ein Themenspiel wurde mit den Karten des Einführungsspiels und den Karten des jeweiligen Themen-Sets gespielt. Fünf  Kartenstapel bildeten für beide Spieler den Vorrat an Ausbau- und Aktionskarten. Sowohl die drei Stapel mit den Karten des Einführungsspiels als auch die beiden Stapel mit den Karten des jeweiligen Themen-Sets enthielten je 12 Karten.</p>
<p>Mit insgesamt 60 Karten in den Ausbaustapeln hatte ein Themenspiel damit immer noch 2 Karten weniger als das alte Grundspiel mit seinen 62 Karten und wesentlich weniger als das alte erweiterte Grundspiel mit 85 und mehr Karten. An diesen Zahlen hat sich bis zum jetzigen Entwicklungsstand nichts geändert.<br />
Bei den Tests, die später folgten, stellte sich heraus, dass ein Themenspiel meist zwischen 45 und 60 Minuten dauerte. Selbst das aggressivere Themenspiel „Zeit der Helden“ dauerte oft nicht mehr als eine Stunde. Dies lag daran, dass die Karten zielgerichteter waren und während der Entwicklung auch noch einige beschleunigende Spielelemente eingebaut wurden.</p>
<h4>Die Entwicklung</h4>
<p>Ich hatte das Gefühl, meine Ziele erreicht zu haben und stellte mein Konzept Ende 2008 dem Kosmos-Verlag vor. Der Verlag akzeptierte es und so waren die Weichen für die Neustellung des Kartenspiels gestellt. Auch unserem amerikanischen Catan-Partner Mayfair gefiel das Konzept, so dass die Zukunft des Kartenspiels auch für die englischsprachigen Ländern neu gestaltet werden konnte.  Ich war glücklich darüber, das Kartenspiel mit meiner Erfahrung der letzten 12 Jahre sozusagen neu entwickeln zu dürfen.</p>
<p>Der Relaunch sollte in zwei Etappen ablaufen. Das Kartenspiel sollte als „Die Fürsten von Catan“ mit Einführungsspiel und drei Themen-Sets im Herbst 2010 erscheinen, eine Erweiterung mit allen übrigen Themen-Sets wurde für 2011 geplant.<br />
Sebastian Rapp vom Kosmos-Verlag und ich waren uns einig, dass wir uns für die Redaktionsarbeit verstärken sollten. Wir fragten Dr. Reiner Düren und Peter Gustav Bartschat – beide erfahrene Kartenspieler der ersten Stunde – ob sie unserem Team beitreten wollte. Ich war sehr froh, dass sie wollten. Denn bei einer längeren Zusammenarbeit ist nicht nur Sachverstand gefragt, auch die Chemie zwischen den Beteiligten muss stimmen.</p>
<p>So bastelte ich auf Grundlage meines Konzepts 7 Prototypen. Drei schickte ich an meine Team-Kollegen, eines erhielt der Illustrator Michael Menzel, der dem Kartenspiel grafisch ein neues Gesicht verleihen sollte und je eines erhielten Arnd Beenen und  Sebastian Mellin. Während Arnd das Spiel für eine Umsetzung in der Catan-Onlinewelt konzipierte, war es die Aufgabe von Sebastian, das Spiel zu programmieren.<br />
Das Jahr 2009 stand ganz im Zeichen der Entwicklung. Jedes Mal, wenn einer von uns das Spiel getestet und einen Testbericht verfasst hatte, diskutierten wir in unserem Forum über die Schwächen und Stärken einzelner Karten. Karten wurden modifiziert, einige auch gestrichen und durch neue ersetzt. Die geänderten Karten schickte ich dann für die neuen Tests an meine Teamkollegen.<br />
Sicher werden sich jetzt einige fragen: „Und was ist mit dem Turnierspiel?“. Nun, das Turnierspiel war bei der Entwicklung zwar nicht unsere erste Präferenz, aber wir haben es immer im Auge behalten. Es ist natürlich möglich, das Turnierspiel mit den Karten von „Die Fürsten von Catan“ zu spielen. Seinen vollen Reiz wird es aber sicher erst entfalten, wenn die Erweiterung mit weiteren Karten im Jahr 2011 auf den Markt kommt.</p>
<div id="attachment_494" class="wp-caption aligncenter" style="width: 430px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/02/Kartenspiel-Reform_Fuersten.jpg"><img class="size-full wp-image-494" title="Zwei Fürsten beim Testduell am Catan Wochenende 2009 in Bilstein (Foto von Roland Hülsmann)" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/02/Kartenspiel-Reform_Fuersten.jpg" alt="Kartenspiel Reform Fuersten Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 3" width="420" height="315" /></a><p class="wp-caption-text">Zwei Fürsten beim Testduell am Catan Wochenende 2009 in Bilstein (Foto von Roland Hülsmann)</p></div>
<p>Während der Entwicklung entstand eine neue Spielform, die man durchaus als Vorstufe des Turnierspiels bezeichnen kann. Wir haben sie „Das Duell der Fürsten“ genannt. Mehr Informationen zum Duell der Fürsten folgen in einem meiner nächsten Blogs.</p>
<p>Inzwischen haben wir die Entwicklung am Kartenspiel vorerst abgeschlossen und ich habe mit der Konzeption der Erweiterung begonnen. Sebastian Mellin wird die Programmierung bis April abgeschlossen haben. Wir werden dann ausreichend Zeit haben, „Die Fürsten von Catan“ in einem größeren Kreis online zu testen und noch kleinere Änderungen vorzunehmen, bevor die Kartenvorlagen endgültig zur Druckerei gehen.</p>
<p><strong>In meinem nächsten Blog werde ich die Karten und die Regeln des neuen Einführungsspiels vorstellen und auch einige Illustrationen zeigen.</strong></p>
<div id="attachment_496" class="wp-caption aligncenter" style="width: 430px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/02/Kartenspielreform-Strasse_Siedlung_klein.jpg"><img class="size-full wp-image-496" title="Kartenspielreform: Straße und Siedlung" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/02/Kartenspielreform-Strasse_Siedlung_klein.jpg" alt="Kartenspielreform Strasse Siedlung klein Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 3" width="420" height="216" /></a><p class="wp-caption-text">Kartenspielreform: Straße und Siedlung</p></div>
<p>Vorab stelle ich Ihnen, lieber Leser, die neue Straße und Siedlung vor,  die in Zukunft das Grundgerüst des neuen Kartenspiels bilden werden.  Wundern Sie sich bitte nicht über die siegpunktlose Siedlung. Der  Siegpunkt kommt selbstverständlich noch drauf.</p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 2</title>
		<link>http://blog.catan.de/2010/01/kartenspiel-reform-2010-teil-2/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 09:59:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klaus Teuber]]></category>
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		<description><![CDATA[Teil 2 – Das Kartenspiel wird erweitert Im Jahr 1997 erschien mit dem „Turnier-Set zum Kartenspiel“ die erste Erweiterung für das Kartenspiel. Inspiriert dazu wurde ich von „Magic, the Gathering“, das Mitte der 90er Jahre ein Kultspiel in Deutschland war. Obwohl die Regeln beider Spiele völlig unterschiedlich sind, haben sie eine Gemeinsamkeit: Sie lassen sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 2" width="100" height="205" /></a>Teil 2 – Das Kartenspiel wird erweitert</h3>
<p>Im Jahr 1997 erschien mit dem „Turnier-Set zum Kartenspiel“ die erste Erweiterung für das Kartenspiel. Inspiriert dazu wurde ich von „Magic, the Gathering“, das Mitte der 90er Jahre ein Kultspiel in Deutschland war. Obwohl die Regeln beider Spiele völlig unterschiedlich sind, haben sie eine Gemeinsamkeit: Sie lassen sich mit neuen Karten erweitern.<br />
Mir gefiel das Prinzip von Magic, bei dem jeder Spieler aus einer Auswahl von Karten sein eigenes Kartendeck zusammenstellt und damit gegen seinen Mitspieler antritt. Beim Turnier-Set, das ich vor allem für ambitionierte Spieler entwickeln wollte, übernahm ich dieses Prinzip: Die Spieler füllen ihre Kartenhand nicht mehr mit Karten von gemeinsamen Kartenstapeln auf sondern von eigenen Stapeln, die sie vor dem eigentlichen Spiel aus den Karten des Grundspiels und den Karten des Turnier-Sets zusammenstellen.<br />
Mit den eigenen Kartenstapeln war es nun wesentlich effektiver, eine bestimmte Strategie zu verfolgen. Um eine befriedigende Auswahl an Karten für die jeweilige Strategie zu garantieren, benötigte allerdings jeder Spieler ein Basisspiel und ein Turnier-Set.<br />
Das Sammelkartenprinzip von Magic übernahm ich nicht. Wer bei Magic und allen später nachfolgenden Sammelkartenspielen zu neuen Karten kommen möchte, muss kleine Erweiterungen, so genannte „Booster Packs“, kaufen, die zufällig einsortierte Karten enthalten. In diesen kleinen  Erweiterungen findet man seltene und weniger seltene Karten. Wer nun mit seltenen, sprich guten Karten antreten möchte, muss schon einige Booster Packs kaufen, um an diese heran zu kommen.<br />
Sicher, mit einem Sammelkartenspiel lässt sich eine Menge Geld verdienen, aber ich fand das Prinzip für Catan unpassend und fürchtete mich auch ein wenig vor dem Zwang, mir ständig weitere Karten ausdenken zu müssen, um die kleinen Booster-Packs mit neuen Karten zu füllen.</p>
<div id="attachment_474" class="wp-caption alignright" style="width: 206px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Turnierset_x200.jpg"><img class="size-full wp-image-474" title="Das Turnier-Set zum Kartenspiel" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Turnierset_x200.jpg" alt="Turnierset x200 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 2" width="196" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Das Turnier-Set zum Kartenspiel</p></div>
<p>So wurde das Catan Kartenspiel kein Sammelkartenspiel. Dennoch war das Turniervergnügen nicht ganz billig. Schließlich brauchte jeder Spieler ein eigenes Grundspiel und ein eigenes Turnierset. Obwohl ein entsprechender Hinweis  groß auf der Rückseite der Schachtel des Turnier-Sets stand, überlasen ihn viele Käufer und waren verständlicherweise enttäuscht, mit dem Turnier-Set in Verbindung mit ihrem Grundspiel alleine nichts anfangen zu können.</p>
<p>Unzufriedene Spieler sind für jeden Spieleautoren ein Gräuel und auch der Kosmos-Verlag war nicht glücklich über die Beschwerden, die täglich im Haus eingingen. So überlegte ich mir eine Variante, die das Spiel des Turnier-Sets mit nur einem Grundspiel ermöglichte: Das Erweiterte Grundspiel war geboren. Schon in der zweiten Auflage wurde diese Variante in die Regel des Turnier-Sets übernommen. Zu einer dritten Auflage kam es dann nicht mehr, da das Turnier-Set konsequenterweise von einzelnen Themen-Sets abgelöst wurde.<br />
Mit jedem Themen-Set war ein Erweitertes Grundspiel – also das Grundspiel mit zusätzlichen themenbezogenen Karten – möglich. Gleichzeitig bot jedes Themen-Set den ambitionierten Spielern beim Turnierspiel die Möglichkeit, mit zusätzlichen Karten neue Strategien bzw. Kartendecks zu entwickeln.<br />
Die Themen-Sets, die im Oktober 1998 erschienen und das Turnier-Set ablösten, hießen Zauberer &amp; Drachen, Politik &amp; Intrige, Handel &amp; Wandel, Wissenschaft &amp; Fortschritt und Ritter &amp; Händler. Sie bestanden aus den Karten des Turnier-Sets und auch aus neuen Karten, deren Grundideen dem Kosmos-Verlag auf Grund eines Ideenwettbewerbs zugeschickt worden waren.</p>
<div id="attachment_476" class="wp-caption aligncenter" style="width: 431px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/erste-Themen-Sets_x290.jpg"><img class="size-full wp-image-476" title="Die Themen-Sets (1998)" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/erste-Themen-Sets_x290.jpg" alt="erste Themen Sets x290 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 2" width="421" height="290" /></a><p class="wp-caption-text">Die Themen-Sets (1998)</p></div>
<p>Dieser Ideenwettbewerb mauserte sich zu einem Mammutprojekt für mich und beschäftigte mich fast ein Dreivierteljahr. Bei den über 1.000 eingesendeten Karten waren originelle Ideen dabei. Nun galt es, diese Ideen mit den bereits vorhandenen Karten und eigenen Ideen zu themenbezogenen Sets zusammen zu schmieden.</p>
<div id="attachment_478" class="wp-caption aligncenter" style="width: 432px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Guido_Klaus_x270.jpg"><img class="size-full wp-image-478" title="Testen ist gar nicht so eine trockene Angelegenheit. - Beim Testen mit meinem älteren Sohn Guido (1998)" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Guido_Klaus_x270.jpg" alt="Guido Klaus x270 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 2" width="422" height="270" /></a><p class="wp-caption-text">Testen ist gar nicht so eine trockene Angelegenheit. - Beim Testen mit meinem älteren Sohn Guido (1998)</p></div>
<p>Als die Prototypen der neuen Themen-Sets standen, testete ich sie hauptsächlich innerhalb meiner Familie und mit Mitarbeitern des Kosmos-Verlags. Zur Seite standen mir damals auch Brigitte und Wolfgang Ditt, die ebenfalls die neuen Sets ausprobierten und mir wertvolle Tipps und Anregungen gaben. Wie das bei Tests so ist, traten Unzulänglichkeiten zu Tage. Karten wurden verworfen oder modifiziert und wechselten in andere Themen-Sets. Es wurde erneut getestet, verworfen und modifiziert und erneut getestet …</p>
<p>Als die Themen-Sets endlich fertig waren, stieß ich einen Seufzer aus, der wohl auch außerhalb der Mauern unseres Hauses gehört worden war. Ich war erleichtert, die Arbeit abgeschlossen zu haben, aber auch zufrieden mit den neuen Themen-Sets und hoffte, die Spieler draußen würden es auch sein.</p>
<p>Da die Themensets sich sehr gut verkauften, ging ich davon aus, dass sie gefielen. Im Jahr 2001 wurde von der Firma USM ein PC-Version des Kartenspiels- inklusive einer kleinen Erweiterung namens „Turnierkarten 2002“ &#8211; veröffentlicht und gleichzeitig eine Internet-Plattform geschaffen, die es ermöglichte, sich beim Turnierspiel online mit anderen zu messen. Ich spielte dort auch hin und wieder und stellte bald fest, dass es doch einige Karten gab, die zu stark waren und andere, die so gut wie nie beim Spielen eingesetzt wurden.</p>
<p>Obwohl ich ursprünglich eigentlich nicht vorhatte, eine weitere Erweiterung für das Kartenspiel zu entwickeln, ließen mich die Mängel beim Zusammenspiel der Karten im Turniermodus nicht so recht in Ruhe.</p>
<div id="attachment_481" class="wp-caption alignright" style="width: 180px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/BuH_x180.jpg"><img class="size-full wp-image-481" title="Barbaren &amp; Handelsherren (2003)" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/BuH_x180.jpg" alt="BuH x180 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 2" width="170" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Barbaren &amp; Handelsherren (2003)</p></div>
<p>Im Jahr 2003 erschien daher das sechste Themen-Set. Es hieß Barbaren &amp; Handelsherren. Zum einen wollte ich mit diesem Set thematisch die Idee aus der Brettspiel-Erweiterung Städte &amp; Ritter aufgreifen, in der sich die Spieler gemeinsam gegen einfallende Barbaren verteidigen. Zum anderen gab es in den alten Sets, wie schon erwähnt, einige Karten die beim Turnierspiel übermächtige Decks ermöglichten und andere, die keine Rolle spielten. Das neue Themen-Set sollte, verbunden mit einer kleinen Reform der alten Karten, das Potenzial zu starker Deck-Strategien reduzieren und die Vielfalt der strategischen Ausrichtungen von Decks stärken.<br />
Nachdem ich einen ersten Prototypen erstellt hatte, bat ich einige erfahrene Turnierspieler, die ich beim Spielen im Internet oder auf den Catan-Wochenenden in Bilstein kennen gelernt hatte, um Hilfe beim Testen. Ich traute mir inzwischen nicht mehr zu, bei der Vielzahl der bestehenden Karten und deren Einsatzmöglichkeiten im Turnierspiel alle Eventualitäten im Blick zu haben bzw. alle eventuellen Unzulänglichkeiten der Karten zu erkennen.</p>
<p>Nach einem halben Jahr intensiver Zusammenarbeit hatte mein ehemaliger Prototyp sein Gesicht gewandelt. Die Grundidee war zwar erhalten geblieben, aber einige meiner Karten waren beerdigt worden und an ihrer Stelle waren Kartenideen meiner Testpartner in das Set eingeflossen &#8211; Kartenideen wie zum Beispiel die Schreibstube, auf die die Kartenspielgemeinde heute kaum noch verzichten kann. Aus einem Testteam war ein Entwicklungsteam geworden. <a href="http://www.catan.de/catan-spiele/catan-kartenspiel/kaempfer-und-kaufleute.html" target="_blank">(Mehr Informationen zum Entwicklungsteam finden Sie hier unter „Barb. &amp; Handelsherren“.)</a></p>
<p>Mittlerweile sanken die jährlichen Verkaufszahlen des Kartenspiels beträchtlich. Sebastian Rapp, der inzwischen für Catan bei Kosmos verantwortlich war, und ich waren uns einig, dass das Turnierspiel zwar die Krönung des Kartenspiels war – aber ungeachtet davon doch nur recht wenige Spieler erreichte. Daher lag der Schwerpunkt des nächsten neuen Sets, das unter dem Namen „Künstler &amp; Wohltäter“ im Jahr 2007 erschien, auf dem Erweiterten Grundspiel.</p>
<div id="attachment_483" class="wp-caption alignright" style="width: 206px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/KuW_x200.jpg"><img class="size-full wp-image-483 " title="Künstler &amp; Wohltäter (2007)" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/KuW_x200.jpg" alt="KuW x200 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 2" width="196" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Künstler &amp; Wohltäter (2007)</p></div>
<p>Auch bei diesem Set legte ich dem bewährten Entwicklungsteam von 2003 einen Prototypen vor, bei dem thematisch die Zufriedenheit der Untertanen im Mittelpunkt stand. Wieder folgte eine sehr konstruktive Entwicklungsphase an deren Ende ein Set geboren wurde, das zwar auch für Turnierspieler interessante Karten enthielt, aber hauptsächlich für die Spieler geeignet war, denen das Turnierspiel zu aufwändig war und die sich eine spannende Erweiterung für ihr Grundspiel wünschten. Tatsächlich erhielt das Set sehr gute Kritiken und wurde von vielen Spielern als das beste Themen-Set für das Erweiterte Grundspiel gewertet.</p>
<p>Einen Rückgang der Verkaufszahlen konnte das neue Themen-Set jedoch leider auch nicht aufhalten. Anders als das Brettspiel, das von Jahr zu Jahr ziemlich konstante Verkaufszahlen aufweist, sank der Absatz des Kartenspiels jedes Jahr beträchtlich. Es war abzusehen, dass sich der Kosmos Verlag über kurz oder lang gezwungen sehen würde, das Kartenspiel aus dem Programm zu nehmen. So stand Ende des Jahres 2008 die Frage im Raum, wie es weitergehen solle. Zwei Möglichkeiten wurden diskutiert. Entweder man ließ das Kartenspiel sterben oder man belebte es neu.<br />
Ich war mir mit Kosmos einig, dass eine Neubelebung nicht nur grafischer Natur sein durfte, sondern das Spiel auch inhaltlich überarbeitet werden musste. Es gab sicher Gründe, warum es das Kartenspiel immer schwerer hatte, neue Freunde zu gewinnen.</p>
<p><strong>In meinem nächsten Blog werde ich diese Gründe nennen und meine Überlegungen schildern, die den Boden für die Überarbeitung des Kartenspiels bereiteten.</strong></p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 &#8211; Teil 1</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 17:51:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Teil 1 &#8211; Die Geburt des Kartenspiels Das Kartenspiel „Die Siedler von Catan“ wird im Herbst 2010 in einer sowohl inhaltlich als auch grafisch überarbeiteten Version unter dem Titel „Die Fürsten von Catan“ neu aufgelegt. In diesem und den folgenden Blogs werde ich über die Hintergründe der Überarbeitung berichten und nach und nach die neuen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010   Teil 1" width="100" height="205" /></a>Teil 1 &#8211; Die Geburt des Kartenspiels</h3>
<p>Das Kartenspiel „Die Siedler von Catan“ wird im Herbst 2010 in einer sowohl inhaltlich als auch grafisch überarbeiteten Version unter dem Titel „Die Fürsten von Catan“ neu aufgelegt.<br />
In diesem und den folgenden Blogs werde ich über die Hintergründe der Überarbeitung berichten und nach und nach die neuen Illustrationen der Karten vorstellen. Damit Sie, lieber Leser, die Gründe für die Neustellung des Spiels besser verstehen, werde ich etwas weiter ausholen und daher zunächst ein wenig über die Entstehung des Kartenspiels erzählen.</p>
<p>Das Brettspiel „Die Siedler von Catan“ wurde im Februar 1995  auf der Spielwarenmesse in Nürnberg vorgestellt und im gleichen Jahr zum Spiel des Jahres 1995 gekürt. Schon bald folgte eine Ergänzung für 5 und 6 Spieler, damit auch im größeren Kreis gesiedelt werden konnte. Was jedoch viele Spieler vermissten, war eine Version für zwei Spieler. Sicher, auch das Brettspiel lässt sich mit einigen Regeländerungen zu zweit spielen – allerdings kommt dabei nicht der volle Spielspaß auf, den man beim Handeln und mit wechselnden Koalitionen im Mehrpersonenspiel erlebt.</p>
<p>So reifte in mir schon Ende 1995 der Wunsch, eine eigenständige, auf den Grundideen des Brettspiels beruhende Kartenspiel-Version „Die Siedler von Catan“ für zwei Spieler zu entwickeln. Warum Karten? Nun, die Holzhäuschen und Holzstäbchen des Brettspiels eigneten sich vielleicht zur Anregung der Phantasie, gaben aber – abgesehen von den Entwicklungskarten &#8211; ansonsten wenig preis von dem Leben der Siedler, Ritter und Räuber auf Catan.</p>
<p>Ein reines Spiel mit Karten hingegen bot die Möglichkeit, einen Blick auf und zwischen die Häuser der Siedlungen und Städte werfen zu können und die Bewohner Catans bei ihrem Tagewerk zu beobachten. Ich war fasziniert von der Möglichkeit, Catan sozusagen durch die Lupe betrachten zu können.</p>
<div id="attachment_458" class="wp-caption aligncenter" style="width: 430px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Kartenspiel_rechteckig_420.jpg"><img class="size-full wp-image-458" title="Eine Auswahl von Karten des ersten Prototyps." src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Kartenspiel_rechteckig_420.jpg" alt="Kartenspiel rechteckig 420 Die Reform des Kartenspiels 2010   Teil 1" width="420" height="130" /></a><p class="wp-caption-text">Eine Auswahl von Karten des ersten Prototyps.</p></div>
<p>Mit der Entwicklung begann ich im Herbst 1995. Anders als im Brettspiel verzichtete ich auf eine räumliche Konkurrenz der Spieler beim Ausbau ihrer Siedlungsstruktur. Jeder sollte sein eigenes kleines Reich &#8211; ein Fürstentum &#8211; erhalten, das er nach Belieben ausbauen konnte. Die Konkurrenz entstand mehr über den strategischen und taktischen Einsatz von Karten. Wie baue ich mein Fürstentum am besten aus, dass ich schneller zu Rohstoffen komme als mein Mitspieler? Verfolge ich lieber eine expansionistische Strategie mit dem Bau von Straßen und Siedlungen oder setze ich mehr auf Konzentration und lege den Schwerpunkt auf den Ausbau meiner Städte mit siegpunktträchtigen Gebäuden? Bevorzuge ich eine Handelsstrategie, mit der ich meinem Mitspieler Rohstoffe abluchsen kann oder stärke ich meine Rittermacht, um meinem lieben Nachbarfürsten ins Handwerk zu pfuschen?</p>
<p>Den Aufbau eines Fürstentums gestaltete ich recht einfach: Straßenkarten wechselten sich mit Siedlungskarten ab. Die Landschaftskarten über den Straßen sorgten mit aufgemalten Würfelzahlen – wie vom Brettspiel gewohnt &#8211; für die Zufuhr von Rohstoffen. Mit den Rohstoffen konnte man sein Fürstentum mit neuen Straßen und Siedlungen vergrößern, Siedlungen zu Städten ausbauen oder die Siedlungen und Städte mit Gebäuden, Rittern und Handelsschiffen ausbauen. Ausbaukarten legte man über- und unterhalb von Siedlungen oder Städten aus. Wie im Brettspiel bestand der Ablauf eines Zuges aus Ernten, Handeln und Bauen. Zugegeben, das Handeln kam ein wenig zu kurz, denn anders als im Brettspiel ist es im Kartenspiel kaum sinnvoll, miteinander zu handeln.<br />
So war das von Anfang an. Bis zum Ende der Entwicklung sollte sich zwar noch einiges an den Baukosten und der Funktion einzelner Karten ändern, die Grundstruktur des Spiels änderte sich nicht mehr. Die größte Änderung war formaler Natur. Anfangs benutzte ich rechteckige Karten – also ein normales Kartenformat. Da die Landschaften aber gedreht werden mussten, um den Bestand an Rohstoffen zu verändern, drängte sich geradezu das quadratische Format auf, das ich schon ab dem zweiten Prototypen verwendete.</p>
<div id="attachment_460" class="wp-caption aligncenter" style="width: 430px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Kartenspiel_quadratisch_420.jpg"><img class="size-full wp-image-460" title="Eine Auswahl von Karten des zweiten Prototyps." src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Kartenspiel_quadratisch_420.jpg" alt="Kartenspiel quadratisch 420 Die Reform des Kartenspiels 2010   Teil 1" width="420" height="277" /></a><p class="wp-caption-text">Eine Auswahl von Karten des zweiten Prototyps.</p></div>
<p>Die Illustrationen der Karten wurden von Franz Vohwinkel geschaffen, der zuvor schon einige meiner Spiele zu meiner großen Zufriedenheit optisch gestaltet hatte.</p>
<p>Im September 1996 erschien das Kartenspiel zur „Spiel &#8217;96“ in Essen. Der Erfolg überraschte uns alle. Noch im gleichen Jahr – also nur in drei Monaten – verkaufte der Kosmos-Verlag 87.000 Kartenspiele. Ein Jahr später, im Jahr 1997 waren es gar 290.000. Bis heute sind es knapp 1,5 Millionen Exemplare, die alleine in Deutschland vom Grundspiel über die Ladentheke gingen.<br />
Auch bei Kritikern und ambitionierten Spielern kam das catanische Zweierspiel gut an. Es schaffte den Sprung in die Auswahlliste zum Spiel des Jahres 1997 und belegte im gleichen Jahr den zweiten Platz beim Deutschen Spielepreis.</p>
<table align="center">
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<p><div id="attachment_461" class="wp-caption alignnone" style="width: 198px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Kartenbox_1_x200.jpg"><img class="size-full wp-image-461 " title="Das Covermotiv der ersten Ausgabe (1996)" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Kartenbox_1_x200.jpg" alt="Kartenbox 1 x200 Die Reform des Kartenspiels 2010   Teil 1" width="188" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Das Covermotiv der ersten Ausgabe (1996)</p></div></td>
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<p><div id="attachment_462" class="wp-caption alignnone" style="width: 210px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Kartenbox_2_x200.jpg"><img class="size-full wp-image-462" title="Das Covermotiv der zweiten Ausgabe (2006)" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/01/Kartenbox_2_x200.jpg" alt="Kartenbox 2 x200 Die Reform des Kartenspiels 2010   Teil 1" width="200" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Das Covermotiv der zweiten Ausgabe (2006)</p></div></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Was heute selbstverständlich ist, war Mitte der 90er Jahre fast noch ein Novum: Eine Erweiterung für ein erfolgreiches Spiel. Für das Brettspiel war 1997 bereits die Seefahrer-Erweiterung erschienen. Im gleichen Jahr erhielt auch das Kartenspiel mit dem „Turnier-Set zum Kartenspiel“ erweiterte Spielmöglichkeiten.</p>
<p><strong>In meinem nächsten Blog werde ich schildern, wie es zu den Erweiterungen zum Kartenspiel kam.</strong></p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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