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	<title>Catanism &#187; Entwicklung</title>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 18:15:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Teil 4 – Die Geschichte Catans und die Illustration Eigentlich wollte ich in meinem vierten Blog das Einführungsspiel vorstellen. Da es aber noch etwas dauern wird, bis alle Karten der Einführung fertig sind und mir Michael Menzel einen interessanten Bericht über die Entstehung der Karte „Stadt“ zugeschickt hat, habe ich mich kurzfristig dazu entschlossen, meinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Teil 4 – Die Geschichte Catans und die Illustration</h3>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="100" height="205" />Eigentlich wollte ich in meinem vierten Blog das Einführungsspiel vorstellen. Da es aber noch etwas dauern wird, bis alle Karten der Einführung fertig sind und mir Michael Menzel einen interessanten Bericht über die Entstehung der Karte „Stadt“ zugeschickt hat, habe ich mich kurzfristig dazu entschlossen, meinen vierten Blog der Geschichte Catans und der von ihr beeinflussten Illustration der Karten zu widmen.</p>
<h4>Die fiktive Geschichte Catans</h4>
<p>Als ich das Kartenspiel 1995 entwickelte, machte ich mir wenig Gedanken über die Illustration der Motive. Klar, das Spiel sollte im Mittelalter angesiedelt sein und die Titel der Karten standen fest. Mehr Vorgaben gab es für Franz Vohwinkel, den Illustrator der alten Version des Kartenspiels, jedoch nicht.</p>
<div id="attachment_507" class="wp-caption alignright" style="width: 205px"><img class="size-full wp-image-507" title="Die Siedler von Catan - Der Roman" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Catan-Roman_Blog.jpg" alt="Catan Roman Blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="195" height="280" /><p class="wp-caption-text">Die Siedler von Catan - Der Roman</p></div>
<p>Inzwischen, 15 Jahre später, ist viel geschehen. Mit dem Roman „Die Siedler von Catan“ von Rebecca Gablé hat Catan seine Geschichte erhalten &#8211; zumindest die Geschichte seiner Entdeckung und der ersten Besiedlung im 9. Jahrhundert durch Männer und Frauen, die von der norwegischen Küste vertrieben wurden.<br />
Im Roman endet die Geschichte mit dem Zerwürfnis und der Trennung der Siedler. Candamir gründet mit seinen Anhängern im Süden der Insel eine neue Siedlung, während Osmund mit den Seinen im Norden bleibt.<br />
Viele wollten natürlich gerne wissen, wie es weitergeht. Ich natürlich auch. So machte ich mir immer mal wieder Gedanken darüber und skizzierte den weiteren Verlauf der Geschichte Catans.</p>
<p>Sieht man von den Aktivitäten des großen Vulkans und gelegentlichen Erdbeben ab, war Catan ein Paradies für die Siedler. Fruchtbare Felder und Weiden, Baumaterial im Überfluss und Erzvorkommen in den Bergen ließen die Siedlungen prosperieren und nach 100 Jahren waren aus zwei Siedlungen viele Siedlungen in den Ebenen und Tälern der Insel entstanden.</p>
<p>Die Insel im Atlantik war groß genug für alle und so kam es trotz religiöser Differenzen zwischen den Anhängern Odins im Norden und den Christen im Süden kaum zu Konflikten. Diese Zeit der ersten Cataner ist das Thema des Einführungsspiels. Es gibt noch keine ausgebauten Städte und die Gebäude sehen den Häusern ähnlich, welche die Vorfahren der Cataner in ihrer nordischen Heimat zu bauen pflegten. Auch gibt es noch keine Ritter, sondern Heldinnen und Helden wie Siglind, Osmund, Candamir oder Harald, denen manche vielleicht schon in der Erzählung von Rebecca Gablé begegnet sind.</p>
<p>Wenn Catan eine große Insel an der Stelle der heutigen Azoren wäre (die Azoren wurden erst im Jahre 1427 entdeckt), dann wäre es nicht unwahrscheinlich gewesen, dass noch andere Seefahrer die Insel erreichten. Und tatsächlich landet im Jahr 960 der Wikingerfürst Carl Gabelbart mit einer großen Flotte an den Küsten Catans. Carl wollte eigentlich nicht nach Catan, sondern war auf Wikingfahrt in den Süden. Aber ein Sturm kam dazwischen und trieb ihn und seine mit Kriegern besetzten Langschiffe weit nach Westen ab.<br />
Carl ist beeindruckt von der Schönheit und Fruchtbarkeit Catans und er beschließt, die Insel zu erobern und ihr Herrscher zu werden. Zunächst aber gilt es, die Moral seiner Männer zu heben und ihr wichtiges Bedürfnis zu stillen: Frauen.<br />
Man kann sich vorstellen, dass dieses Bedürfnis zu Konflikten mit den Catanern führte. Und so prägen Karten wie Carl Gabelbart, Verräter, Feuerteufel, Fehden und Unruhen das Themenset „Die Zeit der Wirren“. Nachdem die Sache mit Carl Gabelbart ausgestanden ist, bauen die Cataner ihre zerstörten Höfe und Dörfer neu auf. Der rege Schiffsverkehr zwischen dem Norden und dem Süden zeugt vom wieder erstarkten Handel und nach ein paar Jahren sind die Schrecken des Überfalls durch Carl Vergangenheit. Es beginnt die Zeit des Goldes, welche sich im gleichnamigen Themenset widerspiegelt.</p>
<p>In späteren Sets wie „Zeit des Fortschritts“ oder „Zeit der Handelsherren“ hat Catan Kontakt mit dem europäischen Festland. Einerseits wirken die neuen Beziehungen befruchtend auf die Entwicklung Catans, andererseits bergen sie auch die Gefahr von Überfällen goldgieriger Barbaren, die den spanischen Konquistadoren gar nicht so unähnlich sind. Anfang des 16. Jahrhunderts endet die Geschichte Catans. Ob sie mit der Eroberung der Insel durch spanische Glücksritter endet, entscheiden wir letztlich selbst in jedem Spiel „Städte &amp; Ritter“ oder auch später im Themenspiel „Zeit der Barbaren“.</p>
<h4>Der catanische Baustil</h4>
<p><img class="alignright size-full wp-image-510" title="Rathaus" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Rathaus_blog.jpg" alt="Rathaus blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" />Nun möchte ich mich gar nicht weiter in die fiktive Geschichte Catans vertiefen. Letztlich wollte ich zeigen, dass sich die Geschichte Catans, nach Epochen unterteilt, in den Themenspielen widerspiegelt. Und damit komme ich wieder zurück zur Grafik. Denn die Grafik soll den fiktiven historischen Hintergrund Catans bildhaft zum Leben erwecken. Sind die Gebäude der Siedlungen noch einfacher Natur und stark an den wikingischen bzw. nordischen Baustil angelehnt, wird sich in den später entstehenden Städten Catans eine eigenständige Architektur ausgebildet haben. Wie könnte solch eine Architektur ausgesehen haben? Ich setzte mich mit Michael Menzel und Sebastian Rapp vom Kosmos Verlag zusammen und wir entwickelten gemeinsam die Grundzüge eines catanischen Baustils. Wir entschieden uns für etwas Gotik mit typisch wikingischen Elementen wie Giebelkreuze oder Drachenköpfe und Dachkonstruktionen, die durchaus an Langschiffe oder auch die nordischen Stabkirchen erinnern durften. Bei der noch nicht fertigen Karte rechts (das Textfeld wird anders), sieht man den Mix der verschiedenen Stilelemente. Auch das für Catan typische Sechseck fand ein Plätzchen auf der Stirnseite des Rathauses.</p>
<h4>Der catanische Nebel</h4>
<p>Das Kartenspiel ist eigentlich kein Kartenspiel. Im Grunde ist es ein Spiel mit Karten, die aus- und angelegt werden – also mehr ein Legespiel mit dem Charakter eines Aufbauspiels. Bei der Auslage der Karten entsteht eine Siedlungsstruktur. Es war unser Ziel, dass diese Struktur ein möglichst harmonisches Ganzes ergibt, bzw. dass der Eindruck einer zusammenhängenden Landschaft entsteht. Daher taucht jedes Motiv einer Karte aus dem Nebel auf. Die Karten sind die relevanten Ausschnitte eines Fürstentums. Zwischen den Karten können in Wirklichkeit große Entfernungen liegen. Die Gebiete zwischen den Karten interessieren uns aber nicht und verschwinden daher im Nebel.</p>
<p>In der folgenden Abbildung ist gut zu erkennen, dass die ausgelegten Karten mit Hilfe des Nebels, der Darstellung der Gebäude in der isometrischen Perspektive und der ungefähr gleichen Größe aller Bauten den Eindruck einer zusammenhängenden Siedlungsstruktur vermitteln. Die „6“ auf den Landschaften ist nur ein Platzhalter und bei der Eisenschmelze, dem Kloster und der Lagerstätte fehlen noch die transparenten Textkästen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-512" title="Siedlungsstruktur" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Siedlungsstruktur_blog.jpg" alt="Siedlungsstruktur blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="450" height="450" /></p>
<h4>Die Entwicklung der catanischen Stadt</h4>
<p>Wie entsteht eigentlich eine Karte? Wie geht der Illustrator vor? Das sind Fragen, die Sie, lieber Leser, sicher auch interessieren. Wer wäre wohl besser geeignet, unsere Neugier zu befriedigen als der Illustrator selbst? Ich freue mich, dass Michael Menzel sich bereit erklärt hat, uns nachfolgend die einzelnen Schritte bei der Entstehung der Karte „Stadt“ zu zeigen und sie zu kommentieren.</p>
<hr /><em>Liebe Siedler!</em></p>
<p><em>Ich freue mich, Ihnen zur Entstehung der &#8220;Fürsten von Catan&#8221;- Stadt eine kurze Erläuterung schreiben zu können.<br />
Ich arbeite mit Photoshop und einem Grafiktablett. Photoshop erlaubt es, auf mehreren Ebenen zu malen. Der Begriff Ebenen wird im weiteren Text häufiger fallen. Ebenen kann man sich wie mehrere Schichten von Transparentpapier übereinander vorstellen.</em></p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><em>In der ersten Skizze versuche ich die richtigen Formen zu &#8220;finden&#8221;. Dies kann mit Bleistift auf Papier oder wie hier digital geschehen. Ich taste mich sozusagen an die richtige Form der Häuser heran.<br />
</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-514" title="Stadt 1" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_1_blog.jpg" alt="Stadt 1 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Alle Gebäude des Kartenspiels werden im gleichen Winkel angelegt. Es gibt keine perspektivische Verzerrung &#8220;nach hinten&#8221;, d. h. die Gebäude vorne sind genauso groß wie die hinteren.</em><em><br />
Man sieht diese &#8220;Iso&#8221;-Perspektive häufig im Computerspielbereich. Auf diese Weise passen alle Karten optisch aneinander. Die Kartenauslage während des Spiels wird zu einer großen, zusammenhängenden Landschaft. Damit ich die immer gleiche Ausrichtung einhalten kann, zeichne ich mir den Winkel einmal auf einer separaten Ebene ein (hier hellblau). Daran kann ich mich dann während des Illustrierens orientieren.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-516" title="Stadt 2" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_2_blog.jpg" alt="Stadt 2 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Wenn die Zeichnung soweit gut ist, lege ich grob die Farben an. Dabei sollten zu diesem Zeitpunkt noch keine sehr starken Kontraste verwendet werden. Es entsteht ein „sumpfiger Farbteppich“. Photoshop ermöglicht es, auf einer Ebene unter der Skizze zu malen und somit die Linien der Skizze nicht zu übermalen.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-517" title="Stadt 3" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_3_blog.jpg" alt="Stadt 3 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Ab jetzt berücksichtige ich auch die Position der Lichtquelle. Damit  später der Eindruck einer großen Landschaft entstehen kann, ist es  wichtig, dass die Beleuchtung immer gleich ist und der Schatten immer  gleich fällt.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-518" title="Stadt 4" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_4_blog.jpg" alt="Stadt 4 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Jetzt kann die Feinarbeit vorgenommen werden. Ich zoome zu diesem Zeitpunkt nah heran und modelliere aus dem „sumpfigen Farbteppich“ heraus die richtigen Konturen. Jetzt werden Schlagschatten und Glanzlichter gesetzt. Dieser Prozess ist sehr malerisch. Der Computer, das Programm und das Grafiktablett sind hier einfach nur neue Werkzeuge für die Malerei.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-519" title="Stadt 5" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_5_blog.jpg" alt="Stadt 5 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
<tr>
<td><em>Anschließend wird über ein Photoshop-Menü der Farbkontrast erhöht und an andere bereits existierende Landschaften und Gebäude angepasst.</em></td>
<td width="200"><img class="aligncenter size-full wp-image-520" title="Stadt 6" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_6_blog.jpg" alt="Stadt 6 blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="200" height="200" /></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><em><img class="alignright size-full wp-image-523" title="Fertige Stadt" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/03/Stadt_fertig_blog.jpg" alt="Stadt fertig blog Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 4" width="300" height="300" />Dann zeichne ich noch kleine Menschen in die Stadt. Diese „Mini-Menschen“ sind nicht nur Schmuck. Ich finde, dass die Stadt erst durch sie so richtig zu einer Stadt wird. Sie geben ihr Geräusch und Lebendigkeit. Zuletzt zeichne ich noch die Flaggen ein. Sie geben dem Bild Wind, Bewegung und sorgen für hübsche Farbkleckse, die das Bild angenehm auflockern.</em></p>
<p><em>Der gesamte Prozess dauert zwischen 3 und 6 Stunden, je nach Detailreichtum des Motivs.</em></p>
<p><em>Michael Menzel</em></p>
<hr style="clear: both;" /><strong>Vielen Dank, lieber Michael Menzel!</strong></p>
<p>In meinem nächsten Blog werde ich alle Karten und die Regeln des Einführungsspiels „Die ersten Cataner“ vorstellen.</p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
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		<title>Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 3</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 14:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus Teuber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Teil 3 – Das erste Konzept und die Entwicklung Als in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 die Zukunft des Kartenspiels wegen der stark nachlassenden Verkaufszahlen in Frage stand, machte ich mir Gedanken, was man verbessern konnte, um eine Neustellung des Kartenspiels zu begründen. In den vergangenen Jahren hatte ich das Kartenspiel öfter verschenkt – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-6" title="Klaus Teuber" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2009/06/Klaus_100x205.jpg" alt="Klaus 100x205 Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 3" width="100" height="205" /></a>Teil 3 – Das erste Konzept und die Entwicklung</h3>
<p>Als in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 die Zukunft des Kartenspiels wegen der stark nachlassenden Verkaufszahlen in Frage stand, machte ich mir Gedanken, was man verbessern konnte, um eine Neustellung des Kartenspiels zu begründen.</p>
<p>In den vergangenen Jahren hatte ich das Kartenspiel öfter verschenkt – vorzugsweise an Paare, die eher selten spielten und wenn dann meist zu zweit. Aufgrund der Rückmeldungen der Beschenkten konnte ich mir ein Bild machen, wo es beim Kartenspiel hakte und wo man ansetzen musste, um es zu verbessern. Ich kam zu folgenden Schlussfolgerungen:</p>
<ol>
<li><strong>Für Anfänger dauert das Kartenspiel zu lang</strong><br />
Eine erste Spielpartie kann durchaus 2 Stunden dauern. Damit ist für viele der Spielabend schon vorbei und eine zweite Partie hat wenige Chancen. Wenn man das Spiel beherrscht, kann es immer noch bis zu 90 Minuten dauern, was einigen auch schon zu lange ist.<br />
Ziel: Die Spieldauer im Allgemeinen und im Besonderen für Anfänger kürzen.</li>
<li><strong>Hohe Komplexität durch Kartenvielfalt</strong><br />
Wer das Kartenspiel zum ersten Mal spielt, sieht sich einer großen Menge von Karten gegenüber, deren Funktionen sich ihm oft erst in der zweiten oder dritten Partie erschließen.<br />
Ziel: Anfänger sollten zunächst mit weniger Karten konfrontiert werden.</li>
<li><strong>Spielblockaden</strong><br />
Viele Karten dürfen im ersten Spieldrittel nicht gespielt werden. So können anfangs Stadtausbauten und die meisten Aktionskarten nicht eingesetzt werden. Dadurch wird der Spielfluss zäher. Wer beispielsweise als Anfänger nur rote Stadtausbauten und unspielbare Aktionskarten auf die Hand bekommt, ist weniger motiviert weiterzuspielen.<br />
Ziel: Anfänger sollten alle Karten von Anfang an spielen können und  alle Karten sollten sofort sinnvoll nutzbar sein.</li>
<li><strong>Ärgerpotential</strong><br />
Es gibt einige destruktive Karten wie den Feuerteufel, den Schwarzer Ritter und den Bürgerkrieg, die gerade bei der ersten Partie, wenn die Spieler das Zusammenspiel der Karten noch nicht kennen, zu unliebsamen Überraschungen und zu Ärger führen können.<br />
Ziel: Für Anfänger sollte es keine zu heftigen „Ärgerkarten“ geben.</li>
<li><strong>Umfangreiche Regel</strong><br />
Manche Regeldetails sind nicht intuitiv wie beispielsweise die Bedingung für den Handelsvorteil. Um den Handelsvorteil zu erhalten, muss man mehr Handelspunkte besitzen und eine Stadt gebaut haben. Die Stadtbedingung nehmen viele nicht wahr.<br />
Manche Regeln sind unnötig wie beispielsweise die Regeln, wie man mit dem Mitspieler handelt. In der Praxis handeln erfahrene Spieler beim Kartenspiel nicht miteinander.<br />
Ziel: Unnötiger Regelballast sollte entfernt werden</li>
</ol>
<p>Jeder Punkt dieser Aufzählung mindert den Spielspaß schon bei der ersten Partie. Wenn das Kartenspiel sinnvoll reformiert werden sollte, musste ich Wege finden, es anfängerfreundlicher zu gestalten – ohne ihm dabei den Spielreiz zu nehmen. Ich wusste, das würde nicht einfach werden.<br />
Ich entwickelte ein erstes Konzept auf der Grundidee, in einer Spielschachtel ein einfaches Einführungsspiel für Anfänger und drei Themenspiele für Fortgeschrittene anzubieten. Hierfür benötigte ich ca. 180 Karten. Bei der Auswahl der Karten berücksichtigte ich zunächst nur die Karten des Basisspiels und des alten Turnier-Sets.</p>
<h4>Das Einführungsspiel</h4>
<p>Für das Einführungsspiel wählte ich Aktionskarten ohne Bedingung und keine Stadtausbauten. Damit waren alle Karten von Spielbeginn an ohne Einschränkungen spielbar.<br />
Die vier Ausbau-Kartenstapel bestückte ich mit 36 Karten (gegenüber 62 Karten im alten Grundspiel). Jeder Stapel umfasste damit nur 9 Karten, was für Anfänger ausreichend übersichtlich sein sollte.<br />
Als Siegbedingung legte ich 7 Siegpunkte fest. Ich versprach mir davon eine wesentlich kürzere Spieldauer. Damit lag ich richtig. Bei den späteren Tests dauerte das Einführungsspiel meist zwischen 25 und 30 Minuten.<br />
Nach zwei oder drei Einführungsspielen sollten die Spieler ausreichend mit den grundlegenden Karten und Regeln des Kartenspiels vertraut und somit für das eigentliche Spiel mit mehr Karten und einer höheren Siegbedingung bereit sein. Das „eigentliche Spiel“ sollte nach meinen Vorstellungen nun aber nicht mehr ein Spiel sein, sondern drei gleichberechtigt nebeneinander stehende Spiele, die sich thematisch und strategisch deutlich voneinander unterschieden.</p>
<h4>Die Themenspiele</h4>
<p>So traten an die Stelle des alten Grundspiels und der erweiterten Grundspiele die Themenspiele. Aus den Karten, die ich nicht für das Einführungsspiel verwendet hatte und einigen ganz neuen Karten formte ich drei thematisch unterschiedliche Themen-Sets, die zum jetzigen Stand der Entwicklung „Zeit des Goldes“, Zeit der Helden“ und „Zeit des Fortschritts“ heißen.<br />
Bei der Kartenauswahl verzichtete ich auf Karten, die sich im alten Kartenspiel als unattraktiv erwiesen hatten.  Ich modifizierte bestehende Karten oder entwickelte auch neue, um einen schnelleren Spielfluss zu erreichen und das jeweils gewählte Thema zu stärken. So fielen beispielsweise einige mächtige Ritter dem Rotstift zum Opfer.</p>
<p>Jedes Themen-Set stattete ich mit 24 Karten für die Ausbaustapel und ein paar Ereigniskarten aus. Ein Themenspiel wurde mit den Karten des Einführungsspiels und den Karten des jeweiligen Themen-Sets gespielt. Fünf  Kartenstapel bildeten für beide Spieler den Vorrat an Ausbau- und Aktionskarten. Sowohl die drei Stapel mit den Karten des Einführungsspiels als auch die beiden Stapel mit den Karten des jeweiligen Themen-Sets enthielten je 12 Karten.</p>
<p>Mit insgesamt 60 Karten in den Ausbaustapeln hatte ein Themenspiel damit immer noch 2 Karten weniger als das alte Grundspiel mit seinen 62 Karten und wesentlich weniger als das alte erweiterte Grundspiel mit 85 und mehr Karten. An diesen Zahlen hat sich bis zum jetzigen Entwicklungsstand nichts geändert.<br />
Bei den Tests, die später folgten, stellte sich heraus, dass ein Themenspiel meist zwischen 45 und 60 Minuten dauerte. Selbst das aggressivere Themenspiel „Zeit der Helden“ dauerte oft nicht mehr als eine Stunde. Dies lag daran, dass die Karten zielgerichteter waren und während der Entwicklung auch noch einige beschleunigende Spielelemente eingebaut wurden.</p>
<h4>Die Entwicklung</h4>
<p>Ich hatte das Gefühl, meine Ziele erreicht zu haben und stellte mein Konzept Ende 2008 dem Kosmos-Verlag vor. Der Verlag akzeptierte es und so waren die Weichen für die Neustellung des Kartenspiels gestellt. Auch unserem amerikanischen Catan-Partner Mayfair gefiel das Konzept, so dass die Zukunft des Kartenspiels auch für die englischsprachigen Ländern neu gestaltet werden konnte.  Ich war glücklich darüber, das Kartenspiel mit meiner Erfahrung der letzten 12 Jahre sozusagen neu entwickeln zu dürfen.</p>
<p>Der Relaunch sollte in zwei Etappen ablaufen. Das Kartenspiel sollte als „Die Fürsten von Catan“ mit Einführungsspiel und drei Themen-Sets im Herbst 2010 erscheinen, eine Erweiterung mit allen übrigen Themen-Sets wurde für 2011 geplant.<br />
Sebastian Rapp vom Kosmos-Verlag und ich waren uns einig, dass wir uns für die Redaktionsarbeit verstärken sollten. Wir fragten Dr. Reiner Düren und Peter Gustav Bartschat – beide erfahrene Kartenspieler der ersten Stunde – ob sie unserem Team beitreten wollte. Ich war sehr froh, dass sie wollten. Denn bei einer längeren Zusammenarbeit ist nicht nur Sachverstand gefragt, auch die Chemie zwischen den Beteiligten muss stimmen.</p>
<p>So bastelte ich auf Grundlage meines Konzepts 7 Prototypen. Drei schickte ich an meine Team-Kollegen, eines erhielt der Illustrator Michael Menzel, der dem Kartenspiel grafisch ein neues Gesicht verleihen sollte und je eines erhielten Arnd Beenen und  Sebastian Mellin. Während Arnd das Spiel für eine Umsetzung in der Catan-Onlinewelt konzipierte, war es die Aufgabe von Sebastian, das Spiel zu programmieren.<br />
Das Jahr 2009 stand ganz im Zeichen der Entwicklung. Jedes Mal, wenn einer von uns das Spiel getestet und einen Testbericht verfasst hatte, diskutierten wir in unserem Forum über die Schwächen und Stärken einzelner Karten. Karten wurden modifiziert, einige auch gestrichen und durch neue ersetzt. Die geänderten Karten schickte ich dann für die neuen Tests an meine Teamkollegen.<br />
Sicher werden sich jetzt einige fragen: „Und was ist mit dem Turnierspiel?“. Nun, das Turnierspiel war bei der Entwicklung zwar nicht unsere erste Präferenz, aber wir haben es immer im Auge behalten. Es ist natürlich möglich, das Turnierspiel mit den Karten von „Die Fürsten von Catan“ zu spielen. Seinen vollen Reiz wird es aber sicher erst entfalten, wenn die Erweiterung mit weiteren Karten im Jahr 2011 auf den Markt kommt.</p>
<div id="attachment_494" class="wp-caption aligncenter" style="width: 430px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/02/Kartenspiel-Reform_Fuersten.jpg"><img class="size-full wp-image-494" title="Zwei Fürsten beim Testduell am Catan Wochenende 2009 in Bilstein (Foto von Roland Hülsmann)" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/02/Kartenspiel-Reform_Fuersten.jpg" alt="Kartenspiel Reform Fuersten Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 3" width="420" height="315" /></a><p class="wp-caption-text">Zwei Fürsten beim Testduell am Catan Wochenende 2009 in Bilstein (Foto von Roland Hülsmann)</p></div>
<p>Während der Entwicklung entstand eine neue Spielform, die man durchaus als Vorstufe des Turnierspiels bezeichnen kann. Wir haben sie „Das Duell der Fürsten“ genannt. Mehr Informationen zum Duell der Fürsten folgen in einem meiner nächsten Blogs.</p>
<p>Inzwischen haben wir die Entwicklung am Kartenspiel vorerst abgeschlossen und ich habe mit der Konzeption der Erweiterung begonnen. Sebastian Mellin wird die Programmierung bis April abgeschlossen haben. Wir werden dann ausreichend Zeit haben, „Die Fürsten von Catan“ in einem größeren Kreis online zu testen und noch kleinere Änderungen vorzunehmen, bevor die Kartenvorlagen endgültig zur Druckerei gehen.</p>
<p><strong>In meinem nächsten Blog werde ich die Karten und die Regeln des neuen Einführungsspiels vorstellen und auch einige Illustrationen zeigen.</strong></p>
<div id="attachment_496" class="wp-caption aligncenter" style="width: 430px"><a href="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/02/Kartenspielreform-Strasse_Siedlung_klein.jpg"><img class="size-full wp-image-496" title="Kartenspielreform: Straße und Siedlung" src="http://blog.catan.de/wp-content/uploads/2010/02/Kartenspielreform-Strasse_Siedlung_klein.jpg" alt="Kartenspielreform Strasse Siedlung klein Die Reform des Kartenspiels 2010 – Teil 3" width="420" height="216" /></a><p class="wp-caption-text">Kartenspielreform: Straße und Siedlung</p></div>
<p>Vorab stelle ich Ihnen, lieber Leser, die neue Straße und Siedlung vor,  die in Zukunft das Grundgerüst des neuen Kartenspiels bilden werden.  Wundern Sie sich bitte nicht über die siegpunktlose Siedlung. Der  Siegpunkt kommt selbstverständlich noch drauf.</p>
<p><em>Klaus Teuber</em></p>
<p><a href="http://blog.catan.de/?ibsa=share&id=490" id="share-link-">Share</a></p>]]></content:encoded>
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