Teil 6 – Zeit des Goldes
Einleitung
Das Themenspiel „Zeit des Goldes“ wird mit dem gleichnamigen Themenset und den Basiskarten gespielt, die ich in meinem letzten Blog vorgestellt habe. In der fiktiven Geschichte Catans ist das Set im 11. Jahrhundert angesiedelt und folgt somit zeitlich auf das Set „Zeit der Wirren“. Das Set intensiviert den Kampf um den Handelsvorteil und der Rohstoff Gold erhält unter anderem durch eine weitere Zollbrücke, die Münzstätte und das Goldversteck eine größere Bedeutung. Wer sein Handelsimperium mit Handelsflotten aufbaut, muss sich vor Kaperschiffen in Acht nehmen. Die Vorstellung der neuen Karten des Sets werde ich diesmal mit einer kleinen Geschichte begleiten.
Von einem, der auszog, das Goldversteck zu finden
Es war ein schwülwarmer Sommerabend. Entspannt saßen meine Frau und ich auf unserer Terrasse und spielten das Kartenspiel „Die Fürsten von Catan“. Beide hatten wir mit unseren Karten bereits ein stattliches Fürstentum ausgelegt. Wir waren sozusagen der Fürst und die Fürstin unserer Reiche.
In meinem letzten Zug hatte ich ein Kaperschiff gespielt und damit eine Handelsflotte meiner Frau auf den Grund des Meeres befördert. Damit waren der Handelsvorteil und der damit verbundene Siegpunkt mein.
Wie es einer Fürstin ansteht, bewahrte meine Frau die Contenance und spielte in ihrem Zug triumphierend den Helden Candamir, der ein bisschen stärker war als der bei mir ausliegende Held Osmund und ihr den Stärkevorteil einbrachte.
Überhaupt hatte ich mir von Osmund mehr erwartet. Wo blieb das Ereignis „Geschenk für den Fürsten“, das mir dringend benötigtes Gold von Osmund einbringen würde?
Das Telefon klingelte. Meine Frau legte schnell noch das Goldversteck an eine ihrer Landschaften an und eilte ins Wohnzimmer. „Bringst du dem Fürsten ein kühles Bier mit, wenn du zurückkommst?“, rief ich ihr nach.
Ich gähnte und schaute auf meine Kartenhand. Dort bildeten die Karten „Gudrun, der Schrecken der Meere“ und „Reiner der Herold“ ein hübsches Paar. Besonders die Gudrun-Karte faszinierte mich. Weniger wegen der verwegen aussehenden, attraktiven Piratin, die herrisch am Bug ihres Schiffes thronte sondern mehr wegen des frischen Nass, das ihr Schiff mühelos zerteilte. Wie schön wäre es jetzt, der Schwüle des Abends zu entfliehen, in die sanften Wellen einzutauchen und ein kühles Bad zu nehmen, sann ich und verlor mich immer mehr in den Tiefen der Karte. Ich wurde schläfrig und ich glitt hinein, tiefer und tiefer …
Prustend kam ich an die Oberfläche einer frischen, lebhaften See, genau neben dem Schiff von Gudrun, die leibhaftig geworden war und mich mit einem frostigen Blick musterte.
„Zieht ihn rauf, Jungs! Noch ein Schiffbrüchiger, der sich einen Platz auf unseren Ruderbänken wünscht.“
Eigentlich hätte ich lieber noch etwas länger das erfrischende Bad genossen, aber kräftige Männerarme, die mich an Bord zogen, nahmen darauf keine Rücksicht.
Breitbeinig baute sich Gudrun vor mir auf. „Was machst du hier, Glatzkopf?“
Etwas verunsichert über die respektlose Anrede stotterte ich: „Ich wollte dich gerade, ähh, spielen …“
Ihr Blick wurde noch eine Spur frostiger. „Weißt du nicht, dass alle, die je mit mir spielen wollten, als Fraß für die Haie endeten? Werft ihn wieder über Bord, Jungs!“
Ich hatte keine Lust, dass dieser offensichtliche Traum sich zu einem blutigen Alptraum auswuchs und so rief ich hastig: „Halt! Ich bin dein Fürst!“
Gudrun starrte mich ungläubig an und dann lachte sie lauthals. „Du willst mein Fürst sein? Den hat zwar noch keiner gesehen, aber du schaust gewiss nicht wie ein Fürst aus. Jetzt werft ihn endlich über Bord, Jungs!“
„Neeeiiin! Ich weiß wo das Goldversteck der Fürstin ist.“ Ein besseres Argument war mir auf die Schnelle nicht eingefallen.
Aber es wirkte. Gier stahl sich in Gudruns Augen und sie musterte mich mit erwachtem Interesse. „Nun gut. Wenn dich die Haie fressen, habe ich letztlich nichts davon. Ich gebe dir zwei Tage. Aber glaube nur nicht, du kannst mich hinters Licht führen. Mein treuer Gefährte Reiner wird dich begleiten. Zeig’ ihm, wo das Goldversteck ist und du kannst deiner Wege gehen. Andernfalls …“
Reiner, ein schwarz gelockter, wohlgestalteter junger Mann tauchte neben Gudrun auf. Er schaute sie entzückt an und spielte dann, deutlich weniger entzückt in meine Richtung blickend, demonstrativ mit seinem Messer. Ich hatte verstanden.
Ein Kaperschiff, das unterwegs schnell noch ein Handelsschiff kaperte, brachte Reiner und mich zum Hafen der Fürstin. Der Hafen wirkte traurig und verlassen. Kein Wunder, schließlich hatten meine Kaperschiffe mittlerweile die gesamte Handelsflotte der Fürstin versenkt. Seitdem zog die Gute jedes Mal den Kürzeren, wenn die Handelsschiffe auf Wettfahrt gingen.
Reiner strich sich mürrisch eine seiner schwarzen, schweren Locken zurück: „Also, wo geht’s lang?“ Scheinbar hob es nicht gerade seine Laune, längere Zeit von seiner angebeteten Piratenbraut getrennt zu sein.
Ich hatte schon unterwegs fieberhaft überlegt, wo die Fürstin bzw. meine Frau die Karte Goldversteck ausgelegt hatte, bevor sie dem Ruf des Telefons gefolgt war. An ihr Gebirge? Oder an ihr Weideland? Es wollte mir einfach nicht mehr einfallen. Also gestand ich tapfer: „Ich weiß es nicht mehr genau, aber wir könnten uns ja erkundigen, oder?“
Reiner starrte mich missvergnügt an: „Ich wusste gleich, dass du Gudrun einen Bären aufgebunden hast, um deine Haut zu retten.“ Er zückte sein Messer.
In diesem Moment pfiff etwas durch die Luft und landete mit einem dumpfen Schlag direkt vor meinen Füßen.
Reiner stand mit offenem Mund da und glotzte zuerst in den Himmel und dann auf den Hühnerei großen Goldklumpen, der mich um Haaresbreite verfehlt hatte. Ich hob ihn auf und las die Karte, die an dem Klumpen befestigt war. „Geschenk für den Fürsten“, stand da: „Mit besten Grüßen von eurem getreuen Osmund“.
Ha, endlich war das lang ersehnte Ereignis eingetroffen. Wortlos überreichte ich Reiner die Karte. Der fiel wie vom Blitz getroffen auf die Knie und stotterte mit gesenktem Haupt „Mein Fürst, ich bitte euch um Vergebung.“
„Steh’ wieder auf!“, befahl ich ihm mit neu gewonnener fürstlicher Autorität.
Er erhob sich und sah mich verzweifelt an: „Bitte seid mir gnädig, mein Fürst. Wenn ich Gudrun nicht berichte, wo sich das Goldversteck befindet, wird sie mich nie mehr in ihre Nähe lassen. Könnten wir nicht so tun, als wäre nichts geschehen und trotzdem nach dem Versteck suchen?“
Eigentlich gefiel mir die Idee, mich noch ein bisschen auf Catan herumzutreiben und mir die Gebäude und die Siedler, die ich nur von Karten her kannte, näher anzuschauen.
Ich klopfte ihm kameradschaftlich auf die Schulter: „Klar das machen wir. Fragen wir uns einfach durch.“
Reiner sackte dankbar noch einmal auf seine Knie und strahlte mich an: „Dann befragen wir doch am besten gleich den Pfeffersack an der Ecke!“
Der Pfeffersack entpuppte sich als Handelsmeister, der feine, ausgesuchte Waren anbot.
„Seid gegrüßt, Meister“, begann ich das Gespräch. „Wisst Ihr einen Weg zum Goldversteck der Fürstin?“
„Sehe ich so aus, als würde ich das bestgehütete Geheimnis meiner Fürstin verraten?“
„Offen gestanden ja“, mischte sich Reiner in die Unterhaltung ein. „Ihr seht so aus, als sei es nur eine Sache des Preises.“
„Stimmt, mein junger Freund. Wäre ich gar zu ehrenhaft, dann wäre ich wohl nicht Handelsmeister. Also, wenn ihr mir 5 Säcke Salz bringt, werde ich euch einen Tipp geben.“
„Wo sollen wir denn 5 Säcke Salz herbekommen?“, warf ich ein.
„Na von wo schon? Vom Salzspeicher natürlich.“
Auf dem Weg zum Salzspeicher kamen wir am Stapelhaus vorbei. Eifrig waren Knechte damit beschäftigt, Säcke von einem Händlerkarren abzuladen und in das Gebäude zu schleppen.
Mit finsterem Gesicht stand der Händler neben seinem Wagen und schleuderte uns unfreundlich entgegen: „Na, wollt ihr euch etwa auch an der Not eines armen Händlers bereichern?“.
Wie alle Händler, die in der Stadt rasteten, war er gezwungen, seine Waren im Stapelhaus den Bürgern zu einem ermäßigten Preis anzubieten. Erst nach einem Tag durfte er dann mit einem meist stark reduzierten Sortiment weiterreisen.
„Wenn ihr ein paar Säcke Salz übrig hättet?“, fragte Reiner hoffnungsvoll.
„Pah, die 10 Säcke, die ich besaß, hat sich gerade der Knecht des Salzspeichers unter den Nagel gerissen. Für 2 Goldstücke pro Sack. Stellt euch das vor! Normalerweise bekomme ich 4 Goldstücke dafür.“
Der Salzknecht hatte seinen Stand direkt vor dem Salzspeicher aufgebaut. „Wollt ihr Salz kaufen, meine Herren? Suuupergünstig heute! Nur 10 Goldmünzen pro Sack.“
„Das ist Wucher!“, schimpfte Reiner. „Dem Händler hast du jeden Sack für nur 2 Goldstücke abgeluchst.“
„Befehl der Fürstin!“, verteidigte sich der Knecht. „Ihre beiden Handelsschiffe machen mit dem Salz zusätzliche Profite. Dann können wir es doch hier wohl kaum verschenken, oder?“
„Aber die beiden Schiffe wurden gekapert“, warf ich ein.
„Umso schlimmer, dann kostet der Sack ab jetzt 30 Goldmünzen.“
Meinem Gefährten stieg die Zornesröte ins Gesicht und er fingerte an seinem Messergriff.
„Lass gut sein“, raunte ich dem aufgebrachten Reiner zu. „Ich habe da eine Idee. Lass uns dem Handelsstützpunkt einen Besuch abstatten.“
Das Untergeschoss des Handelsstützpunktes war aus solidem Stein erbaut. Wir klopften an eine schwere Tür, die aussah, als sei sie ursprünglich vergessen und nachträglich notdürftig in die unsauber herausgehauene Bresche eingesetzt worden. Es öffnete uns ein Mann, der wie ein Zwillingsbruder unseres Handelsmeisters aussah und es wahrscheinlich auch war. Er beäugte uns misstrauisch.
Ich schob vorsorglich schon mal meinen Fuß zwischen die Tür. „Meister, wir möchten euch ein Geschäft vorschlagen. Wie ihr wisst, ist Salz ein knappes Gut und pro Sack kostet das weiße Gold mittlerweile 30 Goldstücke.“ Ich senkte meine Stimme und tat so, als würde ich mich nach unliebsamen Zeugen unseres Gesprächs umsehen. „Man munkelt, dass der Preis aufgrund der gekaperten Handelsschiffe wohl bald bei 50 Goldmünzen liegen wird. Was sagt ihr, wenn ich euch 5 Säcke zu je 29 Goldmünzen pro Sack anböte?“
Der Zwillingsbruder des Handelsmeisters hatte Witterung aufgenommen und machte seinem Bruder bei dem anschließenden Gefeilsche alle Ehre. Schließlich einigten wir uns auf 125 Goldmünzen, also 25 Münzen pro Sack. Mit einem Handelsvertrag besiegelten wir unser Geschäft.
Nachdem wir den Handelsstützpunkt verlassen hatten, nahm mich Reiner zur Seite: „Aber Herr, wir haben doch überhaupt kein Salz zu verkaufen.“
„Schon’ mal was von Leerverkauf gehört? Nein, kannst du ja gar nicht. Warts einfach ab, Reiner. Wir haben das Salz so gut wie in der Tasche.“
Unsere nächste Station war der Geldverleiher. Er wohnte in einem kleinen, unscheinbaren Haus, das sich Schutz suchend an die Stadtmauer schmiegte. Wir schlossen uns der Schlange wartender Bürger an. Als wir schließlich an der Reihe waren und das Innere des Hauses betraten, empfingen uns zwei schwer bewaffnete Wächter. Sie führten uns in das Empfangszimmer des Geldverleihers. Eigentlich war es eher eine ärmliche Kammer, was mich zur Frage verleitete, warum ein Geldverleiher, der ja offenbar über reichliche Mittel verfügte, so bescheiden hauste.
Der Geldverleiher lächelte nachsichtig: „Mehr Schein als Sein. Das schützt mich vor Diebesgesindel. Was wünscht Ihr, Herrschaften?“
„Ich möchte dir ein Geschäft vorschlagen, Geldverleiher. Du überlässt uns 100 Goldmünzen und bis zur Abenddämmerung bekommst du 125 Goldmünzen zurück.“
„Welche Sicherheiten könnt ihr mir bieten?“
Reiner nestelte schon wieder an seinem Messer herum. Diesmal schien er aber zu überlegen, ob sein wertvollster Besitz wohl als Sicherheit geeignet sei.
„Wenn wir Sicherheiten hätten, stünden wir nicht hier. Aber ich habe ein todsicheres Geschäftsmodell.“ Ich beugte mich zu ihm herab und flüsterte ihm meinen Plan ins Ohr.
Der Geldverleiher grinste: „Darauf muss erstmal einer kommen. Abgemacht! Hier nehmt eure 100 Goldmünzen.“
„Und jetzt?“, fragte mich Reiner verständnislos.
„Du bist doch ein Herold?“
„Ja.“
„Gut, dann tust du jetzt deine Pflicht. Du läufst durch die Gassen und verkündest, dass die Fürstin zwei neue Handelsschiffe vom Stapel gelassen hat. Auf Grund dieses großartigen Ereignisses veranstaltet sie für alle Bürger ein Fest. Ich werde in der Zwischenzeit die Münzstätte aufsuchen und dort meinen Goldklumpen in Münzen umtauschen. Wir treffen uns dann wieder vor dem Salzspeicher.“
„Aber das ist doch gelogen. Was ist wenn die Fürstin davon Wind bekommt?“
„Das wird sie nicht. Sie ist gerade telefon …, ach, lassen wir das. Glaub’ mir, bis irgendjemand merkt, dass wir ein Gerücht verbreitet haben, ist unser Geschäft längst unter Dach und Fach.“
Als wir uns am Salzspeicher wieder trafen, hatte ich meinen Goldklumpen gegen 11 Goldmünzen eingetauscht und Reiner hatte sich mit sichtlichem Erfolg den Hals heiser geschrieen: Von überall her strömten die Menschen in Richtung Festplatz. Auch unser Salzknecht wollte gerade seinen Stand schließen.
„Halt, mein Lieber! Wir möchten noch euer Salz kaufen. 10 Säcke für genau 100 Goldmünzen. Da die Fürstin zwei neue Schiffe vom Stapel gelassen hat, steht der Preis pro Sack wohl wieder bei 10 Goldmünzen.“
Der Salzknecht öffnete den Mund und wollte offenbar zu einer Widerrede ansetzen.
„Außerdem“, fuhr ich fort, „bekommst du eine Provision von 10 Goldmünzen.“
„Dann kannst du beim Fest mal so richtig zulangen“, grinste Reiner kameradschaftlich.
Das schien den Salzknecht schließlich zu überzeugen. Er schloss den Mund wieder, nahm die Goldmünzen und übergab uns 10 Säcke Salz.
Fünf Säcke Salz lieferten wir beim Handelsstützpunkt ab und kassierten dafür wie vereinbart 125 Goldmünzen. Die 125 Goldmünzen brachten wir dem Geldverleiher, der sich über das einträgliche Geschäft die Hände rieb. Fünf Säcke Salz und 1 Goldmünze waren uns noch geblieben. Wir machten uns auf den Weg zum Handelsmeister.
„Hier sind eure 5 Säcke Salz, Meister. Damit haben wir unseren Teil der Vereinbarung erfüllt.“
Der Handelsmeister nahm sein Salz in Empfang und flüsterte mir seinen Tipp ins Ohr. Anschließend gab er mir noch ein Empfehlungsschreiben. Ich bedankte mich und schüttelte ihm die Hand. Unser Ziel war nun die Händlergilde.
Reiner schritt nachdenklich neben mir her. „War das nicht Betrug, mein Fürst?“
„Wieso? Der kleine Händler hat zumindest keinen Verlust erlitten. Alle anderen haben gut verdient: Der Salzknecht hat einen Profit von 8 Gold pro Sack erwirtschaftet und obendrein ein ordentliches Schmiergeld bekommen, der Geldverleiher hat 25 % Zinsen einkassiert und der Handelsmeister und sein Zwillingsbruder haben die nächste Zeit das Salzmonopol und werden ihre Säcke bestimmt mit hohem Gewinn verkaufen.“
„Dann haben wir niemanden geschädigt?“
„Doch, wenn ich es recht bedenke, schon. Der Bäcker wird unter dem Salzpreis stöhnen und sein Brot künftig teurer verkaufen müssen. Und die Preise für eingelegte Heringe und gepökeltes Fleisch werden sicher auch mächtig steigen.“
„Dann sind wieder die einfachen Leute die Verlierer.“, folgerte Reiner.
„Das stimmt wohl.“, antwortete ich nachdenklich und war froh, dass ich wohl nur träumte und ich mich nach dem Aufwachen nicht mit Gewissensbissen herumschlagen musste.
Vor der Händlergilde stand ein Kaufmannszug. Wir gaben dem Zugführer das Empfehlungsschreiben des Handelsmeisters und durften auf einem der Wagen mitfahren.
Der Kaufmannszug würde direkt zum Goldversteck reisen, um dort das Gold abzuholen, mit dem die Fürstin Holz und Wolle für ein neues Handelsschiff zu bezahlen gedachte.
Unterwegs fielen mir die üppigen Getreidefelder der Fürstin auf. Meine waren derzeit leider verdorrt. Sicher wäre es nicht verkehrt, meine Helden demnächst auf einen Raubzug zu schicken.
Der Kaufmannszug war am Goldversteck der Fürstin angekommen. Da ich mich nun bald von Reiner trennen würde, gab ich ihm das letzte mir verbliebene Goldstück. „Kauf deiner Gudrun was Schönes davon.“
„Danke, mein Fürst. Das ist sehr großzügig von euch.“ Reiner seufzte: „Manchmal habe ich das Gefühl, wir sind alle Karten eines großen Spiels. Wir werden gemischt, landen in irgendwelchen Stapeln und haben keinen Einfluss darauf, was man mit uns anstellt. Ich wünschte nur, ich würde öfter zusammen mit Gudrun in einen Stapel kommen.“ Er schmunzelte: „Am besten ganz dicht beisammen.“
„Das kann ich arrangieren“, lachte ich. „Schließlich bin ich euer Fürst“.
„Hallo mein Fürst, aufwachen! Hier ist dein Bier.“ Ich fuhr aus meinem Traum auf, rieb mir die Augen und sah meine Frau dankbar an. Dann nahm ich einen kräftigen Schluck aus der Pulle. Den hatte ich mir verdient.
Anmerkungen zum Themenset
Generell gelten für alle Themenspiele die folgenden Regelzusätze:
In der Mitte zwischen den Spielern liegen neben den Zentralkarten 5 verdeckte Ausbaustapel: Drei bestehen aus den Basiskarten und zwei aus den Karten des Themensets. Zusätzlich gibt es einen offenen Kartenstapel mit Karten, die wie die Zentralkarten direkt gebaut, also nicht vorher auf die Hand genommen werden müssen. Im Themenspiel „Zeit des Goldes“ bilden die beiden Händlergilden den offenen Ausbaustapel. Es gewinnt der Spieler, der am Ende seines Zuges 12 Siegpunkte erreicht hat.
Für die Themenspiele wie auch für das Duell der Fürsten und das Turnierspiel entfällt die „7er Regel“. Aktionskarten können immer gespielt werden, sofern eventuelle Bedingungen erfüllt sind.
Voraussichtlich Mitte Juli werde ich aus der Zeit der Wirren berichten.
PS: Ein Bild, das Dr. Reiner Düren in seiner Jugend zeigt, diente dem Illustrator Michael Menzel als Vorlage für die Karte „Reiner, der Herold“. Dr. Reiner Düren hat zusammen mit Peter Gustav Bartschat die Encyclopædia Catanica verfasst. Beide haben die Entwicklung des Kartenspiels in den letzten Jahren mit Rat und Tat begleitet und arbeiten redaktionell an der Neuentwicklung des Catan- Kartenspiels mit.
Klaus Teuber
Schlagworte: Catan, Einführungsspiel, Fürst, Fürstin, Gold, Handel, Klaus Teuber, Reform, Siedler, Siedler von Catan, Teuber, Themensets, Themenspiel, Zeit der Wirren, Zeit des Goldes
Die Textfelder erinnern sehr stark an irgendwelche Computer-Karteikarten und passen somit meiner Meinung nach nicht zum restlichen, ansonsten sehr gelungenen Gesamteindruck.
).
Deshalb würde ich mich freuen, wenn sie die Textfelder noch schnell ändern würden (wenn möglich
Passt meiner Meinung nach halt nicht zur Grafik der Karten.
Eine tolle Geschichte und man kann nicht oft genug schreiben, wie schön die Illustrationen der Karten geworden sind. Und der Reiner, man kommt ja richtig ins schwärmen
Ich bin begeistert von diesem Themenset, das Gold als Rohstoff bekommt eine ganz neue Bedeutung. Im Gegensatz zum alten Kartenspiel, wo man sich doch eher ärgerte, wenn man gerade dieses Landschaftsfeld beim Siedlungsbau bekommen hatte, hab ich mir in verschiedenen Testspielen sogar mit dem Kundschafter eine Goldlandschaft ausgewählt.
Schöne Geschichte und interessante Karten! Danke fürs Neugierigmachen!
Kommen auf das Goldversteck noch Rohstoff-Zeichen wie beim alten Kolonialstützpunkt oder wie muss ich das verstehen?
Ja, die fehlen noch.
Was denn – wo fehlen denn da noch Gold-Symbole … ?
Spaß beiseite: Danke für den Hinweis, da war uns eine fehlerhafte Karte reingerutscht. Wir haben das soeben korrigiert.
Also ich muss Frederik zustimmen. Die Illustrationen sind der Hammer, allein deswegen werde ich mir das Spiel schon zulegen. Aber die Textboxen wirken zu modern, da gefallen mir die alten noch besser. Aber neuen “alten” wäre ich auch nicht abgeneigt. Besonders unpassend wirken die roten Textfelder bei Stadtgebäuden.
Ich kann mich hinsichtlich der Textboxen nur den vorherigen Kommentaren anschließen: Die Textbox passt grafisch nicht zu den schönen Bildern darüber. Bitte unbedingt noch anpassen!
Man muss bei den Text-Boxen auch deren Funktion sehen. Sie sollen einerseits die Kartenregel wiedergeben und andererseits wichtige Aspekte der Karte schnell erkennbar machen. So soll nicht nur durch die Farbe sondern auch durch den linken “Karteireiter” schnell zu sehen sein um welche Kartenart es sich handelt. Grade der auffällige Kartenreiter lenkt sofort den Blick auf sich, so dass der Spieler sieht um welche Kartenart es sich handelt. Die halbtransparente Form lässt zudem noch weitere Details des Zeichnung erkennen wodurch die Text-Box leichter und nicht so klobig wirkt wie in der früheren Version.
… das ist (fast) alles korrekt. Und das könnt ihr auch so machen, aber ich kann es nur nochmal sagen, die Boxen wirken wie Fremdlinge und zerstören diese wahnsinnig tollen Illustationen. Versucht doch bitte die Textboxen dem Rest anzupassen, sonst krieg ich Augenkrebs. Das geht auch ohne die Funktion zu missachten, das hat Michael ja schon oft genug bewiesen! Und ganz ehrlich, ihr lasst die ganze Catan-Familie neugestalten, damit alles den betrachter begeistert, dann kann es doch nicht sein, dass das an dieser Stelle einfach missachtet wird. Ich finde, dass ist zu einfach gedacht “hier muss man die Funktion sehen”. Was bitte haben Karteireiter hier zu suchen, nix! fragt den Michael, der hat garantiert ne stimmigere Lösung, die trotzdem funktioniert. Bitte! so ist das für die Illus ne schmach!
Sorry, für die heftige kritik, aber ich finde sie angebracht, denn ich will mich auf ein vollkommenes Spiel freuen. Wenn die Textboxen so bleiben würden, wäre das meiner meinung nach ein großer Wehrmutstropfen und ich könnte darüber nur mit dem Kopf schütteln und mich ärgern. Jaa, so schlimm sind diese textboxen … Nochmal sorry! denn sonst ist echt alles megageil!
Da kann ich nur sagen: Die Geschmäcker sind oft verschieden. Mir gefallen die Textboxen so.
Mir eigentlich auch, sie erfüllen auf jeden Fall ihren Zweck.
Nachdem ich den Blog bislang nur lautlos verfolgte, “muss” ich mich in die Diskussion um die Textboxen nun doch einschalten. Ich darf Christoph recht geben: die Boxen passen nicht zur Illustration. Ich bin grafisch nicht sonderlich begabt und kann keine bessere Idee liefern, aber dass es nicht stimmig ist, sehe ich schon. Auch wenn Michael Menzels Karten in “Die Säulen der Erde” einen anderen Stil haben, sind dort Bild und Text in einer harmonischen Einheit. So wird es auch Christoph meinen: Es stimmt noch nicht. Und auch ich schließe mich an und sage, dass hier eine Überarbeitung nötig ist. Die Grafiken sind in sich rund, aber die Textboxen sind es noch nicht.
Ein Kompromiss zum Textfeld: Der Rahmen bleibt – aber der Karteireiter verschwindet.
Ich finde die Kartenartbeschriftung ist überflüssig. Für Neueinsteiger könnte man dem Spiel ja eine separate Referenzkarte beilegen. Da kann dann jeder, der es nicht weiß, z.B. nachsehen das ein Getreide-Handelsschiff zur Kategorie „Einheit – Handelsschiff“ gehört.
Ich habe heute Abend mit den „alten“ Karten nach neuen Regeln gespielt.
Im Teil 5 wird auf „Ertrag und Ereignis“ eingegangen:
… Zuerst nehmen sich die Spieler ihre Erträge und dann wird das Ereignis ausgeführt. Die einzige Ausnahme: Wird der Räuberüberfall gewürfelt, schlägt der Räuber zu, bevor die Erträge ausgeschüttet werden…
Diese Regeländerung ist sehr ärgerlich, wenn man sich gerade Rohstoffe genommen hat und dann das Ereignis „Seuche“ aufgedeckt wird.
Und als alter „Städte&Ritter“-Zocker hab ich mich eh daran gewöhnt immer erst das Ereignis auszuführen.
Wie jede Regeländerung haben wir uns auch diese reiflich überlegt. Es ist nach unseren Erfahrungen aus vielen Spielen am Tisch so, dass es bei Ereignissen, bei denen man sich Rohstoffe auswählen darf, für die Spieler einfacher ist die Rohstoffe durch den Ertragswürfel zuerst zu verbuchen und dann zu schauen welcher Rohstoff noch für die möglichen Bauvorhaben fehlt. Da viele Spieler das früher intuitiv so gemacht haben, wurde nun die Regel den Gegebenheiten angepasst.
Natürlich hat das auch Nachteile: Man kann beim Ereignis “Handel” auch dann einen Rohstoff verlieren wenn man vorher nichts hatte und die Seuchen können Rohstoffe entfernen, die man grade erst erhalten hat. Da viele Aktionskarten aber Stadtgebäude als Bedingung haben, kann damit auch der Spieler etwas gebremst werden, der vorprescht und schnell eine Stadt bauen will um in die Möglichkeit zu haben den Mitspieler zu ärgern.
Im Gegenzug erhält man noch doppelte Rohstoffe für den Ertragswürfel wenn die Zahl neben einem Verdoppler gewürfelt wird, der danach durch eine Fehde verloren geht, was früher nicht der Fall war. Zudem kann man Gold, das man durch den Ertragswurf erhalten hat noch nutzen wenn der Fahrende Händler als Ereignis eintritt.
Da es nun insgesamt mehr Ereignisse gibt durch die man beliebige Rohstoffe erhält als Ereignisse durch die man zuvor erhaltene Rohstoffe verlieren kann, überwiegen die Vorteile der neuen Regel.
ich freue mich schon darauf, endlich losspielen zu können, die illustrationen sind super gelungen, großes lob
Die Textfelder sehen mehr als computergeneriert aus, was leider gar nicht zum sonst so schön gezeichneten Spiel passt.
Ich hab mir mal die Mühe gemacht, zwei Karten auszudrucken und das Textfeld zu ändern. Und die Lösung war sehr augenscheinlich. Man sieht ihn am besten an den Aktionskarten:
Es liegt nicht an der Transparenz, sondern am umschließenden Rahmen, der im Gegensatz zur Bildumrahmung zu glatt ist und zu steril – bzw. eben computergeneriert – wirkt.
Es wäre schade, wenn das so in Produktion geht!
Hi zusammen,
)?
))
nachdem jetzt ja doch einige hier Kritik an den textboxen zum Ausdruck gebracht haben, würde mich wirklich mal interessieren, wie ihr damit umgeht? nehmt ihr sowas ernst und versucht sowas dann nochmal zu besprechen (und hoffentlich zu ändern!!!
Ich fänd das sehr geil! zumal das ja auch nochmal richtig Arbeit bedeutet, die Boxen zu ersetzen. Aber ich bin immer der Meinung, dass am Ende das Ergebnis stimmen muss, denn wenn einmal alles abgesgnet ist, dann wird isses zu spät. Und beim Endergebnis muss alles optisch stimmig sein, Stimmigkeit ist das Wichtigste für das Auge des Betrachters. Wenn etwas störend/nicht stimmig ist, dann ist die Begeisterung über eine Grafik immer getrübt. Das hat übrigens auch nur in geringem Maße mit Geschmacksache zu tun, sondern lässt sich anhand von Gestaltungsregeln begründen (die Stimmigkeit, meine ich).
Ich hoffe einfach, dass diese Postings an dieser Stelle echt was bringen und zur Vollkommenheit des Spiels beitragen können. Wenn das so kommt, käme ich aus dem Grinsen wohl kaum mehr raus, wenn ich das Spiel dann zum ersten mal in der Hand halte!
Macht was draus!!! Bitte!
))
VG Christoph
Wir haben allerdings auch andere Meinungen gehört von Spielern die Vorabdrucke in der Hand hatten . Wer Entscheidungen fällen muss, der muss auch andere Dinge berücksichtigen. Natürlich ist uns bewusst, dass wir es nicht allen Recht machen können, aber wenigstens müssen wir mit dem Produkt zufrieden sein. Und das sind wir, so wie es jetzt ist, da wir von der Funktionalität überzeugt sind.
Mein kurzes Feedback zum Design: mich stören die “Karteireiter” nicht, und auch das transparente Design finde ich sehr gelungen. Wieso aber um alles in der Welt wurde dieses System nur bei Landschaftsplättchen und Gebäuden durchgeführt, und nicht bei allen Karten? Wieso sind denn z.B. die Ereigniskarten nicht auch transparent? Und wieso haben diese einen Rahmen/Rand? Mir gefällt das nebelige Auslaufen des Bildes und die Transparenz viel besser!
Die Aktions- und Ereigniskartenmotive sind ja im wesentlichen in der Form gezeichnet worden. Einige wurden auch für die neuen S&R-Karten (http://www.catan.de/spielenews/237-die-siedler-von-catan-der-grafik-relaunch-der-erweiterung-staedte-a-ritter.html?ml=5&mlt=catan_common&tmpl=component) verwendet. Es gibt da also nichts was verdeckt wird. Im online-Spiel, das demnächst in der Catan-Online-Welt möglich sein wird, ist es auch so, dass dann die in den Siedlungen und Städten ausgelegten Karten keinen Textkasten mehr haben und das ganze Bild zu sehen ist. Dagegen werden die Aktions- und Ereigniskarten nur kurz angezeigt und da ist es dann nicht notwendig das volle quadratische Format zu füllen.